Aktuelle Empfehlungen

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen, gegliedert nach Monaten. Wenn Sie uns auf interessante Veröffentlichungen hinweisen möchten, senden Sie uns gern eine E-Mail an empfehlungen@multipolar-magazin.de.

Empfehlungen von Dezember 2020

Empfehlungen von November 2020

20. November 2020

Milosz Matuschek : Zensur in Zeiten von Corona: wovor hat man eigentlich solche Angst? – Auszug: „Es ist schon interessant: da nennt die Bundesregierung ein Gesetz ausgerechnet „Bevölkerungsschutzgesetz“ (zum Vergleich: das Ermächtigungsgesetz von 1933 war eine „Verordnung zum Schutz von Staat und Volk“), verankert dort eine nie dagewesene Machtfülle für den Bundesgesundheitsminister, der per Verordnungen durchregieren kann, peitscht das Gesetz dann im Eiltempo durch drei Verfassungsorgane und wundert sich, dass jemand darin totalitäre Tendenzen sieht! Am gleichen Abend ging es bei „Maischberger“ übrigens um die Klimakrise. Die meisten Medien interessieren sich gerade jedenfalls weniger für den Zustand der Demokratie in Deutschland, als die Bevölkerung. (...) Und es war ausgerechnet in dieser sensiblen Phase der Gesetzesverabschiedung, als die Zensurschraube der letzten Wochen nochmal merklich angezogen worden ist. Scheinbar ist jegliche Kritik nur noch unter hohem Risiko möglich. Der Journalismus versagt in der ersten Prüfung. Allein in den letzten Wochen verschwanden die reichweitenstarken freien Kanäle von Rubikon und Samuel Eckert von YouTube. Gestern wurde der Kanal KenFM ohne weitere Vorwarnung von Youtube gelöscht. (…) Die einfache Frage, die man sich als unbefangener Beobachter jetzt stellen kann und als wachsamer Bürger auch muss, lautet: Wenn alles gerade mit rechten Dingen zugeht, so hervorragend wissenschaftlich abgesichert, verfassungskonform und moralisch einwandfrei ist: wovor hat man dann so eine Angst?“

Tichys Einblick: Die Bilder der Gewalt – so statuiert man ein Exempel. In Berlin wurde die Corona-Demo zwischen Reichstag und Brandenburger Tor gewaltsam über vier Stunden lang geräumt. Die neue Affinität der Oberpazifisten zur Staatsgewalt ist bemerkenswert. – Auszug: "Es sind Szenen, die auch für Berlin ungewöhnlich sind. (…) Der Wasserwerfer mit dem Namen 'Blu 2‘ bringt sich nur wenige Meter vor dem Reichstagsgebäude in Stellung, mit nach vorne gerichteten, blau blinkenden Leuchten. Er verrichtet sein nasses Werk. Aber es geht nicht um eine, zwei oder drei Salven; er und sein stählerner Kollege werden den ganzen Nachmittag weitermachen, nur mit kurzen Unterbrechungen. Sie werden die Kreuzung Straße des 17. Juni / Ebertstraße vor dem Brandenburger Tor räumen. Zentimeter um Zentimeter, Teilnehmer um Teilnehmer, Liter um Liter. (…) Die Bilder, die dabei entstehen, sind nicht deshalb so unglaublich, weil Wasserwerfer und Pfefferspray unendlich brutal wären, sondern weil man so etwas in dieser Republik nicht mehr für möglich gehalten hätte. (…) Bei jeder anderen Demonstration hätten die heutigen Bilder ein Presse-Echo sondergleichen erzeugt, das der Polizei binnen Minuten Einhalt geboten hätte. Ich sah Kinder in Regenjäckchen um den Hals ihrer Mutter, als die Salve gerade vorbeizog, Rentner die mithilfe des roten Kreuzes verzweifelt versuchten, mit Wasserflaschen ihre hochroten Augen zu säubern. Ich sah Polizisten mit Kanistern auf dem Rücken und den Sprühgeräten in der Hand, die Tränengas gegen Bürger verspritzen, gegen Sitzblockaden junger Frauen. Und immer wieder: Blu 2 wirft und wirft und wirft. Nicht dass ich das für Argumente hielte, aber bei jedem anderen Demozug sähe man diese Bilder auf allen Kanälen zum quängelnden Ton der Reporter. Hier wird mit medialem Schweigen Zustimmung vermittelt.“

Cicero: "Ich vertraue meinem Immunsystem“ – Der Berliner Hausarzt und Internist Erich Freisleben steht in seiner Praxis Tag für Tag an vorderster Corona-Front. Im Interview rät er zu mehr Gelassenheit im Umgang mit dem Virus. Gute Ernährung, frische Luft und Sport stärkten das Immunsystem weit besser als Panik und Isolation. – Auszug: "Im Unterschied zur ersten Welle im Frühjahr, als die Angst vor der Ansteckung die allergrößte Sorge war, erlebe ich mittlerweile viele Patienten in meiner täglichen Sprechstunde, die geradezu zermürbt sind und seelische Symptome zeigen. Sie zeigen weniger Zuversicht auf das Leben und die Zukunft. Die Menschen befinden sich in einer Art Dauerspannung, die an ihren Kräften zehrt. Wenn ich das Gefühl habe, die Pandemie macht mich ohnmächtig, ist das für den Körper eine Katastrophe. (…) In der täglichen Praxis erlebe ich immer wieder, dass Resignation die Tür öffnet für Krankheiten. Ein großes Problem ist auch die Einsamkeit und die [sich] daraus ergebenen Folgeschäden. Das medizinische Fachgebiet der Psychoimmunologie lehrt uns, wie groß der Einfluss der Psyche auf das Immunsystem ist. (…) Wenn man sich vorstellt, dass unter dem Druck der Pandemie ein neues Impfverfahren eingeführt wird, das gleichzeitig ein neues Kapitel aufschlägt an Manipulationen im biogenetischen Bereich, können wir gar nicht ausdenken, was in Zukunft am evolutionären Bestand des menschlichen Genpools sonst noch manipulativ verändert werden wird – ob bewusst oder unbewusst sei dahingestellt. Aber wenn dies einmal geschieht, ist das nicht mehr rückgängig zu machen.“

13. November 2020

Arte: Corona: Sicherheit kontra Freiheit. Deutsche, Franzosen und Schweden in der Krise. (Dokumentarfilm, Länge 52 Minuten; Anmerkung Stefan Korinth: Ein hervorragender Film, auf den wir hier erneut hinweisen, weil solche Beiträge im deutschen Fernsehen ansonsten kaum vorkommen. Die Doku zeigt, wie die Regierungen in Deutschland und Frankreich durch ihre Lockdownmaßnahmen unglaublich viel sozialen, wirtschaftlichen und politischen Sprengstoff in die Gesellschaften getragen haben. Es kommen viele kluge und besonnene Stimmen zu Wort. Aber besonders aus Deutschland auch einige erschreckende Aussagen.) – Auszug: „Schuldirektorin Antje Schmidt: „Für mich ist jeder Einzelne ein Mensch, der im Zweifelsfall eine Krankheit weitergeben kann. Das ist die einzige Überlegung und Tatsache, die mich leitet.“ [29:30] Eine Schülerin: „Gestern in der Deutsch-Stunde haben wir es geschafft, alle zu überreden, die Masken anzuziehen. Das war ein schönes Gefühl, denn wenn alle die Maske runter haben, dann hat man schon ein unwohles Gefühl.“ [31:50] Karl Lauterbach (SPD): „Die demokratische Einschränkung von Freiheiten in Pandemiezeiten ist ein Instrument, möglichst viele Freiheiten, die man noch hat, zu schützen.“ [43:50] Altersheimbewohnerin Ingeborg Feldmann: „Wir sind eingesperrt. Man ist ja kein freier Mensch, so dass man mal sagen kann: Jetzt gehst Du dahin oder nur mal ein paar Schritte die Straße rauf – das darf man ja alles nicht mehr.“ [45:50]

Dennis Schneble: Moral in Zeiten der Coronoia – Auszug: „Der Biologe Marc Hauser hat anhand von Gedankenmodellen in Form ethischer, zunehmend verzwickter ausgestalteter Zwickmühlen erforscht, welche Lösungen für Menschen in bestimmten Zwangssituationen moralisch vertretbar wären und welche nicht. Basis hierfür ist ein außer Kontrolle geratener Waggon auf einer Eisenbahnstrecke vor einem Bahnhof. In der Grundvariante sitzt eine Person im Stellwerk und hat die Möglichkeit, durch das Umstellen einer Weiche den Waggon auf ein Nebengleis zu leiten. Damit rettet sie zwar fünf Personen das Leben – sorgt aber dafür, dass eine Person auf dem Nebengleis vom Waggon zermalmt wird. Hier stimmen die meisten Befragten überein, dass dies in diesem Fall zulässig und vertretbar wäre. (…) Viele der [durch Corona] besonders Verängstigten haben meines Erachtens auch deshalb jegliche noch vorhandenen moralischen und ethischen Hemmungen verloren, weil man die Menschen ganz allgemein in einer derart totalitären Art und Weise verobjektiviert, also ihrer Menschenwürde beraubt hat, dass in diesen eben gar keine Menschen mehr gesehen werden, sondern nur noch Gegenstände – und dies auch noch in Form von „Biowaffen“ bzw. „Virenschleudern“. In diesem Falle hat man natürlich auch überhaupt keine Skrupel mehr, unzählige Menschen vom Waggon überrollen zu lassen bzw. sie ins soziale und finanzielle Elend oder gar (vor allem in der dritten Welt) in den Hungertod zu schicken. Wenn dadurch möglicherweise andere vor dem herannahenden Corona-Waggon „gerettet“ werden könnten.“

Harald Walach: Neue Daten – neues Leid? Eher: neue Hoffnung! Auszug: „In der Tat: ein Anstieg der prozentual – im Verhältnis zur Anzahl der Tests – positiv auf Sars-CoV-2 Getesteten auf aktuell 5,6% ist festzustellen. Ist dieser Anstieg Besorgnis erregend? Wenn man vom Narrativ des Killervirus ausgeht vermutlich schon. Denn daran ist erkennbar, dass die „Maßnahmen“ – Maskentragen, Appelle zur Vorsicht – die Verbreitung von Viruspartikeln nicht verhindern können. Fatal – wenn es sich denn wirklich um ein Killervirus handeln würde. (…) Da der Verlauf der Hospitalisierungen mindestens am Anfang den Verlauf der prozentual positiv getesteten Fälle spiegelt und der Verlauf der Todesfälle diesem ungefähr zwei bis drei Wochen hinterherhinkt, müsste sich eigentlich die Zahl der Hospitalisierungen und der Todesfälle diesem Trend mittlerweile angepasst haben, wenn die Sars-CoV-2 positiv Testungen einen direkten Zusammenhang mit den klinischen Fällen hätten. Das haben sie offenkundig nicht. (...) Die schon öfter vermutete Kreuzimmunität wurde jetzt mehrfach bestätigt, u.a. sogar von einer Arbeitsgruppe der Charité. (…) Daher ist auch die allgemeine Maskenhysterie, mit denen unsere Kinder überall in der Schule und wir alle an vielen Orten konfrontiert sind, nicht zu rechtfertigen. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass es kaum irgendeinen haltbaren Beleg für die Wirksamkeit solcher Masken gibt. Der Cochrane-Review, der die Wirksamkeit von Masken bei Grippeviren untersucht hat, die in Größe und Art dem Sars-CoV-2 sehr nahe kommen, kommt zum Ergebnis, dass Masken wirkungslos sind, und zwar alle Typen. (…) Es fällt auf, dass in den Ländern, in denen Maskentragen sogar im Freien obligatorisch war und teilweise wieder ist, wie in Spanien oder Belgien, die Zahl der klinischen Fälle und Todesfälle nicht niedriger, sondern höher ist. “

Achgut: Karl Lauterbach und der IQ-Verlust: Macht Corona dumm? Auszug: „Karl Lauterbach, fleischgewordenes Martinshorn der Ära Corona, hat wieder einmal Alarm geschlagen – und zwar sehr erfolgreich. (…) Lauterbach behauptet also, es habe einen Vorher-nachher-Vergleich gegeben bei den Personen, die Corona-positiv waren. Dabei habe sich herausgestellt, dass diejenigen mit schweren Covid-19-Verläufen im Zuge ihrer Erkrankung heftige 8,5 IQ-Punkte eingebüßt hätten. Kurz, SARS-CoV-2 macht dumm. Alles falsch. Nichts dergleichen fand statt. Einen Vorher-nachher-Abgleich gab es nicht – konnte es gar nicht geben, weil es keine Vorher-Tests gab. Die Studienautoren setzten nur die Ergebnisse der Corona-Positiven in Relation zu den Resultaten der restlichen Testteilnehmer. Bei denen mit „schweren Verläufen“ stellte sich heraus, dass sie im Schnitt um 8,5 Punkte schlechter abgeschnitten hatten als andere, die nicht Corona-positiv getestet waren. Ob die (sehr wenigen) schwer Covid-19-Erkrankten bereits zuvor „kognitiv schwächer“ (vulgo: blöder) als der sonstige Durchschnitt waren, weiß man nicht. (…) Auch die weiteren Behauptungen von Kassandra-Karl sind unhaltbar oder unzutreffend. Die Studie zeigt nicht, dass bei Personen „mit leichten Symptomen“ die „Denkfähigkeit deutlich eingeschränkt“ wurde. Die von den Autoren ermittelte Abweichung ist minimal, die „deutliche Einschränkung“ hat Lauterbach dazugedichtet, genau wie die „wahrscheinlich bleibenden“ Schäden.“

Empfehlungen von Oktober 2020

Corona-Transition: Denkschrift zum Verhalten der deutschen Ärzteschaft während der Corona-Krise. Ein Berliner Mediziner wendet sich an seine Kolleginnen und Kollegen – Auszug: „Am 19.10.2020 hatte der Präsident der Bundesärztekammer ein denkwürdiges Interview gegeben, in welchem er unmissverständlich und mit überzeugenden Argumenten davor warnte, der Corona-Pandemie ausschliesslich mit permanenter Panikmache und sich von Tag zu Tag steigernder Verängstigung der Bevölkerung zu begegnen. (…) Statt die längst überfällige Diskussion über die in ihrer Vielstimmigkeit und Absurdität kaum mehr zu überbietenden amtlichen Zwangsmaßnahmen in Kreisen der deutschen Ärzteschaft zuzulassen, wurde Klaus Reinhard von Funktionären der verfassten deutschen Ärzteschaft zu einem entwürdigenden öffentlichen Dementi gezwungen und die Glaubwürdigkeit der deutschen Ärzteschaft dadurch nachhaltig beschädigt. Dies ist der letzte Höhepunkt des beschämenden Verhaltens eines Großteils der deutschen Ärzteschaft während dieser Krise. Hauptaufgabe des Arztes ist es, Wissenschaft und Praxis zusammenzuführen und so eine Therapie des ganzen Menschen, eines Wesens mit Leib und Seele, zu entwerfen. Stattdessen hat es die deutsche Ärzteschaft zugelassen, dass in der gegenwärtigen Situation Physiker, Biologen, Statistiker und durch nichts als ihren grenzenlosen Geltungsdrang qualifizierte Politiker Therapiestrategien entwickeln, die eher einem Krieg gegen die Bevölkerung statt einem Kampf gegen einen Krankheitserreger gleichen.“

Telepolis: Corona-Lockdown: Droht tatsächlich eine akute nationale Gesundheitsnotlage? (Prof. Christof Kuhbandner) – Auszug: „In der Tat ist laut den Tagesreporten des DIVI-Intensivregisters die Anzahl der Intensivpatienten mit Diagnose 'COVID-19' in den letzten Wochen stark gestiegen. Eine offizielle Antwort auf eine Anfrage an das DIVI-Intensivregister zur Diagnostik von 'COVID-19-Intensivpatienten' offenbart aber ein fundamentales diagnostisches Problem. Dort wird bestätigt, dass (1) jeder Intensivpatient - unabhängig von der Symptomatik - mit einem SARS-CoV-2-PCR-Test getestet wird und (2) jeder Intensivpatient - unabhängig von der Symptomatik - mit einem positiven SARS-CoV-2-PCR-Testergebnis als 'COVID-19-Intensivpatient' geführt wird. Letzteres wird auch in einer offiziellen Antwort des RKI auf eine entsprechende Anfrage bestätigt. (…) Es lässt sich kein wirklicher Anstieg in der Anzahl der insgesamt belegten Intensivbetten erkennen. Das einzige, was ansteigt, ist die Anzahl der Intensivpatienten mit positivem SARS-CoV-2-PCR-Testergebnis. (…) Sollte es sich also um echte 'COVID-19'-Fälle handeln, dann müssten in den letzten Wochen gleichzeitig alle anderen Krankheiten auf den Intensivstation bzw. alle stationär behandelten SARI-Fälle mit anderen viralen Ursachen abgenommen haben, und zwar spiegelbildlich zum Anstieg in den 'COVID-19'-Fällen. Das erscheint relativ unwahrscheinlich. (…) Wenn tatsächlich in vielen Laboren schwerpunktmäßig nur auf das E-Gen ohne Bestätigungstest getestet wird, könnte der Anstieg von Personen mit positiven SARS-CoV-2-PCR-Testergebnissen auf den Intensivstationen sowie bei den SARI-Fällen und in der Bevölkerung darauf zurückgehen, dass ein größerer Teil des Anstiegs auf die übliche saisonal bedingte Ausbreitung harmloserer Coronaviren zurückgeht, während die Ausbreitung des neuen Virus SARS-CoV-2 in Wirklichkeit relativ gering ist. (…) Die beschriebenen Befunde legen nahe, dass in Wirklichkeit keine nationale Gesundheitsnotlage droht.“ (Anmerkung Paul Schreyer: Ein sehr wichtiger Artikel, der die aktuell verfügbaren Informationen logisch zusammenführt.)

27. Oktober 2020

Mehr Demokratie e.V.: Das Virus und die Demokratie – Auszug: "Deshalb fordert Mehr Demokratie e.V.: 1. Die Parlamente müssen die grundlegenden Entscheidungen treffen (...) Was im Frühjahr dieses Jahres noch plausibel klang, wirkt zunehmend wie eine Missachtung demokratischer Grundprinzipien: Die Bundes-und Länderregierungen treffen Entscheidungen, die den Parlamenten zustehen. (...) 2. Erst Ziele diskutieren, dann Zahlen kontextualisieren (...) Wenn das Ziel ist, eine Überlastung der Intensivstationen zu verhindern, sind symptomlose Infektionen unkritisch. Wenn es das Ziel ist, die Zahl der positiven Testungen auf unter 35/100.000 zu drücken, dann muss darüber eine öffentliche Debatte stattfinden, warum dies eine sinnvolle Vorgabe ist. Wenn das Ziel ist, auf einen funktionierenden und sicheren Impfstoff zu warten und bis dahin die gesamte Gesellschaft im Ausnahmezustand zu halten, erfordert dies eine breite gesellschaftliche Debatte, denn es ist fraglich, wann ein Impfstoff und in welcher Qualität zur Verfügung stehen wird. Dies alles kann und darf nicht in den Hinterzimmern von Ministerpräsidenten und Kanzleramt entschieden werden! (...) Anstatt in der Bevölkerung aufkommende Diskussionen zu maßregeln oder Gerichte und damit Bürger zu kritisieren, die den Rechtsweg beschreiten, sollten sich die Bundes-und Länderregierungen endlich erklären, wie sie die Bürgerinnen und Bürger stärker einbinden wollen, dafür Konzepte vorlegen und umsetzen."

Thieme-Verlag: Die maskierte Gesellschaft (Leserbrief dreier Mediziner in der Fachzeitschrift "Pneumologie") Auszug: "Masken sind im Setting des Gesundheitswesens nur effektiv, wenn sie adäquat verwendet werden, d. h. die angemessene Maske gewählt und der Sitz auf Dichtigkeit geprüft wird. Stoffmasken werden ausdrücklich nicht empfohlen. Masken können kontraproduktiv sein, wenn ihre Verwendung nicht hygienisch korrekt erfolgt; dies schließt die Händedesinfektion vor dem Aufsetzen, die Vermeidung einer Berührung der Außenfläche, die Händedesinfektion vor und nach dem Absetzen sowie die Vermeidung der Berührung von Innen- und Außenflächen voraus. Durchfeuchtete Masken sollen umgehend ausgetauscht werden. (...) Es ist schlicht unmöglich, diese Regeln in der Öffentlichkeit einzuhalten bzw. durchzusetzen. (...) Das Tragen von Masken über einen längeren Zeitraum ist unangenehm. Zusammen mit der eingeschränkten, man muss sagen: versehrten Kommunikation kann dies zu einer dauerhaft veränderten Stimmungslage führen, die wesentliche Verhaltensmuster verändert. Das öffentliche Maskentragen, demnächst womöglich regelmäßig über mehrere Monate, wird den öffentlichen Raum nachhaltig beschädigen. Es wird das Zusammenkommen in Restaurants und Hotels, in öffentlichen Räumen beeinträchtigen und das Kaufverhalten dahingehend verändern, dass noch mehr online eingekauft wird. Dies aber kann Folgen bis hin zum Zusammenbruch des städtischen Raums, wie wir ihn jetzt kennen, bedeuten, einhergehend mit einer beispiellosen Pleitewelle des Einzelhandels und der Gastronomie."

24. Oktober 2020

Bundesärztekammer: Erklärung des Präsidenten der Bundesärztekammer Dr. Klaus Reinhardt: „Wirksamkeit der Schutzwirkung von Mund-Nasen-Masken ist wissenschaftlich belegt“ – Auszug: „In der Sendung ‚Markus Lanz‘ hatte ich den wissenschaftlichen Evidenznachweis der Schutzwirkung von Mund-Nasen-Masken in Zweifel gezogen. Dies hat zu erheblichen Irritationen geführt, die ich sehr bedauere. Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spricht für einen Nutzen des Mund-Nasen-Schutzes. Die Studien weisen darauf hin, dass sowohl die Übertragung auf andere als auch die Selbstansteckung durch Alltagsmasken reduziert wird. Aus diesen Daten resultiert die klare Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Deshalb unterstütze ich ausdrücklich die gemeinsame Erklärung ‚Alltagsmasken – sinnvoll zum Eigenschutz und zum Schutz von anderen‘ der Präsidentinnen und Präsidenten der Landesärztekammern und Mitgliedern des Vorstands der Bundesärztekammer sowie von Präsidenten und Vorsitzenden medizinischer Fachgesellschaften und Organisationen.“ (Anmerkung Paul Schreyer: Klaus Reinhardt ist umgefallen. Der Druck auf ihn war immens. In der Erklärung ist von „vielfältigen Studien“ die Rede, die einen Nutzen der Maskenpflicht belegen würden. Konkret genannt wird aber keine Studie. Zur fehlenden Evidenz, die Reinhardt bei Markus Lanz noch bemängelt hatte, sei auf den Multipolar-Artikel von Oliver Märtens vom 18.10. verwiesen. An diesen Fakten hat sich nichts geändert, siehe auch der folgende Hinweis.)

T-Online: "Wir sind heute in der Lage, die perfekte Diktatur zu errichten." Der Historiker Yuval Noah Harari erklärt im Interview, warum der Menschheit jetzt die totale Überwachung droht – Auszug: „In 50 Jahren werden sich die Menschen gar nicht so sehr an die Epidemie selbst erinnern. Stattdessen werden sie sagen: Dies war der Moment, an dem die digitale Revolution Wirklichkeit wurde. (…) Die Menschheit verständigt sich jetzt darauf, einen Großteil ihres Lebens online zu verbringen. Das hat Vorteile, birgt aber auch eine Gefahr: Im schlimmsten Fall werden sich die Menschen in 50 Jahren daran erinnern, dass im Jahr 2020 mithilfe der Digitalisierung die allgegenwärtige Überwachung durch den Staat begann. (…) Eine 24-Stunden-Kontrolle ist in unserer zunehmend digitalen Welt überhaupt kein Problem mehr. Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Szenario eintreten wird. Aber ich habe die Befürchtung, dass die totale Kontrolle eine Folge der Corona-Krise werden könnte. Viele Dinge, die im Westen noch vor einem Jahr undenkbar waren, sind durch die Pandemie nun auch dort plötzlich akzeptabel geworden.(…) Wir sind heute in der Lage, die perfekte Diktatur zu errichten. Es wäre ein autoritäres Regime, wie es dieser Planet noch nicht gesehen hat. (…) Man braucht keinen Spion mehr auf der Straße, der die Menschen überwacht. Stattdessen gibt es Kameras, Mikrofone oder Sensoren. Die Auswertung der Datenmengen kann eine Künstliche Intelligenz übernehmen, die sogar berechnen kann, wie sich ein Überwachter in Zukunft wahrscheinlich verhalten wird. Zum ersten Mal in der Geschichte ist totale Überwachung möglich. Man kann mehr über die Menschen erfahren, als sie selbst über sich wissen. Das ist die eigentliche Gefahr, die die aktuelle Krise mit sich bringt: Dass die digitale Überwachungstechnologie durch die Gesundheitskrise weltweit legitimiert wird – auch in demokratischen Gesellschaften, die sich zuvor der Überwachung widersetzt haben.“ (Anmerkung Stefan Korinth: T-Online hat die Überschrift des Interviews inzwischen geändert. Das mit der "perfekten Diktatur" in Zusammenhang mit Corona klang wohl nicht so erbaulich.)

Merkur: Maskenpflicht an Grundschulen: Eltern gehen auf die Barrikaden – Auszug: „Nach Elternprotesten hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Dienstagabend die Abschaffung der Maskenpflicht an Grundschulen verordnet. Er wolle die Einschränkungen für die jüngsten Schülerinnen und Schüler „so gering wie möglich“ halten, erklärte Reiter. Nur fünf Prozent der 83 derzeit wegen Coronafällen geschlossenen Klassen seien Grundschulklassen. Grundschüler, so folgert Reiter, „sind keine Infektionstreiber.“ Als erster hatte der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß (CSU) reagiert. Er schließe sich der Argumentation von Dieter Reiter ausdrücklich an, erklärte er noch am Dienstagabend (20. Oktober). Er habe selten so viele kritische Rückmeldungen erlebt, die „in der Sache auch gut begründet sind“, erläuterte der CSU-Politiker. Die Landkreise Unterallgäu und Landsberg folgten am Mittwoch diesem Beispiel. Überall gibt es, zum Teil sehr emotional, Elternprotest gegen den verhassten ‚Maskenzwang‘.“ (Anmerkung Stefan Korinth: Entschlossene Elternproteste zeigen also durchaus Wirkung. Allerdings verschärfen andere bayrische Landkreise zeitgleich die Maskenpflicht. Zur Klarstellung: Hier geht es nicht mehr wie noch vor zwei Monaten um Masken für ältere Schüler auf Schulfluren, sondern inzwischen geht es um die ganztägige Maskenpflicht für Grundschüler! Und das im Unterricht bei halber Klassenstärke und oftmals mit weit geöffneten Fenstern bei Temperaturen unter zehn Grad. Die sich immer schneller drehende Spirale widersinniger Maßnahmen scheint nun immerhin vielen bislang gutgläubigen Eltern die Augen zu öffnen.)

MARCUS J. LUDWIG: Die Wut der Entwürdigten – Auszug: "Die neue Normalität ist da. Selbst wenn wir heute glasklar bewiesen bekämen, dass Covid-19 nicht gefährlicher als die gewohnte Allerwelts-Grippe ist, ließe sich das Rad nicht mehr zurückdrehen. Die Menschen sind von den Panik-Medien auf ein Level hypersanitärer Achtsamkeit gescheucht worden, von dem man sie bis auf Weiteres nicht mehr herunterbekommen wird. Gegen einen nie dagewesenen Verdummungs- und Verängstigungs-Rummel sind über Wochen und Monate unzählige kluge Artikel und Aufsätze erschienen, die kritisch aufgeklärt haben und mit guten Argumenten die Gefährlichkeit des Corona-Virus relativiert, das heißt auf ein realistisches Bedrohlichkeits-Maß herabgestuft haben. Aber Maß und Relation interessieren die meisten nicht mehr. Die Maßstäbe haben sich geändert. Und ich glaube, sie haben sich für immer geändert. (...) Vor den Absolutheitsansprüchen moralistischer Infektionsschutz-Fanatiker kann keine nüchterne Abwägung bestehen. Relativierung ist ihnen kein Mittel reifer Realitätsbewältigung, sondern ein Sakrileg. Sie sehen nicht vereinzelte schwerkranke Alte, die an einem Virus sterben, inmitten von zweieinhalbtausend Menschen, die am selben Tag an den anderen üblichen Ursachen sterben. Sie sehen Massen von unersetzlichen Individuen mit unverrechenbarer Würde, Menschen, die durch unser schuldhaftes Versagen zu Unrecht gestorben sind. Als wären die anderen Zweieinhalbtausend „zu Recht“ gestorben."

20. Oktober 2020

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin: Erwiderung auf Kritik an Stellungnahme „COVID-19: Wo ist die Evidenz?“ – Auszug: "Hochwertige Evidenz zum Tragen von Mund-Nase-Masken ist sinnvoll, machbar und notwendig. (...) Die Bewertung altersabhängiger IFR für SARS-CoV-2 erfordert die Analyse und Einordnung der Mortalitätsdaten im Kontext anderer Erkrankungen und Todesursachen. (...) In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 660.000 Menschen an einer ambulant erworbenen Pneumonie (ca. 800/100.000 Einwohner), ca. 300.000 von diesen werden stationär behandelt, 40.000 versterben an der Erkrankung (39/100.000 Einwohner). Die Letalität der ambulant erworbenen Pneumonien wird auf etwa 6% geschätzt; für hospitalisierte Patienten beträgt sie 14% mit einer starken Altersabhängigkeit (etwa 5% für <65-Jährige, 17% der ≥65-Jährigen). Ähnliche Daten werden für die Schweiz berichtet. Auf die Notwendigkeit Mortalitätsdaten in den Kontext zu stellen, hat das EbM Netzwerk schon in früheren Veröffentlichungen hingewiesen. (...) Insgesamt gesehen ist die wissenschaftliche Beweislage zur Quarantäne unbefriedigend und sollte Anlass geben, umgehend solide prospektive Studien zu initiieren. (...) Wenn man alle diese Daten zusammen betrachtet, gibt es nur wenige aussagekräftige Untersuchungen zur Spezifität der RT-PCR. (...) Unseres Erachtens ist die systematische Aufarbeitung vorhandener Evidenz und sehr wahrscheinlich weitere Forschung nötig, um die Frage zu klären, ab welcher Viruslast tatsächlich von Infektiosität auszugehen ist und wie sich die in den Laboren ermittelten Werte für die cycle threshold (ct-Wert) standardisieren lassen."

Dennis Schneble: Anwalt Dr. Justus P. Hoffmann zu Quarantäne-Anordnungen – Auszug: Die aktuellen Anordnungen der Quarantäne sind nicht verbindlich. (...) Wenn das Gesundheitsamt oder die Infektionsschutzbehörde, der Landrat oder wer auch immer das gerade ist, Ihnen anordnet, Sie mögen sich in Quarantäne begeben, dann ist diese Anordnung nicht durchsetzbar. Ohne richterlichen Beschluss ist diese Anordnung nicht durchsetzbar (…) Sprich, wenn man dagegen verstößt, kann nicht die Polizei, nicht das Ordnungsamt kommen und einen mit Gewalt in Quarantäne stecken. Denn das wäre dann ein Freiheitsentzug. Und es ist auch nicht bußgeldbewehrt, dagegen zu verstoßen. Durchsetzbar und bußgeldbewehrt wird das Ganze erst, wenn, wie es der Paragraf 30 des Infektionsschutzgesetzes auch ausdrücklich vorsieht, ein gerichtliches Unterbringungsverfahren durchgeführt wurde, indem ein Richter die Akte vom Gesundheitsamt, von der Infektionsschutzbehörde bekommt, sich ein eigenständiges Bild von der Lage schaffen muss, eine eigene Sachverhaltsermittlung durchführen muss. Dazu gehören eben auch die infektionsschutzrechtlichen Rahmenbedingungen und man muss vor allen Dingen angehört werden dazu." (Anmerkung Paul Schreyer: Dennis Schneble, der diesen Text transkribiert hat, kommentiert dazu: "Die Sache mit der Quarantäne ist auch exemplarisch dafür, dass dieser ganze rechtsstaatliche Wahnsinn ohne den viel schlimmeren vorauseilenden Gehorsam überhaupt nicht funktionieren würde. (...) In diesem Land haben vielleicht noch 10 % Angst vorm Todesvirus. 90 % haben Angst vor sozialer Ausgrenzung – und möglichen Strafen. Wir müssen endlich raus aus diesem Teufelskreis.")

Der Freitag: Eine grüne Maske als Protest. – Auszug: "Die gestrigen Verschärfungen wirken willkürlich, doch sie folgen einem System. Es gibt drei Mechanismen, die dem Angstszenario nutzen. (...) Der eine betrifft die Sichtbarkeit der vermeintlichen Gefahr. In einer Pandemie, in der nur sehr wenige Menschen überhaupt erkranken, muss die Bedrohung anders vermittelt werden. Das Mittel zum Zweck ist daher die Schaffung von Bildern, die nicht ohne Grund an Katastrophenfilme erinnern. Die Masken funktionieren genau in diesem Sinn, denn sie verändern das Bild des öffentlichen Leben massiv. Es ist nicht mehr möglich, ein paar Brötchen zu kaufen, ohne mit der vermeintlichen Bedrohung konfrontiert zu werden. (...) Ein zweiter wichtiger Aspekt ist die Omnipräsenz der Gefahr. Die Ausnahmesituation kriecht in jeden Winkel des Alltags und es nicht möglich, sich ihr zu entziehen. (...) Immer mehr alltägliche Entscheidungen sollen mit Blick auf die vermeintliche Gefahrenlage getroffen werden, die in alle Lebensbereiche Einzug erhält. Die Einschätzung der Gefährdung hat sich demnach völlig entkoppelt von tatsächlichen Erkrankungen, sondern findet nur noch in fiktiven Angstszenarien statt. (...) Der dritte Mechanismus ist die Schuldverschiebung. Sie baut auf dem fiktiven Bedrohungsszenario auf. Denn so wird jeder, der sich nicht an die wissenschaftlich sehr fragwürdigen Regeln hält, zum vermeintlichen Gefährder, der anderen schadet. Die 'Maskenmuffel' oder 'Maskenfalschträger' tragen demnach Schuld, wenn die Infektionszahlen ansteigen. Und sie sind zusätzlich verantwortlich – so erklärt es die Bundeskanzlerin – wenn die Regierung deshalb die Maßnahmen verschärfen muss. Angegriffen wird also nicht mehr die Politik, die diese Verordnungen erlassen hat, sondern die vermeintlich uneinsichtigen, egoistischen Menschen, die sich dem 'neuen gesellschaftlichen Konsens' verweigern. Das ist eine Verschiebung der Verantwortung, die ungeheuer effektiv ist. Und ein erschreckend wirksames Mittel, um die gesellschaftliche Spaltung zu befeuern."

Robert Koch-Institut: Die Pandemie in Deutschland in den nächsten Monaten (Strategiepapier) – Auszug: "Auch wenn die Impfung ein wichtiger Teil der Pandemie­bekämpfung ist, wird diese allein – insbesondere in der ersten Phase der sicher limitierten Verfügbar­keit – nicht ausreichen und muss weiterhin einhergehen mit verantwortlichem Verhalten und gewissen Modifikationen des Miteinander-Seins, insbesondere im Sinne der weiteren Einhaltung der AHA+A+L-Regeln (Abstandhalten – Hygiene­regeln beachten – Alltags­masken tragen, Corona-Warn-App nutzen und Lüften) sowie der Verlegung von Freizeit­aktivitäten möglichst nach draußen, so dass geschlossene Räume mit schlechter Belüftung und Gedränge mit vielen Menschen an einem Ort vermieden werden. (…) Es muss ein Bewusstsein für Risiko­verhalten geschaffen werden, so dass der Einzelne in die Lage versetzt werden kann, sein Verhalten entsprechend anzupassen. (…) Es wird eine bundesweite Impfkampagne vorbereitet, selbst wenn nicht sofort ein wirksamer und sicherer Impfstoff zur Verfügung steht. (…) Die Einführung der Impfung muss möglichst frühzeitig unter Einbindung relevanter Akteure kommunikativ begleitet werden, um Desinformation und Mythenbildung zu verhindern und eine informierte Impfentscheidung der Menschen zu ermöglichen." (Anmerkung Paul Schreyer: Impfung hin oder her – die Maske soll also Teil der "neuen Normalität" bleiben. Dazu wächst sich die Regulierungswut weiter aus (statt AHA-Regeln geltern nun AHA+A+L-Regeln). Vor allem aber: Die Impfung soll offenbar mit aller Gewalt durchgedrückt werden ("kommunikativ begleitet"). Man muss es sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: "Es wird eine Impfkampagne vorbereitet, selbst wenn nicht sofort ein wirksamer und sicherer Impfstoff zur Verfügung steht.")

Achgut: Die Sehnsucht nach Professor Brinkmann. Vor ein paar Wochen kam es zu einem öffentlichen Streit zwischen Professor Christian Drosten und dem Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin. Anhand der Art und Weise, wie diese Auseinandersetzung geführt wurde, kann man gut erkennen, wen man in einer Pandemie besser mit der Suche nach einem guten Schutz bei gleichzeitig niedrigem Schaden betrauen sollte. (Auszug: "Über Jahre können so längst als falsch erkannte Therapien dennoch patriarchalisch durchgesetzt werden. Die Rechnung bezahlen die Patienten mit ihrem Leben und zwar tausendfach. (...) Genau aus diesem Grund hat man angefangen, die medizinische Lehrmeinung nicht mehr in den Händen von Platzhirschen zu belassen, sondern auf objektive Belege für den Therapienutzen zu drängen. Kurz: Man forderte die Abkehr von der Eminenz-basierten hin zur Evidenz-basierten Medizin (EBM), die seit den 1980ern die Medizin positiv beeinflusst. Das Kernanliegen der EBM besteht darin, den Nutzen und den Schaden einer medizinischen Maßnahme möglichst objektiv zu bewerten, um eine gute Entscheidung zu ermöglichen. (...) Um diesen Beitrag zu schreiben, hörte ich mir tatsächlich erstmalig eine Folge des mit Preisen überschütteten Podcasts mit Christian Drosten an. Mit dem festen Vorsatz, die Stunde durchzuhalten. Es gelang mir nicht. An dieser Stelle möchte ich einfach nur mein Entsetzen über die Art und Weise äußern, mit der er gegensätzlichen Positionen begegnet. Von Informationen, die dem Hörer eine nachprüfbare Einordnung der Lage ermöglicht, und von einem respektvollen, wissenschaftlichen Streit um die beste Lösung, ist dieser Podcast Lichtjahre entfernt. Es ist mir ein Rätsel, wie man dies als Maßstab guter Information ansehen kann. Hier spricht eine Eminenz, die keine Kritik an der eigenen Meinung duldet. (...) Seine Warnungen im Rahmen der Schweinegrippe waren so falsch wie sie falsch sein können, genauso wie seine Dauerwarnung vor zweiten Wellen. Er ist einer der Verantwortlichen dafür, dass 2009 ein ungeprüfter, wie unnützer Impfstoff verabreicht wurde, der sehr viele Patienten krank machte. Zu diesen persönlichen Fehlleistungen habe ich nie nur eine Erklärung geschweige denn Entschuldigung von seiner Seite gehört.")

2. Oktober 2020

Telepolis: Corona und die sozial-ökonomische Krise (Auszug: "Die Creditreform meldet nun, dass zirka 15,5 Millionen Haushalte in Deutschland in einer schwierigen finanziellen Lage sind, das sind 37 Prozent der deutschen Haushalte! Vor allem Gering- und Normalverdiener leiden unter den Corona-Einschränkungen, die wieder einmal "am Ende der Nahrungskette" stehen und die größte Last tragen müssen. Stundungen von Krediten sind erforderlich, Konsumausgaben müssen weiter heruntergefahren werden. Fast 13 Prozent haben seit Mai bis August ihren Arbeitsplatz verloren, 42 Prozent sind in Kurzarbeit, 14 Prozent können ihre selbständige Tätigkeit nicht mehr ausführen, um 629.000 ist die Arbeitslosigkeit von Ende 2019 bis Ende August im Westen gestiegen (das sind 34 Prozent), so schnell wie nie zuvor, im Osten um 60.000 (15 Prozent). Etwa fünf Millionen Kurzarbeiter gibt es derzeit, die bis zu 40 Prozent weniger Nettogehalt bekommen. (...) Elisabeth Noelle-Neumann, die Gründerin des Instituts für Demoskopie in Allensbach, hat in den 1960er Jahren die Theorie der Schweigespirale entwickelt. Deren Aussage ist, dass es immer eine schweigende Mehrheit gibt, die sich nicht traut, ihre Meinung zu sagen, wenn sie meint, sie sei in der Minderheit. Das kann bedeuten, dass zum Beispiel die Corona-Maßnahmen öffentlich von Bürgern befürwortet werden, insgeheim lehnen sie diese aber ab. Sobald die scheinbare Minderheit erkennt, dass sie gar keine Minderheit ist, kann das zu plötzlichen Verwerfungen führen, Missachtung der Corona-Beschränkungen, Demonstrationen und anderes mehr.")

Empfehlungen von September 2020

Spiegel: Ignorierte Impfstoff-Risiken: Nebenwirkung Vertrauensschwund (2018) – Auszug: "Rückblickend war die Schweinegrippe-Pandemie in Wahrheit eher eine weltweite Massenhysterie. Heute kann man kaum noch glauben, dass alles wirklich so passiert ist, wie es passiert ist. Kann nicht fassen, dass niemand irgendwann auf den Tisch gehauen und gesagt hat: 'Leute, jetzt wacht doch mal auf!' (...) Die Schweinegrippe-Pandemie, die die Glaubwürdigkeit von Behörden wie WHO, Robert Koch- und Paul-Ehrlich-Institut nachhaltig erschüttert hat, ist ein Lehrstück dafür, was passieren kann, wenn Hektik und hochkochende Emotionen die Diskussion bestimmen - und nicht Nachdenklichkeit, Fakten, Ehrlichkeit und ein klarer Kopf. Sie ist ein Paradebeispiel dafür, was passieren kann, wenn Querdenker nicht gehört werden, etwa der Epidemiologe Tom Jefferson, der für die Cochrane Collaboration und die Universität Oxford arbeitet, und bereits im Juli 2009 im SPIEGEL vor einer Influenza-Hysterie warnte und den Sinn einer Impfung infrage stellte. Stattdessen hielten die Behörden wie in einem kollektiven Wahn an der Vorstellung eines tödlichen Pandemie-Virus fest - auch, als alle Zahlen längst klar darauf hindeuteten, dass man von der Schweinegrippe nicht allzu viel zu befürchten hatte - und empfahlen die Massenimpfung mit dem kaum erprobten Impfstoff Pandemrix. 30 Millionen Menschen in ganz Europa bekamen sie. Jetzt leiden rund 1300 der Geimpften lebenslang an Narkolepsie, einer schweren neurologischen Erkrankung, die sie immer wieder unerwartet einschlafen lässt. Der Zusammenhang mit der Impfung ist nach Aussage des Herstellers GlaxoSmithKline zwar noch nicht bewiesen, wahrscheinlich ist er trotzdem. (...) Vor allem aber sind Daten wie die, die Jefferson jetzt entdeckte, Informationen, wissenschaftliche Erkenntnisse einfach unglaublich wichtig in einer emotional aufgeheizten Situation wie einer Pandemie. Sie sind das Einzige, woran man sich halten kann zwischen lauter Mutmaßungen, Ängsten, Interessenkonflikten und Hektik. Nie, wirklich nie dürfen sie unterdrückt, unterschlagen oder abgetan werden." (Anmerkung Paul Schreyer: Die berechtigte Empörung der Spiegel-Journalistin Veronika Hackenbroch in diesem im September 2018 veröffentlichten Artikel wirkt wie aus einer längst vergangenen Epoche. Zwei Jahre später, im September 2020 ist auch Hackenbroch voll "auf Linie", führt brave Interviews mit Bill Gates und Anthony Fauci (mit Fragen wie: "How many deaths from COVID-19 will the world still have to endure before this pandemic comes to an end?" oder "Do you have any idea what plague will sweep across the planet next?") und beteiligt sich an der allgemeinen Panikmache – die sie selbst zuvor noch wortreich verurteilte.)

Achgut: Die tägliche Täuschung: Das RKI zählt am Gesetz vorbei – Auszug: "Es beginnt mit einer Lüge. Seit Monaten, Woche für Woche, Tag für Tag. (…) Denn die Zählweise des RKI entspricht nicht der deutschen Gesetzeslage, dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). (…) Infektion ist gemäß § 2 IfSG 'die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus'. Der zentrale Begriff ist hier der des Krankheitserregers. Und ebenfalls gemäß § 2 IfSG ist 'Krankheitserreger ein vermehrungsfähiges Agens (Virus, Bakterium, Pilz, Parasit) …, das bei Menschen eine Infektion oder übertragbare Krankheit verursachen kann.' Das hier entscheidende Kriterium ist die Vermehrungsfähigkeit: Ein Virus ist nur dann ein Krankheitserreger im Sinne des Gesetzes, wenn es vermehrungsfähig ist. Und eine Infektion besteht nur, wenn ein vermehrungsfähiges Virus aufgenommen worden ist. (…) Labornachweise [von SARS-CoV-2] sind somit nur dann COVID-19-Infektionsfälle im Sinne des IfSG, wenn vermehrungsfähiges Virusmaterial vorhanden ist. (…) Es besteht ein kaum merklicher, aber um so wesentlicher und vor allem juristisch bedeutsamer Unterschied zwischen WHO und RKI: Die WHO fordert den Nachweis einer Infektion, das RKI lässt den Nachweis von SARS-CoV-2 (also des Virus) genügen. Das RKI hat das Wort 'Infektion' einfach weggelassen. (…) Anders gesagt: Wer Coronavirus-Material in sich hat, ist längst nicht infiziert im Sinne des Gesetzes. (…) Niemand weiß, wie viele der positiv Getesteten Infizierte im Sinne des IfSG sind. Angaben zu steigenden Infektionszahlen und Neuinfektionen sind zwangsläufig falsch. (…) Das kann man somit je nach Gusto als Lüge, Irreführung, Täuschung oder politischen Betrug bezeichnen. (…) Derartig begründete Gefahrenprognosen sind wegen unzureichender bzw. fehlender Tatsachengrundlage hinfällig, darauf gegründete Maßnahmen rechtswidrig."

Süddeutsche Zeitung: Aktenzeichen XY unbekannt (10.9.) – Auszug: "Für Jessica Hamed ist es 'unfassbar, zweifelhaft und skandalös', dass es in Humls Haus keine Akten oder anderen Dokumente über die Erkenntnisse der Staatsregierung geben soll, die zu den massiven Ausgangsbeschränkungen führten. Bayern sei dem Rechtsstaatsprinzip verpflichtet, sagt sie. Das bedeute, dass Verordnungen auf einer sachlichen und nachvollziehbaren Grundlage erlassen werden müssen. (...) [Ein Beamter,] der Jahrzehnte in der Staatsverwaltung gearbeitet hat, erklärt: 'Vielleicht gibt es keine klassischen Akten mit Aktenzeichen, aber es gibt garantiert Mails und Vermerke.' (...) Die Chefin der Landtags-Grünen, Katharina Schulze, sagte, es sei 'der Wahnsinn', dass keine Akten über die Entscheidungsgrundlage vorhanden sein sollen. Die Regierung sei 'in der Verantwortung, deutlich zu machen, auf welche Grundlagen sie sich stützt, um ihre Maßnahmen zu treffen'. SPD-Fraktionschef Horst Arnold nennt die Nachricht 'höchst verstörend' und spricht von 'Verwaltungsversagen'. (…) 'Grundrechte über Monate hinweg einschränken, ohne die Entscheidungsgrundlagen zu dokumentieren - das wirft ein ganz schlechtes Licht auf die Regierung', erklärt Martin Hagen, Fraktionschef der FDP. Und die AfD sieht die Hauptverantwortung für 'dieses dramatische Versäumnis' nicht nur bei Huml, sondern auch bei Ministerpräsident Söder. Womöglich wird die Staatsregierung aber doch noch in ihren Akten wühlen müssen. Die Grünen haben eine umfassende Anfrage gestellt. Darin wollen auch sie unter anderem wissen, auf welcher Basis das Kabinett die massiven Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie beschlossen hat."

Prof. Sucharit Bhakdi / Dr. Karina Reiss: Zur Frage der Immunität gegen COVID-19 – Auszug: "1. Wann ist die Entwicklung eines Impfstoffs erforderlich? Wir denken: Wenn eine Infektion bei gesunden Personen regelhaft zu schweren Erkrankungen und deren Folgen führt. Dies ist bei SARS-CoV-2 nicht der Fall. 2. Wann wäre eine Massenimpfung nicht sinnvoll? Wir denken, dass eine Massenimpfung nicht sinnvoll ist, wenn ein Großteil der Bevölkerung bereits ausreichend vor einer schweren Erkrankung gefeit ist. Dies ist bei SARS-CoV-2 der Fall. 3. Wann wird eine Impfung erfolglos sein? Wir gehen davon aus, dass eine Impfung fehlschlagen wird, wenn ein Virus sich ständig verändert und wenn hohe Infektionsdosen erreicht werden. Die Autoren vertreten daher die Ansicht, dass ein globales Impfprogramm bei SARS-CoV-2 keinen Sinn macht und von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Die Risiken sind unüberschaubar, ein möglicher Nutzen nicht ersichtlich. (…) Gesetze und Sicherheitsbestimmungen [bei der Impstoffentwicklung] wurden auf eine Weise umgangen, die unter normalen Umständen niemals möglich gewesen wäre. Grundlage dafür bildet das geänderte Infektionsschutzgesetz. Ist dies vielleicht der Grund, warum die Regierung erklärt, dass eine epidemische Situation von nationaler Tragweite weiterhin besteht – obwohl es seit Wochen gar keine nennenswerte Anzahl von Neuerkrankungen gibt? Denn nur bei einem epidemischen Geschehen von nationaler Tragweite ist das Gesundheitsministerium überhaupt ermächtigt, Ausnahmen von den Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes und der Medizinproduktevorschriften zu machen."

Freitag: Die Maske ist totalitär – Auszug: "Der gesellschaftliche Stress wird absehbar nicht weniger werden. Die Proteste dagegen vermutlich auch nicht. Das ist das Ergebnis der hysterischen, maßlos überzogenen Coronapolitik, die eine gesellschaftliche Spaltung gezielt angefacht hat. Die politisch links Denkenden haben es verpasst, diese Dynamik aufzuhalten. Den entscheidenden Kurswechsel in der Coronapolitik, weg von einer halbwegs begründbaren Gesundheitspolitik und hin zu angsterzeugenden, autoritären Maßnahmen haben sie versäumt. Sie haben all die manipulierten Zahlen, völlig überzogenen Prognosen, die kassierten Grundrechte, die einseitige Berichterstattung, die angefeindeten Wissenschaftler, die willkürlichen Regelungen, die Sprache der Regierung, die Traumatisierung der Kinder und die geforderten Unterwerfungsgesten geschehen lassen ohne jede Kritik. Durch ihr Schweigen haben sie ein Vakuum in der kritischen Debatte geschaffen, das die Rechten gefüllt haben. Dadurch haben die linken Parteien, Organisationen, Zeitungen und Prominenten massiv dazu beigetragen, dass die Gesellschaft jetzt so gespalten ist. Hätten sie sich für einen offenen Diskurs, für Kritik, für abweichende wissenschaftliche Meinungen (da muss man nicht auf „Verschwörungstheoretiker“ zurückgreifen, da kann auch Nobelpreisträger und diverse renommierte Professoren nehmen) stark gemacht, dann wäre es nie zu dieser aggressiven Stimmung gekommen. (…) Linke Werte wie Humanität, Pluralität, Toleranz und soziales Miteinander musste man in den letzten Monaten mit der Lupe suchen. Diese Leerstelle lässt sich nicht füllen, indem man der Maske irgendeinen solidarischen Charakter andichtet. Sie bleibt ein verkeimter Stofflappen, mit dem öffentlich sichtbar Gehorsam gezeigt werden soll." (Anmerkung Paul Schreyer: Nur wenige Stunden, nachdem Multipolar diesen Text verlinkte, hat die Redaktion des Freitag ihn gelöscht. Wir haben den Text gesichert und stellen nun einen alternativen Link zur Verfügung. Ergänzung 8.9.: Der Text ist nun wieder beim Freitag online. Die Autorin schreibt: "Ja, der Artikel war vorübergehend offline, weil Belege für die Zitate fehlten. Ich habe den Text überarbeitet und bei der Freitag Community gefragt, ob er nun den Anforderungen an die Netiquette entspricht. Ergebnis: Er darf jetzt stehen bleiben.")

Empfehlungen von August 2020

Boris Reitschuster: Mitten in der Nacht – Rabiate Polizeigewalt gegen Corona-Demonstranten (Anmerkung Ulrich Teusch: Ein hochinteressanter, mit Videos unterfütterter Bericht über die nächtliche Auflösung des Camps von „Querdenken 711“ durch die Polizei.) – Auszug: "Ich muss ganz offen gestehen, dass ich von dem Vorgehen der Behörden entsetzt war (…). Immer öfter erlebe ich in Berlin, was ich noch vor einigen Jahren für unmöglich gehalten habe: dass Recht und Gesetz von staatlicher Seite taktisch ignoriert werden und dies sehr zynisch verkleidet wird. Später nahm der Abend eine völlig ungewöhnliche Wendung – von einer Minute auf die nächste wurden die Polizisten zum Freund und Helfer, als nur noch rund 50 Demonstranten zurück blieben. Sie nahmen die Helme ab, viele lächelten, ein Beamter verteilte Wasser auch an Demonstranten. Manche von denen hatten feuchte Augen vor Rührung, und auch ich selbst muss sagen, dass ich aus der Emotionalität des Moments heraus sehr gerührt war – diese Szenen waren ausgesprochen bewegend. Die Frage ist – was führte zu der 180-Grad-Wende? Viele Demonstranten glaubten wohl, die Polizisten hätten sich vor Ort spontan entschlossen. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit gehe ich davon aus, dass die Entscheidung zwar auf gehobener, aber nicht höchster Ebene gefällt wurde – vielleicht auch unter dem Eindruck der Bilder, die vom Ort des Geschehens online gingen. Im direkten Gespräch und durch Mimik machten viele Beamten deutlich, dass sie Sympathien für die Demonstranten haben und nicht begeistert sind von den Anweisungen der Polizeiführung.“

Tichys Einblick: Berlins Rot-rot-grüne Regierung wählt den Weg der Eskalation – Auszug: "Merkel gibt den kleinen Lukaschenko mit Luft nach oben, indem sie es sich mit dem Benzinkanister inmitten der von ihr selbst provozierten Auflösungserscheinungen bequem gemacht hat – und nachgießen lässt. (…) Und der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) lässt dazu verbal wirklich alle Masken fallen – quasi das Ende der letzten Ausläufer der Kreidezeit. Ihm ist der Kanister als Brandbeschleuniger nicht genug, er kommt gleich mit dem Tankwagen ums Eck und dreht alle Hähne voll auf – mit dem brennenden Zündholz in der Hand (…). Geisel erwartet außerdem, dass sich jetzt alle 'Demokratinnen und Demokraten' zu bekennen und zu distanzieren haben. Wie widerlich ist das eigentlich auf dem Boden der Verwerfungen des 20. Jahrhunderts stehend, mitten in Berlin, mit faulem Atem den Vorabend des Faschismus hochleben zu lassen? Ist das eigentlich nur a-historisch oder schon willentlich vollkommen entgrenzt? (…) was für ein Bild gibt das ab ausgerechnet in einer Zeit, wo Lukaschenko mit dem Maschinengewehr im Fernsehen auftritt während die Demos gegen seine Politik verboten werden, aber trotzdem passieren? Kann man gegen das Volk regieren und glauben, man könnte dabei die Illusion einer demokratischen Gesellschaft aufrechterhalten? Natürlich nicht. Aber was soll das dann, was gerade in Berlin passiert und den Charakter eines beginnenden Putsches gegen das Volk bekommt, so der Irrsinn nicht von höheren unabhängigen Instanzen gestoppt wird. Wo sind diese verfassungsgemäß unabhängigen Instanzen in diesem Moment?“

Tichys Einblick: Bei Illner: "Hätten wir gewusst, was wir jetzt wissen, hätten wir keinen Lockdown gemacht.“ Das heißt im Klartext: Die Politik hat sich von einer hysterischen Presse und von Professoren, die schon die Schweinegrippe als Weltuntergang verkauft hatten, vor sich hertreiben lassen und womöglich das ganze Land in den Ruin getrieben. – Auszug: "Das planlose ZDF ist zwar immer vorne dabei, wenn es ums Alarm blasen geht, diesmal aber blendeten sie eine Karte mit Infektionen ein, und man glaubt es kaum, alles im grünen Bereich! (nicht politisch gemeint) Da sagte Laumann dann, ja, man habe den Kliniken gesagt, 'alle planbaren Eingriffe verschieben, bitte. Dass dann die Intensivstationen leer bleiben, das hat doch keiner gewusst.' Die Damen, Herren und Diversen der politischen Verantwortungsgemeinschaft hatten also außer reißerischen Berichten aus Italien und China und Rauchmeldern aus dem virologischen Bereich keinerlei Erkenntnis, ließen uns aber trotzdem Zeugen ihrer wunderbaren Tätigkeitsentfaltung werden, die sie pawlowartig zur Aufführung bringen, wenn es nur Aufmerksamkeit verspricht. (...) Malu Dreyer sagt, 'wir haben ganz viel gelernt' in der letzten Zeit. Was sie gelernt hat, sagte sie nicht. (...) Unfassbar! Alleine das reichte für eine Sondersendung, würde das ZDF noch Journalisten beschäftigen. Illner bemerkte die Brisanz des Offenbarungseides nicht mal, oder tat wenigstens so. (...) Auf Illners Frage 'Warum werden Szenarien an die Wand gemalt?' kam Malu dann zurück, nachdem sie den Faden verloren hatte. Damit wir 'gemeinsam und einheitlich', sagte sie. Soll heißen: Der Teufel wird an die Wand gemalt, damit die Leute brav folgsam bleiben und nicht aufbegehren. Selbst den Illner-Mitarbeitern war aufgefallen, dass gerade 213 Personen von 80 Millionen auf der Corona-Intensivstation liegen und sich das Narrativ von der neuen biblischen Plage, die nur Merkel, Spahn und Söder stoppen können, nicht lange halten lässt. (...) Derzeit baden (...) die Kinder den Aktionismus unseres Staatsleitungspersonals aus und sitzen mit Masken stundenlang im Unterricht. Im brandenburgischen Rathenow (...) wurde ein Schulleiter, der seinen Schützlingen die Masken ersparen wollte, entlassen. Den hat Illner natürlich nicht eingeladen."

Marcus J. Ludwig: Die Schuld der Schafe – Oder: Wie können wir jemals wieder Menschen sterben lassen? (Anmerkung Ulrich Teusch: Würden alle Mitbürger diesen herausragenden Text lesen, wäre die Rückkehr zur alten Normalität vermutlich nur eine Frage von wenigen Tagen.) – Auszug: "Was ich für mich persönlich möchte und was ich bezüglich des Gemeinwohls für vernünftig halte, spielt auf zwei verschiedenen Bühnen. Hier kommt unvermeidlich ein tragisches Element ins Spiel, weil der Konflikt zwischen Privatem und Politischem selten verlustfrei aufzulösen ist. Der Staat ist nicht der Hausarzt des Bürgers. Der Staat muss ertragen können, dass Menschen sterben. Der Staat kann nicht um jeden Preis jedes einzelne Leben jedes seiner Bürger retten. Er darf es nicht. Menschen, die das dennoch verlangen, sind unpolitische, moralistische Extremisten. Sie sind offenbar in der Mehrheit, und sie versuchen gerade, die sogenannte neue Normalität zu etablieren. Die Minderheit, die noch bei Verstand ist, hat gegenwärtig wohl eine der wichtigsten Aufgaben in der (sorry, man kann es nicht kleiner sagen) Menschheitsgeschichte: sich gegen allen Mehrheits- und Mediendruck zu weigern, den gegenwärtigen Zustand jemals als Normalität anzuerkennen. (…) Wie wird es weitergehen? Ich fürchte: katastrophal. Aus der Entscheidung, die Infektionskrankheit Covid-19 so zu handhaben, wie wir es tun, folgt das Eingeständnis, dass wir in früheren Zeiten offenbar immer falsch gehandelt haben, grausam, mindestens leichtfertig. (…) Alle Verantwortungsträger, die 2013, 2015, 2017, 2018 einfach nur zugesehen haben, wie die Influenzawellen durch Deutschland fluteten und jedes Mal 20-25000 Menschen dahinrafften, müssten – ginge es mit rechten Dingen (also mit den derzeit geltenden Maßstäben) zu – nachträglich zur Rechenschaft gezogen werden. Sie haben vermeidbare Opfer nicht vermieden, sondern unerhörter- und fahrlässigerweise der Natur ihren Lauf gelassen.“

GlobKult: Zweite Welle – Auszug: "Niemand kann wissen, ob die Berliner Demonstranten die Mehrheitsgesellschaft abbilden. (…) Festgehalten zu werden verdient jedoch die Wahrnehmung, dass die überwältigende Mehrheit der Demonstranten nach Alter, Geschlecht, bekundeter Meinung und – aggressionsfreiem – Verhalten zum Spektrum der 'ganz normalen Leute‘ gerechnet werden durfte: einer Spezies also, von der man demnach ohne großes Risiko behaupten darf, sie sei müde der Diskrepanz zwischen politisch-medialer Panikmache und den allmählich in die Köpfe einsickernden Informationen über das Virus samt Test- und Auswertungspraxen, entsprechend missvergnügt über die offensichtliche Irrationalität der getroffenen Maßnahmen und die damit einhergehenden Einbußen an Lebensqualität und ökonomischer Prosperität. Es sind dies Leute, die von Angstschürern für dumm verkauft werden und nicht länger für dumm verkauft werden wollen. Wer das neue Buch des Mikrobiologen Bhakdi in den Händen dieser Leute gesehen hat, der ahnt, dass hier eine neue Volksbibel umläuft, deren Leser darauf bestehen werden, in einer naturwissenschaftlich informierten und faktenbasiert entscheidenden Republik zu leben und nicht in einem angstflatternden Hühnerstall, in dem Vokabeln wie 'Covidioten‘ und 'Coronaleugner‘ den Ton vorgeben und, allen Aufklärungsseiten im Netz zum Trotz, aufgewirbelter Schmutz an die Stelle von Argumenten getreten ist. (…) Es fällt nicht schwer, der Republik einen unruhigen Herbst vorauszusagen.“

Empfehlungen von Juli 2020