Peter C. Gøtzsche

„Klinischen Studien der Pharmaindustrie kann man nie vertrauen“

Ein Interview mit dem Medizinwissenschaftler und Mitbegründer der Cochrane Collaboration Peter C. Gøtzsche über „kriminelles Verhalten“ der Pharmaindustrie, das „hässliche Gesicht der Zensur“ während der Corona-Krise sowie die „Notwendigkeit, alle Patente auf Medikamente und Impfstoffe abzuschaffen“ und „die Medikamentenentwicklung sowie deren Vermarktung zu einem öffentlichen Unternehmen“ zu machen

KARSTEN MONTAG, 30. Juni 2021, 3 Kommentare

Hinweis: Dieses Interview ist auch auf Englisch verfügbar.

Professor Gøtzsche, Jahrgang 1949, ist Biologe, Chemiker und Mediziner. 2010 wurde er Professor für Klinisches Forschungsdesign und -analyse an der Universität Kopenhagen. 1993 war er Mitbegründer der Cochrane Collaboration, einem internationalen Netzwerk von Forschern, das systematische Übersichten und Metaanalysen von Maßnahmen im Gesundheitswesen durchführt, um evidenzbasierte Entscheidungen zu fördern. Bis 2018 war er Direktor des von ihm selbst gegründeten Nordic Cochrane Center.

Im Laufe der Jahre hat er darauf hingewiesen

  • dass die Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs schädlich ist, da sie zu Überdiagnosen und Überbehandlungen führt und die Gesamtsterblichkeit nicht senkt,

  • dass der übermäßige Konsum von Psychopharmaka weitaus mehr Schaden als Nutzen anrichtet, was diese Medikamente wahrscheinlich zur dritthäufigsten Todesursache nach Herzkrankheiten und Krebs macht und

  • dass das Cochrane-Review von Impfstoffen gegen humane Papillomviren tendenziös ist und die Schäden durch die Impfung herunterspielt.

Zu Beginn der Corona-Krise schrieb Professor Gøtzsche, dass die drastischen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus eher auf Panik als auf evidenzbasierte Wissenschaft zurückzuführen seien. In seinem Anfang 2020 erschienenen Buch „Impfen – Für und Wider: Die Wahrheit über unsere Impfstoffe und ihre Zulassung“ (die deutsche Übersetzung wurde im Januar 2021 veröffentlicht) stellte er fest, dass das neue Coronavirus in Bezug auf Ansteckung und Fallsterblichkeitsrate möglicherweise nicht gefährlicher als Influenzaviren sei und erklärte, dass der Grund, warum so viele Menschen starben, wahrscheinlich darin lag, dass im Gegensatz zu Influenza-Epidemien keine vorbestehende Immunität gegen das Virus existierte.

Multipolar: Professor Gøtzsche, Sie wurden 2018 mit knapper Mehrheit von 6 zu 5 aus dem Vorstand von Cochrane Collaboration aufgrund eines „andauernden, konsistenten Musters von störendem und unangemessenem Verhalten“ ausgeschlossen. Aus Protest gegen diese Entscheidung haben vier weitere gewählte Mitglieder den Vorstand verlassen. Im Gegenzug warfen Sie Cochrane vor, sich dem Einfluss der Industrie zu beugen und wichtige Dokumentationen der Schäden von Medikamenten und Impfstoffen zu übersehen. Wie unabhängig und vertrauenswürdig sind Cochrane-Reviews heute?

Gøtzsche: Cochrane hat 52 Review-Gruppen weltweit, drei davon in Dänemark. Zwei der Gruppen in Dänemark hatten enorme Qualitätsprobleme und schnitten schlecht ab. Kurz vor meinem Ausschluss aus dem Vorstand unterstützte ich den Chefredakteur und stellvertretenden Geschäftsführer von Cochrane, David Tovey, der Audits durchführte, um die schlechte Qualität der Reviews zu verbessern. Aber das hat keine Besserungen hervorgerufen. Cochrane entschied sich daher zu drastischen Maßnahmen und ersetzte die Redakteure dieser Gruppen. Ich habe diesen Prozess mitgestaltet, weil ich damals das Nordic Cochrane Center leitete.

Wenn Cochrane eine wirklich offene und transparente Organisation gewesen wäre, hätte sie die ganze Welt über die ziemlich großen Qualitätsprobleme informiert, die wir hatten, nicht nur in diesen beiden Gruppen, sondern in vielen Gruppen. Aber sie taten es nicht, sie hielten es intern. Ich wurde ausgeschlossen, weil ich kritisierte, dass Cochrane seine Arbeit nicht immer gut genug erledigte. Ich habe insbesondere den Nutzen von Psychopharmaka und die zugehörigen Cochrane-Reviews kritisiert. Bei weitem die meisten von ihnen waren sehr unzuverlässig, weil sie nur das reproduzierten, was die Pharmaindustrie veröffentlicht hatte. Sie dachten, sie könnten das Problem lösen, indem sie den Boten erschießen, mich. Aber die schlechte Qualität hat Folgen.

Das britische National Institute for Health Research, das die britische Cochrane-Gruppe finanziert, gab im April dieses Jahres bekannt, dass es seine Finanzierung möglicherweise kürzen wird, da Cochrane nicht wie erwartet geliefert hat. Es kritisierte Cochrane aus den gleichen Gründen wie ich. Ich habe diesen Niedergangsprozess in einem Artikel mit dem Titel „Cochrane: a sinking supertanker?“ zusammengefasst, den man auf meiner Homepage finden kann. Wissenschaftler und Geldgeber sehen Cochrane-Reviews daher heutzutage nicht automatisch als qualitativ hochwertig an. Sie sind viel skeptischer als noch vor ein paar Jahren.

Multipolar: Warum haben wir keine unabhängige Behörde, die für Studien zu Medikamenten und Impfstoffen zuständig ist? Es liegt auf der Hand, dass ein Interessenkonflikt besteht, wenn ein Unternehmen, das ein Medikament oder einen Impfstoff herstellt, auch für den Wirksamkeitsnachweis verantwortlich ist.

Gøtzsche: Natürlich. Das habe ich während meiner ganzen Karriere gefordert. Ich habe folgende Analogie verwendet, um auf das Problem hinzuweisen: Wenn Sie vor Gericht eines Fehlverhaltens beschuldigt werden und bei der Vorladung sagen, lieber Richter, hier ist das Beweismaterial. Ich habe alles selbst produziert. Jetzt sagen Sie mir, ob ich schuldig bin oder nicht. Das ist verrückt.

“Das ist Korruption – ganz einfach“

Multipolar: Ich denke, die Menschen sollten das wissen, weil sie diese Studien der Unternehmen für selbstverständlich richtig hinnehmen. Sie haben 2012 in einem Beitrag Beispiele für schwere Verbrechen beschrieben, die von jedem der damals zehn größten Pharmaunternehmen begangen wurden. Zu den Straftaten gehörten die Vermarktung von Arzneimitteln ohne Zulassung, die falsche Darstellung von Forschungsergebnissen, das Verbergen von Daten zu Nebenwirkungen sowie Versicherungsbetrug. Ärzte waren oft mitschuldig an den Verbrechen. Können Sie erklären, wie diese Korruption im Detail funktioniert?

Gøtzsche: Oh, das ist ganz einfach. Geld regiert die Welt. Wie ich in meinem Buch „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: Wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiert“ schrieb, stehen selbst in einem kleinen Land wie Dänemark Tausende von Ärzten auf der Gehaltsliste der Industrie. Sie nennen sich beispielsweise Berater oder sitzen in Beiräten von Pharma-Unternehmen. Mehr als 1.000 dänische Ärzte haben eine solche Rolle. Glauben Sie wirklich, dass die Arzneimittelindustrie in Dänemark die Beratung von mehr als 1.000 Ärzten in einem Ausmaß benötigt, dass sie jedes Jahr dafür bezahlt werden? Ich meine, das ist Korruption. Sie kaufen einfach Einfluss. Und die Ärzte beißen nicht die Hand, die sie füttert. Diese Leute wissen sehr gut, dass sie das schöne Geld nicht mehr bekommen, wenn sie nicht tun, was die Pharmaindustrie will. Das ist Korruption – ganz einfach.

Multipolar: Woher kommt das ganze Geld? Werden Medikamente und Impfstoffe überteuert verkauft? Warum hat die Pharmaindustrie so viel Macht und Einfluss?

Gøtzsche: Es ist ein riesiges Problem in all unseren Demokratien, dass die großen Unternehmen jetzt so reich sind, dass sie „too big to fail“ sind. Pfizer hat sich über viele Jahre hinweg sehr, sehr schlecht verhalten, aber die US-Regierung ist nicht wirklich gegen das Unternehmen vorgegangen. Sie hat Geldstrafen verhängt, doch Geldstrafen sind für ein Wirtschaftsunternehmen nur laufende Ausgaben. Sie verdienen durch ihr kriminelles Verhalten sehr viel mehr Geld, als sie an Bußgeldern bezahlen müssen. Also machen sie einfach mit ihrem kriminellen Verhalten weiter. Und sollte die US-Regierung wirklich gegen Pfizer, Merck, Eli Lilly und die anderen großen US-Unternehmen ernsthaft vorgehen, könnte dies ziemlich unangenehme Folgen für die US-Wirtschaft haben. Daher machen sie das also nicht. Das ist so, als ob die Mafia so stark geworden ist, dass sie jeden infiltriert und korrumpiert hat, so dass es zu spät ist, etwas dagegen zu unternehmen.

“Wir müssen alle Patente auf Medikamente und Impfstoffe abschaffen“

Multipolar: Welche Gesetze oder politische Richtlinien brauchen wir, um den Einfluss der Pharmaindustrie wieder zu verringern?

Gøtzsche: Gegen dieses Übel gibt es nur ein Heilmittel. Wir müssen alle Patente auf Medikamente und Impfstoffe abschaffen, und wir müssen die Medikamentenentwicklung sowie deren Vermarktung zu einem öffentlichen Unternehmen machen. Der Kapitalismus richtet in diesem Bereich großen Schaden an. Wir müssen daraus ein öffentliches Unternehmen für das Gemeinwohl machen. Es geht schließlich darum, Menschen dabei zu helfen zu überleben, und nicht darum, einen Mercedes-Benz oder Porsche zu kaufen. Die Medikamentenentwicklung muss altruistisch für das Gemeinwohl sein. Es ist völlig falsch, daraus ein kapitalistisches Unternehmen zu machen. Wie ich in meinen Büchern und an anderer Stelle erklärt habe, kommen bei weitem die meisten Durchbrüche in der medikamentösen Behandlung ohnehin aus öffentlich finanzierter Forschung. Die großen Pharmakonzerne forschen sehr wenig. Sie erpressen uns lediglich mehr oder weniger.

Multipolar: Emer Cooke, die derzeitige Direktorin der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), arbeitete für die Pharmaindustrie und war Mitglied einer Lobbyorganisation der größten europäischen Pharmaunternehmen, bevor sie zur EMA wechselte. Kann man den Entscheidungen der EMA bei der Zulassung von Medikamenten und Impfstoffen trauen oder sollte man eher davon ausgehen, dass diese europäische Behörde durch den Drehtüreffekt von wirtschaftlichen Interessen beeinflusst wird? Gibt es konkrete Hinweise, dass Letzteres der Fall ist?

Gøtzsche: Wir können unseren Arzneimittel-Agenturen aus vielen Gründen nicht trauen. Einer davon ist der Drehtüreffekt, bei dem Menschen aus der Industrie kommen, bei der EMA oder FDA (US Food and Drug Administration) arbeiten und dann wieder in die Industrie zurückkehren. Wenn sie während ihrer Arbeit bei der EMA sehr freundlich zur Pharma-Branche waren, sind ihre Chancen auf einen sehr gut bezahlten Job bei einem großen Pharmaunternehmen hinterher natürlich größer, als wenn sie kritisch waren. Und viele ehemalige Führungskräfte der FDA und EMA sowie anderer Arzneimittelbehörden haben den Abschied von ihrem öffentlichen Amt vorbereitet, indem sie zum Beispiel eine Beratungsfirma gründeten, die Unternehmen gute Ratschläge gibt, wie sie ihre Medikamente durchbringen können. Das ist illegal, solange sie noch im öffentlichen Amt sind.

Multipolar: Gibt es einen konkreten Fall, den Sie benennen können, wo dies passiert ist? Können Sie nachweisen, dass es eine Zulassung eines Impfstoffs oder Medikaments durch die EMA gab, die von der Pharmaindustrie beeinflusst wurde?

Gøtzsche: Oh, es gibt so viele Beispiele, wie Sie wollen. Das Hauptproblem ist, dass die Leute bei der EMA oder der FDA natürlich immer sagen werden, dass es keinen Einfluss von der Pharmaindustrie gegeben hat. Es ist nur aus Sorge um die Bürger, dass sie ein Medikament zugelassen haben, das niemals hätte zugelassen werden dürfen. Aktuell gibt es einen riesigen Skandal. Die FDA hat ein Alzheimer-Medikament namens Aducanumab zugelassen, das überhaupt nicht wirkt. Und der Preis dieses Medikaments beträgt etwa 50.000 US-Dollar für nur einen Patienten pro Jahr.

“Das hässliche Gesicht der Zensur“

Multipolar: Als Sie 2018 vom dänischen Reichshospital auf Druck des dänischen Gesundheitsministeriums von der Position des Leiters des Nordic Cochrane Centers suspendiert wurden, hat sich der weltweit meistzitierte Medizinforscher, Professor John Ioannidis, in einem offenen Brief an die damalige Gesundheitsministerin für Sie ausgesprochen. Er schilderte darin seine Befürchtung, dass Ihre Entlassung die Medizin, Demokratie, Gedankenfreiheit und Gerechtigkeit stark beschädigen würde. Weitere rund 10.000 Forscher unterzeichneten eine Petition an die Ministerin, Sie nicht zu entlassen. Wo stehen wir Ihrer Meinung nach derzeit hinsichtlich evidenzbasierter politischer Entscheidungsfindung, Demokratie und Meinungsfreiheit, insbesondere angesichts der Maßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie? Was hat sich im letzten Jahrzehnt in der Welt der Medizinwissenschaft und Gesundheitspolitik verändert, was den meisten Menschen heute noch nicht bewusst ist?

Gøtzsche: Was wir während der COVID-19-Pandemie gesehen haben, ist absolut verheerend. Wir haben überall das hässliche Gesicht der Zensur gesehen. Es gibt diese Vorstellung, dass es nur eine Wahrheit gibt und andere Möglichkeiten nicht diskutiert werden dürfen. Es ist absolut unerträglich, dass Menschen mit ernsthaften Interessenkonflikten in der Fachzeitschrift The Lancet einen Artikel schreiben durften, dass das Coronavirus nicht aus dem Institut für Virologie in Wuhan stammt. Sie schrieben, dass sie fest hinter ihren chinesischen Kollegen stehen, und jeder, der glaubt, bei SARS-CoV-2 handele es sich nicht um eine natürliche Infektion, sei ein Verschwörungstheoretiker. Wie um alles in der Welt wurde dies von den Medien auf der ganzen Welt akzeptiert? Es gab einen ähnlich schrecklichen Artikel in dem Fachmagazin Nature, der einige genetische Argumente aufführte, warum das Virus nicht im Wuhan-Labor hergestellt worden war. Später zeigten andere Wissenschaftler überzeugende Daten, dass dies sehr wahrscheinlich nicht richtig ist. Darüber habe ich in einem meiner Artikel berichtet, den ich „Made in China“ genannt habe.

Das Tragen von Gesichtsmasken ist ein weiteres Beispiel. Die randomisierten klinischen Studien zeigen sehr deutlich, dass Gesichtsmasken nicht funktionieren. Sie wurden bei der Influenza getestet, und sie wurden in Dänemark während COVID-19 getestet. Und doch wird uns befohlen, auf der ganzen Welt wie Bankräuber herumzulaufen. Dies ist schlicht Symbolpolitik der Regierungen, damit sie sagen können, dass sie etwas tun. Sie argumentieren, dass es Infektionen verhindert, wenn Sie Ihren Mund bedecken. Aber warum machen wir randomisierte Studien? Um herauszufinden, ob es wahr ist.

Multipolar: Warum ordnen Regierungen diese Maßnahmen an? Hören sie auf die falschen Berater?

Gøtzsche: Am Anfang sagte der Direktor des dänischen Nationalen Gesundheitsamtes, dass wir in Dänemark keine Masken verwenden sollten, aber später änderte er seine Position. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass dies auf politischen Druck zurückzuführen ist. Wenn Menschen in anderen Ländern Gesichtsmasken verwenden, warum nicht in Dänemark? Wie könnten wir das verteidigen? Und natürlich versuchen Politiker, das zu tun, was sie für hilfreich halten, aber sie haben schreckliche Fehler gemacht. Zum Beispiel ordnete der dänische Premierminister an, dass alle 17 Millionen Nerze in Dänemark getötet werden sollten, weil sie eine Mutation von COVID-19 in sich trugen. Später stellte sich heraus, dass dies nicht notwendig war, da die Mutation ungefährlich war. Ich kommentiere nicht, ob es gut ist, Nerze in kleinen Käfigen zu züchten, aber das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass unser Premierminister über Nacht und illegal ein ziemlich großes Unternehmen in Dänemark zerstört hat.

“Folgen Sie immer dem Geld“

Multipolar: Professor Ioannidis und Sie sind hoch angesehene Wissenschaftler, aber Sie werden beide dafür kritisiert, „kontroverse“ Meinungen zu vertreten. Welche Rolle spielen einflussreiche Medien bei der Diskreditierung unabhängiger Wissenschaftler? Warum tun sie das?

Gøtzsche: Folgen Sie immer dem Geld. Die Medien denken in sensationellen Geschichten, weil dadurch Zeitungen und Fernsehprogramme verkauft werden. Wenn man eine hochangesehene Person mit Schlamm bewerfen kann, ist das interessanter, als wenn man eine nicht hochangesehene Person mit Schlamm bewirft. Das ist ziemlich offensichtlich. Menschen wie John Ioannidis und ich sind dieser Art von Fehlverhalten natürlich besonders ausgesetzt. In Deutschland hat das Verlagshaus Springer übrigens eine sehr schmutzige Bilanz in Sachen Zensur vorzuweisen. Sie haben unsere systematische Überprüfung der Impfstoffe gegen humane Papillomviren zensiert. Sie versuchten zu verhindern, dass sie veröffentlicht wurde.

Multipolar: Was ist der Grund für Springers Verhalten?

Gøtzsche: Oh, das ist einfach. Die großen Verlage haben enge Beziehungen zur Pharmaindustrie. Auf viele Arten. Die Pharma-Unternehmen schaltet Anzeigen in den medizinischen Fachzeitschriften. Sie unterstützen Symposien und unterstützen Verlage und Zeitschriften auf andere Weise. Und sie können Zeitschriften und Verlagen drohen, ihre Anzeigen zurückzuziehen, wenn diese kritische Artikel über die Pharmaindustrie veröffentlichen.

Multipolar: Kommen wir zurück zu COVID-19. Sie haben zu Beginn der Pandemie die meisten Maßnahmen gegen die Ausbreitung von SARS-CoV-2 als panikartig bezeichnet. Sie erwähnten vorhin, dass es Hinweise darauf gibt, dass der Erreger im Institut für Virologie in Wuhan hergestellt wurde. Die sogenannte Gain-of-Function-Forschung in Wuhan wurde von der EcoHealth Alliance mitfinanziert, einer Nichtregierungsorganisation, die wiederum von US-Behörden finanziert wird. Glauben Sie, dass der Grund für die panikartigen Reaktionen westlicher Regierungen auf der Annahme beruhte, dass das Virus von Menschenhand geschaffen und daher potenziell viel ansteckender und gefährlicher wäre als eine natürliche Mutation?

Gøtzsche: Nein. Leute wie Peter Daszak, der Leiter der EcoHealth Alliance, haben die ganze Welt ohne Nennung triftiger Gründe zum Narren gehalten. Das macht es noch seltsamer, dass die Medien sie nicht nach ihren Beweisen gefragt haben. Sie haben den Köder einfach geschluckt. Und so glaubte die ganze Welt, dass SARS-CoV-2 eine natürliche Mutation sei. Der Grund für die von unseren Regierungen angeordneten drastischen Maßnahmen war, dass viele Menschen starben, zum Beispiel in Bergamo in Italien. Auch diese Szenen aus chinesischen Krankenhäusern, in denen Leichen in den Fluren lagen, haben dazu beigetragen.

“Es scheint, dass wir viel zu weit gegangen sind“

Multipolar: Halten Sie die Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 für angemessen?

Gøtzsche: Die wichtigste aller Maßnahmen ist, Abstand zu anderen Menschen zu halten, denn diese Infektion erfolgt über die Luft. Es war also eine sehr gute Vorsichtsmaßnahme, den Leuten zu sagen, dass sie Abstand halten sollen, und Fußballspiele mit 50.000 Zuschauern zu untersagen. Das war sehr klug. Aber John Ioannidis hat diese faszinierende Studie veröffentlicht, die zeigte, dass große Lockdowns nicht effektiver waren als kleinere Lockdowns. (1) Es scheint also, dass wir viel zu weit gegangen sind. Als die Norweger versuchten, eine randomisierte Studie durchzuführen, in der sie nur einige der Schulen und nicht alle schließen wollten, wurde dies als unethisch angesehen und sie durften dies nicht tun. Ich meine, das ist die Art von Forschung, die wir dringend gebraucht haben, die aber nie durchgeführt wurde.

Multipolar: In Deutschland mussten Kinder in der Schule Masken tragen, obwohl sie nicht von COVID-19 bedroht waren.

Gøtzsche: Ich glaube, das kann nicht verteidigt werden, weil COVID-19 eine leichte Krankheit bei Kindern ist. Die Erkrankung scheint sogar milder zu sein als die Grippe. Und wir haben Kinder nie gebeten, eine Gesichtsmaske zu tragen, wenn wir eine Grippewelle hatten. Darüber hinaus haben die randomisierten Studien keine Wirkung von Gesichtsmasken festgestellt.

Multipolar: Zu ihrem Schutz haben wir ältere Menschen wie Gefangene eingesperrt, auch gegen ihren Willen.

Gøtzsche: Das ist sehr schlimm. Einige ältere Menschen würden es vorziehen, ein erhöhtes Risiko einzugehen, an COVID-19 zu sterben, um ihre Lieben zu sehen und sie wie gewohnt zu umarmen, weil sie wissen, dass ihre restliche Lebenserwartung ohnehin sehr kurz ist. Dies ist also ein gewaltiger Eingriff von Regierungen in das Leben von Menschen, die dem Tode nahe sind. Wir nennen das ungebetene Bevormundung. Das ist aus meiner Sicht völlig inakzeptabel.

“Ich habe noch keine Daten gesehen, die zeigen, dass die Sterblichkeit bei geimpften Menschen viel früher abnimmt als bei nicht geimpften“

Multipolar: Hunderten Millionen Menschen werden weltweit derzeit Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 injiziert, für die die zuständigen Behörden nur eine Notzulassung erteilt haben. Sie haben die klinischen Studien für die gängigsten Impfstoffe von AstraZeneca, Pfizer und Moderna überprüft. Sind diese Studien tendenziös und wenn ja, in welcher Weise?

Gøtzsche: Randomisierten Studien der Pharmaindustrie kann man nie vertrauen. Aber wenn drei Impfstoffhersteller zu dem Ergebnis kommen, dass beispielsweise nur einer von 50 schweren Fällen einer COVID-19-Infektion in der Impfstoffgruppe erfolgt und die 49 anderen in der Kontrollgruppe, dann ist dies ein ziemlich starker Beweis dafür, dass diese Impfstoffe hochwirksam sind. Ich erwarte, dass diese Impfstoffe die Sterblichkeit drastisch senken. Es gab einige Hinweise in Großbritannien, die das bestätigten, aber dann sagten andere Forscher, es sei noch zu früh, um diese Schlussfolgerung zu ziehen. Und ich habe seitdem keine neuen Daten gesehen, die uns zeigen, dass sie in der Praxis die Sterblichkeit tatsächlich drastisch reduziert haben, weil es andere Faktoren gibt, die die Sterblichkeit dramatisch reduzieren können. Jetzt sind wir zum Beispiel in der Sommersaison auf der Nordhalbkugel. Ich würde gerne einige Daten sehen, die zeigen, dass die Sterblichkeit bei geimpften Menschen viel früher abnimmt als bei nicht geimpften. Aber das habe ich noch nicht gesehen.

Multipolar: Es gibt eine Studie in Israel, die behauptet, dass die Impfungen die Sterblichkeit verringert haben. Der Rückgang erfolgte jedoch am Ende der jährlichen Grippesaison.

Gøtzsche: Das kann man nicht als klinische Studie bezeichnen, denn das ist es nicht. Dies ist nur eine Beobachtungsstudie. Ich habe bisher keine überzeugende Beobachtungsstudie gesehen, die uns zeigt, dass die Impfstoffe die Sterblichkeit dramatisch reduziert haben.

Multipolar: Was denken Sie über die Nebenwirkungen dieser Impfstoffe? Es wird diskutiert, dass Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Arbeitsunfähigkeit nicht richtig erfasst werden. Könnte es sein, dass die Nebenwirkungen auch viele Menschen töten? Es gibt nicht wenige Fälle, die belegen, dass auch Menschen an den Impfungen gestorben sind.

Gøtzsche: Nun, es war schon immer so, dass ein paar Pechvögel an einer Impfung sterben konnten. Man muss immer auch die andere Seite sehen. Wie viele Menschen retten Sie durch die Impfung? Aber wenn Menschen sterben, die gar nicht geimpft werden sollten, zum Beispiel Kinder, dann wird es sehr ernst. Wenn das Sterberisiko von Menschen sehr gering ist, wie zum Beispiel bei Kindern, dann werden diese wenigen Fälle, in denen ein Impfstoff tödlich sein könnte, wichtig.

Multipolar: Wie denken Sie über die Zukunft? Glauben Sie, dass die Angst der Mehrheit der Bevölkerung vor dem Coronavirus irgendwann verschwinden wird? Oder müssen wir damit leben, dass die jährlichen Auffrischungsimpfungen gegen Corona- und Influenzaviren in Zukunft genauso zu unserem Leben gehören wie die regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt?

Gøtzsche: Ich habe keine Ahnung, wie die Leute generell reagieren werden. Das wird auch stark von den Medien beeinflusst. Ich habe keine Kontrolle über die Medien, also kann ich die Frage nicht beantworten. Aber die Menschen sollten sich nicht gegen Grippe impfen lassen. In meinem Buch „Impfen – Für und Wider: Die Wahrheit über unsere Impfstoffe und ihre Zulassung“ erkläre ich warum. COVID-19 ist eine andere Geschichte. Es sieht so aus, als könnten wiederholte Impfungen notwendig sein, da die Antikörper wieder verschwinden.

“Wir können den Kapitalismus nicht kontrollieren“

Multipolar: Letzte Frage: Wie können sich ganze Bevölkerungen sowie einzelne Personen vor den Angriffen der Pharmaindustrie und der Politik auf unser Privatleben und unsere Gesundheit schützen? Welche Veränderungen politischer, sozialer oder wirtschaftlicher Art sind Ihrer Meinung nach notwendig, um den Einfluss der Pharmaindustrie zu verringern?

Gøtzsche: Ich habe zu Beginn dieses Interviews gesagt, dass die Entwicklung von Medikamenten, einschließlich Impfstoffen, ein öffentliches Unternehmen sein sollte. Wir können den Kapitalismus nicht kontrollieren. Selbst wenn wir es versuchen, wird es nie funktionieren. Es muss ein öffentliches Unternehmen sein.

Multipolar: Das bedeutet, dass die Pharmaindustrie verstaatlicht werden muss. Die Menschen werden das Kommunismus nennen.

Gøtzsche: Warum Schlagworte verwenden? Warum sollten wir das nicht tun, wenn es unserer Bevölkerung am meisten nützt? Wenn Medikamente nach Herzkrankheiten und Krebs die dritthäufigste Todesursache sind, was mehrere Studien gezeigt haben, ist es ziemlich offensichtlich, dass das derzeitige System zutiefst korrupt ist. Es tötet uns. Warum also soll man es Kommunismus nennen, ein System einführen zu wollen, das uns rettet, anstatt uns umzubringen?

Multipolar: Wie kann ein System, wie können Politiker, die von der gewaltigen Macht der Pharmaindustrie beeinflusst werden, dagegen vorgehen?

Gøtzsche: Das weiß ich nicht, aber sie müssen es tun. Wenn Sie ein verrottetes Haus haben, hilft es nicht, nach Arbeitern zu rufen, die es reparieren. Einer meiner Nachbarn hat das gemacht, und sie haben sein Haus sehr lange repariert. Und dann haben sie es komplett abgerissen. Sie hätten das sofort machen sollen, denn wenn ein Haus verrottet ist, musst man es abreißen und ein neues Haus bauen. Und genau hier befinden wir uns im Gesundheitswesen in Bezug auf Medikamente und Impfstoffe. Das Haus ist total verrottet, und wir können es nicht retten.

Multipolar: Wie überzeugen Sie die Mehrheit der Menschen davon, dass dies der Fall ist, wenn die Medien dem Geld folgen?

Gøtzsche: Die WHO und sogar die Europäische Kommission, die ziemlich konservativ ist, haben tatsächlich begonnen zu erkennen, dass das derzeitige System nicht gut ist. So haben sie zum Beispiel vorgeschlagen, dass Pharmaunternehmen, die einen echten Durchbruch erzielen, ihr Medikament nicht patentieren lassen, sondern dafür belohnt werden sollten. Sie sollten für ihre Bemühungen eine angemessene Belohnung erhalten und ein für alle Mal ausbezahlt werden. Und dann sollten wir anderen Herstellern erlauben, es billig zu produzieren und zu verkaufen. Ich habe einen Artikel sowie einen Folgeartikel zu diesem Thema verfasst, welche im European Journal of Clinical Investigation veröffentlicht wurden.

Multipolar: Vielen Dank für das Interview, Professor Gøtzsche. Es war schön, Sie kennen gelernt zu haben.

Gøtzsche: Gleichfalls. Vielen Dank für Ihre Arbeit.

(1) Anmerkung der Redaktion 10.7.: John Ioannidis hat in seiner Studie weniger restriktive nicht-pharmazeutische Interventionen wie freiwillige soziale Distanz und Verbot von Veranstaltungen mit vielen Teilnehmern mit mehr restriktiven nicht-pharmazeutischen Interventionen wie Ausgangssperren und Geschäftsschließungen verglichen.

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GERHARD ALFRED, 1. Juli 2021, 09:45 UHR

Der industrielle Komplex der Pharmaindustrie unterscheidet sich nicht im geringsten von dem der Automobilindustrie. Die Dinge zwischen der Politik, den Ministerien und den Lobbyisten entwickeln sich weitestgehend frei und außerhalb jeder Kontrolle, bis das System oder Teilbereiche davon kollabieren. Es geht um die Vergabe von Rechtsräumen, für die es keine oder keine hinreichende Kontrolle gibt.

Diese Felder sind mit dem Versprechen von technologischer Innovation und Problemlösungen für die Menschen verbunden. Im Grunde handelt es sich um Heilsversprechungen, mit denen die Politik Probleme durch wissenschaftlichen Fortschritt lösen möchte. Das ist zweifelsohne ein Feld, das bisher den großen Weltreligionen vorbehalten war. Man blickt also nicht mehr in 2000 Jahre alte Bücher zurück, sondern öffnet verheißungsvolle Zukunftsperspektiven auf das, was da kommen wird. Dieser Heilsansatz ist in der deutschen Politik in den letzten Jahren sehr häufig artikuliert worden, zum Beispiel im Zusammenhang mit den Lösungsansätzen für den Klimawandel, der immer wieder mit technologische Innovation gelöst werden soll. Gemäß dieser Denkansätze werden Probleme die heute existieren, dadurch gelöst, dass sie in der Zukunft gelöst werden, nach dem Prinzip des Ratenkredits.

Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttosozialprodukt in Deutschland steigt unaufhörlich (12%) und ist ein gewichtiger wirtschaftlicher Faktor im Lande. Nach der Automobilindustrie reitet die Politik ein neues Pferd, die Gesundheitsindustrie.

AXEL KLEIN, 3. Juli 2021, 19:45 UHR

Liebes Multipolar-Team,

vielen Dank für den Weckruf, da ich das Buch von Herrn Gøtzsche noch ungelesen im Regal stehen habe.

In diese Diskussion den Begriff des "Kommunismus" einzubringen, war überraschend. Schließlich handelt es sich bei dem zu bekämpfenden Phänomen um Marktversagen, das uns seit Jahrzehnten neoliberal verharmlosend als Ausnahme und dann unvermeidbar dargestellt wird, während die Fehler und das Versagen von gemeinwirtschaftlicher Theorie und Praxis sehr schnell zur Aufhebung oder Auflösung derselben führten.

Corona hat mir für viele Fehlentwicklungen jahrelange Recherche gespart. Die Offensichtlichkeit des "follow the money" hier lässt sich auf viel mehr Bereiche übertragen, als mir noch im Mai 2020 bewusst war. Wir, als Staat müssen wieder den Mut lernen, die Geschäfte, die privatwirtschaftlich lukrativ sind, weil wesentliche Kosten die Allgemeinheit trägt, so zu gestalten, dass sie gesamtgesellschaftlich nutzbringend sind – entweder durch entsprechende Rahmenbedingungen oder in staatlicher Regie.

Mit den übelsten Fehlentwicklungen sollten wir zwar anfangen (Profitmaximierung im Gesundheitswesen etc.), aber ich wünsche mir die Datenbank der ungelösten Probleme bzw. langjährigen Fehlentwicklungen als Gemeinschaftsprojekt der aufklärerischen, neuen Medien, in der nicht nur die grundlegenden Sachinformationen, handhabbare Zusammenfassungen, sondern auch die andernorts bereits gefundenen Lösungen und eine entsprechende Diskussion der Fachkreise dargestellt werden. Analog zur Schuldenuhr der Steuervermeidungsvereine, muss für jedes Problem sichtbar sein, wie lange andernorts bereits eine Lösung gefunden wurde und welche Interessen bei uns dagegen stehen.

Schöne Grüße
Axel Klein

GERHARD ALFRED, 4. Juli 2021, 11:50 UHR

Bei Lichte betrachtet ist die Pandemie-Bekämpfung ein trauriges Schauspiel. Eine Gesellschaft die sich gerne mit den Attributen der humanen Welt schmückt, führt sich zur Gänze vor. Tatsächlich entlarvt sie sich als das was sie schon immer war, eine Gesellschaft die die Welt belehren möchte. Mit heißer Nadel werden Impfstoffe konzipiert, die von den Pharmazeuten selbst zertifiziert werden, dann per Notfallzulassung auf den Markt kommen. Dogmatisch wird verkündet, dass diese Wirkstoffe in der Lage wären die Pandemie einzudämmen, tatsächlich folgen unsere Politiker im wesentlichen den Marketingdaten der Hersteller. Verdächtig ist, dass unsere Politik verkündet, diese Wirkstoffe würden nicht nur im Lande, sondern weltweit zur Immunität beitragen. Weiterhin verkündet unser Außenminister Maas, dass die Impfstoffe anderer Länder minderwertig seien, oder diplomatisch ausgedrückt im süditalienischen Matera: Man müsse Staaten wie China und Russland klarmachen, "dass wir von deren Impfstoffdiplomatie nichts halten". Das scheint nur eine Fußnote in diesem großen Spiel zu sein, doch entlarvt sie eine krude Politik unter dem Deckmäntelchen der Humanität.

Wieder einmal verbrüdert sich die deutsche Politik in der Absicht Gutes zu tun mit einem industriellen Komplex, diesmal mit dem pharmazeutischen. Wir hatten dies im Lande mit der Atomenergie, mit der Landwirtschaft, der Automobilindustrie oder dem Versicherungswesen, um nur einige wenige zu nennen. Die massive Förderung der Atomenergie, der Einstieg, der Ausstieg, der wieder Einstieg und der wieder Ausstieg, zeugt von der grandiosen Orientierungslosigkeit der Politik. Die Landwirtschaft getrimmt auf die billigste Produktion von Nahrungsmitteln, gezwungen auf die Überproduktion Milch und Fleisch für ferne Kontinente, ist in einer absurden Sackgasse von Gängelung, Regeln, bürokratischen Wirrwarr, der nicht einmal das Geld für die Umstellung erwirtschaftet. Die Bauern sind im Grunde verzweifelte Leibeigene, Entrechtete, eines nicht mehr reformierbaren bürokratischen Monsters. Anderen Arbeitsbereichen im Lande geht es nicht besser. Auch in der Medizin wird der Mediziner auf ein kleines Rädchen in der gigantischen Bürokratie gestutzt.

Selbstentlarvend ist, wie sich unsere Politiker für eine vorgeblich gute Sache vor den Karren spannen lassen. Verdächtig sind die absurden Lobpreisungen gerade der Wirksamkeit unserer Vakzine. Völlig unkritisch, mantraartig erklären uns die täglichen ÖR-Infektionsnachrichten bis zum Erbrechen, wie schlecht es um Länder bestellt sei, um die wir uns in der Regel nichts scheren.

Trotz aller Beteuerungen der Kanzlerin, dass wir uns einer multipolaren Welt stellen müssten, ist an der Pandemie deutlich erkennbar, wie es um die Wahrhaftigkeit und Ganzheitlichkeit mit und um uns bestellt ist. Tatsache ist, wir machen heute da weiter, wo wir erst kürzlich grandios gescheitert sind. Es geht nicht im geringsten darum eine bessere Welt zu gestalten, sondern um den vermeintlichen wirtschaftlichen Einfluss. Eine Nation die schon zweimal in ihrer Geschichte ihre Reputation komplett verloren hat – wieder einmal sind wir dabei uns komplett zu entlarven und zu disqualifizieren.

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