Bild: picture alliance/dpa/AFP/POOL | Tobias Schwarz

Das Sterben der Geimpften

Offizielle Zahlen der britischen Gesundheitsbehörden zeigen, dass doppelt Geimpfte, die positiv auf die Delta-Variante getestet wurden, mehr als vier Mal so häufig sterben, wie ungeimpfte positiv Getestete. Offenbar macht die Impfung diejenigen Menschen, die sich dennoch infizieren, in dramatischem Umfang anfälliger für einen tödlichen Ausgang. (Update 25.8.: Ein statistischer Effekt wurde übersehen und der Artikel um einen Abschnitt ergänzt. 2. Update 27.8., 0:00 Uhr: Aufgrund weiterer Leserhinweise wurde eine zusätzliche Erläuterung ergänzt. Fazit: Anders als im Artikel dargestellt, lässt sich die Aussage, dass Geimpfte häufiger sterben als Ungeimpfte, aus den herangezogenen Daten nicht belegen. 3. Update 27.8., 21:30 Uhr: Multipolar dokumentiert einen fachlichen Widerspruch von Uwe Alschner zu dieser Korrektur. 4. Update 28.8., 22:30 Uhr: Norbert Häring reagiert auf diesen Widerspruch, Alschner antwortet.)

PAUL SCHREYER, 25. August 2021, 25 Kommentare

Hinweis: Dieser Beitrag ist auch als Podcast verfügbar.

Die Zahlen, auf die am vergangenen Freitag zunächst das Portal Alschner Klartext aufmerksam machte, stammen aus einem Dokument der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE), die dem britischen Gesundheitsministerium untersteht. PHE veröffentlicht seit mehreren Monaten zweiwöchentlich sogenannte „Technical Briefings“, die sich an ein Fachpublikum richten und in denen die aktuelle Verbreitung von Coronavirus-Varianten in Großbritannien statistisch untersucht wird. Die Dokumente bestehen vor allem aus Tabellen und Diagrammen, die erhobenen Zahlen werden dort zum großen Teil unkommentiert präsentiert.

Multipolar hat die letzten fünf Technical Briefings untersucht und aus den angegebenen absoluten Zahlen zur Menge der positiv Getesteten und Gestorbenen – die von der Behörde nach Impfstatus differenziert werden – Sterberaten errechnet und in einer Grafik aufbereitet. Die zugrundeliegenden Daten finden sich in den Briefings Nr. 17 bis 21 (in letzterem auf den Seiten 22 bis 23).

Wie aus den Daten klar hervorgeht, ist die stark erhöhte Todesrate doppelt Geimpfter gegenüber Ungeimpften nicht neu, sondern den Behörden offenbar seit vielen Wochen bekannt.

Zu den möglichen Ursachen einer schädigenden Wirkung der Impfung existieren naheliegende Erklärungsansätze. So wiesen französische Wissenschaftler der Universität Aix-Marseille in einer am 9. August im „Journal of Infection“ veröffentlichten, peer-reviewten Studie nach, dass beim Kontakt von Geimpften mit der Delta-Variante das sogenannte ADE auftreten kann, wobei die durch die Impfung gebildeten Antikörper die Infektion nicht etwa abschwächen, sondern im Gegenteil verstärken. Der Biologe Clemens Arvay erläuterte diese Forschungsergebnisse am Montag für ein deutschsprachiges Publikum.

Ergänzung 25.8: Verschiedene Leser haben Einwände vorgebracht. So fragen einige, ob die höhere Sterberate bei den Geimpften mit einem höheren Alter in dieser Gruppe zusammenhängen könnte. Public Health England differenziert die Altersstruktur nur grob in zwei Gruppen: ab 50 Jahre und unter 50 Jahre. Bei den verstorbenen doppelt geimpften positiv auf Delta Getesteten beträgt der Anteil der Menschen ab 50 Jahre demnach 96 Prozent (652 von 679), bei den Ungeimpften 82 Prozent (318 von 390) (PDF, S. 23). Es gibt also einen Unterschied, der aber nicht groß genug erscheint um den drastischen Unterschied der Sterberaten zu erklären.

Ein zweiter Einwand lautet, dass unsymptomatische und schwach symptomatische Ungeimpfte sehr viel häufiger getestet werden als entsprechende Geimpfte, weshalb bei den geimpften positiv Getesteten auch häufiger tödliche Verläufe zu erwarten sind. Der Einwand ist schlüssig. Ich hatte diesen Effekt nicht bedacht. Unklar bleibt, inwieweit dieser Effekt die höhere Todesrate erklärt und inwieweit möglicherweise ADE hier zusätzlich eine Rolle spielt.

Unabhängig von der Frage einer direkten Gefährlichkeit der Impfstoffe bleibt festzuhalten, dass ihre Wirksamkeit weiterhin sehr zweifelhaft ist. In Großbritannien hat eine im August veröffentlichte Untersuchung des Imperial College mit 100.000 Teilnehmern ermittelt, dass 44 Prozent aller positiv Getesteten vollständig geimpft waren. Bei einem lokalen COVID-19-Ausbruch in den USA im Juli mit circa 500 positiv Getesteten waren sogar 74 Prozent voll geimpft. Von diesen zeigten 79 Prozent Krankheitssymptome. Eine Untersuchung der US-Seuchenschutzbehörde CDC stellte fest, dass die geimpften Infizierten das Virus genau so weitertragen wie Ungeimpfte.

2. Ergänzung 27.8., 0:00 Uhr: Ein Leser wies auf einen weiteren wesentlichen Fehler im Artikel hin. Eine zusammenfassende Betrachtung der Sterberate der zwei angegebenen Altersgruppen führt zu einem irreführenden Eindruck, da die Gruppen unterschiedlich groß sind: "Wenn man sich die Daten korrekt ansieht, dann gibt es bei den doppelt Geimpften ab 50 Jahre 32.828 Fälle und 652 Tote, also eine Quote von 1,99 % und bei den Ungeimpften über 50 Jahre 4.891 Fälle und 318 Tote, also eine Quote von 6,5 %. Es sterben in dieser Altersgruppe also nicht mehr Geimpfte als Ungeimpfte, sondern erheblich weniger. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass sich Ungeimpfte eher testen lassen, die Dunkelziffer also niedriger ist, dann wird der Unterschied noch deutlicher. In der Altersgruppe unter 50 Jahre liegt die Quote bei den Geimpften leicht höher, aber auf einem recht niedrigen Niveau (0,07 % gegenüber 0,04 %) und auch hier ist zu erwarten, dass wieder derselbe Effekt auftritt, wenn man sauber nach Alter aufschlüsselt: die Todesfälle sind vornehmlich im oberen Altersbereich dieser Gruppe, der eine hohe Durchimpfung aufweist. Ohne weitere Daten kann man es aber nicht genau sagen." Letztendlich, darauf weist der Leser hin, kann es durchaus sein, dass, wenn in jeder Altersgruppe die Sterblichkeit bei den doppelt Geimpften niedriger ist, sie in der Zusammenfassung trotzdem höher erscheint: "Dies nennt sich Simpson-Paradox." Tatsächlich war mir dieser Effekt nicht bekannt.

3. Ergänzung 27.8., 21:30 Uhr: Uwe Alschner, der Journalist, durch den ich auf die Daten aus England überhaupt erst aufmerksam wurde, hat heute Abend einige wesentliche, mir teils bislang unbekannte Fakten zur besseren Einordnung ergänzt. So schreibt er unter anderem:

"Das Multipolar-Magazin hat einen Hinweis aufgegriffen, wonach offizielle Daten der Britischen Gesundheitsbehörde Public Health zeigten, dass die Impfung sogar zu schwereren Verläufen und mehr Todesfällen führen könnte. (...) Nach mehreren Leserzuschriften auf seinen Beitrag hat Multipolar eingeräumt, dass dieser Schluss doch nicht gezogen werden könne (...) Nach sorgfältiger Prüfung der Argumentation und der Daten, scheint der Multipolar-Rückzieher allerdings verfrüht zu sein – und wohl auch falsch. Und zwar aus folgenden Gründen: (...)

Ob sich 'Ungeimpfte eher testen lassen', mag dahingestellt bleiben. Ganz sicher aber werden Ungeimpfte nicht häufiger mittels genetischer Sequenzierung auf etwaige Varianten untersucht. Allenfalls unterwerfen sie sich einem sinnlosen Diktat, Schnelltests oder PCR-Tests vorzulegen, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Hieraus lassen sich keine Rückschlüsse auf die Aussagen der PHE-Daten ziehen.

Was bedeutet das? Die Testkapazität in Großbritannien liegt bei etwas mehr als einer halben Million Tests pro Tag. Seit Februar 2021 sind pro Woche zwischen drei und vier Millionen Menschen getestet worden. Hier bei handelt es sich um die berühmt-unrühmlichen RT-PCR-Tests mit ihrer begrenzten Aussagekraft. Diese Tests sind NICHT in der Lage, eine Unterscheidung nach Varianten des Virus zu ermöglichen. Dazu ist die Vollsequenzierung des genetischen Materials aus Testabstrichen notwendig. Das entsprechende Verfahren nennt sich Whole Genome Sequencing und ist sehr viel aufwendiger als ein ungenauer PCR-test, der lediglich einzelne Teilsequenzen mittels Amplifizierung nachweisen lann. Per 16. August 2021 vermeldet Public Health England insgesamt 223.564 bestätigte und weitere 163.288 vermutete (phänotypisierte) Fälle seit Beobachtung der Variants of Concern. Es handelt sich dabei also um eine erheblich geringere Zahl als die Zahl der Covid-Fälle.

Nicht jeder Test wird sequenziert, sondern sequenziert werden vorwiegend symptomatische Fälle, da diese die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Isolierung von Viruspartikeln erheblich steigern. Insofern ist das Argument, dass sich Ungeimpfte häufiger testen ließen, ohne Bedeutung für die Interpretation der vorliegenden Daten von PHE. Hier sind in etwa gleich viele bestätigte Fälle von Delta-Varianten untersucht worden mit einer negativen Tendenz für tödliche Ausgänge bei Geimpften.

Tatsächlich ist es NICHT sinnvoll, aus den PHE-Daten getrennte Altersgruppen zu betrachten. Die Daten lassen nur eine sehr grobe Einteilung in unter und über 50jährige zu. Zwar ist es zutreffend, dass den PHE-Daten zufolge mehr Ungeimpfte über 50 Jahren versterben als Geimpfte. Allerdings ist aus diesem Tatbestand keine Schlussfolgerung zu ziehen, auf die sich der Simpson-Effekt zur Begründung anwenden ließe, die per se eine positive Wirkung des Impfstoffs nahelegt. Dazu ist die Datendichte nicht eindeutig genug. Immerhin handelt es sich bei den Daten um Auswertungen unter Hospitalisierten Patienten. Diese sind jedoch nicht notwendiger Weise wegen Covid-19 ins Krankenhaus und in die Notaufnahme gekommen. Ein Teil dieser Personen – sowohl über wie auch unter 50 Jahren – ist nur routinemäßig auf Covid getestet worden, was nahelegt, dass auch ein Teil MIT, aber nicht AN der Delta-Variante gestorben ist. Jedenfalls schlüsselt die PHE-Statistik die Daten entsprechend aus, um Verzerrungen zu minimieren. Tatsächlich ist auch innerhalb der Altersgruppe ungeimpfter über 50jähriger ein erheblicher Anteil von 740 Personen (rund 15 Prozent) am selben Tag über die Notaufnahme aufgenommen worden, an dem auch ihr Testabstrich genommen wurde. Das lässt zumindest teilweise auf eine andere Ursache als Covid schliessen, da über die Notaufnahme auch Unfälle, Schlaganfälle oder Herzinfarkte aufgenommen werden, die gehäuft in dieser Altersgruppe auch für sich genommen zum Tod führen, der sich nicht durch eine Impfung hätte abwenden lassen.

Schließlich verdichten sich immer mehr Hinweise dahingehend, dass die Covid-Impfung eine antikörperverstärkte Infektion (ADE) mit der Delta-Variante begünstigt. Die Impfstoffe führen mit zunehmender Dauer und zunehmendem Alter zu einer Reduzierung der neutralisierenden Antikörper. Neutralisierende Antikörper sind die Waffe zur Bekämpfung des Virus, die die neuartigen Impfstoffe im Körper produzieren lassen. Eine Abnahme dieser Immunabwehr lässt die Geimpften anfälliger werden für eine Infektion mit Varianten, die mittels bindender Antikörper dann leichter menschliche Zellen infizieren und den Organismus so schädigen können. Entsprechendes hatte jüngst Dr. David Bauer vom Francis Crick Institute bestätigt.

Was Dr. Bauer sagt, ist eine Bestätigung der oben dargestellten Berechnung des Risikos für Geimpfte, deren Infektion mit Delta mehr als 14 Tage nach der zweiten Impfung erfolgte. Diese Personengruppe hat eine kontinuierlich abnehmende Menge von neutralisierenden Antikörpern (NAB) und damit ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf durch sogenanntes ADE, die von danach vermehrt vorhandenen bindenden Antikörpern verstärkte Infektion von Zellen durch die Delta-Variante des Virus, auf den der Impfstoff nicht nur nicht mehr anspricht, sondern dessen Gefährlichkeit die Impfung sogar erhöht! (...)"

Hier der vollständige Text von Uwe Alschner.

4. Ergänzung 28.8., 22:30 Uhr: Norbert Häring reagierte auf den Widerspruch von Uwe Alschner zur Multipolar-Korrektur des Artikels heute so (anschließend die Antwort von Alschner darauf).

Norbert Häring:

Alschner schreibt: "Ganz sicher aber werden Ungeimpfte nicht häufiger mittels genetischer Sequenzierung auf etwaige Varianten untersucht. Allenfalls unterwerfen sie sich einem sinnlosen Diktat, Schnelltests oder PCR-Tests vorzulegen, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Hieraus lassen sich keine Rückschlüsse auf die Aussagen der PHE-Daten ziehen."

Für dieses "ganz sicher" sucht man vergeblich nach überzeugenden Belegen. "Ganz sicher" verlangt nach einem Beleg. Was kommt ist das mich wenig überzeugende Argument: "Nicht jeder Test wird sequenziert, sondern sequenziert werden vorwiegend symptomatische Fälle, da diese die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Isolierung von Viruspartikeln erheblich steigern." Mit der weit überzogenen Schlussfolgerung: "Insofern ist das Argument, dass sich Ungeimpfte häufiger testen ließen, ohne Bedeutung für die Interpretation der vorliegenden Daten von PHE."

Auch wenn es stimmt, dass "vorwiegend" symptomatische Fälle sequenziert werden, so muss man doch erst einmal (positiv) getestet werden, um sequenziert zu werden. Schwache bis mittlere Symptome bedeuten Husten, Schnupfen, Kopfweh, etwas Fieber. Gerade Geimpfte, die sich eher sicher glauben, werden wegen solcher unspezifischen Symptome nicht unbedingt zum Arzt oder zum Test gehen, zumal das die sehr unangenehme Folge der Quarantäne für sich selbst und andere hat, wenn der Test positiv ausfällt. Ungeimpfte werden dagegen oft durch die allgegenwärtigen Routine-Tests entdeckt, auch wenn sie ihr Kopfweh für Migräne oder ihren Husten für normal gehalten haben. Auch dürften sie sich weniger Conrona-sicher fühlen als Geimpfte und daher eher eine Diagnose herbeiführen wollen.

Es gibt daher plausible Argumente dafür, dass Geimpfte tendenziell mit stärkeren Symptomen in die Statistik eingehen als Ungeimpfte. Diese mögliche, und wie ich finde plausible, Erklärung der erhöhten Todesrate von Geimpften mit statistischer Selektion, wird nicht widerlegt.

Alles in allem ist die Behauptung, das Argument der Testhäufigkeit habe "ganz sicher" keine Bedeutung für die Daten von PHE, unbelegt und scheint weit überzogen. Bestenfalls legt das Sequenzierungsargument nahe, die relative Testhäufigkeit nicht überzubewerten. Es bleibt aber dabei, dass man keinesfalls aufgrund der Relation von testpositiven Coronatoten bei Geimpften und Ungeimpften schließen kann, dass die Geimpften häufiger sterben, wenn sie sich infizieren. Was die Toten nach Altersgruppen angeht, so leuchtet mir nicht ein, warum Alschner hier nur auf die vermuteten MIT statt AN Corona Verstorbenen bei den Ungeimpften eingeht. Diese gibt es sicherlich ebenso bei den Geimpften. Er behauptet jedenfalls, soweit ich sehen kann, nicht das Gegenteil.

Auf diese Kritik von Norbert Häring reagierte Uwe Alschner heute so:

Herr Häring belegt seine Annahmen ebensowenig wie ich meine. Im Gegenteil. Er nimmt weiterhin an, dass die PCR-Tests irgendeine Signifikanz besitzen im Hinblick auf die Prävalenz der Erkrankung. Das ist jedoch in keiner Weise der Fall. Dazu verweise ich auf das sehr bemerkenswerte Video von Marcel Barz über die Pandemie. Insofern ist die erste Annahme, aus Testpositiven ließen sich Ableitungen über den Impfstoff treffen (Häufigkeit der Fälle), nicht belegt. Sie wird bestritten.

Was dagegen eine gewisse Aussage zulässt, ist die Vollsequenzierung. Hier ist die Basis von der wir ausgehen können. Und hier liegen die Fallzahlen in etwa gleich hoch. Geht man davon aus, dass die „Pandemie" den Einsatz eines experimentellen Impfstoffs auf breiter Front nicht erfordert und auch nicht zu verantworten ist (was meine Hypothese ist), ist es geradezu absurd, an dieser Stelle auf die höhere Testhäufigkeit von Ungeimpften abzustellen. Oder glaubt Herr Häring, dass die die PCR-Tests valide sind?

Man könnte unterstellen, dass auch er das nicht tut, aber für möglich hält, dass die Prävalenz von Delta sich in asymptomatischen Fällen unter Ungeimpften so verhält wie unter symptomatischen Fällen geimpfter Personen. Das ist gleichfalls nicht belegbar (ich jedenfalls habe entsprechende Belege nicht gesehen). Das Gegenteil scheint der Fall zu sein, WENN man die Annahme der Überrepräsentierung von Ungeimpften unter den GETESTEN annimmt. Sollten die unter den Tests tatsächlich überrepräsentiert sein, wäre ein deutlich höherer Anteil an Delta-Fällen in der ungeimpften Bevölkerung anzunehmen, als unter den Geimpften. Dass dies nicht so sein dürfte, wird aus den Daten der Oxford Research Group aus Ho-Chi-Minh-Stadt erkennbar, denn dort wurde gezeigt, dass die GEIMPFTEN eine 250fach erhöhte Viruslast mit Delta haben. Da Symptomatik und Viruslast eng korrelieren, würde das für erheblich mehr klinisch relevante Fälle unter Ungeimpften sprechen. Die gibt es jedoch nicht, was wiederum für einen Zusammenhang zwischen IMPFUNG, IMMUNSCHWÄCHUNG und DELTA spricht.

Ich gebe zu, ich operiere hier (noch) auf der Ebene von Annahmen. Allerdings beanspruche ich für meine Argumentation eine gewissen Plausibilität. Wo ist das Argument von Herrn Häring plausibel, dass es einen Zusammenhang zwischen (einfachem) PCR-Test und Symptomen bei Ungeimpften gibt?

Ein weiteres Argument ist wenig realitätsnah. Herr Häring schreibt: "Auch wenn es stimmt, dass 'vorwiegend' symptomatische Fälle sequenziert werden, so muss man doch erst einmal (positiv) getestet werden, um sequenziert zu werden. Schwache bis mittlere Symptome bedeuten Husten, Schnupfen, Kopfweh, etwas Fieber. Gerade Geimpfte, die sich eher sicher glauben, werden wegen solcher unspezifischen Symptome nicht unbedingt zum Arzt oder zum Test gehen, zumal das die sehr unangenehme Folge der Quarantäne für sich selbst und andere hat, wenn der Test positiv ausfällt."

Wenn unspezifische Symptome auftreten unter Personen mit geschwächtem Immunsystem (inzwischen für GEIMPFTE wissenschaftlich u.a. von Dr. Bauer/Crick-Institut in meinem Beitrag dokumentiert), ist die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs stark erhöht, sofern sich Geimpfte sicher fühlen und keine frühe Behandlung suchen. Das ADE ist gerade die auch in Ho-Chi-Minh-Stadt nachgewiesene höhere Viruslast durch beschleunigte, von bindenden Antikörpern erleichterte Aufnahme des mutierten Delta-SARS-CoV-2. Dies sind jene Hospitalisierten, die sich in GB, Israel und auch in den USA inzwischen in den Statistiken als „Breakthrough“ Cases niederschlagen. Es wäre die Bestätigung der Interpretation der PHE-Daten.

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Diskussion

25 Kommentare
CHRISTIAN-MILZ@GMX.NET, 25. August 2021, 07:45 UHR

Solange man nicht die Alterstruktur der Betroffenen kennt, sagt die Grafik erst einmal wenig. Wenn nämlich die Geimpften zu den sehr Alten gehören und die Ungeimpften größtenteils jünger sind, dann würde die Grafik mehr oder weniger die normale Sterblichkeit aufgrund des Alters spiegeln. Außerdem müsste man genau wissen, woran die Leute gestorben sind. Mit Zahlenpropaganda mal zurückzuschlagen ist verständlich, hilft aber letztenendes nicht weiter. Ist aber wahrscheinlich leider ein vorübergehendes Problem, wir werden schon bald wissen, wohin die Reise geht ...

MARC HAEGERT, 25. August 2021, 14:40 UHR

Ja, ich denke das ist der entscheidende Punkt: wie sieht die Altersstruktur aus? Das muss natürlich berücksichtigt werden, um die Sterbezahlen fair vergleichen zu können.

PAUL SCHREYER, 25. August 2021, 14:55 UHR

Ich habe unter dem Artikel eine Ergänzung veröffentlicht, in der auf Einwände eingegangen wird, auch auf diesen.

M. KRAHE, 25. August 2021, 08:35 UHR

Ist es möglicherweise so, dass Geimpfte seltener und nur unter bestimmten Bedingungen (z.B. beim Vorliegen schwerer Covid-19-typischer Symptome) getestet werden? Dann wäre die scheinbar höhere Todesrate schlicht ein Effekt dieser Vorselektion und kein Beweis für die Gefährlichkeit der Impfung.

HELENE BELLIS, 25. August 2021, 08:50 UHR

Offenbar macht die Impfung diejenigen Menschen, die sich dennoch infizieren, in dramatischem Umfang anfälliger für einen tödlichen Ausgang.

Hinzu kommt allem Anschein nach noch etwas anderes, nämlich daß Geimpfte, nach einer neuen Studie (1), zu sogenannten »Superspreadern« werden. Ich zitiere mal (2):

"Die Studie ergab, dass geimpfte Personen eine 251-mal höhere Belastung mit COVID-19-Viren in ihren Nasenlöchern haben als ungeimpfte Personen.

Die Impfung mildert zwar die Symptome der Infektion, ermöglicht es den Geimpften jedoch, eine ungewöhnlich hohe Viruslast zu tragen, ohne zunächst krank zu werden, was sie möglicherweise zu präsymptomatischen Superverbreitern macht.
[…]
Damit haben wir ein wichtiges Puzzleteil, das erklärt, warum der Delta-Ausbruch so gewaltig ist: Vollständig geimpfte Personen nehmen als COVID-19-Patienten teil und wirken als mächtige, Typhus-ähnliche Superverbreiter der Infektion."

Wir haben also hier die folgende Gleichung:

Die »Impfung« macht Menschen, die sich infizieren, in dramatischem Umfang anfälliger für eine Infektion
(x)
Vollstängig Geimpfte haben eine 251x höhere Viruslast und werden dadurch zu Superverbreitern
(=)
Eine immer höher werdende Zahl von Geimpften mit extrem hoher Viruslast, deren durch die Impfung gebildete Antikörper die Infektion nicht etwa abschwächen, sondern im Gegenteil verstärken

Damit potenziert sich das Ganze demnächst dann wohl in etwa so, wie sich seit anderthalb Jahren die Coronafälle immer potenzieren sollten, es aber nie getan haben. Sieht so aus, als käme da noch was auf uns zu...

(1) https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3897733

(2) http://marcocaimi.ch/every-day-caimi-134-251x-hoehere-viruslast-bei-geimpften-mitarbeitern-des-gesundheitswesens-als-bei-ungeimpften/

THORSTEN ECKAU, 25. August 2021, 08:55 UHR

Hallo Herr Schreyer,

ich habe jetzt nicht die Quellen gelesen, daher entschuldigen Sie bitte eine potentiell dumme Frage: Sind die Zahlen normiert? Mein erster Gedanke war, dass ein Verhältnis von 4:1 ziemlich gut zur Impfquote passt. Die Grafik ist leider auch nicht hilfreich um diese Frage zu beantworten. Wenn ich es richtig interpretiere, sind hier die Prozente der Sterbenden in Relation zu einem positiven Test nicht älter als 28 Tage angegeben. Das würde so erst einmal nahelegen, dass es nackte Zahlen sind, denen etliche Argumente jede Aussage hier nehmen könnten. Es wäre ebenso möglich, dass die reine Impfquote hier abgebildet ist, genauso dass es weit dramatischer ist, da nur Ungeimpfte (regelmäßig) getestet werden etc etc ...

Haben Sie hierzu eine Info, bitte? DANKE!
Herzlich
Thorsten Eckau

ENOON, 25. August 2021, 10:30 UHR

Nach 1 1/2 Jahren habe ich langsam einen Knoten im Hirn. Vielleicht kann man mir helfen. Was mich an den PHE Veröffentlichungen generell stört, sind die groben Einteilungen. Zum Beispiel beim Alter, in unter und über 50 Jahre. Da wird man wohl bessere Daten zur Verfügung haben.

Bei der Grafik zur Sterberate: Wäre es nicht ein realistischeres Bild, wenn man die Sterberate der Geimpften auf die Gruppe der Geimpften+positiv Getesteten bezieht ?!? Denn die Impfquote in der Gruppe aller positiv Getesteten verzerrt doch die Aussagekraft des Ergebnisses ?!?

Anzunehmen, das der Anteil der doppelt Geimpften höher ist, in der Gruppe der positiven Tests. Altersangaben, Test und Impfquoten (auf Alter bezogen) würden meinem Verständnis helfen.

Vielleicht kann mir jemand beim entknoten behilflich sein.

ACHIMS, 25. August 2021, 12:25 UHR

Man darf unterstellen, dass der Regierung diese Daten und auch die Studie der Universität Aix-Marseille vorliegen. Als Konsequenz sollte man doch noch die vorhandenen Impfstoffe einstampfen und natürlich die weitere Produktion einstellen. Zumindest müßte Spahn sofort für einen totalen Impfstopp sorgen! Stattdessen wird nicht nur weiter massive fürs Impfen geworben, sondern auch massiv Druck auf die Impfunwilligen ausgeübt. Und Ärzte impfen auch noch weiter Kinder! Das ist alles so krank!!!

PHILIP JEROMIN, 25. August 2021, 13:10 UHR

Für die Beurteilung des Gefahrenpotentials der Impfung ist zusätzlich der Vergleich mit der Impfrate zwingend erforderlich. Wenn doppelt Geimpfte 4x so häufig sterben wie Ungeimpfte, die Impfrate aber auch 4:1 ist, dann wäre die Impfung lediglich wirkungslos. Wenn die Impfrate höher als 4:1 ist, wäre immer noch eine gewisse relative Risikoreduktion gegeben. Wenn die Impfrate allerdings niedriger ist, dann würde die Impfung eine relative Risikoerhöhung bedeuten. Bitte nie den Vergleich mit der Grundgesamtheit vergessen! Ansonsten vielen Dank für Ihre herausragende Arbeit!!

PATRICK GRETE, 25. August 2021, 14:55 UHR

Lieber Paul, so wichtig es ist schnell zu veröffentlichen; insbesondere wenn es um Leben und Tod geht; so wichtig ist aber doch auch Kontext und Erklärung und das geht in diesem kurzen Beitrag leider unter.

1.) Ja, in dem letzten Report findet man, dass von den 1189 gesamten Toten im Zeitraum Februar-August 2021 679 vollständig geimpft waren und 390 ungeimpft. Daraus aber zu schlussfolgern, dass es eine "stark erhöhte Todesrate doppelt Geimpfter gegenüber Ungeimpften" gäbe ist aber falsch. Die Impfung hat ja die meisten Menschen davon abgehalten eine Infektion zu bilden und nur bei den Impfdurchbrüchen, und von denen nur der Anteil der hospitalisiert wurde gibt es einen solchen Effekt. Dabei ist die Impfquote in UK bei 80%. Das Verhältnis von Ungeimpften zu Geimpften ist damit schon 1:5. Auch das kann verzerren.

2.) Nur mal zum Vergleich: In 2020 meldete UK im gleichen Zeitraum über 40000 Tote; in 2021 1189 Tote. Auch das spricht nicht für eine größere Gefahr zu sterben durch Impfung, sondern eher im Gegenteil.

3.) Clemens Arvay zitiert korrekt aus der Studie. Diese Studie beinhaltete aber eine molekulare Simulation. Die von Dir zitierte Studie ist eine in-vitro Studie (also in der Petri-Schale, nicht bei lebenden Menschen). Das hat alles nur eine begrenzte Aussagekraft für lebende Menschen und das geht bei Arvay völlig unter (leider nicht zum ersten Mal).

4.) Gegen diese Erklärung spricht auch die Altersverteilung der Fälle aus UK. Denn nur bei den Menschen >50 gibt es diesen von Dir genannten Effekt (und die haben ja ein schwächeres Immunsystem); bei den jüngeren Menschen 60 gab es knapp 180000 symptomatische Fälle und es waren 3718 vollständig geimpft. Im Krankenhaus lagen nur 0,5% bzw. 1,3% Geimpfte und von den Gestorbenen waren 0,1% bzw. 1,7% geimpft. Oder anders ausgedrückt: Über 98% der Covid-Fälle im Krankenhaus waren Ungeimpft; über 99% der Toten seit KW 5 waren ungeimpft.

Inwiefern ist es also gerechtfertigt von einer erhöhten Todesrate bei Geimpften zu sprechen? Inwiefern wird ADE verschwiegen; inwiefern zeigen die Daten (und nicht nur ein Teil davon) dass ADE aktuell ein Problem ist und zu deutlicher Erhöhung der Todesrate führt?

Ich sehe davon nichts.

BF, 25. August 2021, 14:55 UHR

Können Sie das in Relation setzen? Wie ist die Altersverteilung? Und wie ist die Impfquote? Auch hier kann man ja nicht nur mit absoluten Zahlen arbeiten, oder?

HELENE BELLIS, 25. August 2021, 15:50 UHR

Zu Ihrem Nachtrag, Herr Schreyer:

"Ein zweiter Einwand lautet, dass unsymptomatische und schwach symptomatische Ungeimpfte sehr viel häufiger getestet werden als entsprechende Geimpfte, weshalb bei den geimpften positiv Getesteten auch häufiger tödliche Verläufe zu erwarten sind. Der Einwand ist schlüssig. Ich hatte diesen Effekt nicht bedacht."

Es geht hier im Text aber um Menschen, die auf die Delta-Variante getestet wurden. Es stellt sich also die Frage, ob in GB jeder automatisch auf Delta getestet wird, oder ob das auch bei den Umgeimpften nur diejenigen sind, die tatsächlich Symptome haben. Schnelltests zumindest können die Delta-Variante, soviel habe ich nachgelesen, wohl NICHT erkennen, dazu braucht es jeweils einen PCR-Test.

Allerdings kenne ich mich mit der Testerei in Großbritannien nicht so aus und konnte auf die Schnelle auch nicht viel dazu finden (außer diesem sehr interessanten Text vom 30.06.21, bei dem man wunderschön erkennen kann, wie schnell die Dinge sich doch ändern: https://edition.cnn.com/2021/06/30/health/uk-delta-covid-variant-lessons-cmd-gbr-intl/index.html). Wenn man (besser) wüßte, wer dort womit getestet wird, käme man der Sache vielleicht auf die Spur.

"The briefing includes updated hospitalisation data for Delta, which shows that in the period since the last update on 19 July, 1,467 people were hospitalised with cases of Delta confirmed by sequencing or genotyping. Of these, 808 (55.1%) were unvaccinated, while 512 (34.9%) had received both doses of the vaccine." (1)

Wenn ich das richtig interpretiere, geht es bei diesen PHE-Zahlen (die anscheinend genau die sind, auf die Paul Schreyer sich bezieht) um HOSPITALISIERTE Delta-Fälle. Von denen alleine sind schon mehr als ein Drittel zweifach »geimpft«. Sollten diese Zahlen die Basis für die im Artikel erwähnten Verstorbenen sein, dann scheint die »Impfung« aber auf jeden Fall ein Problem zu sein, und dann könnte ich mir auch gut vorstellen, daß die Relation 4:1 unverfälscht auf die Impfung zurückzuführen ist.

(1) https://www.gov.uk/government/news/confirmed-cases-of-covid-19-variants-identified-in-uk

PATRICK GRETE, 25. August 2021, 17:55 UHR

Lieber Paul, vielen Dank für die Ergänzung. Zu Deinem Punkt, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe immer noch sehr zweifelhaft sei folgendes:

1.) Ja, die Viruslast bei geimpften Erkrankten und ungeimpften Infizierten ist gleichgroß. Aber: Die Anzahl der Menschen, die geimpft erkranken (also die Impfdurchbrüche) ist deutlich geringer als die Menschen die ungeimpft erkranken. Hier gibt es eine Verzerrung: Geimpfte werden nur mit Symptomen getestet. Daher kann man nur symptomatische Fälle vergleichen. Diese Zahlen findest Du in den wöchentlichen Berichten des RKI (im letzten auf Seite 19). Dort ist deutlich ersichtlich, dass im Krankenhaus und erst recht auf den Intensivstationen die dortigen Covid-Fälle in großer Mehrheit die Ungeimpften sind. Und dass bei einer Impfquote von etwas über 50%. Bei zweifelhafter Wirksamkeit dürfte man diesen Unterschied nicht so deutlich sehen.

2.) Die Studien zeigen aber auch, dass die Dauer, in der die hohe Viruslast besteht, bei Geimpften deutlich kürzer ist (weil die auch seltener Symptome haben; ist also nicht überraschend). Insofern ist das keine zweifelhafte Wirksamkeit, sondern nur eine verminderte Wirksamkeit durch die Mutation (das hat aber keiner bestritten).

3.) Eine Simulationsstudie (wie die von Arvay zitierte) sagt nur wenig über die Realität mit echten Menschen aus; insbesondere wenn man dort die These so deutlich widerlegt sieht.

BF, 25. August 2021, 19:40 UHR

Stimmt es wirklich, was du unter 1.) anführst? Ich kenne viele Menschen, die geimpft sind und sich alle zwei Tage testen lassen. Letztens mussten bei uns 200 Menschen in Quarantäne, das ging auf 2 Falschpositivtests von zwei Geimpften zurück. Die Dunkelziffer bei den Ungeimpften kann man auch nicht exakt benennen. Haben also wirklich so viel mehr Ungeimpfte Symptome?

Und: bei uns in der Region ist das Alter der Menschen, die derzeit an Covid sterben, immer noch rund 80 Jahre (letzte Woche jemand mit 82 und jemand mit 87). Ich bin Presse und habe das Presseamt bereits vier Mal gefragt, ob es sich dabei nicht um geimpfte Menschen handeln müsse. Darauf bekomme ich keine Antwort außer die: Das wird nicht erfasst.

Wie soll man da weiterkommen? Ich bezweifle also auch, dass das RKI das überhaupt komplett erfasst – wenn die Daten nicht erhoben werden, in vielen Krankenhäusern. In diesem Thema ist also sehr viel Spielraum.

PAUL KLEIN, 26. August 2021, 09:20 UHR

Ich habe mir die Zahlen mit einem Kollegen nochmals angesehen. Wir sind beide Ärzte. Er ist für die Impfung, ich bin dagegen. Sie haben ein Detail übersehen (wie ich auch): Bei den Ungeimpften ist der Anteil der unter 50Jährigen dramatisch höher. Die über 50jährigen machen nur 2,7% aus. Bei den Geimpften sind es hingegen rund 80%. Da die unter 50jährigen aber eine viel niedrigere Mortalität haben, ist der Vergleich Tote vs. Alle nicht zielführend. Im Grunde ist er sogar falsch, weil die Gruppen nicht vergleichbar sind. Nur für diesen Datensatz stimmen daher die in der Graphik gezeigten Werte.

Vergleicht man jedoch die Mortalität innerhalb der jeweiligen Alterskohorte, dann liegt die sie bei Ungeimpften mit 6,5% mehr als 3x so hoch wie bei den Geimpften. Schau man sich das Verhältnis von Hospitalisierung vs. Alle für die über 50jährigen an, so landen ebenfalls 3x mehr Patienten im Krankenhaus. Die Wahrscheinlichkeit, dort zu sterben, ist allerdings für Geimpfte wie Ungeimpfte fast gleich (13,7 vs. 14,3 %). Die vermeintlich höhere Mortalität der Geimpften ist zum Glück ein Artefakt. Mein erster Gedanke war ADE. Es scheint eher so, dass Risikogruppen tatsächlich von einer Impfung profitieren. Ob das der richtige Weg ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.

ARCHIMEDES, 26. August 2021, 20:45 UHR

Zur besseren Interpretation der englischen Tabelle hier mein Statement als wissenschaftlich tätiger Arzt.

1.) Es gibt keine zuverlässigeren Zahlen, als die Anzahl der Gestorbenen.

2.) Wenn es unter den in einem bestimmten Zeitraum Gestorbenen mehr doppelt Geimpfte, als Ungeimpfte gibt, dann müssen beide Zahlen in der Stichprobe ins Verhältnis gesetzt werden zum Verhältnis der doppelt Geimpften und Ungeimpften in der Gesamtheit.

Die Anzahl der unter welchen Umständen auch immer Getesteten spielt dabei keine Rolle. Sie ist lediglich bei der Abschätzung der Fallsterblichkeit relevant.

3.) Vor dem Tod steht gewöhnlich eine Erkrankung. Wenn man demzufolge unterstellt, dass Geimpfte weniger oft und schwer erkranken als Ungeimpfte, dann gibt es auch weniger Todesfälle in dieser Gruppe. Das genau ist aber nicht der Fall.

4.) Im Fall, dass die Verteilung der Todesfälle in den Guppen "geimpft" und "ungeimpft" der verteilung dieser Gruppen in der Grundgesamtheit entspricht, weist die Stichprobe nach, dass eine Impfung keinen Effekt auf die Mortalität hat und damit auch nicht auf die Hospitalisierung, die bekanntlich wegen einer schweren Erkrankung erfolgt.

5.) Hier sterben aber mehr Geimpfte, als es bei einer Unwirksamkeit des Impfstoffes angenommen werden kann. Das bedeutet ganz klar, dass der Impfstoff eher schadet.

Die Fallsterblichkeit der Gruppen ist nicht vergleichbar, da die Umstände und die Zahl der Tests und deren Abhängigkeit von Symptomen oder nicht völlig unbekannt ist.

6.) Dennoch kann man feststellen, dass die Sterblichkeit allgemein niedriger sein muss, als bei der Alphavariante, nämlich, inmdem man alle Fälle zusammenfasst.

Ich denke, dass ADE hier sehr wohl eine Rolle spielt, wie auch an den israelischen Zahlen sichtbar.

SIGRID PETERSEN, 27. August 2021, 18:45 UHR

Ihrem Beitrag möchte ich hier ganz bescheiden Recht geben. Ich bin zwar nicht wissenschaftlich ausgebildet, habe mir die PHE-Daten angeschaut und berechnet und das Ergebnis war eben ernüchternd der Art, dass in den beiden Gruppen die Todesraten (bei Delta) gleich sind, wenn man die Sterbezahlen auf die Gruppen geimpft und nicht-geimpft (am 15.8. 69,7% zu 30,3% lt. ourworldindata) bezieht.

Dass aber fast dreieinhalb mal soviele unter den Geimpften an Covid erkranken, sollte Allen, die diese Impfungen verteidigen, die Augen aufgehen lassen.

Meiner Meinung nach spielen die Zahlen bezgl. der Fälle und Testungen in den beiden Gruppen in der PHE-Dokumentation keine Rolle, da es eh nur um Fälle geht, die im KH vorstellig geworden sind, also symptomatisch waren, denn die 386.735 Delta-Fälle (S. 17) machen weniger als 16% der in dem Zeitraum 1.Febr - 15. Aug. registrierten Fallzahlen aus. Insgesamt wertet diese PHE-Dokumentation 22,3% der registrierten Fälle (2.42 Mio) aus, also wohl die symtomatischen Fälle in beiden Gruppen für alle Varianten.

Wir werden die Zukunft abwarten müssen und werden sehen inwieweit die Warnungen vor den möglichen Impffolgen eintreten werden. Dann würden wir uns hier über ganz andere Zahlen unterhalten müssen.

Noch eine Anmerkung zu den Zahlen in Israel, die in den MSM gerade fleißig relativiert werden: Hier wird auch mit den hohen Impfraten argumentiert, was auch richtig wäre, wenn die richtigen Zahlen zu Grunde gelegt würden. Der Biostatistiker Morris rechnet mit 78,7% vollständig geimpften. Falsche Zahl, denn 62% wären richtig gewesen, jedenfalls lt. ourworldindata.
( https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/israel-die-irrefuehrende-statistik-der-geimpften-krankenhauspatienten-a-f5ef9929-b187-4fd5-952d-f3df354f696a?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE und https://www.covid-datascience.com/post/israeli-data-how-can-efficacy-vs-severe-disease-be-strong-when-60-of-hospitalized-are-vaccinated ) Und auch hier zeigt sich dann, dass der Anteil von 60% Geimpften unter den Covid Patienten im Krankenhaus dem Anteil der Ungeimpften doch ziemlich gleich ist.

HELENE BELLIS, 28. August 2021, 07:50 UHR

Die bereits angesprochene Tatsache, daß Geimpfte WENIGER getestet werden, spricht hier doch eigentlich dafür, daß auch WENIGER Impftote erkannt werden. So ein bißchen wie bei uns (und wahrscheinlich auch in GB): bei Covid war jeder ein Toter, der positiv getestet wurde. Beim Impfen ist jeder Tote erstmal an seinen Vorerkrankungen (oder plötzlich auftretenden Dingen) gestorben, auf keinen Fall aber an der Impfung. Getestet wird er vorsorglich nicht.

Für diese These spricht auch, daß man in diesem PHE-PDF die folgenden Informationen findet:

"Tables 4 and 5 show the number of cases who visited an NHS Emergency Department, were admitted, and died in any setting.
[…] The data does not include cases who were directly admitted without first presenting to emergency care." [S.13 oben]

bzw.

"Table 5. Attendance to emergency care and deaths of sequenced and genotyped Delta cases in England by vaccination status (1 February 2021 to 15 August 2021)" [S.22 ganz oben]

Damit würden alle Toten wegfallen, die zuhause oder anderswo gestorben sind bzw. die ins Krankenhaus kamen, ohne über die Notaufnahme zu gehen. Das passende Zeichen zur Fußnote

"^ Total deaths in any setting (regardless of hospitalisation status) within 28 days of positive specimen date. [S. 24 oben]

zumindest fehlt auf jeden Fall in der Tabelle 5.

Wenn ich mich da jetzt nicht allzusehr vertan habe, wären diese Zahlen dann nämlich nur ein (Bruch-)Teil der überhaupt Verstorbenen und also auch der geimpft Verstorbenen. Und vielleicht heißt das, daß man mit lediglich diesen Zahlen dazu keine wie auch immer geartete Aussage treffen kann, weder in die eine, noch in die andere Richtung.

Wie absolut unsicher die ganze Test- und Diagnosezählerei ist, verdeutlichen wohl auch die Fußnoten:

"# Inclusion: Including cases with the same specimen and attendance dates

‡ Exclusion: Excluding cases with the same specimen and attendance dates. Cases where specimen date is the same as date of emergency care visit are excluded to help remove cases picked up via routine testing in healthcare settings whose primary cause of attendance is not COVID-19. This underestimates the number of individuals in hospital with COVID-19 but only includes those who tested positive prior to the day of their emergency care visit. Some of the cases detected on the day of admission may have attended for a diagnosis unrelated to COVID-19.

** Age 50 do not total ‘all cases’ per category as some cases lack reported age data" [S.23 unten / S.24 oben]

Außerdem steht nirgendwo, daß die erwähnten Notaufnahme-Fälle auch wegen Schwerer Akuter Respiratorischer Syndrome dort aufgenommen wurden. Sie mußten nur innerhalb der vorangegangenen 28 Tage (der Aufnahme bzw. ihres Todes) einen positiven Test gehabt haben.

Wie gesagt, wenn ich mich nicht irre. Auch mir geht es so, daß mir mittlerweile der Kopf schwirrt, Fehler in meiner Argumentation also durchaus möglich sind.

P.S.: Das Update mit dem Textauszug von Uwe Alschner habe ich erst gelesen, nachdem ich meinen Kommentar schon geschrieben hatte.

RIPPLE, 28. August 2021, 15:45 UHR

Helene Bellis schreibt:

Die bereits angesprochene Tatsache, daß Geimpfte WENIGER getestet werden, spricht hier doch eigentlich dafür, daß auch WENIGER Impftote erkannt werden. So ein bißchen wie bei uns (und wahrscheinlich auch in GB): bei Covid war jeder ein Toter, der positiv getestet wurde. Beim Impfen ist jeder Tote erstmal an seinen Vorerkrankungen (oder plötzlich auftretenden Dingen) gestorben, auf keinen Fall aber an der Impfung.

Das möchte ich noch unterstreichen durch einen Hinweis auf das Verfahren der CDC im Coronamusterländle USA. Es würde mich wundern, wenn das in GB, D, F etc. grundlegend anders gehandhabt wird:

https://www.cdc.gov/vaccines/covid-19/clinical-considerations/covid-19-vaccines-us.html#Reporting-adverse-events

Footnotes: (...) 3. For consistency in public health post-vaccination guidance, a single time interval (i.e., >2 weeks after receipt of all recommended doses) is used for the definition of fully vaccinated.

Wenn ich das richtig verstehe heißt das: Wenn das Serum jemanden innerhalb von 2 Wochen nach der Einspritzung tötet, gilt er als "ungeimpft" (nicht "fully vaccinated") und kann folglich nicht an der Impfung gestorben sein! Das wäre, die Korrektheit meiner Interpretation vorausgesetzt, der vielleicht massivste und brutalste Versuch jemals, die Letalität der Injektion zu vertuschen, und müsste deshalb als Mordversuch in Millionen Fällen gewertet werden.

Ich hoffe, es gibt für die zitierte Fußnote eine harmlose Interpretation. Allerdings entspricht die "Logik", die in dieser Fußnote angewandt wird, perfekt der Logik, die der gesamten Coronaterrorpropaganda als Betriebssystem dient.

THORSTEN ECKAU, 28. August 2021, 09:40 UHR

Ich möchte mich aus- und nachdrücklich für die Recherchen, die Diskussion und die (kontroverse!) Aktualisierung des Artikels bedanken. DAS ist Journalismus, DAS ist gelebte Demokratie. Nicht diese (fast ausschließlich) einseitig-erhabene-rechthaberische-erzieherische ÖRR und MSM "Berichterstattung". DANKE!

GB, 28. August 2021, 14:30 UHR

Zum letzten Absatz Ihrer Ergänzung vom 25.8.:

Der beobachtete Effekt (steigender Anteil vollständiger Geimpfter unter den positiv Getetesten) lässt sich als statistischer Effekt erklären, wie auf spektrum.de beschrieben wird (https://www.spektrum.de/kolumne/delta-variante-warum-unter-den-coronatoten-immer-mehr-geimpfte-sind/1889236). Die beiden in dem obigen Artikel beschriebenen Faktoren, welche diesen statistischen Effekt verursachen, sind die folgenden:

1.) unvollständiger Schutz durch die Impfungen (z.B. Reduktion der Ansteckungen um 95% im Vergleich zur Kontrollgruppe für Biontech-Impfstoff)
2.) steigende Impfrate

Im Extremfall sind 100% der Bevölkerung geimpft, wegen des unvollständigen Impfschutzes gibt es aber trotzdem noch Erkrankte und Tote, bei welchen es sich dann ausschließlich um Geimpfte handelt. Daraus zu schließen, dass man ohne Impfung nicht an Corona erkranken oder sterben kann, ist offensichtlich falsch.

Den Anteil an vollständig Geimpften unter den positiv Getesten zu betrachten und daraus Schlüsse über die Impfung zu ziehen, ist also ohne Berücksichtigung von Effekten wie der Impfquote nicht möglich.

Zur 3. Ergänzung vom 27.8.:

Das Argument von Herrn Alschner, dass im Kontext der betrachteten Daten nicht davon ausgegangen werden kann, dass Ungeimpfte sich eher testen lassen als Geimpfte, ist nachvollziehbar.

Wie Herr Alschner allerdings zu dem Schluss kommt, dass die Betrachtung getrennter Altersgrupupen (in den PHE-Daten) nicht sinnvoll ist, ist mir völlig schleierhaft. Soweit ich das verstehe ist seine Begründung, dass es in den PHE-Daten nicht sinnvoll ist, weil die Studie eine andere Unterteilung als unter 50-Jährige und mindestens 50-Jährige nicht zulässt und er dies aus seiner Sicht nur eine "grobe" Unterteilung ist.

In dem oben angeführten Artikel von spektrum.de wird eine Studie verlinkt (https://link.springer.com/article/10.1007/s10654-020-00698-1), deren Ergebnis war, dass die Sterblichkeit bei einer Corona-Infektion etwa exponentiell mit dem Alter steigt. Wie die genauen Zahlen aussehen, darüber lässt sich noch diskutieren, aber den grundlegenden Sachverhalt dürfte niemand bestreiten. Schließlich nimmt die Sterblichkeit mit zunehmendem Alter auch bei anderen Infektionen zu, das Immunsystem wird mit dem Alter ja nicht besser. Damit ist das Alter ein Faktor, welcher sowohl die Sterblichkeit in der Gruppe der Geimpften als auch der Ungeimpften beeinflusst. Folglich muss dieser statistische Störfaktor für die Sterblichkeit in den beiden Gruppen berücksichtigt werden. Andernfalls ist die aus den (PHE-)Daten gezogene Schlussfolgerung erst einmal wertlos (siehe dazu auch das von Ihnen in der 2. Ergänzung erwähnte Simpson-Paradox).

Die betrachteten PHE-Daten erlauben nur eine Unterscheidung von unter 50-Jährigen und mindestens 50-Jährigen. Wünschenswert wäre zwar vielleicht eine feinere Differenzierung nach Alter, aber das gibt die betrachtete Tabelle nun einmal nicht her. Ich habe die Tabelle der PHE mal in ein Libre-Office-Dokument übertragen und noch einige Zeilen und Spalten ergänzt. Folgende Punkte lassen sich daraus eigentlich recht gut ablesen:

1.) Die Sterblichkeit in den Gesamtgruppen ist höher, je größer der Anteil der mindestens 50-Jährigen in diesen Gruppen ist.
2.) Je weiter fortgeschritten der Impfstatus der betrachteten Gruppen, desto größer ist der Anteil mindestens 50-Jähriger in diesen Gruppen. Das spiegelt die Impfstrategie/Impfpriorisierung in Großbritannien wider, zuerst alten und vulnerablen Personengruppen den Impfschutz zu ermöglichen.
3.) In allen betrachteten Gruppen, die mindestens eine Impfdosis bekommen haben, ist die Sterberate für die mindestens 50-Jährigen deutlich geringer, als für die ungeimpften mindestens 50-Jährigen. Abgesehen von der Gruppe "< 21 days post dose 1" liegt diese jeweils unter 2%. Diese Gruppe ist jedoch auch mit Vorsicht zu betrachten, da hier unklar ist, ob seit der Impfung genug Zeit zur Ausbildung des Impfschutzes vergangen ist.

Somit liegt der Verdacht nahe, dass der größere Anteil mindestens 50-Jähriger in den Gruppen der Geimpften die Sterberate bei Betrachtung über alle Altersgruppen hinweg verzerrt.

Herr Alschner hat ebenfalls angesprochen, dass auch Fälle betrachtet werden, die möglicherweise wegen Unfällen, Schlaganfällen, Herzinfarkt oder ähnlichem, woran mindestens 50-Jährige häufiger sterben, in die Notaufnahme eingeliefert wurden. Herr Alschner schreibt:

"Tatsächlich ist auch innerhalb der Altersgruppe ungeimpfter über 50jähriger ein erheblicher Anteil von 740 Personen (rund 15 Prozent) am selben Tag über die Notaufnahme aufgenommen worden, an dem auch ihr Testabstrich genommen wurde."

Die Zahl 740 stammt aus der Zeile "Cases with an emergency care visit (exclusion)", wobei der Anfang der Erklärung zu "exclusion" im Dokument der PHE wie folgt lautet:

"Excluding cases with the same specimen and attendance dates."

Das ist genau das Gegenteil von dem, was Herr Alschner schreibt. Die richtige Berechnung wäre Folgende:

[ "Cases with an emergency care visit (inclusion)" - "Cases with an emergency care visit (exclusion)" ] / "Delta cases"

Bei dieser wird zuerst die Differenz aus den "Fällen eingeschlossen" und den "Fällen ausgeschlossen" der Fälle mit gleichem Einlieferungsdatum in die Notaufnahme und Testdatum gebildet, um die Personenzahl zu ermitteln, bei denen diese beiden Daten identisch sind. Danach erfolgt die Berechnung ihres Anteil an der betrachteten Gruppe.

Unglücklicherweise für mich ergibt sich mit der korrekten Rechnung das gleiche Bild von 15% für die Gruppe der Ungeimpften. Für Geimpfte liegt der Anteil unter 5%, ausgenommen der Gruppe "< 21 days post dose 1" mit 11%. Warum dies so ist kann nur vermutet werden und zeigt einmal mehr, dass Schlussfolgerungen aus diesen Daten, wenn überhaupt, nur mit sehr großer Vorsicht gezogen werden können.

Schließlich möchte ich mich noch zu den letzten beiden Absätzen von Herr Alschner seiner falschen Darstellung der Aussagen von Dr. Bauer äußern:

Das auf Herrn Alschners Seite verlinkte Video von Dr. Bauer ist aus dem Kontext gerissen. Er spricht gegen Ende des Videos davon, dass die (durch die Impfung) gebildeten Antikörper mit nach der Impfung vergangener Zeit wieder abnehmen und je älter die geimpfte Person ist, desto weniger Antikörper werden durch die Impfung ausgebildet (sprich sie ist mit steigendem Alter weniger wirksam). Die Abnahme der Antikörper mit Abstand zur Infektion ist jedoch ganz normal. Diese steigen bei erneuter Infektion aufgrund des Immungedächtnisses wieder stark an und können so eine erneute Erkrankung erfolgreich unterbinden.

Dr. Bauer spricht am Ende des Videos dann noch davon, dass möglicherweise Booster-Impfungen nötig sind, um das Antikörperlevel zu erhöhen. Eine ungeimpfte Person, welche keinen Kontakt mit Covid-19 hatte, hat jedoch überhaupt keine Antikörper gegen Covid-19.

Das vollständige Video inklusive der vom Journalisten zu Beginn gestellten und kontextgebenden Frage ist hier zu finden: https://www.gettyimages.de/detail/video/dr-david-bauer-interview-francis-crick-nachrichtenfilmmaterial/1325046154

Ein Artikel vom Tag des Interviews zu den Forschungsergebnissen des Francis Crick Institute, über welche in dem Interview gesprochen wird, gibt es hier: https://www.crick.ac.uk/news/2021-06-03_pfizer-biontech-vaccine-recipients-have-lower-antibody-levels-targeting-the-delta-variant-than-other-sars-cov-2-variants

Ausschnitte aus dem obigen Artikel:

Within just a few days of having enough of each variant to study, they were able to analyse antibodies in the blood of 250 healthy people who received either one or two doses of the Pfizer-BioNTech Covid-19 vaccine, up to three months after their first dose. Using a new highly accurate high throughput viral neutralisation assay developed at the Crick, they tested the ability of antibodies to block entry of the virus into cells, so called ‘neutralising antibodies’, against five different variants of SARS-CoV-2:

They then compared concentrations of these neutralising antibodies between all variants. Data from previous clinical studies suggests that higher antibody titres (the greatest dilution level that still blocks 50% of virus infection in the lab) is a good predictor of vaccine efficacy and greater protection against COVID-19.

They found that in people who had been fully vaccinated with two doses of the Pfizer-BioNTech vaccine, levels of neutralising antibodies were more than five times lower* against the B.1.617.2 variant when compared to the original strain, upon which current vaccines are based.

Abschließend möchte ich noch eine andere Beobachtung anbringen, auf welche ich durch Kommentare in dem aus dem Kontext gerissenen Video von Dr. Bauer auf youtube gestoßen bin. Dabei geht es um folgende Statistiken für Großbritannien:
https://www.worldometers.info/coronavirus/country/uk/

Wenn man diese betrachtet fällt auf, dass die Fallzahlen seit Mitte Juni 2021 wieder steigen und seit spätestens Anfang Juli 2021 das Niveau überschritten haben, welches im November 2020 zu einem deutlichen Anstieg der Todeszahlen geführt hat. Obwohl das Infektionsniveau (Daily New Cases) nun schon seit 1,5 bis 2 Monaten über dem damaligen Niveau liegt, steigen die Todeszahlen kaum an. Zudem geht aus den PHE-Daten (die Excel-Tabellen) ebenfalls hervor, dass die Delta-Variante mit weit über 90% die dominierende Variante ist.

Wie ist dies mit dem doch großen Anteil (> 50%) geimpfter Bevölkerung und der angeblich negativen Effekten der Impfung bei Infektion mit der Delta-Variante zu erklären? Eine mögliche Erklärung wäre natürlich, dass sich das Infektionsgeschehen hauptsächlich in der ungeimpften jüngeren Bevölkerung abspielt und die Impfung die ältere Bevölkerung zumindest vor tödlichen Verläufen meistens erfolgreich zu schützen vermag.

FRANK BERNERS, 29. August 2021, 09:50 UHR

Wundervoller Artikel – und noch erstaunlichere Ergänzungen und Kommentare, liebe Mitmenschen. "Daten" von offiziellen Instituten analysieren, über "Delta-Varianten" (waren es nicht mal alles die liebgewonnenen "Mutanten"?) wissenschaftlich diskutieren, schön brav die Begriffe Impfraten, Impfdurchbruch (!), etc. verwenden, statistische Spitzfindigkeiten untersuchen, COVID und SARS-CoV verwechseln – merkt ihr eigentlich noch, was ihr da macht?

Ihr lasst euch verwirrren, versucht Unlogik und Willkür mit Logik zu begegnen, nehmt unreflektiert Begriffe aus HERRSCHENDEN Narrativen auf, bleibt fokussiert auf ZDF, halt das was die HERRSCHENDE Meinung vorgibt .... und es gäbe noch weitere Nennungen.

Ich empfinde es zunehmend als schwer zu verstehen, warum nach vielen Monaten Erkenntnisgewinn immer noch auf diese Art und Weise mit dem Corona-Komplex (journalistisch) umgegangen wird. Über die Einseitigkeit dieser technokratisch geprägten Betrachtungsweise und deren Schwäche ist wohl schon viel von durchaus kompetenter Seite gesagt und geschrieben worden.

AXEL KLEIN, 30. August 2021, 11:20 UHR

Vielen Dank Herr Berners! Man sollte sich das Diskussionsniveau der Bundeskanzlerin in Erinnerung rufen: Sie sagte laut Bundestagsprotokoll allen Ernstes "Mit dem PCR-Test ist ein Ct-Wert verbunden. Es geht um irgendeine Konzentration in Abhängigkeit von der Zeit". Das ist die Dame, die im März bedeutungsschwer von der Gefährlichkeit der Lage schwafelte.

Auch die Aussage "Damit, dass verschiedene Varianten auftauchen, müssen wir rechnen, solange nicht die gesamte Weltbevölkerung geimpft ist" wäre bestes Fernsehkabarett, wenn es das noch gäbe. Besonders bitter ist der im Protokoll zu dieser Aussage verzeichnete Applaus der CDU/CSU, der SPD und Bündnis90/Die Grünen.

So sehr ich die Diskussionen bei Multipolar schätze, sehe ich mit Sorge, dass es im Kern nur noch um die Gefährlichkeit der sogenannten Impfstoffe geht. Ihre von wem auch immer behauptete, relative Wirksamkeit ist angesichts mangelnder Gefährlichkeit der Krankheit irrelevant.

SIGRID PETERSEN, 1. September 2021, 15:45 UHR

@ Frank Berners: Es ist richtig, dass zu diesen Themen schon viel von kompetenter Seite gesagt wurde. Und ich denke, dass das Gros der multipolar-Leser wie auch die Betreiber dieser Seite sich gewiss sind, dass es weder um Masken, PCR-Tests, Impfungen oder sonstige Narrative geht. Dennoch ist es mMn nicht unwichtig diese Narrative als reine Narrative mit entsprechenden Nachprüfungen immer wieder zu entlarven. Nicht nur zur Selbstvergewisserung, sondern auch, um Anderen zur Gewissheit zu verhelfen. Denn was nützt es, Dinge zu behaupten, die einer (eigenen) Wissensgrundlage entbehren und selbst Gefahr zu laufen, evtl. andere Narrative nachzuerzählen? Schreibt man nicht an einem Roman, sollten Behauptungen mit nachprüfbaren Quellen belegt sein. Woher kommt denn „Erkenntnisgewinn“? Eben durch Verifikation oder Falsifikation. Auch der eigenen.

FRANK BERNERS, 2. September 2021, 21:00 UHR

Danke für den Kommentar, Frau Petersen. Es war jedoch inhaltlich anders ausformuliert und ich denke, auch anders zu verstehen, als die von Ihnen genannten Punkte als Erwiderung (?) darauf nahelegen. Ich beziehe mich nicht auf "diese Themen", zu denen schon viel gesagt wurde. Es geht um die (technokratisch geprägte) Betrachtungsweise, auf die man sich sozusagen herablassen muss; am Ende also der eigene Ansatz, Wirklichkeit wahrzunehmen. Erkenntnisgewinn bedeutet für mich mehr, als ZDF zu analysieren und darauf basierende Argumente auszutauschen, gerade wenn diese Fakten und teilweise auch schon die Argumente vom "System" zur Verfügung gestellt werden. Die Sprache, die wir verwenden, bildet die Basis unseres Denkens. Wollen wir (noch immer) so denken, wie vom System vorgegeben?

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