Palantir (18.4.):
via X (übersetzt): „Der Verfall einer Kultur oder Zivilisation – und damit auch ihrer herrschenden Klasse – wird nur dann verziehen, wenn diese Kultur in der Lage ist, Wirtschaftswachstum und Sicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten. (…) Damit sich freie und demokratische Gesellschaften durchsetzen können, bedarf es mehr als nur moralischer Appelle. Es bedarf harter Macht, und harte Macht wird in diesem Jahrhundert auf Software basieren. (…) Wir sollten als Gesellschaft ernsthaft darüber nachdenken, von einer reinen Freiwilligenarmee abzurücken, und den nächsten Krieg nur dann führen, wenn alle das Risiko und die Kosten gemeinsam tragen. (…) Die Entmachtung Deutschlands war eine Überkorrektur, für die Europa nun einen hohen Preis zahlt. Ein ähnliches und äußerst theatralisches Bekenntnis zum japanischen Pazifismus droht, sollte es beibehalten werden, ebenfalls das Kräfteverhältnis in Asien zu verschieben.“
Seymour Hersh:
Humiliation without repair – A report on the human rights situation in Gaza (Demütigung ohne Wiedergutmachung – Ein Bericht über die Menschenrechtslage im Gazastreifen) – Auszug: „Die palästinensischen Überlebenden, die in Zelten leben, kämpfen gegen die Naturgewalten. (…) Sie stehen unter der Aufsicht und Kontrolle der israelischen Armee, die auf jeden palästinensischen Vater oder Sohn schießt, der auch nur wenige Meter von den sich ständig verengenden Grenzen der Zeltlager entfernt, selbst wenn er nur auf der Suche nach Brennholz ist. (…) Manchmal gibt es kurze Berichte, etwa wenn, wie letzten Monat, Al-Jazeera über die Folter eines 18 Monate alten Jungen aus Gaza durch eine Gruppe israelischer Soldaten berichtet. (…) [Die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete Palästinas] Francesca Albanese (…) nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die anhaltende Eskalation von Folter und Misshandlung der Palästinenser geht. ‚Folter war schon immer ein zentrales Element der Enteignung der Palästinenser durch Israel‘, schreibt Albanese in ihrem aktuellen Bericht, der am 23. März veröffentlicht wurde. (…) ‚Israel wendet Folter in einem Ausmaß an, das auf kollektive Rache und zerstörerische Absicht schließen lässt. (…) Die Eskalation der Folter in israelischen Haftanstalten ist ein koordinierter Plan‘, der von Itamar Ben-Gvir, dem israelischen Minister für nationale Sicherheit, koordiniert werde. (…) Die wichtigsten US-Medien berichten nicht über ihre Ergebnisse.“ (Bezahlschranke)
Sonar21:
Watch What Trump Does, Ignore What He Says… More War on the Agenda (Beobachten Sie, was Trump tut, und ignorieren Sie, was er sagt – Mehr Krieg steht auf der Tagesordnung) – Auszug (übersetzt): „Trump wird den Iran erneut angreifen – vielleicht schon an diesem Wochenende –, als Auftakt zur Siegeserklärung und zum Abzug der US-Streitkräfte aus dem Persischen Golf. Ich sage das, weil Trump über Kriegsminister Hegseth weitere 10.000 US-Soldaten in die Region des Persischen Golfs entsandt hat, zusammen mit der Flugzeugträgerkampfgruppe USS George H.W. Bush. Zudem ist eine beträchtliche Flotte von C-17-Transportflugzeugen nach Jordanien und Saudi-Arabien geflogen. Mit anderen Worten: Während Trump Interviewern erzählt, der Krieg sei vorbei, ist er damit beschäftigt, einen weiteren Angriff vorzubereiten.“
Daniel Davis:
Prof John Mearsheimer: The horrible naval blockade in Hormuz Strait (Prof. John Mearsheimer: Die schreckliche Seeblockade in der Straße von Hormus) (Interview) – Auszug (übersetzt): „Die Option einer Blockade, die Präsident Trump nun umsetzt, schwebt schon seit Langem im Raum. (...) Die Frage ist: Warum haben wir sie nicht schon früher genutzt? Die Antwort ist ganz einfach: Es ist eine schreckliche Option. Sie wird nicht nur nicht dazu führen, dass die Iraner kapitulieren, sondern wir schießen uns damit auch effektiv selbst ins Bein. (…) Der Grund, warum wir zugelassen haben, dass all dieses iranische Öl durch die Meerenge fließt und auf den Weltölmarkt gelangt, ist, dass wir so viel Öl wie möglich auf den globalen Markt bringen müssen. (…) Wenn wir also das iranische Öl abschneiden, steht außer Frage, dass die Iraner einen gewissen Preis zahlen werden, aber auch wir werden einen enormen Preis zahlen.“ (Video, 56 Minuten)
Dialogue Works:
US Blockade on Iran Just Triggered Iran’s harshest Response Yet (Die US-Blockade gegen den Iran hat gerade die bisher schärfste Reaktion des Iran ausgelöst) (Interview mit Seyed M. Marandi, Professor für englische Literatur und Orientalismus an der Universität Teheran sowie Mitglied des iranischen Unterhändlerteams in Islamabad) – Auszug (übersetzt): „Was die Amerikaner tatsächlich forderten, war, dass der Iran sein Atomprogramm vollständig aufgibt, und natürlich auch das angereicherte Uran, woraufhin die Iraner sagten: ‚Unser Atomprogramm ist unser souveränes Recht.‘ (…) Und zweitens wollte Trump mit dem Iran zusammenarbeiten, um die Straße von Hormus zu kontrollieren. (…) Und die Iraner sagten ihnen – ich meine, sie haben es nicht wörtlich so gesagt, aber im Grunde genommen haben sie ihnen klargemacht, dass dies nicht der Golf von Mexiko ist.“ (Video, 48 Minuten)
Jounral of Medical Ethics Blog (2020):
Extreme altruism in a pandemic (Extremer Altruismus in einer Pandemie) – Auszug (übersetzt): „‚Euthanasie durch Organspende‘ (…) [bedeutet, dass] eine Person, die ohnehin sterben wird, durch die Entnahme ihrer Organe sterben kann, damit diese Organe andere Leben retten können, anstatt darauf zu warten, dass der Hirntod eintritt. (…) Die Euthanasie durch Organspende könnte möglicherweise auf einige Fälle von Covid-19 angewandt werden, bei denen lebensverlängernde medizinische Behandlungen entweder eingestellt oder nicht eingeleitet werden. (…) Sie könnte auch auf Organe beschränkt sein, die nicht vom Virus betroffen sind (wenn beispielsweise klar wäre, dass die Leber nicht vom Coronavirus betroffen ist, wäre eine Leberspende möglich).“
Spiegel:
Waffenruhe in Nahost: Ein Krieg, der für Trump nicht zu gewinnen ist – Auszug: „Trump wollte Irans Regime brechen. Stattdessen verhandelt er nun über Teherans Bedingungen. Zwar ist noch vieles unklar, aber für den US-Präsidenten ist das vorläufige Ergebnis seines Feldzugs eine strategische Niederlage. (…) Trump verkündete in der Nacht zum 8. April eine zweiwöchige Feuerpause, vermittelt durch Pakistan. Der einzige konkrete Preis, den das Regime dafür zahlen muss: Es öffnet vorläufig die Straße von Hormus. (…) Die Frage, wer sie kontrolliert, entscheidet darüber, wer diesen Krieg gewonnen hat – und im Moment lautet die Antwort Teheran. (…) Wer glaubte, ein Luftkrieg könne eine Regionalmacht wie Iran brechen, hat sich geirrt. (…) Irans Zehnpunkteplan, den Trump als Verhandlungsbasis akzeptierte, liest sich wie eine Kapitulationsaufforderung an die USA.“ (Bezahlschranke)
South China Morning Post:
Iran vows to make US ‘regret’ any ceasefire violations, hopes China can ensure security (Iran kündigt an, die USA jeden Verstoß gegen den Waffenstillstand „bereuen“ zu lassen, und sieht China als Sicherheitsgaranten) – Auszug (übersetzt): „ ‚Wir hoffen, dass verschiedene Seiten garantieren können, dass die USA den Krieg nicht wieder aufnehmen, und wir hoffen dass der UN-Sicherheitsrat, große Länder wie China und Russland, sowie Vermittlerländer wie Pakistan und die Türkei zusammenarbeiten, um den Frieden in der Region zu sichern‘, sagte (der iranische Botschafter Abdolreza Rahmani) Fazli [am Mittwoch in Peking].“ (Bezahlschranke)
Telepolis:
Drohungen ohne Wirkung: Washington verliert die Initiative – Auszug: „[Donald] Trump sprach offen davon, Iran in die ‚Steinzeit zurückzubomben‘ – und fügte (…) neu hinzu, das Land ‚gehöre‘ dorthin. Eine Aussage, die nicht nur völkerrechtswidrige Angriffe auf zivile Infrastruktur ankündigt, sondern ein ethnifiziertes Menschenbild offenbart: weiße Überlegenheit, messianisch-evangelikales Endzeitdenken. (…) Zwischen Obamas Befreiungsrhetorik, Orwells Neusprech und Trumps vulgärem Imperialismus verläuft eine direkte Linie – deren gemeinsamer Kern die Entmenschlichung des Gegners als Vorbedingung für Krieg darstellt. (…) In den Ambivalenzen der US-Strategie – Verhandlungen wie Drohungen, rohe Gewalt und angebliche Vermittlungen, Alleingang oder multilaterale Einbettung – liegt eine zentrale Erkenntnis: Es ist die Sprache der Verzweiflung und der verlorenen Initiative, nicht die des Sieges, welche zudem vermehrt von der Realität entrückt zu sein scheint.“
TASS:
US to re-examine NATO’s value after war with Iran – Rubio (USA wollen nach Iran-Krieg den Wert der NATO neu bewerten – Rubio) Auszug (übersetzt): „‚Wir werden neu bewerten müssen, ob dieses Bündnis, das diesem Land eine Zeit lang gute Dienste geleistet hat, diesem Zweck noch dient, oder ob es zu einer Einbahnstraße geworden ist, auf der Amerika lediglich in der Lage ist, Europa zu verteidigen, während unsere Verbündeten uns, wenn wir ihre Hilfe benötigen, Stützpunktnutzungsrechte und den Überflug verweigern‘, merkte Rubio an.“
ORF:
EU bereitet sich auf lange Energiekrise vor – Auszug: „‚Niemand weiß, wie lang die Krise dauern wird, aber ich denke, es ist wichtig zu betonen, dass sie nicht kurz sein wird‘, sagte EU-Energiekommissar Dan Jörgensen (…) nach einer Videokonferenz der EU-Energieminister und -ministerinnen in Brüssel. Selbst wenn der Krieg ‚morgen‘ beendet sei, ‚werden wir in absehbarer Zeit nicht zur Normalität zurückkehren‘ (…). Er rief die Mitgliedsstaaten auf, die Nachfrage nach Treibstoff in ihren Ländern zu senken. Angesichts einer Situation, die sich noch verschärfen könne, sei ‚eine Senkung der Nachfrage tatsächlich notwendig‘, (…). ‚Je mehr man tun kann, um Öl, insbesondere Diesel und Flugbenzin, einzusparen, desto besser sind wir dran‘, betonte er.“
30. April 2026