Empfehlungen August 2025

Cicero: Ludwigshafen ist nicht Moskau – Auszug: „Der Wahlausschuss beruft sich auf die rheinland-pfälzische Gemeindeordnung. Dort heißt es tatsächlich, dass nur wählbar ist, wer die ‚Gewähr dafür bietet, jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzutreten‘. Das ist die klassische Anforderung an einen Beamten, nicht an einen Politiker. Ein Oberbürgermeister ist tatsächlich ein Beamter, ein Wahlbeamter auf Zeit. Aber erst nach der Wahl. Vor der Wahl ist er Politiker, für den die liberaleren Regeln für Politiker gelten. Und zu einer Wahl können selbstverständlich auch Politiker antreten, die das Grundgesetz kritisch sehen oder es sogar abschaffen wollen. Die Anforderungen an Wahlen in der Demokratie regelt das Grundgesetz eindeutig. Eine demokratische Wahl ist grundsätzlich für alle Bewerber offen. Kein Kandidat kann wegen inhaltlicher, also politischer Gründe vor der Wahl aussortiert werden. Über Politik entscheiden in der Demokratie immer noch die Wähler. Die Verfassung ist ganz klar: Eine Wahl, bei der vorher politisch unliebsame Bewerber ausgeschlossen werden, ist keine demokratische Wahl. (…) [Die] Gemeindeordnung, auf die sich der Wahlausschuss stützt (…) muss so ausgelegt werden, dass sie mit der Verfassung vereinbar ist. (…) Vor der Wahl geht es um Politik und demokratische Wahlen. Dabei darf die Frage der Verfassungstreue keine Rolle spielen. Anders ist es nach der Wahl. Ob der gewählte Kandidat zum Beamten auf Zeit ernannt werden kann, hängt dann von der Verfassungstreue ab, wie bei jedem Beamten. Das bedeutet: Die Entscheidung des Wahlausschusses, Joachim Paul von der Wahl auszuschließen, ist verfassungswidrig. (…) Der Vorgang ist unerhört, ja skandalös.“

Telepolis: Echokammern statt Einfluss: Das Dilemma sogenannter alternativer Medien (Kommentar von Telepolis-Chefredakteur Harald Neuber) – Auszug: „Wenn ich Multipolar und ähnlichen Medien vorwerfe, auf gesellschaftliche Wirkmacht zu verzichten, dann meine ich damit ihre selbst gewählte Isolation in ideologischen Echokammern. Diese Medien erreichen nur noch jene, die ohnehin ihrer Meinung sind. Sie predigen zu den Bekehrten und verzichten damit auf jede Möglichkeit, breitere gesellschaftliche Debatten zu beeinflussen. (…) Multipolar und ähnliche Medien haben sich für einen anderen Weg [als Telepolis unter Neuber] entschieden. Sie bedienen eine kleine, aber treue Anhängerschaft mit dem, was diese hören will. Das mag als Geschäftsmodell funktionieren – Spenden fließen, die Community ist aktiv. Als journalistisches Projekt ist es gescheitert.“ (Anmerkung Stefan Korinth: Harald Neuber erfindet hier ein völlig wildes, realitätsfernes Bild von Multipolar. Er verleumdet es als radikales, lautes, schlecht recherchiertes Agitationsmedium, das aus finanziellem Interesse eine sektenähnliche Anhängerschaft bedient. Das ist genau das Gegenteil dessen, was Multipolar tatsächlich ist. Sowohl der sachlich-nüchterne Ton in unseren Beiträgen als auch die Recherchetiefe der Artikel, die breite lagerübergreifende Palette der täglichen Empfehlungen sowie die journalistische Qualität der Multipolar-Meldungen, die jede Seite zu Wort kommen lassen, scheinen Neuber komplett entgangen zu sein. Von der großen politischen, gesellschaftlichen und medialen Debatte um die durch Multipolar freigeklagten RKI-Protokolle scheint Neuber ebenfalls noch nie etwas gehört zu haben. Dabei hatte auch Telepolis im vergangenen Jahr darüber in mehreren anerkennenden Artikeln berichtet.)