Norbert Häring:
Man soll die dpa nicht regierungsfinanziert nennen und ihre Faktenchecker nicht Zensoren – Auszug: „Am 10. März hatte ich geschrieben, dass Deutschlands marktbeherrschende Nachrichtenagentur ‚das Staatsgeld leugnet, das ihre Unabhängigkeit untergräbt’. (…) Inzwischen findet sich auf der Netzseite der dpa eine ausführliche Stellungnahme zu dem Vorwurf, die Agentur sei ‚staatsfinanziert‘, nicht allerdings zu dem kaum zu widerlegenden Vorwurf der Lüge über den Sachverhalt. (…) In Vorwärtsverteidigung werden die Kritiker der Falschdarstellung beschuldigt und die eigene Lüge dabei unter den Teppich gekehrt. Ja, sie wird sogar wiederholt: Man nehme keine finanziellen Zuwendungen von staatlichen Stellen an. Dabei wird gleich danach eingeräumt, dass der Vorwurf stimmt, dass man, entgegen der gerade getroffenen Behauptung, Zuwendungen vom Staat annimmt, nämlich ‚projektgebundene Förderungen‘. (…) Die sogenannten Faktenchecker der dpa behaupten ungeniert weiterhin unverändert auf der eigenen Netzseite unter dem Stichwort ‚Aufbau und redaktionelle Grundsätze der dpa‘: ‚dpa erhält keine staatlichen Subventionen oder sonstige finanziellen Zuwendungen. Sämtliche Einnahmen werden auf dem freien Markt erwirtschaftet.‘ Hartnäckige Verbreitung von Falschaussagen, ausgerechnet durch die selbsternannten Wahrheitskontrolleure! Das hat was.“
Overton-Magazin:
Die Lügen der Anderen – Auszug: „Der Kampf gegen Desinformation geht wohl auch mit einem Kabinett unter Führung Friedrich Merz‘ weiter. Wer dachte, dass die noch amtierende Innenministerin endgültig von einer Strategie abgelöst würde, die wieder verstärkt auf rechtsstaatliche Grundprämissen baut, darf sich der Naivität bezichtigen lassen. (…) Man hat spätestens mit den Pandemiejahren damit begonnen, jede Interpretation der Weltgeschehnisse, die nicht dem jeweils gängigen Regierungsnarrativ entsprachen, zu einer gezielten Lüge umzudeuten. Das erlaubte den politisch Mächtigen, alles abseits ihrer Deutung, als einen Akt zu artikulieren, der keinen Anspruch auf den Schutzbereich von Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG stellen dürfe. (…) Es geht um die Aberkennung der Meinung der Anderen und ihres differenten Blickes auf die Umstände und Geschehnisse, die dazu geeignet wären, Debatten zu entfachen, die ganz im Sinne demokratischer Vorstellungen, zu einem gesellschaftlichen Abwägen führen könnten.“
Telegraph:
Starmer’s Ukraine peacekeeping plan dismissed as ‘political theatre’ (Starmers Plan zur Friedenssicherung in der Ukraine wird als „politisches Theater“ abgetan) – Auszug (übersetzt): „Treffen der britischen und französischen Militärchefs in Whitehall weckt Zweifel an der ‚Koalition der Willigen‘. (…) Am Sonntag wiesen ranghohe Militärs die Pläne zurück und erklärten gegenüber The Telegraph, Sir Keir habe sich ‚übernommen‘. (…) Eine ranghohe Armeequelle sagte, es sei ‚nicht im Entferntesten möglich‘, dass in dieser Zeit [bis Ostern] ein Plan zur Unterstützung der Ukraine ausgearbeitet werden könne. (…) Eine Quelle aus dem Verteidigungsbereich (...) fügte hinzu, dass weder die Russen noch die Amerikaner die Koalition unterstützen, die von Großbritannien angeführt wird, und warnte, dass die Koalitionsgespräche durch die Tatsache erschwert werden, dass ‚niemand weiß, was die Mission ist‘. ‚Es gibt etwa 700.000 Russen in und um die Ukraine und über eine Million Ukrainer unter Waffen‘, sagte er. ‚Was soll eine 10.000 Mann starke internationale Truppe, die im Westen des Landes über 400 km von der Frontlinie entfernt stationiert ist, tun?‘“ (Bezahlschranke)
Bonner Wirtschafts-Akademie:
Wirtschafts-Akademie warnt vor KI-Roboterwelle – Auszug: „‚Die Industrie muss sich auf eine neue Ära der Fertigung durch humanoide KI-Roboter einstellen, die alle bisherigen Automatisierungskonzepte in den Schatten stellen wird‘, prognostiziert Harald Müller, Geschäftsführer der Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA). (...) Der entscheidende Unterschied zu bisherigen Automatisierungskonzepten besteht nach seiner Ansicht darin, dass die neue Generation der Industrieroboter dank Künstlicher Intelligenz autonom handeln kann und vielfältig einsetzbar ist. Harald Müller wird deutlich: ‚Wir reden von Humanoiden, die alles können, was ein Industriearbeiter kann, aber viel schwerere Lasten heben, viel schneller und dennoch präziser arbeiten, viel flexibler einsetzbar sind und keine Lohnforderungen stellen.‘ Hinzu kämen vollautonome Fahrzeuge, vom Gabelstapler bis zum Lastwagen, die keine Fahrer mehr benötigten‘. (...) ‚Die neuen KI-Roboter (...) können durch Maschinelles Lernen binnen Sekunden jede neue Tätigkeit erlernen und sofort ausführen.‘ (...) ‚Der industrielle Kern Deutschland als Grundlage unseres Wohlstands steht auf dem Spiel. Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften müssen zügig handeln‘, so Müller.“
Daily Mail:
Labour minister 'rubbished' spy chief's secret dossier on Wuhan lab leak theory during pandemic despite Boris demanding probe... to 'avoid offending China' (Minister der Labour-Partei hat das geheime Dossier des Geheimdienstchefs zur Theorie eines Laborlecks in Wuhan während der Pandemie „verworfen“, obwohl Boris eine Untersuchung forderte … um „China nicht zu verärgern“) – Auszug (übersetzt): „Dem damaligen Premierminister Boris Johnson [wurde] im März 2020 ein geheimes Dossier von Sir Richard Dearlove, dem ehemaligen Chef des MI6, übergeben. Darin hieß es: ‚Es besteht mittlerweile kein vernünftiger Zweifel mehr daran, dass Covid-19 im Wuhan Institute of Virology entwickelt wurde.‘ (…) Die Quelle sagte: ‚Boris hält es für möglich, dass die Wissenschaftler die Theorie des Laborlecks ablehnten, weil sie sich vor öffentlicher Feindseligkeit gegenüber der Wissenschaft fürchteten. Sie wollten keine Geschichten über Frankenstein-Viren, die eine Gefährdung der Forschungsfinanzierung bedeuten würden. Er vermutet auch, dass sie Angst hatten, ihre internationalen Partner zu verärgern.‘ (…) Die Quelle aus dem Umfeld von Herrn Johnson sagte, er vermute, die Wissenschaftler hätten auch Angst gehabt, Anthony Fauci zu verärgern. (…) Die Quelle sagte: ‚Die Wahrheit ist, dass das Covid-19-Virus nicht nur chinesisch, sondern auch teilweise amerikanisch war. Es war eine chinesisch-amerikanische Chimäre.‘“
Frankfurter Rundschau:
Corona-Pandemie vernichtete mehrere Millionen Lebensjahre – Schweden kam am besten davon – Auszug: „Die wenigsten verlorenen Lebensjahre pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner verzeichnete Schweden mit 19,8, gefolgt von Dänemark (20,7) und der Schweiz (26,4). Die meisten verlorenen Lebensjahre gab es in Estland (108,9), Polen (108,0) und Spanien (100,3). Im Mittelfeld liegen Deutschland, Belgien, Großbritannien und Österreich. (…) Von den verlorenen 16,8 Millionen Lebensjahren seien 3,6 bis 5,3 Millionen auf indirekte Pandemie-Folgen zurückzuführen, schreiben (…) [britische Forscher]. (…) Nach Ansicht der Forschenden könnten dafür längerfristige und teils indirekte Auswirkungen der Pandemie verantwortlich sein, die ‚möglicherweise auf Störungen der Gesundheitsversorgung und der Versorgung von Nicht-Covid-Erkrankungen sowie auf unbeabsichtigte Folgen der Eindämmungsmaßnahmen‘ zurückzuführen seien.“
Norbert Häring:
Washington geht gegen Kontokündigungen vor, bei uns greifen sie weiter um sich – Auszug: „In den USA, wo die Rechten als bisher bevorzugte Opfer des sogenannten ‚Debankin‘ nun den Präsidenten stellen und an der Regierung sind, hat sich seither der Wind gedreht. Die größte Bank, JPMorgan Chase, hat laut Reclaim the Net einer Änderung der Geschäftspolitik zugestimmt, die Kunden vor der Verweigerung von Bankdienstleistungen aufgrund ihrer politischen oder religiösen Ansichten und Äußerungen schützen soll. (…) Der Vorsitzende des Bankenausschusses im US-Senat, Tim Scott, hat mit anderen Senatoren einen Gesetzesantrag eingebracht, der eine mutmaßliche regulatorische Ursache der üblen Praxis beseitigen soll. (…) [In Europa] gibt es bisher kaum Bestrebungen, gegen unbegründete Kontenkündigungen und deren Ursachen vorzugehen.“
Aya Velázquez (2024):
„SARS-CoV-2 kommt aus einem US-Labor“ – Interview mit dem US-amerikanischen Lab Leak Forscher Jim Haslam, Teil 1 (Video, 47 min, sowie begleitender Artikel) – Auszug: „In Teil 1 sprechen wir über die Grundlagen der Labortheorie: Den DARPA-DEFUSE-Antrag, die Furinspaltstelle, die RaTG13-Sequenz, den ‚Cover Up‘ - die nachweisbare Vertuschung des Laborursprungs von SARS-CoV-2 durch namhafte Virologen, die wichtigsten Protagonisten rund um den Lab Leak wie Peter Daszak, Ralph Baric, Linfa Wang, Danielle Anderson, Zhengli Shi und Vincent Munster - die Bedeutung von Fledermausforschung für die Virologie, und schlussendlich das Thema ‚selbstausbreitende Impfstoffe‘.“
Russisches Außeministerium:
Interview des Außenministers der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, mit den amerikanischen Bloggern Mario Naufal, Larri Johnson und Andrew Napolitano – Auszug: „Ich denke, dass das, was derzeit in den USA passiert, als eine Rückkehr zur Normalität beschrieben werden kann. (…) Was mich beunruhigt, ist das, was ich weiterhin von Menschen höre, die wichtige Posten innehaben. Ich erinnere mich, wie die Vereinigten Staaten 1972 unter Präsident Richard Nixon zynisch die Beziehungen zu China entwickelten. Dies wurde mit dem klaren Ziel getan, zu versuchen, die UdSSR und die Volksrepublik China gegeneinander auszuspielen. Ich habe das von mehreren Leuten gehört. Ich weiß, dass Elbridge Colby, der der drittwichtigste Mann im US-Verteidigungsministerium sein wird (er ist ein Kandidat für den Posten des stellvertretenden Verteidigungsministers), dies genau so sieht. Sie sehen in China den Feind und glauben, dass sie einen Keil zwischen Russland und China treiben können und Russland wieder als Keil gegen China einsetzen können. Das ist Unsinn.“
t-online:
Corona wohl aus dem Labor: Damit hat der Kanzler dem Land geschadet – Auszug: „Wenn Corona aus dem Labor stammte, hatten Leute recht, die lange als Verschwörungstheoretiker beschimpft wurden. Auch das muss eine Pandemie-Lehre sein: Wir müssen zurück zu einer Gesellschaft, die freies Denken, Kritik und Meinungsfreiheit belohnt statt bestraft. (…) Ich erinnere mich gut an eine Begegnung während der Pandemie, in der mir jemand, der für die Politik ‚modellierte‘ – also versuchte, vorauszusagen, wie hoch die Infektionszahlen in der näheren Zukunft sein würde – in einem Hintergrundgespräch offen sagte, stets jeweils nur das dramatischste von mehreren errechneten Modellen zu präsentieren, und zwar ‚um die Menschen dazu zu bewegen, zu Hause zu bleiben‘. Es war eine Person, die von Tausenden in Deutschland als unbestechlicher, anständiger Mensch aus der Wissenschaft wahrgenommen wurde, und die regelmäßig im Fernsehen zu sehen war. (…) Auch interessierte Bürger, die sich eine eigene Meinung leisten, und Intellektuelle, die gelegentlich gegen den Strom zu schwimmen bereit sind, sind bei der Suche hilfreich. So funktioniert eine aufgeklärte Gesellschaft. Es wird Zeit, dass wir wieder eine werden.“
Alexander Wallasch:
Prof. Wiesendanger über späte BND-Enthüllungen: Ausgerechnet Drosten soll ermitteln! – Auszug Wiesendanger: „Und das ist der eigentlich verwerfliche Punkt, den ich kritisiere. Dass, obwohl man schon seit 2020 wusste, dass es diese hohe Wahrscheinlichkeit für einen nicht natürlichen Ursprung gibt, dass man noch im letzten Jahr im Rahmen einer Bundestagsdebatte von fast allen politischen Parteien argumentiert hat, das sei ja vollkommen aus der Luft gegriffen, so nach dem Motto: Wir wissen ja, dass es eine rechte Verschwörungstheorie ist. Und man nicht bereit war, über dieses ganz, ganz wichtige Thema dieser hoch risikoreichen Gain-of-function-Forschung überhaupt nur ansatzweise zu diskutieren, geschweige denn entsprechende notwendige Maßnahmen dazu zu treffen.“
Frankfurter Allgemeine:
Spitzenreiter Deutschland: Regierungen fragen massenhaft Nutzerdaten an – Auszug: „Wie aus Daten des E-Mail-Anbieters Proton Mail hervorgeht, fragen Regierungen in weitaus höherem Maß Nutzerdaten bei großen Technologieunternehmen [Google, Meta, Apple] an als noch vor zehn Jahren. (…) Die Regierungen müssten aufgrund des ‚Überwachungskapitalismus‘ kaum mehr selbst Überwachung durch Geheimdienste betreiben: ‚Wir beobachten einen Trend in demokratischen Ländern, bei dem Strafverfolgungsbehörden dazu tendieren, so viele elektronische Daten wie möglich anzufordern‘, schreibt [Raphael] Auphan, [Verantwortlicher im Vorstand von Proton für das operative Geschäft]. (…) Die drei voraussichtlichen Regierungsparteien CDU, CSU und SPD geben in ihren Wahlprogrammen für die zurückliegende Bundestagswahl an, die Befugnisse der Strafverfolgungsbehörden im digitalen Bereich ausweiten zu wollen. (…) Während die Union dies vor allem im Kampf gegen Terroranschläge und sexuelle Gewalt gegen Kinder nutzen möchte, legt die SPD den Schwerpunkt auf den Kampf gegen ‚Hass und Hetze‘ im Internet.“
Welt:
Ethikrat in der Pandemie: Der eine „knackige“ Artikel, den Alena Buyx nicht fand – Auszug: „Eine interne Mail aus dem Kanzleramt sorgt für harte Kritik. Im November 2020 wurde die Ethikrat-Vorsitzende Alena Buyx um eine Einordnung zu harten Lockdowns gebeten. (…) ‚Auf Ihre Bitte habe ich geschaut, ob es ‚den‘ Ethikartikel zur Pandemie gibt’, schreibt Buyx. Zwar gebe es eine ‚unüberschaubare Ethik-Literatur‘. Aber ‚zur Abwägung von Lockdowns/Verhältnismäßigkeitsfragen gibt es leider den einen knackigen Artikel nicht‘. Kleiner Trost: Wenn sie Zeit finde, teilt Buyx mit, schreibe sie selber einen Artikel. Der Mail sind fünf Dokumente angefügt, (…). Alle Papiere haben zweierlei gemeinsam: die ethischen Fragen, die zu diesem Zeitpunkt offen lagen, spielen kaum eine Rolle, und in allen Publikationen werden durchweg harte Maßnahmen empfohlen. Davon setzt sich nur die beigefügte Stellungnahme des deutschen Ethikrats vom Frühjahr 2020 ab, als er noch nicht unter Buyx’ Leitung stand.“ (Bezahlschranke)
Bild:
Ex-Staatsepidemiologe Tegnell in BILD: Darum ging Schweden nicht in den Corona-Lockdown – Auszug: „‚Wir haben gesehen, dass in Ländern mit Lockdowns weiterhin eine sehr hohe Verbreitung des Virus zu verzeichnen ist, dass viele Menschen sterben. Wir konnten also schon sehr früh erkennen, dass Lockdowns keinen dramatischen Unterschied bei der Verbreitung der Krankheit machten‘, erklärt Tegnell. (…) Am wichtigsten war es für Tegnell, die Kinder zu schützen. Aber nicht vor Corona, sondern vor den Lockdowns. ‚Wir haben Schulen nicht geschlossen, weil Schulschließungen sehr gefährlich für die Gesundheit der Kinder sind.‘ (…) ‚Eigentlich waren es die anderen Länder, die etwas völlig anderes gemacht haben', sagt Tegnell ganz ruhig. ‚Wir sind dem normalen Pandemieplan gefolgt.‘ Es habe ihn ‚wirklich überrascht, dass viele Länder glaubten, die in China angewandten Maßnahmen würden auch in Europa funktionieren‘. Tegnell: ‚Wir haben in Schweden viel Erfahrung damit, dass wir wirklich unseren eigenen Weg finden müssen.‘ Vielleicht ist das die größte Lehre aus Tegnells Verhalten, auch wenn er zu bescheiden ist, um anderen Ländern Ratschläge zu erteilen: Wenn alle Welt in eine Richtung rennt, sollte man einen kühlen Kopf bewahren.“
Zeit:
Tiefrot als „Geheim“ gestempelt – Auszug: „Das Coronavirus, davon ist der BND [im Jahr 2020] nach Auswertung aller Indizien überzeugt, stammt wahrscheinlich aus einem chinesischen Labor. (…) [BND-Chef] Bruno Kahl, trägt sie [die Erkenntnisse] deshalb noch im Jahr 2020 im Kanzleramt vor, beim für die Nachrichtendienste zuständigen Staatssekretär Johannes Geismann. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) wird ebenfalls eingeweiht – und dem Vernehmen nach auch die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. (…) Im Kanzleramt entscheidet man sich dafür, nichts zu tun. Weder die WHO noch das dafür zuständige Gremium im Bundestag werden informiert. Der BND wird zum Schweigen verpflichtet. (…) Als im Herbst 2021 (…) mit Olaf Scholz ein neuer Bundeskanzler ins Kanzleramt einzieht, hofft man im BND auf mehr Unterstützung. BND-Präsident Kahl nimmt den Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt (SPD) gleich in den ersten Wochen der neuen Regierung zur Seite und berichtet, dass seine Behörde davon ausgehe, dass das Virus aus dem Labor stamme. (…) Scholz’ Leute bitten den BND, die Laborthese zunächst in aller Diskretion mit Drosten zu diskutieren. Doch dazu kommt es nicht, aus einer schwer erklärbaren Mischung aus Geheimniskrämerei des Dienstes, persönlichen Vorbehalten und Misstrauen. (…) Nach einer Anfrage von ZEIT und Süddeutscher Zeitung und der Ankündigung, diese Recherche zu publizieren, entschied sich das Kanzleramt Ende vergangener Woche, möglichst bald den Bundestag und die WHO in das Geheimprojekt einzuweihen.“
NachDenkSeiten:
Festnahme des aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten in Rumänien: Das soll Demokratie sein? – Auszug: „Das Paradoxe an der Situation ist, dass die rumänische Führung, die eindeutig eine transatlantische Politik verfolgt und eine US-Militärbasis beherbergt, jetzt von dem Umfeld von Donald Trump aufs Schärfste angegriffen wird und Rumänien als Beispiel für das Versagen der europäischen Demokratien anführt. (…) Die vielleicht wichtigste Lehre aus dem Skandal um Rumänien seit Ende letzten Jahres ist, dass die Konfrontation zwischen dem Westen und dem Rest der Welt inmitten der geopolitischen Neuausrichtung eine immer schärfere Wendung nimmt, nämlich zur Konfrontation zwischen Patrioten und Liberalen innerhalb des westlichen Blocks wird. (…) Der liberale Mainstream ignoriert die vielgepriesenen europäischen Werte, um zu verhindern, dass die souveränistischen Kräfte an die Macht kommen. Ein verzweifelter Kampf ist im Gange, denn die Kräfte, die sich gerne als fortschrittlich bezeichnen, spüren, wie ihr Einfluss schwindet.“
Welt (2024):
Der Tag, an dem das RKI die Wissenschaft verriet – Auszug: „Die RKI-Experten (…) waren sich [im Mai 2020 bei internen Beratungen] rasch einig: Die [politische] Forderung [nach einem Inzidenzgrenzwert] ‚wird aus fachlicher Sicht weitgehend abgelehnt‘. Aus den Protokollen geht nun aber hervor, dass die eigentlich unabhängigen Berater der Bundesregierung das Feld wechselten und zum Politischen übergingen. Welche Konsequenzen könnte es haben, so fragte man in die Runde, wenn das RKI bei der wissenschaftlichen Wahrheit bliebe, wenn man also Kanzleramt und Minister reinen Wein einschenkte? Aus den Papieren geht hervor, dass dem RKI der Mut zum Widerspruch fehlte. ‚Kommt das RKI der politischen Forderung nicht nach‘, so heißt es im Protokoll, würden Konsequenzen drohen. Es bestehe das Risiko, dass politische Entscheidungsträger ‚selbst Indikatoren entwickeln‘ oder ‚das RKI bei ähnlichen Aufträgen nicht mehr einbinden'. Damit fiel die letzte Instanz aus, die die Bundesregierung vor einer Fehlentscheidung hätte bewahren können. (…) Epidemiologe Klaus Stöhr wundert sich (…) über die Ängstlichkeit in der Behörde: ‚Offensichtlich traute man sich im RKI nicht, dem politischen Druck fachlich zu begegnen.‘ Stöhr ist ernüchtert: ‚Soviel zum ,Follow the science‘ der Politik.’“
31. März 2025