Empfehlungen September 2023

NachDenkSeiten: Der Fußball wird multipolar – kein Grund zur Freude, aber auch kein Grund für Moralpredigten – Auszug: „Mit Ronaldo, Neymar und Karim Benzema wechselten nun bereits drei Weltstars des Fußballs in die Wüste Saudi-Arabiens. Zahlreiche – oft sogar jüngere – Topstars aus der ersten Reihe folgten. Und dies ist erst der Anfang. Der saudische Staatsfonds soll bis zum Jahr 2030 die unvorstellbare Summe von 20 Mrd. Euro allein für Transfers zur Verfügung gestellt haben; die astronomischen Gehälter für die Stars sind da noch nicht einmal mit eingerechnet. (…) Wie bei so vielen anderen Dingen haben sich die Kräfteverhältnisse global verschoben. Europa ist nicht mehr der Nabel der Welt und wird dies auch im Fußball womöglich bald auch nicht mehr sein. (…) Europäisch ist am europäischen Spitzenfußball schon lange nichts mehr. Erst waren es milliardenschwere russische Oligarchen und amerikanische Finanzakrobaten, die sich Stück für Stück die Filetstücke des britischen Profifußballs kauften, später entdeckten die Ölscheichs rund um den Persischen Golf und Milliardäre aus Asien, dass Fußballvereine in Europa ein spaßbringenderes Investment als Rennkamele sind. (…) Im letzten Finale der UEFA Champions League siegte so mit Manchester City ein Klub, der sich im Besitz der Herrscherfamilie des arabischen Emirats Abu Dhabi befindet, über Inter Mailand, einem Klub, dessen Besitzer ein chinesischer und ein indonesischer Milliardär sind. Auch wenn in Europa gespielt wird – der ganze Zirkus gehört schon längst Arabern und Asiaten. (…) Das 21. Jahrhundert wird multipolar und asiatisch. Warum sollte das beim Fußball anders sein?“

Zeit: „Es gibt keine Hinweise auf False-Flag-Operationen“ – Auszug: „Die Recherchen der ZEIT, Süddeutscher Zeitung und ARD zu Nord Stream haben in der Ampelkoalition die Diskussion um die Ermittlungen zur Sprengung der Pipeline befeuert. Der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner forderte von den deutschen Behörden rasche Aufklärung. ′Die Ermittlungen dürfen nicht beeinflusst werden und müssen uns zur Wahrheit führen, auch wenn sie politisch unbequem ist‵, sagte Stegner ZEIT ONLINE: ′Je länger die Ermittlungen andauern, desto stärker blühen Verschwörungstheorien. Es wird Zeit, dass der Generalbundesanwalt Erkenntnisse präsentiert.‵ (...) Die Ermittlungen sind politisch brisant. (…) Sollten staatliche Stellen in der Ukraine von dem Anschlag auf die Pipeline (...) gewusst haben oder gar daran beteiligt gewesen sein, so könnte dies politische Folgen für das Verhältnis Deutschlands zur Ukraine haben. (…) Stegner betont: ′Die Frage von Waffenlieferungen hat mit den Ermittlungsergebnissen zu Nord Stream nichts zu tun. Wir werden die Ukraine weiter unterstützen.‵ Zugleich gibt er zu bedenken: ′Allerdings könnten die Erkenntnisse Folgen auf dem zweiten Schlachtfeld haben, der öffentlichen Meinung in westlichen Demokratien. Die Unterstützung für die Ukraine könnte dadurch geschwächt werden.‵ Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Johann Wadephul, sieht in den vorliegenden Indizien zum Anschlag ′keine verwertbaren Grundlagen für belastbare Schlussfolgerungen‵ mit Blick auf weitere Waffenlieferungen. Auch er pochte auf die Eigenständigkeit der ermittelnden Behörde.“

BR: Landtagswahl – Können unsere Stimmen geklaut werden? Bei der Wahl in Bayern kommt Computertechnik zum Einsatz. Was mit den Wahlstimmen passiert, ist deshalb manchmal nicht leicht nachvollziehbar – Auszug: „Trotzdem setzen fast alle Städte und Gemeinden inzwischen Software ein, um die Ergebnisse, die sie aus den Wahllokalen erhalten haben, weiter nach oben zu berichten. Dabei werden die Kommunen meist von einem Unternehmen betreut, der AKDB (Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern), einem halbstaatlichen Unternehmen, das eine spezielle Wahl-Software anbietet. Das Programm heißt Elect und stammt vom Berliner Unternehmen VoteiT, an dem die AKDB wiederum finanziell beteiligt ist. Elect wird laut AKDB bei der Auszählung in den meisten Gemeinden und Stimmkreisen eingesetzt. Von dieser Software hängt also viel ab. (…) Jemand, der sich mit reinen Beteuerungen nicht zufriedengeben und es genau wissen will, ist Snoopy. Er ist White-Hat-Hacker, also ein Sicherheitsexperte, der seine Dienste anbietet, um bei Unternehmen oder Behörden zu schauen, was schiefgehen könnte und wo die Schlupflöcher in ihren Netzwerken sind. Snoopy spricht bei den Landtagswahlen von einem ‚kybernetischen Nebel‘. Tatsächlich wisse man nach den Wahlämtern bei den Folge-Etappen nicht mehr genau, was mit den Stimmen passiert. Das liegt seiner Ansicht schon daran, dass die Software, die eingesetzt werde, nicht Open Source sei. Der Code ist also geheim und wie die Software wirklich tickt oder ob Fehler einprogrammiert worden, das kann niemand von außen nachvollziehen.“

Evangelische Zeitung: Corona-Impfstoffe: Ärzte und Forscher äußern Bedenken – Auszug: „Der Münchner Immunologe Peter Schleicher betreut in seiner Arztpraxis derzeit 1.000 Patienten. Etwa 30 von ihnen haben ‚Turbokrebs‘, wie er sagt. Das bedeutet: ‚Der Krebs wächst unglaublich schnell‘, berichtete Schleicher dem Evangelischen Pressedienst (epd). So viele ‚Turbokrebspatienten‘ gleichzeitig habe er noch nie gehabt. Laut Schleicher wurde der Krebs bei allen 30 Patienten im ersten Vierteljahr nach ihrer letzten Corona-Impfung diagnostiziert. Er vermutet seit langem, dass mRNA-Impfstoffe das Immunsystem beeinträchtigen können, sodass krankhafte Zellen im Körper nicht mehr effektiv bekämpft werden könnten: ‚Das erklärt nach meiner Ansicht, warum die Tumore in Windeseile wachsen.‘ (…) ‚Bereits im Herbst 2021 hatte ich den Verdacht, dass die Corona-Impfstoffe Turbokrebs hervorrufen können‘, sagte Ute Krüger dem epd. Die Krebsepidemiologin, die sich 2004 am Brustkrebszentrum Oskar-Ziethen-Krankenhaus in Berlin zur Brustkrebspathologin spezialisierte, forscht aktuell an der schwedischen Lund-Universität. Sie habe seit einiger Zeit mit Krebspatienten zu tun, die äußerst merkwürdige Verläufe gezeigt hätten. Die Krebsspezialistin verweist etwa auf eine 70-jährige Frau, die mehrere Jahre mit metastasierendem Brustkrebs lebte: ‚Kurz nach der Impfung gegen Covid-19 explodierte das Tumorwachstum in ihrer Leber.‘ Innerhalb eines Monats sei die Patientin gestorben. Chemie-Professor Andreas Schnepf von der Uni Tübingen hält die Corona-Impfungen ‚für viel gefährlicher als offiziell dargestellt‘, wie er dem epd sagte.“

n-tv: Reisners Blick auf die Front: „Putin will die ukrainische Offensive vor dem Winter stoppen“ – Auszug: „Das ISW [US-amerikanische Denkfabrik Institute for the Study of War] betont selbst, dass der Einbruch der Verteidigungslinie selbst noch kein operativer Durchbruch ist und man vor dem Winter auch kein schnelles Vorstoßen der Ukraine mehr erwarten sollte. Heißt das, dass wir uns auf eine lange Offensive einstellen müssen, die mit kleinen Erfolgen bis Ende des Jahres oder Anfang Frühjahr 2024 weitergehen wird? [Markus Reisner:] Es ist das erste Mal, dass das ISW das in dieser Art und Weise darstellt. Sie sprechen zum ersten Mal davon, dass der Durchbruch nicht erreicht worden ist. Die Offensive, die seit dem 4. Juni läuft, hat bis jetzt nicht den gewünschten Erfolg gebracht, nämlich genau diesen Durchbruch, der wie ein Dammbruch funktionieren sollte. In Anbetracht des bald eintretenden Regens ist die ukrainische Offensive praktisch vom Scheitern bedroht. (…) Das tiefgestaffelte russische Verteidigungssystem ist so angelegt, dass sich die ukrainischen Angreifer von Linie zu Linie abnutzen. Es kann also sein, dass die Ukraine jetzt die erste Linie durchbricht, aber dann in der zweiten und dritten Linie hängen bleibt. (…) Hier gibt es genug Beispiele aus der Vergangenheit, zum Beispiel aus dem Zweiten Weltkrieg. Bei der ‚Wiener Operation‘, als die Rote Armee ihren sowjetischen Vorstoß auf Wien startete, ist die deutsche Wehrmacht zuvor bei der Plattenseeoffensive auch in tief gestaffelten Verteidigungslinien abgefangen worden.“

ZDF: Kanadisches Parlament: SS-Soldat zu Selenskyj-Besuch eingeladen – Auszug: „Parlamentspräsident Anthony Rota sagte, er übernehme die volle Verantwortung. Er habe weder die ukrainische Delegation noch andere Abgeordnete vorab über seinen Plan informiert. Das Büro von Premierminister Justin Trudeau begrüßte die Entschuldigung und versicherte, auch Trudeau habe nichts von Rotas Vorhaben gewusst.“ (Anmerkung Stefan Korinth: Diese Behauptungen sind äußerst zweifelhaft. Einserseits wurden die Teilnehmer an der Veranstaltung im Vorhinein überprüft. Andererseits ist man in Kanada bei Personen aus der dortigen ukrainischen Exil-Gemeinde stets vorgewarnt, denn diese gründet in erheblichen Teilen auf nationalistischen Ukrainern, die nach dem Zweiten Weltkrieg dorthin geflohen sind – z.B. viele der überlebenden Mitglieder der SS-Division Galizien. Trudeaus stellvertretende Premierministerin Chrystia Freeland ist selbst Enkelin des ukrainischen Nazi-Propagandisten Michael Chomiak, was in den vergangenen Jahren in Kanada mehrfach öffentliches Thema war. Auch Selenski musste bei der Vorstellung des Veteranen wissen, um was für eine Art „Freiheitskämpfer“ es sich da handelt. Denn es gab nur faschistische ukrainische Einheiten, die im Zweiten Weltkrieg „gegen die Russen“ gekämpft haben. Alle anderen Ukrainer kämpften auf Seiten der Sowjetunion. Das ist in der Ukraine allgemein bekannt. Man erkennt an dem Vorgang zudem wie irrelevant Selenskis eigene jüdische Identität im Zusammenhang mit ukrainischen Nazis ist. Er hat überhaupt kein Problem damit, einem ehemaligen SS-Mann und potenziellen Mörder seiner Vorfahren zuzujubeln.)

Eurasia Daily Monitor: Russian Influence Fades in the Multi-Aligned South Caucasus (Russischer Einfluss schwindet im bündnisreichen Südkaukasus) – Auszug (übersetzt): „(...) seit dem Beginn der groß angelegten Invasion ist Moskau in seiner Außenpolitik immer unberechenbarer geworden und hat die Transitrouten, die es jahrzehntelang beherrscht hat, effektiv unterbrochen. Jetzt muss der Kreml mit seinen Nachbarn vorsichtiger umgehen. In den Beziehungen zu Baku beispielsweise war Moskau in letzter Zeit geduldiger, da Aserbaidschan eine Schlüsselposition bei der Unterstützung des russischen Ausbaus des internationalen Nord-Süd-Transportkorridors einnimmt. Die Beziehungen Russlands zu Armenien haben sich infolgedessen erheblich verschlechtert. (...) Selbst in seinen Beziehungen zu Georgien hat Russland eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die die Unterstützung seiner Ziele in der georgischen Bevölkerung beeinträchtigt haben. (…) Die vielleicht folgenreichste Veränderung in der regionalen Dynamik hat sich mit der zunehmenden Wirksamkeit des Engagements anderer externer Mächte vollzogen. Der türkische Einfluss hat durch den Ausbau der Beziehungen zu Baku und Tiflis sichtbar zugenommen. (…) Russlands regionaler Einfluss wurde auch durch die verstärkte Aufmerksamkeit des Irans für den Südkaukasus beeinträchtigt. (…) Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat auch nicht-regionalen Mächten wie China die Tür geöffnet, um die bilateralen Beziehungen in der Region auszubauen. (…) Auch der Westen ist bei den Ländern der Region vorstellig geworden.“

Frankfurter Allgemeine: Die Vertreibung Chinas aus deutschen Netzen (Bezahlschranke) – Auszug: „Wenn es nach der Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) geht, sollen vom 1. Januar 2026 an keine kritischen Bauteile von chinesischen Zulieferern in deutschen 5-G-Mobilfunknetzen zu finden sein. Im sogenannten Kernnetz von Vodafone, Telefónica und der Deutschen Telekom sollen die Komponenten vollständig verboten werden, dabei geht es nicht nur um Komponenten, die neu eingebaut werden, sondern auch um solche, die schon in den Netzen der Anbieter eingesetzt werden. Darüber hinaus soll im Zugangs- und Transportnetz die ′strukturelle Abhängigkeit von Komponenten der Hersteller Huawei und ZTE‵ bis zum 1. Oktober 2026 reduziert werden (...), nur noch ein Viertel der Teile dürfe dann von den beiden chinesischen Herstellen kommen. Nach dem Plan aus dem Bundesinnenministerium gelten Sonderregeln für Berlin und an Rhein und Ruhr, wo die Anbieter komplett ausgeschlossen werden sollen, um Risiken für Regierungsstellen und die Wirtschaft zu vermeiden. (...) Die drei Netzbetreiber (...) zeigten sich am Mittwoch von den Regierungsplänen nicht begeistert (…). Die Netzbetreiber sorgen sich (...) darum, dass sie im Falle der Untersagung an schon bestehende Infrastruktur heran müssten, hinter vorgehaltener Hand wird von ′durchs Land wandernden Funklöchern‵ gesprochen, die durch eine Technikumstellung entstehen könnten. Von der Telekom heißt es auch öffentlich, dass sich für das Unternehmen nicht erschließe, warum deutschen Mobilfunkkunden vom Bundesinnenministerium ′ohne Not wesentliche Qualitätsverluste zugemutet werden sollen‵.“

Neue Zürcher Zeitung: Die Verachtung der deutschen Elite für das Volk ist eine Realität – Berlin-Kreuzberg sei nicht Deutschland, mit dieser Aussage hat der CDU-Politiker Friedrich Merz eine aufgeregte Debatte angestossen. Die „FAZ“ schreibt von einer „Anstiftung zum Bürgerkrieg“. Kein Grund zur Beunruhigung – Auszug: „Die gegenwärtige deutsche Regierung will gesellschaftliche Veränderungen nicht nur antizipieren, sie treibt sie forsch voran. In vielem ist der Wunsch erkennbar, politische Avantgarde zu sein. Mit der freien Geschlechtswahl, einer quasi grenzenlosen Asyl-Aufnahme-Politik, einer feministischen Aussenpolitik, der Propagierung einer Vielfaltsideologie und rigorosen Heizvorschriften punktet sie vielleicht bei einem progressiven, urbanen Milieu, löst bei vielen Leuten im Land aber auch Ablehnung aus. Zum Idealismus kommt die Volksverachtung, die sich in der deutschen Elite immer wieder artikuliert und die erstaunlicherweise bei vielen Medien akzeptiert ist und sogar Zuspruch findet. 2015 trennte der damalige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck Deutschland in zwei Sphären: Er sprach von einem ′hellen Deutschland‵ und von ′Dunkeldeutschland‵, einem Deutschland der Flüchtlingshelfer und der Fremdenfeinde. Vor wenigen Wochen bezeichnete Bundeskanzler Olaf Scholz angebliche oder tatsächliche Friedensaktivisten als ′gefallene Engel, die aus der Hölle kommen‵. In der Corona-Zeit gewannen Slogans wie ′Tyrannei der Ungeimpften‵ breite Akzeptanz. Das ganze Land sei ′in Geiselhaft dieser Menschen‵, sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Diese verbale Herabsetzung von Teilen der Bevölkerung hat ein grosses Zertrümmerungspotenzial, in vielen Fällen übernimmt die AfD die Wähler dankend.“

Tablet: Blowing the COVID Cover-up Wide Open – A CIA whistleblower pulls back the curtain on COVID’s origins in the shadowy world of U.S. biodefense programs (Die COVID-Vertuschung wird aufgedeckt – Ein CIA-Whistleblower lüftet den Vorhang über die Ursprünge von COVID in der Schattenwelt der US-amerikanischen Bioabwehrprogramme) – Auszug: „Sicher ist (...), dass eine massive offizielle Vertuschung stattgefunden hat. Es gibt Beweise dafür, dass Anthony Fauci die Öffentlichkeit wissentlich getäuscht hat, dass akademische Wissenschaftler und ehemals angesehene Wissenschaftszeitschriften mit ihm bei dieser Täuschung zusammengearbeitet haben und dass Wissenschaftler, die das Virus im National Center for Medical Intelligence der Defense Intelligence Agency untersuchten, zensiert wurden, als sie zu dem Schluss kamen, dass das Virus höchstwahrscheinlich aus einem Labor stammt. Jetzt scheint es Beweise dafür zu geben, dass auch die CIA daran beteiligt war. Was wir immer noch nicht wissen, ist, was genau vertuscht wurde. China ist kein Verbündeter der USA. Warum also sollte die CIA Beweise dafür vertuschen, dass das Virus möglicherweise aus einem Labor der chinesischen Regierung stammt? Die Antwort könnte damit zu tun haben, dass das berüchtigte Wuhan Institute of Virology von der United States Agency for International Development (USAID) finanziert wurde - was insofern von Bedeutung ist, als die USAID zwar nominell Amerikas Auslandshilfsorganisation ist, aber jahrzehntelange Verbindungen zur CIA hat und in der Vergangenheit als Aushängeschild für den Geheimdienst fungierte.“

Welt: Scholz attackiert Putin ungewöhnlich scharf im UN-Sicherheitsrat – Auszug: „Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin in seiner ersten Rede vor dem UN-Sicherheitsrat scharf attackiert. ′Der Grund dafür, dass das Leid in der Ukraine und überall auf der Welt andauert, ist erschütternd einfach: Russlands Präsident will seinen imperialistischen Plan zur Eroberung seines souveränen Nachbarn, der Ukraine, umsetzen“, sagte Scholz am Mittwoch vor dem mächtigsten UN-Gremium in New York. Er forderte Putin auf, der Aufforderung der UN-Vollversammlung nachzukommen, seine Truppen abzuziehen und so den Krieg zu beenden. ′Bis heute wurde sie nicht beantwortet. Nichts tönt heute lauter als Russlands Schweigen als Reaktion auf diesen globalen Friedensappell‵, sagte Scholz. (...) Wie schon am Dienstagabend vor der Vollversammlung stellte sich Scholz zwar hinter Friedensbemühungen, warnte aber auch vor einer Schein-Lösung des Konflikts. ′Frieden ohne Freiheit ist Unterdrückung. Frieden ohne Gerechtigkeit ist ein Diktat‵, sagte er. ′Je entschiedener wir uns für einen gerechten Frieden einsetzen und je geeinter wir in unserer Ablehnung der russischen Aggression zusammenstehen, desto früher wird dieser Krieg beendet sein.‵ Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte zuvor mit schweren Vorwürfen an den Westen auf den Auftritt von Selenskyj reagiert. In der Rhetorik der westlichen Gegner Russlands höre man die Slogans ′Invasion‵, ′Aggression‵, ′Annexion‵ und nicht ein Wort über die Ursachen der Probleme, sagte Lawrow im UN-Sicherheitsrat.“

Cicero: Ein kritisches Wort, schon bist du Rechtspopulist. Der Demokratie-Monitor der Uni Hohenheim bescheinigt den Deutschen ein hohes Maß an rechtspopulistischen Einstellungen – Auszug: „Interessant an der Studie ist weniger ihr Ergebnis. Die angebliche Verbreitung rechts- oder linkspopulistischer Ansichten in der Bevölkerung kann man mithilfe entsprechender Fragen beinah nach Belieben hoch- und runterregeln. (…) Spannend an dieser Umfrage ist zunächst die Bewertung. Noch vor wenigen Jahrzehnten und mit Blick auf ein linkes Politmilieu hätte man solche Umfrageergebnisse vermutlich als Ausdruck von politischer Mündigkeit, Systemkritik und demokratischer Reife gefeiert. Dass etwa Konzerne, Lobbyisten und Politik systematisch das Volk betrügen, gehörte damals zum kleinen Einmaleins jedes sich kritisch wähnenden Linken. (…) Als rechtspopulistisch im Sinne der Studie ist also jemand, der den etablierten Medien und insbesondere dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk kritisch gegenübersteht (…). Ist es ferner wirklich rechtspopulistisch oder nicht doch eine recht realistische Sicht der Dinge, wenn viele Bürger den Eindruck haben, nicht die von ihnen gewählten Abgeordneten, sondern internationale Organisationen, Stiftungen, Thinktanks und NGOs bestimmten die politischen Agenden? (…) Glaubt man den Zwischentönen der Studie, würden in einer idealen Demokratie Wissenschaftler, Fachleute, Parteien und ‚zivilgesellschaftliche Organisationen‘ einfach ihre Agenda durchziehen – was immer das Wahlvolk davon hält. Oder besser noch: Das Wahlvolk würde dieser Agenda applaudieren. Aber dieses Bild ist eher eine Karikatur von Demokratie. Denn die besteht nicht darin, dass das Volk den Ideen der technokratischen Eliten abnickt, sondern diesen kritisch gegenübersteht.“

RedaktionsNetzwerk Deutschland: Tragödie im Südkaukasus: Europas „Gaspartner“ Aserbaidschan lässt die Panzer rollen – Auszug: „Richtig ist aber auch, dass in Berg-Karabach seit Jahrhunderten christliche Armenier leben, die ein Recht auf Schutz ihres Lebens, ihrer Sprache, ihrer Religion und Kultur haben. Viele hatten auf eine diplomatische Lösung gehofft. Denn das Völkerrecht und auch die Charta der Vereinten Nation räumen dem Selbstbestimmungsrecht der Völker einen hohen Stellenwert ein. (…) Mit einer Friedenstruppe sollte Russland den fragilen Waffenstillstand seitdem schützen – und weitere Vertreibungen von Armeniern verhindern. Doch Russland scheint wenig geneigt, sich wegen des kleinen, wirtschaftlich schwachen Armeniens mit dem rohstoffreichen Aserbaidschan zu überwerfen, hinter dem auch noch die Türkei steht. (…) ‚Aserbaidschan ist für Deutschland und die Europäische Union ein Partner von wachsender Bedeutung‘, so Bundeskanzler Olaf Scholz Mitte März 2023 in Berlin. Das Land habe ‚das Potenzial, einen wichtigen Beitrag zur Diversifizierung der deutschen und europäischen Energieversorgung zu leisten, wenn es um Öl und Gas geht‘. Nach Beginn der militärischen Offensive – Aserbaidschan sprach von einer ‚Antiterroroperation lokalen Charakters zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung‘, was sehr nach Kreml-Sprech klingt – müsste der Westen jetzt konsequenterweise seine wirtschaftlichen Kontakte nach Baku kappen.“ (Anmerkung Stefan Korinth: Der RND-Artikel legt nicht nur beim Thema Gas, sondern ungewollt auch bei anderen Aspekten die westliche Doppelmoral offen. Der Begriff „Antiterroroperation“ ist kein „Kreml-Sprech“, sondern die Bezeichnung der ukrainischen Regierung für ihren militärischen Angriff auf die abtrünnigen Gebiete in der Ostukraine seit April 2014. Der RND-Autor plädiert für den Schutz von Leben, Sprache und Kultur der Armenier in Berg-Karabach und betont die Bedeutung des Selbstbestimmungsrechts der Völker. In Sachen Donbass und Krim gilt beim RND jedoch das genaue Gegenteil. Das russische militärische Eingreifen in diese Konflikte in der Ukraine ist laut RND falsch. Das russische Nicht-Eingreifen in den Berg-Karabach-Konflikt ist laut RND aber offenbar auch falsch.)

19. September 2023

American Affairs: Rude Awakening: Germany at War, Again (Böses Erwachen: Deutschland wieder im Krieg) – Auszug (übersetzt): „Deutschlands Zukunft liegt im hoch aufgeladenen Magnetfeld zwischen den USA und China - wo sich auch das Schicksal des in Ungnade gefallenen Russlands als Weltmacht entscheiden wird. Im Gegensatz zu Ländern wie Indien oder Brasilien ist Deutschland durch seine geostrategische Lage an der Ostfront eines US-amerikanisch dominierten transatlantischen Staatensystems definiert. Aus diesem Grund wird es sich schwer tun, inmitten der amerikanisch-chinesischen Bipolarität eine Position zu finden, in der es allein oder in einem Block europäischer Staaten so etwas wie eine Äquidistanz zwischen den beiden Großmächten einer entstehenden neuen Weltordnung herstellen könnte. Offensichtlich hofft die sozialdemokratische Mehrheit der gegenwärtigen deutschen Regierung, ihr Land bei den Vereinigten Staaten einzuschmeicheln, indem sie ihnen hilft, ihren Stellvertreterkrieg mit Russland einzudämmen und einen Dritten Weltkrieg zu vermeiden, indem sie Russland in Schach hält, ohne es zu besiegen oder Frieden mit ihm zu schließen. (Ob die Vereinigten Staaten diese Hilfe letztlich honorieren werden, steht auf einem anderen Blatt.) Im Gegenzug hofft man, dass Deutschland seine wirtschaftlichen Beziehungen zu China teilweise aufrechterhalten darf, solange sie mit den strategischen Bedürfnissen der USA in ihrer Konfrontation mit China vereinbar sind.“ (Wolfgang Streeck)

The Intercept: U.S. Helped Pakistan Get IMF Bailout With Secret Arms Deal for Ukraine, Leaked Documents Reveal (Durch geheime Waffendeals für die Ukraine verhalfen die USA Pakistan zu einem IWF-Rettungspaket, wie durchgesickerte Dokumente enthüllen) – Auszug (übersetzt): „Die Enthüllung gibt einen Einblick in die Art von Manövern hinter den Kulissen zwischen Finanz- und Politikeliten, die nur selten an die Öffentlichkeit gelangen, selbst wenn die Öffentlichkeit den Preis dafür zahlt. (…) Im April 2022 hatte das pakistanische Militär mit Unterstützung der USA ein Misstrauensvotum organisiert, um Premierminister Imran Khan abzusetzen. Vor der Absetzung äußerten Diplomaten des Außenministeriums gegenüber ihren pakistanischen Amtskollegen ihre Verärgerung über die, wie sie es nannten, ‚aggressiv neutrale‘ Haltung Pakistans gegenüber dem Ukraine-Krieg unter Khan. Sie warnten vor schwerwiegenden Folgen, falls Khan an der Macht bliebe, und versprachen, dass im Falle seiner Absetzung ‚alles verziehen‘ werden würde. Seit Khans Sturz hat sich Pakistan als nützlicher Unterstützer der USA und ihrer Verbündeten im Krieg erwiesen, eine Unterstützung, die nun mit einem IWF-Kredit zurückgezahlt wurde. Der Notkredit ermöglichte es der neuen pakistanischen Regierung, eine drohende wirtschaftliche Katastrophe abzuwenden und Wahlen auf unbestimmte Zeit zu verschieben - Zeit, die sie nutzte, um landesweit gegen die Zivilgesellschaft vorzugehen und Khan ins Gefängnis zu stecken.“

German Foreign Policy: „Russen nicht willkommen” – Russland-Sanktionen führen zu Exzessen: Russen dürfen teils nicht mehr mit Objekten des Alltagsbedarfs in die EU einreisen; russische Geschäftsleute dürfen auch ohne Fehlverhalten sanktioniert werden. – Auszug: „Bereits am 6. September hat das Gericht der Europäischen Union (EuG) entschieden, dass Sanktionen gegen russische Geschäftsleute auch dann zulässig sind, wenn sie sich nicht mit konkreten Vorwürfen untermauern lassen. Geklagt hatten russische Unternehmer, die auf die Sanktionsliste der EU gesetzt worden waren; damit ist ihr Vermögen in der EU eingefroren, ihnen ist die Einreise in EU-Mitgliedstaaten untersagt. Die Kläger hatten festgestellt, die EU habe die Maßnahmen gegen sie verhängt, ohne ihnen eine aktive Mitwirkung am Ukraine-Krieg oder anderweitige direkte Unterstützung für die russische Regierung nachzuweisen. Das EuG urteilte nun, ein solcher Nachweis sei zur Verhängung von Sanktionen nicht erforderlich. Es genüge vollauf, ′in Wirtschaftsbereichen tätig‵ zu sein, ′die der Regierung der Russischen Föderation als wichtige Einnahmequelle dienen‵. So könne einer der Kläger ′als einflussreicher Geschäftsmann in der Öl- und Gasindustrie angesehen werden ..., die für die russische Regierung eine wichtige Einnahmequelle darstellt‵. Schon damit sei es zulässig, ihn mit harschen Sanktionen zu belegen. Eine ′ungerechtfertigte, willkürliche und unverhältnismäßige‵ Einschränkung der Grundrechte der Kläger, ′darunter das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens, der Wohnung und der Kommunikation‵, liege nicht vor.“

Neue Zürcher Zeitung: Taiwan-Konflikt: China schickt Rekordzahl von 103 Kampfflugzeugen in die Nähe der Insel aufgrund von US-Besuchen – Seit siebzig Jahren schwelt der Konflikt zwischen China und Taiwan. In den vergangenen Monaten hat sich die Lage jedoch zugespitzt. Kommt es zum Krieg? Und was sind die Hintergründe? (umfangreiches Dossier der NZZ-Redaktion) – Auszug: „Kann Taiwan im Kriegsfall auf die USA zählen? Trotz wiederholten Zusagen von Präsident Biden, Taiwan im Fall eines Angriffs militärisch beizustehen, ist das nicht klar. Die USA verfolgen traditionell eine Politik der strategischen Zweideutigkeit: Sie anerkennen Taiwan nicht als Staat, sagen der Regierung aber militärische Unterstützung zu. (…) Die Unklarheit hinsichtlich der genauen Strategie der USA soll einerseits Peking von einem Angriff abhalten, anderseits Taiwan dazu motivieren, sich um die eigene Verteidigung zu kümmern und Provokationen gegenüber Festlandchina zu unterlassen – vor allem Schritte in Richtung formeller Unabhängigkeit. (…) Die amerikanische Verteidigungspolitik ist darauf ausgerichtet, Taiwan im Kriegsfall Hilfe leisten zu können. Pentagon-Simulationen von verschiedenen Szenarien haben in den letzten Jahren jedoch ergeben, dass die USA bei einem chinesischen Grossangriff über die Strasse von Taiwan mit einer Niederlage rechnen müssten. (…) In Vorbereitung auf einen möglichen Konflikt um Taiwan erwägt auch Japan laut 'Nikkei Asia' die Einrichtung Dutzender Munitions- und Waffendepots auf Inseln vor China. Das militärische Auftreten Chinas in der Region stelle bisher 'die grösste strategische Herausforderung' dar, heisst es in einem kürzlich beschlossenen neuen Sicherheitspapier.“

ntv: „Sie sind die putinsche Stimme Deutschlands“ (zur ARD-Talk Show "Anne Will") – Auszug: „Wagenknecht spricht sich für ein Ende der Waffenlieferungen an die Ukraine bei gleichzeitigen Friedensverhandlungen aus. ′Die furchtbare Situation beenden wir doch nicht, indem wir Waffensysteme liefern wie den Taurus, eine Waffenart, die auch nuklear bestückbar ist.‵ (...) Wagenknecht fürchtet, dass die NATO mit der Lieferung von Marschflugkörpern einen weiteren Schritt in Richtung Kriegspartei gehe und bezweifelt, dass damit ein Ende des Krieges erreicht werden könnte. ′Es ist doch vielmehr so, dass die Ukraine immer mehr ihre Streitkräfte aufreibt. (...) Die Zeit arbeitet nicht für die Ukraine, sondern für Putin‵, sagt sie. Die Politikerin befürchtet: ′Wenn die Ukraine weiterhin so viele Soldaten verliert, dann wird sie nicht nur nach Waffen, sondern auch nach Soldaten rufen. Das wäre eine prekäre Situation für die NATO, denn dann stellt sich die Frage, ob wir zusehen, wie die Ukraine militärisch untergeht, oder ob wir dann wirklich bereit sind, mit Soldaten in diesen Krieg einzugreifen. (...)‵ (...) der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter fordert, so schnell wie möglich die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine zuzusagen. Grundsätzlich kritisiert er: ′Unser Zögern führt dazu, dass viele Menschen sterben, weil bestimmte Waffen wie Panzer, Schützenpanzer und jetzt auch Taurus zu spät kommen. (...)‵ Das Land dürfe nicht zur Blaupause werden für einen möglichen Angriff Chinas auf Taiwan, sagt Kiesewetter. Und weiter: ′Russland muss den Krieg verlieren in der Hinsicht, dass es das Existenzrecht seiner Nachbarn akzeptiert. Und das tut es nicht.‵ Das sieht [Michael] Roth [SPD] genauso (...)"

spiked: The Hunter Biden scandal has exposed the death of journalism – The liberal media’s incuriosity about the Biden family’s dodgy dealings is a betrayal of press freedom (Der Hunter-Biden-Skandal hat den Tod des Journalismus offenbart – Die nicht vorhandene Neugierde der liberalen Medien auf die fragwürdigen Geschäfte der Familie Biden ist ein Verrat an der Pressefreiheit) – Auszug (übersetzt): „Der Journalismus hat seit Tag 1 der Präsidentschaft Bidens versagt. Genau genommen schon vorher. Wir sollten nie den Hunter-Laptop-Skandal im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im November 2020 vergessen, als die tapfere New York Post von den die Demokraten unterstützenden Milliardären des Silicon Valley aus ihren Social-Media-Konten geworfen wurde, nachdem sie über die Entdeckung des Laptops berichtet hatte. Wir wissen jetzt, dass das FBI selbst Druck auf Twitter ausgeübt hat, um den Scoop der Post zu unterdrücken, und Facebook gewarnt hat, sich ebenfalls davor zu hüten. Es war ein skandalöser Angriff auf die Pressefreiheit und die Demokratie durch Agenten des Staates, die mit nicht rechenschaftspflichtigen Milliardären unter einer Decke steckten, der an die Vertuschung von Watergate erinnerte. Und was taten die liberalen Medien? Sie haben die Augen zugedrückt. Sie haben es versäumt, der Post irgendeine Art von Solidarität zukommen zu lassen, und sich damit mitschuldig an ihrer Unterdrückung gemacht. Sie haben laut und deutlich signalisiert, dass ihre Priorität darin besteht, die Bidens vor der Kontrolle durch die Medien zu schützen, und sie haben dieses Versprechen eingelöst.“

Welt: Die verräterische Telefonnotiz beim Sturz eines Spitzenbeamten – Um ihren missliebigen BSI-Präsidenten aus dem Amt zu entfernen, wählte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) Methoden, die jetzt die Justiz beschäftigen. Ein Vermerk sticht dabei hervor. Schönbohm war auch in einer ZDF-Sendung von Jan Böhmermann verspottet worden. (Bezahlschranke) – Auszug: „Unbestritten ist, dass Schönbohm nach der Böhmermann-Sendung bedrängt wurde, seinen Posten freiwillig zu räumen: Am 14. Oktober 2022 telefonierte Faesers Staatssekretär Markus Richter von 19.32 bis 20.07 Uhr mit dem BSI-Präsidenten. In dem gut halbstündigen Gespräch unterbreitete Richter zwei ′Optionen' und beteuerte, nur die Ministerin und einer ihrer Büromitarbeiter seien eingeweiht. Option eins: Schönbohm solle seiner Versetzung zustimmen. Option zwei: Er werde vom Dienst freigestellt und müsse mit umfangreichen Untersuchungen rechnen. So steht es in der ′Telefonnotiz Dr. Markus Richter und Arne Schönbohm‵, die der BSI-Präsident am Tag nach dem Gespräch anfertigte und die Teil der Klageschrift ist. Das Papier liegt WELT AM SONNTAG vor, das Ministerium bestreitet in der Antwort auf die Anfrage seine Echtheit nicht. Das Protokoll, so Winterhoff [Schönbohms Anwalt], zeige, ′dass Arne Schönbohm mit Wissen und Billigung der Ministerin eingeschüchtert werden sollte. Der Staatssekretär hatte ihm ein zermürbend langes Disziplinarverfahren angedroht.‵ Abwegig ist diese Lesart nicht.“

ZDF: Verteidigung: Stoltenberg macht Berlin Druck – Nato-Generalsekretär Stoltenberg hat Deutschland aufgefordert, sich an die Vereinbarungen in Sachen Verteidigungsausgaben zu halten. Der Ukraine-Krieg sei lange nicht vorbei. – Auszug: „Der Generalsekretär der Nato, Jens Stoltenberg, hat den Druck auf die Ampel-Koalition verstärkt, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen. ′Im Kalten Krieg, als Konrad Adenauer oder Willy Brandt regierten, lagen die Verteidigungsausgaben bei drei bis vier Prozent der Wirtschaftsleistung‵, sagte Stoltenberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. In seiner norwegischen Heimat sei es ähnlich gewesen. ′Wir haben das damals geschafft, und wir müssen es heute wieder schaffen.‵ Stoltenberg erinnerte an den Beschluss des Nato-Gipfels in Vilnius, wonach zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Militärausgaben für die Bundeswehr ′das Minimum‵ seien. Er gehe davon aus, dass viele Verbündete dieses Ziel übertreffen dürften. (...) Stoltenberg rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Kämpfe in der Ukraine. ′Die meisten Kriege dauern länger, als bei ihrem Ausbruch erwartet wurde. Deswegen müssen wir uns auf einen langen Krieg in der Ukraine vorbereiten.‵ Zwar wünschten sich alle ′einen schnellen Frieden‵, müssten aber gleichzeitig erkennen: Wenn die Ukrainer ′aufhören zu kämpfen, wird ihr Land nicht mehr existieren‵. Erst wenn der russische Staatschef Wladimir Putin und sein Land die Waffen ruhen ließen, werde es Frieden geben. Nach einem Friedensschluss braucht die Ukraine aus Stoltenbergs Sicht Sicherheitsgarantien. Es gebe ′keinen Zweifel, dass die Ukraine am Ende in der Nato sein wird‵.“

Bayerischer Rundfunk: Fetter, protziger, teurer: Autotrend killt Kleinwagen – Auszug: „Die internationale Automobilausstellung IAA in München zeigt die neuesten Auto-Trends. Kleine, billige Autos (...) sind hier eher kein Thema. Im Gegenteil: teuer und protzig kommt an beim Publikum. Schrumpft das Angebot, weil die Automobilindustrie zu wenig am Kleinwagen verdient? Das will Kontrovers-Reporter Ulrich Hagmann von der Präsidentin des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA) Hildegard Müller wissen. Dass kleine Fahrzeuge enge Margen haben, bestätigt sie und begründet, warum die Fahrzeuge teurer werden: ′Die Autohersteller bieten schon in diesem Segment auch Autos an, und sie forschen auch in diesem Segment. Aber diese Antriebswende erfordert auch ungeheuer hohe Investitionen. Das muss sich auch amortisieren.‵ Hinzu komme, dass die Produktion in Deutschland teuer sei, wegen hoher Energie- und Lohnkosten. Auch das schlage auf die Preise durch. Hinzu kommt, laut der Präsidentin des VDA, dass die Automobilbranche ihre großen Umsätze und Gewinne im Wesentlichen nicht in Deutschland mache, sondern auf wachsenden Auslandsmärkten. Eine Entwicklung, die Professor Lutz Fügener von der Hochschule Hof nur bestätigen kann. (...) Weil sich die Produktion für den deutschen Markt laut dem Wissenschaftler nicht mehr für Autohersteller lohnt, sind wir von Trends anderer Märkte abhängig: ′Wir müssen das nehmen, was momentan in China oder in den USA angesagt ist.‵ Und dort geht der Trend zu größeren Autos.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung: Ein ehemaliger Secret-Service-Agent erinnert sich 60 Jahre nach dem Kennedy-Attentat – und korrigiert seine Aussage: Neues zum berühmtesten Verbrechen des 20. Jahrhunderts. (Bezahlschranke) – Auszug: „Das Buch ′The Final Witness‵ des ehemaligen Secret-Service-Agenten Paul Landis (...) wird am 10. Oktober in den USA herauskommen (…). Paul Landis (...), 88 Jahre alt, hat der ′New York Times‵ vorab exklusiv erzählt, was er fast sechzig Jahre verschwiegen hat: dass er, einer der Sicherheitsagenten der Kavalkade und im Augenblick der Schüsse nur wenige Armlängen von Kennedy entfernt, eine der Kugeln, die auf den Präsidenten abgefeuert wurden, aus den Lederpolstern der Limousine geklaubt, eingesteckt und erst im Krankenhaus auf die Trage des toten Kennedy gelegt habe. Von dort soll sie in der Hektik auf die Trage des ebenfalls getroffenen texanischen Gouverneurs John B. Connally Jr. gerollt sein – hier sollen wir uns kollidierende Tragen vorstellen, so wie Schiffe auf hoher See –, sodass daraus eine ziemlich wilde Theorie über den Weg einer einzigen ′magic bullet‵ durch zwei Männer und mindestens vier Körperteile hindurch entstehen konnte. Der entscheidende Punkt aber, so Landis, sei dieser: Er glaube nicht mehr an die Theorie vom einsamen Killer Lee Harvey Oswald. Er, Landis, glaube jetzt, es müsse an jenem sonnigen Tag in Dallas mehrere Todesschützen gegeben haben.“ (Anmerkung Ulrich Teusch: Der FAZ-Feuilletonist Paul Ingendaay diskreditiert das Buch, ohne es gelesen zu haben. Er ist nicht einmal bereit, die von der „New York Times“ verbreiteten Informationen an sein deutsches Publikum weiterzugeben; siehe die folgende Empfehlung.)

New York Times: J.F.K. Assassination Witness Breaks His Silence and Raises New Questions (Zeuge des JFK-Attentats bricht sein Schweigen und wirft neue Fragen auf) (Bezahlschranke) – Auszug (übersetzt): „Jetzt, 60 Jahre später, erzählt Paul Landis, einer der Secret-Service-Agenten, die an jenem schicksalhaften Tag in Dallas nur wenige Meter von Präsident John F. Kennedy entfernt waren, zum ersten Mal seine Geschichte in voller Länge. Und in mindestens einem wichtigen Punkt unterscheidet sich sein Bericht von der offiziellen Version, was das Verständnis der Ereignisse am Dealey Plaza verändern könnte. (…) Die Warren-Kommission kam zu dem Schluss, dass eine der Kugeln, die an diesem Tag abgefeuert wurden, den Präsidenten von hinten traf, vorne aus seinem Hals austrat und dann Mr. Connally traf, wobei es ihm irgendwie gelang, seinen Rücken, seine Brust, sein Handgelenk und seinen Oberschenkel zu verletzen. Es schien unglaublich, dass eine einzige Kugel all dies bewirken konnte, weshalb Skeptiker diese Theorie als ′magische Kugel‵ bezeichneten. (…) Beim ersten Schuss drehte sich Mr. Landis um und schaute über seine rechte Schulter in die Richtung des Geräuschs, konnte aber nichts entdecken. Dann wandte er sich der Limousine zu und sah, wie Kennedy seine Arme hob, offensichtlich getroffen. Plötzlich bemerkte Mr. Landis, dass Mr. Hill [ein weiterer Secret-Service-Agent] aus dem Verfolgerfahrzeug gesprungen war und auf die Limousine zueilte. Mr. Landis überlegte, ob er das Gleiche tun sollte, aber er hatte keine Chance. Er sagte, er habe einen zweiten Schuss gehört, der lauter klang, und schließlich den tödlichen dritten Schuss, der Kennedy in den Kopf traf.“

Welt: Der Mythos von Russlands Isolation – Viele haben das Treffen von Wladimir Putin mit Kim Jong-un als Zeichen von Russlands Isolation und Schwäche gedeutet. Aber diese Interpretation geht an der Lage auf der Welt vorbei. Nordkorea ist nur ein kleines Teil im Mosaik von Moskaus funktionierenden Allianzen (Bezahlschranke) – Auszug: „Um das globale Putin-Universum zu erkennen, lohnt ein Blick auf das Abstimmungsverhalten in der UN-Generalversammlung bei Russland-Beschlüssen. Besonders die Resolutionen ES 11/3 und ES 11/4 sind aufschlussreich. In ES 11/4 vom Oktober 2022 geht es um die Verurteilung der Scheinreferenden in den von Russland besetzten ukrainischen Gebieten. Nur vier Staaten stimmten zusammen mit Russland dagegen. Diese bilden den härtesten Kern des Unterstützer-Universums von Putins Russland, allesamt sind sie international isolierte Staaten: Belarus, Nicaragua, Syrien und Nordkorea. Eine zweite Gruppe von Staaten kann man identifizieren, wenn man die Ergebnisse der Resolution ES 11/3 vom April 2022 betrachtet, in der es um den Ausschluss Russlands aus dem UN-Menschenrechtsrat geht: Hier wächst die Zahl der Staaten, die mit Russland stimmen, schon auf 24. Darunter sind (...) auch die nominellen Demokratien Indien und Südafrika. (…) Eine nächste Gruppe von Staaten stimmte bei ES 11/4 zu den Scheinreferenden mit dem Westen gegen Russland – aber enthielt sich bei der weniger brisanten Resolution ES 11/3 zum Menschenrechtsrats-Ausschluss. (…) Und schließlich (...): Die Staaten, die bei beiden UN-Abstimmungen gegen Russland gestimmt haben – also so wie Deutschland positioniert sind – sind in der Minderheit: Es sind nur 93 Länder – 48 Prozent aller UN-Staaten.“

Welt: „Deutschland mit Rumänien führend bei Kindern, die die Schule nicht schaffen“ (Interview mit dem Soziologen Hans Bertram; Bezahlschranke) – Auszug: „[Bertram:] Wenn wir über den Fachkräftemangel sprechen, wird vollkommen ignoriert, dass nach der Bevölkerungsprognose der Eurostat bei einer weiterhin offenen Migrationspolitik bis 2030 noch einmal eine Million mehr Kinder unter 15 Jahren in Deutschland leben werden. Das ist der Elefant im Raum, den keiner sieht. Bei fast allen anderen Ländern sinkt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, bei uns steigt sie. Die potenziellen Facharbeiter sind also alle schon da. Zwei Drittel von ihnen kommen übrigens aus Europa, nicht aus Syrien und Afghanistan. In meiner Jugend hat man in ähnlicher Situation begriffen, dass wir den Bildungsbereich massiv ausbauen müssen und in die Kinder und Jugendlichen investieren müssen, um keine Talente zu vergeuden. Das war die offizielle Agenda. Wo sehen wir das jetzt? [WELT:] Das zentrale Versprechen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen lautet, die Schwächsten in den Mittelpunkt zu stellen und kein Kind zurückzulassen. Kann Deutschland dieses Versprechen einlösen? [Bertram:] Nein. Deutschland ist mit Rumänien führend, was die Kinder angeht, die die Schule nicht schaffen. Wir haben viel Geld in die Hand genommen, um bei den weiterführenden Systemen neue Wege zu öffnen, wir haben aber die Grundschule vergessen. In einer diversen Gesellschaft mit Kindern aus unterschiedlichen Kulturen hätten wir viel früher darüber nachdenken müssen, wie Kindergarten und Grundschule so organisiert werden, dass die Talente so gefördert werden, dass wir mit den anderen Ländern mithalten können.“

Health Justice Initiative: Manufacturing and Supply Agreement between Pfizer Laboratories Propritary Limited an the Government of the Republic of South Africa acting through the National Department of Health of South Africa („NDOH“) (Herstellungs- und Liefervereinbarung zwischen Pfizer Laboratories Propritary Limited und der Regierung der Republik Südafrika, handelnd durch das National Department of Health of South Africa („NDOH")) – Auszug (übersetzt): „Sofern nicht ausdrücklich in dieser Vereinbarung festgelegt, werden alle Bedingungen, Garantien oder sonstigen Bestimmungen, die zwischen den Vertragspartnern gelten oder in dieser Vereinbarung impliziert oder enthalten sind (sei es durch Gesetz, Gewohnheitsrecht oder anderweitig), hiermit im größtmöglichen gesetzlich zulässigen Umfang ausgeschlossen. (…) Der Käufer erkennt ferner an, dass die langfristigen Auswirkungen und die Wirksamkeit des Impfstoffs derzeit nicht bekannt sind und dass es nachteilige Auswirkungen des Impfstoffs geben kann, die derzeit nicht bekannt sind.“ (Anmerkung: Der südafrikanischen Health Justice Initiative (HJI) ist es gelungen, eine gerichtliche Entscheidung zu erwirken, die zur Veröffentlichung der Lieferverträge zwischen verschiedenen Pharmaunternehmen und der südafrikanischen Regierung geführt hat. Obiger Auszug stammt aus dem Vertrag mit Pfizer vom 30. März 2021, den die HJI zum Download auf ihrer Webseite zur Verfügung stellt. Es ist davon auszugehen, dass die bisher geheim gehaltenen oder an wichtigen Stellen geschwärzt veröffentlichten Verträge der deutschen Bundesregierung und der EU-Kommission mit den Impfstoff-Herstellern ähnliche Klauseln enthalten.)

Frankfurter Allgemeine Zeitung: Biden setzt in Vietnam Akzente gegen China – Der US-Präsident wertet die bilateralen Beziehungen zu Vietnam auf – auch um Chinas Einfluss in der Region zu begrenzen. Auf der Pressekonferenz in Hanoi sind ihm die Strapazen seiner Asienreise anzumerken. – Auszug: „Auf der Konferenz wies Biden die Einschätzung zurück, Washington wolle China ′eindämmen‵. Es werde zu sehr in den Begrifflichkeiten des Kalten Kriegs gedacht, sagte Biden. ′Darum geht es nicht. Es geht darum, wirtschaftliches Wachstum und Stabilität in allen Teilen der Welt zu schaffen. Und das ist, was wir versuchen zu tun‵, so der Präsident. Er verwies auf den Ausbau zahlreicher Partnerschaften im Indopazifik, wie mit Japan und Südkorea, den ASEAN-Staaten, dem Südpazifik, den Philippinen, Australien und Indien. Biden äußerte sich auch zu den Einigungen, die beim G-20-Gipfel in Neu Delhi erreicht worden waren, sowie zu dem großen Infrastrukturprojekt, das die USA, Indien, die EU, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien am Rand des Treffens verkündet hatten. Dieser ′historische Wirtschaftskorridor‵ im Nahen Osten, von dem Biden in Neu Delhi gesprochen hatte, ist ein Gegenentwurf zu Chinas ′Neuer Seidenstraße‵. Politische Beobachter äußerten die Erwartung, dass die Ankündigung die Spannungen zwischen den USA und China erhöhen könnte. Manche sehen in der Ankündigung einen möglichen Grund dafür, dass Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping seine Teilnahme an dem Gipfel in Neu Delhi abgesagt hatte.“

Telepolis: Das Versagen der mächtigen Staaten beim G20-Gipfel – Kanzler Scholz spricht von „großem Erfolg“. Doch tatsächlich stellt das Treffen eine Bankrotterklärung dar. Was das für den Ukraine-Krieg, nukleare Gefahren und die globalen Krisen bedeutet. – Auszug: „(...) angesichts der großen weltweiten Krisen hat das internationale Forum nicht viel zu bieten und versagt letztlich vor der Beantwortung der drängenden globalen Fragen. Und das liegt vor allem, wenn auch nicht ausschließlich an den G7-Staaten unter US-Führung. Nehmen wir das mediale Top-Thema Ukraine-Krieg. Nach der Kompromissformulierung zum Krieg reklamieren sowohl Russland als auch der Westen einen diplomatischen Sieg. (…) Es stimmt, anders wie beim letzten G20-Gipfel in Bali vor einem Jahr, wird Russland nicht mehr wegen seines Angriffskriegs explizit verurteilt. Manche mögen darin eine Haltungsänderung der USA und ihrer westlichen Nato-Verbündeten sehen. Aber die abgeschwächte Formulierung hat doch mehr mit der Dynamik der Gruppe, Gesichtswahrung und dem Wunsch des Westens zu tun, die rhetorischen Wellen abzuflachen, die durch einen offenen Streit über die Ukraine mit den Brics-Ländern aufgeschaukelt worden wären. In der Realität ist keine Kursänderung zu erkennen. (…) Auch bei anderen wichtigen Punkten wie der Welternährung, dem Getreideabkommen mit Russland, der finanziellen Unterstützung von Entwicklungsländern wurden wieder einmal keine konkreten Schritte vereinbart oder irgendwelche Aufbruchssignale ausgesendet.“

Globalbridge: Krieg ohne Krieger – oder: Das phantomhafte Töten und Sterben an der Front – Auszug: „Seit Kriegsbeginn hämmern uns die westlichen Leitmedien unisono im Dauerstaccato ein, dass (nahezu) alle ukrainischen Soldaten gut und (nahezu) alle russischen abgrundtief böse, wenn nicht teuflisch seien. (In Russland ist es selbstverständlich umgekehrt.) Dass es sich zumindest bei den regulären russischen Soldaten um Männer handelt, die in ihrer überwiegenden Mehrzahl in diesen Krieg, der nicht ihrer ist, von ihrer Obrigkeit hineingezwungen werden und dass auch die ukrainischen Männer im mittlerweile auf 60 Jahre hochgesetzten wehrpflichtigen Alter aufgrund der verhängten Ausreisesperre so gut wie keine Möglichkeit haben, sich dem Kriegsdienst zu entziehen (...), dass wir es also auf beiden Seiten überwiegend mit zwangsverpflichteten Männern zu tun haben, das mag hier in seltenen Fällen mental vielleicht noch präsent sein, emotional ist es längst inexistent. Und das soll es ja auch sein! Diese Soldaten kämpfen tagtäglich. (Genauer: Sie müssen das!) (...) Sie zerstören, sie verletzen, sie töten. Und sie werden verletzt und getötet. Von all diesen direkten Kampfhandlungen bekommen wir, die ,mündige Bürger‘ genannten Medienkonsumenten im Westen, aber auch in der Ukraine und in Russland so gut wie nichts mit. (…) Die Kämpfer (...), ob Russen oder Ukrainer – und vor allem die Toten und Verletzten unter ihnen – bleiben auf gespenstische Weise unsichtbar. Ominöse Sprachfloskeln wie die mittlerweile hüben wie drüben eingebürgerte vom berüchtigten 'Bachmuter Fleischwolf' eröffnen zwar einen grauenerregenden Phantasieraum, sehen tun wir jedoch – vorausgesetzt, wir verlassen uns auf die westlichen, ukrainischen oder russischen Leitmedien – so gut wie nichts! Keine Soldatenleichen, kein verzweifelt nach seiner Mutter wimmernder Kämpfer, dem die Gedärme aus dem Leibe hängen, kein Leichengestank quillt uns aus Drohnenbildern der Bachmuter Ruinen entgegen und auch die zahllosen Amputierten und anderen Kriegsversehrten – das ′Wall Street Journal‵ berichtete am 1. August diesen Jahres, ′zwischen 20.000 und 50.000 Ukrainer‵ hätten seit Kriegsbeginn ′ein oder mehrere Gliedmaßen verloren‵ – werden wir erst viel, viel später zu Gesicht bekommen. Eine ′feindübergreifende Allparteienkoalition‵ der Verteidigungsminister, Regierungssprecher und Medien verschont uns mit allem gnädiglich.“

Nordkurier: Ampelkoalition verweigert Gespräch mit Rügens LNG–Gegnern – Auszug: „Das Programm ist üppig: Wenn eine Delegation des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestags am nächsten Dienstag auf Rügen aufschlägt, stehen beim ganztätigen Besuch etliche Gesprächspartner bereit, um den Politikern aus Berlin das umstrittene LNG–Thema direkt vor Ort zu erklären. Vertreter der Deutschen Regas und von Gascade als Betreiber des Terminals und der Pipeline, Mitglieder des Tourismusverbandes und der Geschäftsführung des Hafens Mukran, der Bürgermeister der Stadt Sassnitz und auch Heiko Miraß als Vorpommern–Beauftragter der MV–Landesregierung werden den Männern und Frauen aus der Bundeshauptstadt Auskunft geben. Fehlen werden im Reigen der Gesprächspartner aber Vertreter der Bürgerinitiativen und der Ostseebadgemeinde Binz, die seit Monaten gegen das LNG–Projekt protestieren und mittlerweile auch rechtlich gegen das geplante Flüssiggas–Terminal vorgehen. Simone Borchardt, CDU–Bundestagsabgeordnete aus Mecklenburg–Vorpommern und Mitglied des Petitionsausschusses, schüttelt verständnislos den Kopf. ′Es geht gar nicht, dass die SPD mit ihrem Delegationsleiter Bengt Berg alle Forderungen der CDU, auch mit Gegnern des Terminals zu sprechen, einfach vom Tisch wischt‵, betont Borchardt. Es könne nicht Anspruch von Bundestagsabgeordneten sein, bei einem Besuch und einem so umstrittenen Thema den Protest auf Rügen zu ignorieren und ihn auszugrenzen. Immer wieder werde in Sonntagsreden gesagt, dass man vor Ort um Akzeptanz bei den Bürgern werben wolle – doch genau dies werde jetzt mit Füßen getreten. ′Das schadet der Demokratie‵, befürchtet Borchardt. Ähnlich sieht es ihre Ausschusskollegin Ina Latendorf. Die Bundestagsabgeordnete der Linken, ebenfalls aus MV, wollte u.a. den Tourismusdirektor von Binz und das Bergamt Stralsund als Genehmigungsbehörde dabei haben. Deren Einladungen seien aber ′auf ausdrücklichen Wunsch des Delegationsleiters von der SPD zurückgewiesen‵ worden. Und das ′mit zum Teil abstrusen Begründungen‵, so Latendorf weiter. Etwa, weil das Sassnitzer Rathaus zu klein für einen weiteren Teilnehmer sei. ′Damit ist von vornherein klar, dass es nicht um Erkenntnisgewinn in der Sache, sondern lediglich um eine PR–Maßnahme für das Vorhaben der Bundesregierung geht. Eine solch schamlose Instrumentalisierung des Ausschusses habe ich bisher noch nicht erlebt‵, urteilt sie.“

tagesschau: "Wie viele Reserven hat die Ukraine noch?" Die Ukraine werde die nächsten Verteidigungsstellungen durchbrechen, meint Militärexperte Nico Lange. Doch ob sie dann strategisch Gebiet einnehmen und die russische Versorgung durchtrennen kann, hänge von den verbliebenen Reserven ab. – Auszug: „[NDR:] Wir wissen nicht, wie viele ukrainische Soldaten bereits verwundet wurden oder gefallen sind. Der Militäranalyst Franz-Stefan Gady macht sich Sorgen um die Zahl der noch verbliebenen ukrainischen Soldaten. Teilen Sie diese Sorge? [Lange:] Die Sorge ist berechtigt. Die Ukraine hält zwar geheim, welche Reserven sie noch hat, aber für die Nutzung eines möglichen Durchbruchs und das Vorstoßen in die Tiefe ist das der entscheidende Faktor. Man weiß, dass insbesondere der Beginn von Offensiven in einem offenen Gelände, wo man kilometerweit sehen kann – gegen einen Gegner, der stark ist bei Artillerie und Luftüberlegenheit hat – extrem verlustreich ist, weil man gezwungen ist, wie auf dem Präsentierteller anzugreifen. Die Ukraine ist sehr gut darin – viel besser als Russland –, ihren Soldaten das Leben zu retten. Aber gerade bei dieser Offensive in diesen Minenfeldern ist es so, dass die Soldaten zwar gerettet werden können, aber dass sie häufig leider Gliedmaßen verlieren, dass sie starke Verbrennungen oder ähnliche Verletzungen haben. Und viele sind auch sehr stark traumatisiert. Sie können nicht aufs Schlachtfeld zurückkehren. Die Ukraine wird deshalb auch eine weitere Mobilmachung brauchen, die ja auch schon angelaufen ist.“

Nachdenkseiten: Köln und seine Städtepartnerschaften – Nichts aus der Geschichte gelernt – Auszug: „Seit Oktober letzten Jahres hat Köln eine Projektpartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Dnipro. Das ist insofern erstaunlich, da Dnipro seit acht Jahren mit eiserner Hand von einem rechtsgerichteten Oligarchen namens Boris Filatow als Bürgermeister regiert wird. (...) Zeitgleich fror Köln seine seit 1988 laufende Städtepartnerschaft mit dem russischen Wolgograd, ehemals Stalingrad, ein. (...) In Deutschland würde man wohl sagen, Filatow habe ein Problem mit der Abgrenzung zum rechten Rand. Aber das wäre gehörig untertrieben, bewies eben jener Filatow doch immer wieder eine ausgesprochene Nähe zu Rechtsextremisten. So ließ er 2019 – als rechtsextreme Kräfte das ‚Bandera-Jahr‘ ausriefen – vor dem Gebäude der regionalen Staatsverwaltung die rot-schwarzen Flaggen der Bandera-Organisation hissen. Am 1. Januar 2020, dem 111. Geburtstag Banderas, fand – mit Filatows Genehmigung – in der Innenstadt von Dnipro ein großer Fackelmarsch zu Ehren Banderas statt, auf dem ebenfalls rot-schwarze Flaggen gehisst wurden. Filatow macht auch gar keinen Hehl daraus, dass er selbst glühender Anhänger Banderas ist. Dass Kölns parteilose, von den Grünen und der CDU unterstützte Oberbürgermeisterin Henriette Reker diesen Mann empfing, ihn ins Gästebuch der Stadt Köln schreiben ließ und mit ihm gemeinsam eine Projektpartnerschaft der Städte Köln und Dnipro verkündete, ist ein Skandal; ein Skandal, über den in der sonst so geschwätzigen Kölner Lokalpresse jedoch nicht geschrieben wird. (…) Der Beschluss wurde vom Rat der Stadt Köln übrigens einstimmig gefasst. Offenbar hat man in Köln kein Problem mit Rechtsextremisten, solange sie auf der ‚richtigen Seite‘ stehen.“

NZZ: Die deutsche Innenministerin bediente sich offenbar des Geheimdienstes, um einem Spitzenbeamten etwas anzuhängen – Auszug: „Die Sozialdemokratin Nancy Faeser gerät unter Druck. Im Oktober schasste sie den BSI-Chef Arne Schönbohm, ohne dass gegen ihn etwas vorlag. Dann soll sie mit rechtswidrigen Mitteln versucht haben, belastendes Material aufzutreiben. (…) Faeser hatte im Oktober 2022 nach der Ausstrahlung einer Folge der Sendung ‚ZDF Magazin Royale‘ des Komikers Jan Böhmermann ihren Spitzenbeamten Arne Schönbohm zunächst kaltgestellt und dann geschasst. (…) In der Sendung waren Schönbohm dubiose Russlandkontakte nachgesagt worden. Schönbohm leitete damals das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), eine der wichtigsten Sicherheitsbehörden. (…) [Er] war womöglich auch politisch unliebsam, da er Positionen vertritt, die nicht mit denen der Ministerin vereinbar sind, beispielsweise hinsichtlich des Umgangs mit Sicherheitslücken. Schützt man die Bürger etwa vor Sicherheitslücken in den Betriebssystemen ihrer Mobiltelefone, indem man die Hersteller darüber informiert, so schwächt man die Möglichkeiten staatlicher Stellen, die Bürger unter Nutzung ebendieser Sicherheitslücken zu beobachten. Das hat Faeser aber vor, zum Beispiel bei der Chat-Kontrolle. Schönbohm wollte diese Lücken schliessen. Der Beamte beantragte ein Disziplinarverfahren gegen sich, um den Dienstherrn zu zwingen, stichhaltige Gründe für die Kaltstellung vorzubringen. Dem Innenministerium gelang das nicht. Drei Monate dauerte die Vorermittlung, es wurde nichts gefunden. (…) Durch den hochproblematischen Schritt, offenbar den Inlandsgeheimdienst einzusetzen, gerät Faeser nun unter Druck. ‚Das wäre ein Missbrauch des Bundesamts für Verfassungsschutz zu politischen Zwecken‘, sagt einer von Faesers Behördenmitarbeitern. ‚So was hatten wir schon einmal. Das ist rechtswidrig.‘“

Cicero: Wissenschaft im Ukrainekrieg - „Kein deutscher Wissenschaftler weiß, was im Kreml vor sich geht“ – Auszug: „In den Wissenschaften ist man zumindest von der Theorie her frei zu denken und zu forschen, was man für richtig und wichtig hält. Nun zeigt sich natürlich bei diesem Thema, dass das Korsett der Politik auch stark auf die Wissenschaften abfärbt. Denn natürlich sind Wissenschaftler von Forschungsgeldern abhängig. Zudem wollen sie publizieren und zu Tagungen eingeladen werden. Und sie möchten nicht der medialen Verurteilung zum Opfer fallen, weil sie zu Forschungsergebnissen kommen, die den präferierten Narrativen zuwiderlaufen. Ich vermute, dass es diese Abhängigkeiten und die Sorge vor einem Reputationsverlust sind, die viele Kollegen davon abhalten, Forschungsfragen in den Blick zu nehmen, die zu Ergebnissen führen könnten, die zeigen, dass westliche Geopolitik eine Mitverantwortung am Ukrainekrieg trägt. (…) Ich glaube, dass die neoliberalen Hochschulreformen, von denen ja nicht nur Deutschland betroffen war, zu Lasten der Freiheit gegangen sind. Man hat die Wissenschaft immer mehr von Drittmittel- Akquise abhängig gemacht. In der Medizin wuchs somit der Einfluss der Pharmaindustrie; und in den Politikwissenschaften sowie in der Friedensforschung wurde man noch abhängiger von öffentlichen Fördertöpfen. Wenn Sie beobachten, dass sich die Politik sehr eindeutig positioniert, dann werden Sie in der Wissenschaft nicht zur Abweichung tendieren – auch dann nicht, wenn es inhaltlich vielleicht geboten wäre.“ (Bezahlschranke)

Geopolitics And Climate Change: Ukraine: A Country Of Old And Damaged Men (Die Ukraine: Ein Land der alten und beschädigten Männer) – Auszug (übersetzt): „Durch die wirtschaftliche Auswanderung früherer Jahrzehnte, die konfliktbedingte Auswanderung in jüngerer Zeit und die nun von Russland kontrollierten Bevölkerungsgruppen dürfte die von der ukrainischen Regierung kontrollierte Bevölkerung der Ukraine auf etwa 20 Millionen Menschen geschrumpft sein. Diese Bevölkerung wird stark auf die älteren Generationen und die weniger fähigen und weniger qualifizierten Menschen ausgerichtet sein, da die jungen, fähigen und qualifizierten Menschen viel mobiler und bereit sind, für bessere Dinge wegzugehen. Ein weiterer Faktor, der sich auf das Durchschnittsalter der verbleibenden Bevölkerung auswirkt, ist der Einbruch der Lebendgeburten in den frühen 1990er Jahren nach der Unabhängigkeit der Ukraine. Dies hat dazu geführt, dass die Bevölkerung im Alter von 18 bis 30 Jahren viel kleiner ist, als es sonst der Fall gewesen wäre. (…) Die Ukraine hat nun eine neue ‚vollständige‘ Mobilisierung angekündigt, für die in den nächsten sechs Monaten bis zu 500.000 weitere Soldaten eingezogen werden sollen, darunter höchstwahrscheinlich auch viele in reservierten Berufen. Dabei ist zu bedenken, dass sich die Auswahl der Rekruten vor allem auf die körperlich gesunde Bevölkerung bezieht, so dass die Altersgruppe der 18- bis 50-Jährigen stark dezimiert wird, was die verbleibenden körperlich gesunden Mitglieder betrifft.“

Junge Welt: Seekrieg aus Rostock – Auszug: „Die Bundeswehr hat den Weltfriedenstag am Freitag genutzt, um erneut ein Ostseegroßmanöver als Übung für einen möglichen heißen Krieg gegen Russland anzukündigen. Rund 3.200 Soldaten aus insgesamt 14 Ländern werden ab dem kommenden Sonnabend (9. September) zu ‚Northern Coasts 2023‘ erwartet, um im Szenario eines klassischen zwischenstaatlichen Krieges taktische Operationen in küstennahen Gewässern zu proben. Schauplatz sind vor allem die Gewässer vor den Küsten Lettlands und Estlands einschließlich vorgelagerter Seegebiete, die russische Schiffe aus der Region um Sankt Petersburg nutzen müssen, um über die Ost- und die Nordsee in Richtung Atlantik zu fahren oder auch nur Kaliningrad auf dem Seeweg zu versorgen. (…) Northern Coasts 2023 ist Teil einer Manöverserie, die bereits im Jahr 2007 gestartet wurde, und zwar auf deutsche Initiative. (…) Die deutsche Gesamtführung aber macht den Unterschied zum klassischen Ostseegroßmanöver Baltops (Baltic Operations), das seit seiner ersten Realisierung im Jahr 1971 von den USA organisiert und geleitet wird, also die US-Führung im westlichen Bündnis stärkt. Berlin hatte Northern Coasts initiiert, um nach dem EU- und NATO-Beitritt der baltischen Staaten im Jahr 2004 möglichst alle Ostseeanrainer – außer Russland, versteht sich – unter seinem Kommando zusammenzuführen. Stand dabei zunächst der Kampf gegen Piraten und Terroristen im Vordergrund, so hat sich der Fokus seit 2014 auf einen etwaigen Krieg gegen Russland verschoben, der freilich als ‚Landes- und Bündnisverteidigung‘ verklausuliert wird.“

Overton Magazin: Ukraine auf der Suche nach Soldaten – Auszug: „Auf Selenskijs Anordnung wurden alle Leiter der Rekrutierungszentren entlassen, weil dort viel Geld verdient wurde, Männer nicht einzuziehen. Ärzte haben massenweise profitiert, Wehrpflichtigen Untauglichkeit zu attestieren. Viele Wehrpflichtige, die das dafür erforderliche Geld für gefälschte Dokumente oder Fluchthelfer aufbringen konnten, sind außer Landes gegangen. Schon seit geraumer Zeit werden Wehrpflichtige auf Straßen oder in öffentlichen Räumen von Rekrutierungsteams gejagt und teils mit Gewalt eingefangen, um kurz ausgebildet und gleich an die Front geschickt zu werden. Mitunter sollen sie sie auch in Häuser eindringen. Zehntausende haben sich in Universitäten eingeschrieben, was natürlich auch der Korruption Tür und Tor öffnete, weil ein Studium vor Einziehung schützte. Verzweifelt bemüht sich die Regierung nun darum, der Männer, die sich noch im Land aufhalten und sich bislang bemüht haben, nicht im Krieg verheizt zu werden, habhaft zu werden. Zudem wird darüber nachgedacht, wie sich ukrainische Männer, die mit gefälschten Dokumenten ins Ausland geflüchtet sind, ins Land durch Abschiebung zurückholen ließen. (…) Um jetzt schnell an weitere Männer heranzukommen, die an die Front geschickt werden können, hat das Verteidigungsministerium die Liste der Krankheiten und körperlichen Gebrechen überarbeitet, die vor Einziehung schützen oder eine eingeschränkte Wehrtauglichkeit darstellen. Jetzt können auch Kranke, vor allem psychisch Kranke und solche mit ‚geringfügigen Funktionsstörungen‘, was großen Ermessensspielraum ermöglicht, zum Wehrdienst herangezogen werden.“

Welt: Milliardenbetrug mit Covid-Tests? „Wir sind nicht zuständig“ – Auszug: „[Die Firma public:health GmbH des Unternehmers Thorben Hasberg] hat Einblick in die digitale Infrastruktur der Metadaten der Corona-Warn-App, an die die Teststationen angeschlossen sind. Dabei fielen Hasberg groteske Widersprüche auf: ‚Manche Stationen hatten unter 50.000 gemeldeten Coronatests nur drei Positive ausgewiesen, während eine Station ganz in der Nähe auf eine Quote von 700 Positiven bei 10.000 Tests kam.‘ (…) Hasberg schaute noch einmal genauer hin und wurde schnell fündig: Von den Testzentren in seiner Datenbank waren 25 bis 30 Prozent ebenfalls auffällig. Typische Merkmale: Große Testzentren, die an Tagen bei hoher Inzidenz keinen einzigen positiven Test gemeldet hatten. Oder solche, die um 22 Uhr plötzlich hunderte Ergebnisse auf einmal meldeten. (…) Zuständig für Abrechnung und Prüfung der Tests sind eigentlich die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV). Diesen Auftrag ließen sie sich vergüten. Bis heute strichen sie 2,5 Prozent der Abrechnungssumme – insgesamt 420 Millionen Euro – als ‚Verwaltungskostenersatz‘ ein. Eingetrieben haben die KV bei Falschabrechnungen bisher nur 17,6 Millionen Euro – ein Bruchteil der insgesamt 17,6 Milliarden Euro, die der Bund bisher für die Bürgertests überwiesen hat. (…) Derzeit laufen bundesweit 4766 Verfahren gegen Testcenter-Betreiber, bei denen es um 295 Millionen Euro an ‚vorläufig ausgesetzten Auszahlungen‘ geht. Es könnten deutlich mehr sein, ist Hasberg überzeugt, würden die Behörden seine Daten benutzen. Doch dazu bleibt nicht mehr viel Zeit. Das Gesetz verpflichtet Testcenter-Betreiber, die Unterlagen bis März 2024 vorzuhalten. Bis dahin habe der Bund leichtes Spiel, einige Milliarden Euro zurückzuholen, erklärt Hasberg. Nach seiner Hochrechnung habe fast jeder dritte Anbieter falsch abgerechnet.“ (Bezahlschranke)

Welt: Kritischer Richter bestraft – Dieses brisante Corona-Urteil gehört aufgehoben (Kommentar der Rechtsprofessorinnen Elisa Hoven und Frauke Rostalski) – Auszug: „Verurteilungen von Richtern wegen Rechtsbeugung sind selten. Doch nun wurde ein Richter schuldig gesprochen, weil er die Maskenpflicht in Schulen kippte. Begründung: Als Corona-Maßnahmenkritiker sei er befangen gewesen. Eine politisch heikle Argumentation, die juristisch kaum haltbar ist. (…) Für Christian D. hat das Urteil gravierende Folgen. Dass die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde, erspart ihm zwar die Haft, nicht aber die besonders weitreichenden Konsequenzen seiner Verurteilung: Seine Anstellung einschließlich der Pensionsansprüche sind verloren (…) Seine Motivation folgte dem gesetzlichen Leitbild des für das Kindeswohl zuständigen Richters. Das räumt letztlich auch das Landgericht Erfurt ein, wenn es recht hilflos formuliert, dass es nicht wisse, ob es eine Rechtsbeugung auch bejaht hätte, wenn der Angeklagte ‚den mutigen Weg gegangen wäre, ein Verfahren von Amts wegen eingeleitet hätte und dann so entschieden hätte – quasi mit offenem Visier.‘ Das ist so nicht haltbar. Entweder ist ein Richter befangen und darf nicht entscheiden, oder er ist es nicht. Eine ‚Verschleierung' durch das Ansprechen möglicher Antragsteller – für die es Gründe geben kann, zum Beispiel den, keiner Familie gegen ihren Willen ein Verfahren aufdrängen zu wollen – ist als solche nicht verboten. Das Urteil des Landgerichts Erfurt ist nicht rechtskräftig, der Bundesgerichtshof wird sich mit dem Fall beschäftigen müssen. Wir gehen davon aus, dass die Entscheidung aus Thüringen aufgehoben wird: Eine Rechtsbeugung begeht ein Familienrichter, der nach seiner Vorstellung von einem notwendigen Schutz des Kindeswohls eine rechtlich vertretbare Entscheidung trifft, nicht.“ (Bezahlschranke)

Achgut: Corona-Aufarbeitung: Ein Unschuldsengel vor dem Untersuchungs-Ausschuss – Ein offizieller Corona-Untersuchungsausschuss brachte Lothar Wieler und eine Vertreterin des Paul-Ehrlich-Instituts ins Schwitzen. CDU und AfD quetschten die beiden Zeugen aus. Nicht möglich? Im Brandenburger Landtag durchaus. Die Achse war vor Ort – Auszug: „Während die anwesenden Politiker von SPD, Linke und Grüne zur Befragung der beiden Behörden-Vertreter nur selten und dann nichts von Bedeutung beitrugen, stellte die AfD, die den Ausschuss auch initiierte, die hartnäckigsten Fragen, auch die CDU übte Druck aus. Sowohl Wieler als auch Keller-Stanislawski gerieten mitunter ins Schwitzen, die PEI [Paul-Ehrlich-Institut]-Vertreterin wirkte jedoch deutlich angespannter als der ehemalige RKI [Robert Koch-Institut]-Leiter. Während sie den Eindruck vermittelte, dass das PEI mit seiner Corona-Aufgaben überfordert war, wirkte Wieler vor allem aufrichtig überzeugt davon, seine Pflichten in jeder Hinsicht ordnungsgemäß erfüllt zu haben. Wer wie Wieler ohne Not plötzlich behauptet, dass in Afrika massenhaft Menschen an Omikron gestorben seien, weil sie – anders als wir glückliche Europäer – nicht geimpft gewesen seien, der vertritt das alles aus tiefer, innerer Überzeugung. Meiner Erfahrung nach gibt es einen zwangsneurotischen ′Corona-Blick‵, der sich stets für die schlimmste der zur Auswahl stehenden Theorien entscheidet, um sich dann in Horrorszenarien und Kontrollfantasien hineinzusteigern. Entwarnung ist keine Option. Zur Erinnerung: Drosten prognostizierte März 2020, in Afrika würden die Menschen künftig auf den Straßen sterben, und Wieler glaubt daran sogar noch, nachdem man auch beim Deutschlandfunk verblüfft einräumte, dass nichts dergleichen stattgefunden hat. Als eine Art Aufpasser stellte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) Wieler den Ministeriumsmitarbeiter Heiko Rottmann-Großner zur Seite, der wohl darüber wachen sollte, dass Wieler nichts ausplaudere, zu dem er nicht verpflichtet ist. Nachdem ihm von der AfD vorgeworfen wurde, dem ehemaligen Behördenleiter heimlich Zettel zugeschoben zu haben, musste er schließlich sogar zwei Plätze von ihm wegrücken. Im BMG nimmt man den Untersuchungsausschuss augenscheinlich nicht auf die leichte Schulter.“

FAZ: Endet Amerikas Vorherrschaft? Als Hegemon sind die Vereinigten Staaten von Amerika heute überfordert. Aber eine multipolare Welt ist nicht notwendigerweise eine bessere Welt. (Anmerkung Ulrich Teusch: Eine umfangreiche, vergleichsweise nüchterne, vorsichtige, differenzierte Analyse durch FAZ-Mitherausgeber Gerald Braunberger, allerdings hinter einer Bezahlschranke) – Auszug: „Im Jahre 1987 veröffentlichte der Historiker Paul Kennedy mit ′Aufstieg und Fall der großen Mächte‵ ein viel diskutiertes Buch. Seine These lautete, dass dem Niedergang großer Mächte in der Historie eine Phase der Überdehnung vorausgegangen sei, in der die materiellen Ressourcen für die politischen oder militärischen Ambitionen nicht ausreichten. Seit Jahren sind aus den Vereinigten Staaten Äußerungen vernehmbar, die eine solche Gefahr für das eigene Land thematisieren. (…) Die Gefahr einer Überdehnung der Macht gilt in unserer Zeit indes auch für China. In den vergangenen Wochen nehmen Beschreibungen zu, wie das unter einer ungünstigen Demographie und unter zu hohem Staatseinfluss leidende Land in eine Phase niedriger Wachstumsraten eintritt. (...) Die Versuche, Strukturschwächen durch expansive Geld- und Finanzpolitik zu kompensieren, führten zu Überinvestitionen nicht zuletzt in Immobilien. Untersuchungen des Ökonomen Daron Acemoglu belegen auch in wirtschaftlicher Hinsicht die Überlegenheit der Demokratie gegenüber Autokratien. Amerika wirkt immer noch dynamisch, während China wohl nur mit einer politisch unerwünschten Liberalisierung und Deregulierung der Gefahr entrinnen könnte, in der Ökonomen bekannten ′Falle des mittleren Pro-Kopf-Einkommens‵ gefangen zu bleiben. Insofern erscheint es zumindest verfrüht, anstelle der Pax Americana ein chinesisches Zeitalter auszurufen. Viele Beobachter sehen eine multipolare Welt voraus. Der globale Süden, bisher bekannt unter der Bezeichnung BRICS-Staaten, verlangt nach Gehör. Wer die Koexistenz großer Mächte generell als eine vorteilhafte Ordnung betrachtet, dürfte sich jedoch spätestens nach dem Studium von Analysen ihrer Rivalitäten die Frage stellen, ob eine multipolare Welt automatisch eine bessere Welt sein wird.“

RND: Gegenoffensive nimmt Fahrt auf: Ukraine gelingt Schlag gegen russische Hauptverteidigungslinie – Auszug: „Die ukrainischen Streitkräfte könnten bei der Befreiung der von Russland besetzten Gebiete in eine entscheidende Phase eingetreten sein. Nach eigenen Angaben haben sie die russische Hauptverteidigungslinie zwischen Robotyne und Verbowe (Saporischschja) durchbrochen. ′Wir befinden uns jetzt zwischen der ersten und zweiten Verteidigungslinie‵, sagte der Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte in der Region Saporischschja, Oleksandr Tarnavskiy, dem ′Guardian‵. An den Gefechtsstellungen im hinteren Bereich sind die ukrainischen Kräfte demnach noch nicht vorbeigekommen. Dorthin hätten sich die Russen nun zurückgezogen. (...) ′Aktuell sichern die Ukrainer offenbar den Brückenkopf um Robotyne ab und führen Angriffe Richtung Verbowe durch‵, bestätigt der Schweizer Militäranalyst Niklas Masuhr vom Center for Security Studies der ETH Zürich. ′Geländegewinne sind zwar ohne Frage gute Nachrichten, aber der Preis, der in Munition, Ausrüstung und Truppen bezahlt wird, ist hoch – und ebenfalls entscheidend, vielleicht sogar wichtiger‵, sagt Masuhr dem RND. (...) Weniger optimistisch ist der Schweizer Militäranalyst Masuhr. ′Ob die Ukraine für einen tiefen Vorstoß noch genügend Kräfte hat, ist fraglich.‵ Denn in den vergangenen Wochen waren laut Masuhr bereits ukrainische Brigaden im Einsatz, die eigentlich für die Phase nach Durchbrüchen vorgesehen waren. Sie hätten dabei geholfen, die russischen Verteidigungslinien einzureißen. Nun führe Russland in diesem Sektor Gegenangriffe durch, um die Ukrainer ′zwischen den Verteidigungslinien zu fixieren‵. Inwieweit diese Angriffe die Ukrainer bremsen oder zurückdrängen können, werden die nächsten Wochen zeigen.“

Welt: Das brisante Ende des Langstrecken-Tabus – Auszug: „Hunderte Geschosse werden im Ukraine-Krieg täglich abgefeuert. Aber diese Bilder zeigen ganz offenbar den Start einer besonderen Waffe: was hier abhebt, soll jene Langstreckenwaffe sein, mit [der] die Ukraine über Distanzen von 700 Kilometern weit feuern kann. ′Das Raketenprogramm des Präsidenten der Ukraine in Aktion‵, lautet der Titel des Videos des Verteidigungsministeriums. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte den Bau einer solchen Rakete vor wenigen Tage publik gemacht. Die Rakete ist Teil einer schleichenden, aber spektakulären Veränderung der ukrainischen Waffen-Strategie. Einerseits baut Kiew eigene Langstreckenwaffen, um sich zu emanzipieren von westlichen Lieferungen – und den politischen Befindlichkeiten, die damit verbunden sind. Mit den eigenen Waffen aber greift die Ukraine nun öfter und tiefer auf russischem Territorium an. Solche Attacken waren lange ein Tabu: Als erstmals Drohnen auf russischem Gebiet einschlugen, stritt die Ukraine offiziell jede Beteiligung ab. Inzwischen bekennt sich Kiew offen zu den Attacken – und der Westen schweigt. Nur die Nutzung westlicher Waffen bleibt tabu. Im Interview mit WELT sagte der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Olexij Danilov: ′Was die Situation in Russland angeht, müssen Sie beachten, dass wir unsere eigenen Waffen einsetzen. Waffen aus unserer eigenen Produktion.‵ Er fügte hinzu: ′Wir sind aber klare Verpflichtungen gegenüber unseren Partnern eingegangen, dass wir deren Waffen auf dem Territorium Russlands nicht einsetzen.‵ Die Ukraine arbeite schon länger an einem Raketen- und Drohnenprogramm, sagte Danilov jüngst im ukrainischen Radio. Nicht nur staatliche Betriebe, auch Privatfirmen beteiligten sich an der Entwicklung. Mittlerweile könnten die ukrainischen Streitkräfte nicht nur Ziele in 700 Kilometern Entfernung treffen, sagte Danilov, ′sondern sogar in 1000 bis 1500 Kilometern‵. Die Produktion von Langstreckenwaffen ist auch eine Reaktion auf zähe Verhandlungen mit dem Westen.“

Swiss Policy Research: Axel Springer und die CIA – Auszug: „Im Juni 1982 veröffentlichte das amerikanische Wochenmagazin The Nation einen Bericht des Journalisten Murray Waas, in dem erstmals beschrieben wurde, wie der deutsche Medienkonzern Axel Springer in den 1950er-Jahren von der CIA mit damals rund sieben Millionen bzw. heute 80 Millionen Dollar aufgebaut wurde, um ‚den geopolitischen Interessen Amerikas zu dienen‘. Waas berief sich dabei auf vier Quellen, darunter zwei ehemalige Geheimdienst-Mitarbeiter, sowie auf dokumentarische Belege. Laut diesen Informationen bestand Springers Verbindung zur CIA bis mindestens in die frühen 1970er-Jahre hinein (d.h. bis zum Church Committee von 1975), doch es gebe ‚keinen Grund anzunehmen, dass die Beziehung irgendwann beendet worden ist.‘ Springer antwortete mit einem über-spezifischen Dementi (siehe unten) – die Gelder kamen kaum direkt von der CIA oder der US-Regierung –, leitete jedoch keine rechtlichen Schritte ein. (…) Es folgt eine deutsche Übersetzung des Berichts aus The Nation. (…) Ein ehemaliger hochrangiger CIA-Offizier, der die geheimen Geldzuwendungen nach wie vor verteidigt, drückt das so aus: ‚Man muss das im Zusammenhang sehen. Springer war damals ein Liberaler, und wir wollten Nazis und andere Rechtskräfte im Lande bekämpfen. Wir wollten dem deutschen Volk ganz einfach amerikanische Werte und demokratische Grundsätze beibringen.‘ (…) ‚in Notfällen war er für gewöhnlich zur Zusammenarbeit bereit und ließ sich als Propaganda-Sprachrohr (propaganda asset) benutzen‘. Nach Informationen aus Geheim­dienst­­kreisen war einer dieser Fälle eingetreten, als die CIA Springer bat, sowjetische Pläne zum Bau von Ölleitungen durch Westdeutschland und Italien zu attackieren. ‚Die CIA war damals von dem Gedanken besessen, dass alles getan werden müsse, um eine Wiederannäherung zwischen der Sowjetunion und den westeuropäischen Ländern zu bekämpfen. Solange uns Springer dabei behilflich war, konnten wir über seine Fehltritte hinwegsehen.‘“