NZZ:
Corona: Niemand hat die Absicht, sich für irgendetwas zu entschuldigen. Die Deutschen gehen mit den Folgen ihrer Seuchenpolitik so um, wie sie eben sind – technokratisch und moralschwer. Der Ethikrat liefert dafür gerade wieder ein Beispiel – Auszug: „Das Solidaritätsgerede verteidigt rückwirkend immer noch eine autoritäre Politik, die, wie wir heute wissen, auf voreiligen Annahmen beruhte. Man kann den damals Verantwortlichen ihre anfänglichen Irrtümer wahrscheinlich nicht vorwerfen; man kann ihnen aber vorwerfen, dass sie es lange nicht besser wissen wollten und dass sie selbst heute das, was damals anmassend und falsch war, nicht als Fehler begreifen. (…) So technokratisch wie viele deutsche Corona-Vorschriften (...) sind die in die Zukunft gerichteten Vorschläge des Ethikrats in Bezug auf Kinder und Jugendliche: Eigentlich geht es in allen elf Punkten nur darum, ausreichend Therapieplätze und sozialarbeiterische Kapazitäten zu schaffen, um im Fall des nächsten grossen Irrtums, der die nächste Generation krank macht, die Folgen bewirtschaften zu können. An keiner Stelle wird dargelegt, wie man künftig Überreaktionen von vergleichbarer Dimension vermeiden könnte.“
Clemens Heni:
Der Elefant im Konferenzzimmer: Die Früchte der Lockdown-Politik: massive Übersterblichkeit im Jahr 2022 – Auszug: „Der englische Mediziner und Sozialwissenschaftler Dr. John Campbell beschäftigt sich faktenbasiert mit der Corona-Pandemie. Er schaut sich häufig die offiziellen Zahlen der Infizierten, Hospitalisierten und Toten an und hat lange Zeit vor den Folgen der Lockdownpolitik gewarnt. (…) Was Campbell nun so stutzig macht ist das Schweigen der Medien zu der großen Zahl von Toten in England, die nicht ‚mit‘ oder ‚an‘ Covid-19 starben, sondern aus anderen Gründen. Herzerkrankungen oder Todesfälle von an sich völlig gesunden Menschen, die plötzlich im Alter von 49, 57 oder 35 an einem Herzinfarkt sterben, nahmen in England im Jahr 2022 enorm zu. (…) Professor Amitava Banerjee sieht keinerlei Erkenntnis bei dem nationalen Gesundheitssystem NHS (National Health Service), sie würden das massive Problem der Nicht-Covid-Übersterblichkeit einfach verschweigen oder herunterspielen. Exakt das gleiche passiert ja in Deutschland. (…) Der Vergleichsmaßstab ist viel besser, da in England bzw. UK die fünf Jahre vor der Pandemie, also 2015 bis 2019 als Vergleichsmaßstab herangezogen werden, die deutschen Zahlen nehmen als Vergleichsmaßstab für 2022 die Jahre 2018 bis 2021, was nicht überzeugt, weil da ja bereits die Pandemie-Übersterblichkeitszahlen inkludiert sind. Und fast nur aus Atemwegserkrankungen und die Grippe abzuheben, wie es die von der Tagesschau und ihrem ‚Faktenfinder‘ ausgewählten Experten tun, wird eben durch die sehr genaue Darstellung der Todesursachen aus England widerlegt. (…) Aber an der Evidenz war die deutsche Coronapolitik und Coronaberichterstattung zu keinem Zeitpunkt interessiert.“
TASS:
G7 no longer dominates G20, Russia’s sherpa says (G7 dominiert G20 nicht mehr, sagt Russlands Sherpa) – Auszug (übersetzt): „Die Verabschiedung der Ergebniserklärung während des G20-Gipfels in Bali deute darauf hin, dass die G7 diese Vereinigung nicht mehr dominiert, sagte Russlands G20-Sherpa Svetlana Lukash (…) Nach Angaben des Sherpa waren die Hauptthemen, die einen Konsens für die Annahme der Ergebniserklärung erforderten, die Situation in der Ukraine und die Getreideabkommen. ‚Das waren die beiden Schlüsselelemente und am Ende des Tages die beiden wichtigsten Siege Russlands und der Entwicklungsländer‘, sagte der Sherpa. Sie betonte, dass die angenommene Sprache voll und ganz den Interessen Russlands entspreche und ‚nicht zulasse, dass die Stimme des Westens dominiert‘. (…) Das Dokument enthalte ‚eine Verurteilung, aber nicht Russlands, sondern des Krieges selbst‘, sagte die Beamtin. Lukash merkte an, dass die Bali-Erklärung ‚die Existenz unterschiedlicher Meinungen sowohl zum Konflikt in der Ukraine als auch zur Rolle von Sanktionen anerkennt‘.“
Reitschuster:
Hat Christian Drosten einen Meineid geleistet? – Auszug: „Besonders brisant ist dabei eine von Drosten verfasste E-Mail, die am 9. Februar 2020 an die Teilnehmer der besagten Telefonkonferenz (…) verschickt wurde. Darin heißt es unter anderem: ‚Kann mir jemand bei einer Frage weiterhelfen: Sind wir nicht zusammengekommen, um eine bestimmte Theorie anzugreifen und, falls wir es können, zu widerlegen? … Arbeiten wir an der Entlarvung unserer eigenen Verschwörungstheorie?‘ (…) Die beiden Virologen Kristian Andersen und Edward Holmes wiesen im Laufe der Telefonkonferenz am 1. Februar 2020 darauf hin, dass SARS-CoV-2 ‚Anzeichen eines künstlichen Ursprungs‘ aufweise. Dieser Hinweis sei mit ‚Spott in der Telefonleitung‘ quittiert worden, wie Jeremy Farrar in seinen Memoiren schreibt. Farrar hatte die Telefonkonferenz auf Bitten von Anthony Fauci initiiert. Weiter ist der Biografie zu entnehmen, dass Fouchier, Koopmans und Drosten ‚aus guten Gründen nicht ertragen konnten‘, dass es sich bei SARS-CoV-2 um das Resultat eines Laborunfalls handeln könnte. (…) Zu den weiteren Teilnehmern dieser Telefonkonferenz gehörte unter anderem auch Francis Collins. Der damalige Direktor der National Institutes of Health äußerte in einer E-Mail, dass Fouchier und Drosten ihre Argumente gegen einen Laborursprung ‚mit mehr Eindringlichkeit als nötig‘ vorgebracht hätten. (…) Prof. Dr. Roland Wiesendanger kommentierte die neuesten Enthüllungen so: ‚Die ganze Welt weiß nun, dass Herr Drosten eine zentrale Rolle bei dieser größten Vertuschungsaktion der jüngsten Menschheitsgeschichte gespielt hat.‘“
Norbert Häring:
Chat-Verlauf von AP-Reportern vor Russenraketen-Falschmeldung wirft brisante Fragen auf – Auszug: „Innerhalb von neun Minuten wurde entschieden, unter Missachtung der nach außen von AP betonten Regeln, eine Meldung mit erkennbar extrem hoher Relevanz auf Basis nur einer anonymen Quelle zu senden, die offenbar von sich aus, einen AP-Reporter angerufen hatte. Und die einzige Konsequenz, die die Nachrichtenagentur daraus zieht, ist den Reporter auf der untersten Ebene zu feuern, der lediglich – offenbar korrekt – weitergegeben hat, was eine Geheimdienstquelle ihm gesagt hat. Diejenigen über ihm, die die Entscheidung getroffen haben, die Regeln von AP nicht anzuwenden, bis hinauf zur stellvertretenden Nachrichtenchefin Europa, blieben unbehelligt. (…) ‚Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein US-Geheimdienstler da falsch liegt.‘, schreibt die AP-Redakteurin in Chat und macht damit deutlich, wie wenig in den Redaktionsstuben die alte Binsenweisheit angekommen ist, dass im Krieg die Wahrheit immer das erste Opfer ist, trotz spektakulärer Kriegslügen, wie der irakischen Massenvernichtungswaffen und der Babys, die aus kuwaitischen Brutkästen gerissen worden seien. Sie verlassen sich wahrscheinlich darauf, dass Quellen ihre Glaubwürdigkeit bewahren wollen. Das funktioniert vielleicht bei Unternehmensvorständen ganz leidlich. Doch was schert einen Geheimdienstoffizier schon seine Glaubwürdigkeit. Man ist ja anonym. Ist die Glaubwürdigkeit gegenüber einem Medium verbraucht, platziert er, sie oder ein Kollege die nächste Nachricht einfach über ein anderes Medium.“
Politico:
Europe accuses US of profiting from war (Europa wirft den USA vor, vom Krieg zu profitieren) – Auszug (übersetzt): „‚Tatsache ist, nüchtern betrachtet, sind die USA das Land, das am meisten von diesem Krieg profitiert, weil sie mehr Gas und zu höheren Preisen verkaufen und weil sie mehr Waffen verkaufen“, sagte ein hochrangiger Beamter gegenüber POLITICO. (…) Ein anderer EU-Diplomat argumentierte, dass ‚das Geld, das sie mit Waffen verdienen‘, den Amerikanern helfen könnte, zu verstehen, dass es ‚ein bisschen zu viel‘ sein könnte, ‚all dieses Geld mit Gas‘ zu verdienen. Der Diplomat argumentierte, ein Rabatt auf die Gaspreise könne helfen, ‚unsere öffentlichen Meinungen geschlossen zu halten‘ und mit Drittländern über Gaslieferungen zu verhandeln. ‚Es ist optisch nicht gut, den Eindruck zu erwecken, dass Ihr bester Verbündeter in Wirklichkeit riesige Gewinne aus Ihren Problemen zieht‘, sagte der Diplomat.“
Frankfurter Allgemeine:
Hausprophet des Silicon Valley – Durch die Bücher des Bestsellerautors Yuval Noah Harari weht ein eisiger deterministischer Hauch. Kein Wunder, dass man sie im Silicon Valley so gern liest. – Auszug: „Eine Art Fiktion ist bei Harari auch der Mensch selbst. Er reduziert ihn auf einen Strom messbarer Datenflüsse, die von ihm unzureichend verarbeitet werden. Die menschlichen Daten können von Algorithmen aufgegriffen werden, die bald besser über seinen Emittenten Bescheid wissen als dieser selbst. Das ist nicht weiter bedauerlich, wenn der Mensch selbst nichts anders als eine schlechte Software ist. Gefühle, Geist, Innenleben, alles, was sich nicht in Daten messen lässt, erklärt Harari zum historischen Irrtum. (…) An die Stelle der zukunftsoffenen Geschichtsschreibung tritt die Untergangsprophetie: Hier wird ein Gesellschaftsmodell zur alternativlosen Zukunft, ja zur notwendigen nächsten Evolutionsstufe erklärt, das sich aus einem verkürzten Menschenbild und bestimmten Geschäftsinteressen speist. (…) Harari ist der Autor einer technologischen Elite, die ihr aristokratisches Gesellschaftsbild auslebt.“
Telepolis:
"Für mich hat der Krieg in den Köpfen spätestens 2008 und erst recht 2014 begonnen" (Interview mit Antje Vollmer) – Auszug: „Es gibt längst einen drohenden Schatten eines sehr großen anderen Elefanten im Raum. Das ist die kommende Auseinandersetzung mit China. Das einzig Sinnvolle an unserer jetzigen Konfrontation ist doch, dass wir eine ehrliche Bilanz ziehen: Hat uns die Methode der Konfrontation mit dem immer autoritärer werdenden Russland im letzten Jahrzehnt genutzt oder geschadet? Haben uns die einmalig harten Wirtschafts-Sanktionen dem erwünschten Ziel nähergebracht? Und wenn sie uns im Gegenteil eher geschadet haben, sollten wir diese Art der Konfrontation auf die ganze Welt übertragen? Also auch auf die große kommende Auseinandersetzung mit China? Die Frage muss man nüchtern und ohne Selbstbetrug beantworten. (…) Das alles trägt Züge eines heftigen Generationenkonfliktes, das ist klar. Die heute Verantwortlichen wissen wenig von dem damaligen Zusammenschluss der Basisbewegung in Ost und West, von der Idee der Blocküberwindung anhand von Ökologie – und Friedensfrage. (…) Jetzt wird uns ja dauernd gesagt, die Welt habe sich vollkommen verändert. Ich glaube aber eher, unsere Position zur Welt hat sich verändert. Und da spielen die Leitmedien – alle im gleichen Alter wie die Grünen – eine zentrale Rolle. In den Talkshows und Rundfunk-Interviews ist es eine Gruppe, die gar nicht so sehr bekannt ist, aber großen Einfluss hat: eine anwachsende Menge von politischen Thinktanks und sogenannten Militär-Experten, die übrigens immer jünger und immer weiblicher zu werden scheinen. (…) Jetzt hilft nur noch die Weisheit des westfälischen Friedens. Die aber heißt: Wir fangen an, unsere gegenseitigen Sicherheitsbedürfnisse ernst zu nehmen. Wir akzeptieren unsere Unterschiede. Wir regeln mit Verhandlungen, was wir zu regeln vermögen. Den Rest muss eine höhere Macht oder die zukünftige Generation bewältigen. Erst einmal müssen die Waffen schweigen.“
Junge Welt:
Koloniale Verhältnisse (Sevim Dagdelen) – Auszug: „Der EU-Preisdeckel für russisches Rohöl soll kommen (…) auf Drängen der USA (…). Kern des Ölpreisdeckels soll ab dem 5. Dezember ein Verbot für europäische Dienstleister sein, oberhalb eines Preises von 65 bis 70 US-Dollar pro Barrel russisches Öl zu versichern oder zu transportieren. Russland hat bereits erklärt, dass es diesen Preisdeckel nicht akzeptieren und an Staaten, die ihn anwenden, kein Öl mehr verkaufen wird – selbst vor dem Hintergrund, dass russisches Erdöl mit einem deutlichen Abschlag in die Staaten des globalen Südens verkauft wird. Die Maßnahme der Bundesregierung, die auch hier die treibende Kraft innerhalb der EU bei der Umsetzung der Vorgaben aus Washington ist, richtet sich also in erster Linie gegen Staaten im globalen Süden, denen es in Zukunft nicht mehr möglich sein soll, russisches Rohöl zu kaufen, allen voran Indien und Indonesien. Was auf den ersten Blick wie eine Maßnahme gegen Moskau aussieht, zielt auf die Etablierung eines kolonialen Verhältnisses zwischen dem Westen und dem globalen Süden. (…) Von wem die Länder des Südens Energie kaufen, das soll in Washington, Berlin und Brüssel entschieden werden. (…) Für den untauglichen Versuch, neokoloniale Beziehungen zum globalen Süden zu etablieren, wird die Bevölkerung am Ende teuer bezahlen.“
Frankfurter Allgemeine:
Wer Aktivisten vorsorglich wegsperrt, geht zu weit – Auszug: „Härte wäre in vielen Fällen angebracht. Strafen sollen bekanntlich abschrecken. (…) Das ist die eine Seite. Die andere ist, dass in Bayern viele Aktivisten in Präventivhaft sitzen. Die hat das Land eigentlich verschärft, um islamistische Gefährder besser in den Griff zu bekommen. Dass sie jetzt eingesetzt wird, um Klimaschützer von der Straße fernzuhalten, ist unverhältnismäßig. Eine Präventivhaft ist keine Strafe, deshalb gelten für sie besonders hohe Hürden. Bei einem Islamisten, der irgendwo eine Bombe versteckt hat, die nur noch scharf gestellt werden muss, ist sie sicher angebracht. Bei einem Jugendlichen von der ‚Letzten Generation‘ aber eher nicht. Deutschland muss sich keinesfalls von Aktivisten lahmlegen lassen. Aber wer sie vorsorglich wegsperrt, geht zu weit. Er verhindert damit keinen Protest. Er heizt ihn an.“
Moon of Alabama:
Ukraine – Lights Out, No Water And Soon No Heat (Ukraine - Licht aus, kein Wasser und bald auch keine Wärme) – Auszug (übersetzt): „Das russische Militär hat heute [23.11.] das ukrainische Stromnetz ausgeschaltet. Frühere Angriffe hatten die Verteilungskapazität auf etwa 50 % des Bedarfs begrenzt. Durch kontrollierte Stromausfälle über mehrere Stunden am Tag konnten die meisten Teile des Landes für einige Stunden mit Strom versorgt werden. Der heutige Angriff stellte ein viel größeres Problem dar. Es wurden nicht nur die Verteilungsnetze angegriffen, sondern auch die Elemente, die die ukrainischen Stromerzeugungsanlagen mit dem Verteilungsnetz verbinden. Alle vier Kernkraftwerke der Ukraine mit ihren 15 Reaktoren sind nun abgeschaltet. Kiew und die meisten anderen Städte der Ukraine haben keinen Strom mehr. (...) Um diese Angriffe zu stoppen, ist eine politische Lösung erforderlich. Die Ukraine wird aufgeben und eine Einigung mit Russland finden müssen. (...) Ein Land, das 'unbewohnbar' wird, hat kaum eine Chance, einen Krieg zu führen und zu gewinnen. Wenn es keinen Transport, keinen Strom, keine Heizung und keine Kommunikation gibt, wird alles unglaublich schwierig. Der dadurch ausgelöste Flüchtlingsstrom wird den Druck auf Europa erhöhen, die Ukraine zu Friedensverhandlungen mit Russland zu bewegen. Es werden harte Bedingungen gestellt werden, aber es gibt keinen anderen Ausweg aus diesem Schlamassel.“
Tagesschau:
Wieder Wasser und Strom in der Ukraine. Nach den Blackouts gestern soll das Stromnetz in der Ukraine wieder funktionieren. Noch immer sind Stadtteile von Kiew und andere Regionen von der Versorgung mit Strom und Wasser abgeschnitten – Auszug: „Wie viele Ukrainer tatsächlich wieder mit Elektrizität versorgt werden, führte Tymoschenko nicht aus. Wie es hieß, kann in vielen Landesteilen noch kein Strom und Wasser bezogen werden. (...) Bürgermeister Vitali Klitschko sagte, dass mehr als zwei Drittel von Kiew noch nicht wieder versorgt würden. (...) In der Stadt herrschen in diesen Tagen Temperaturen um den Gefrierpunkt. Präsident Selenskyj verurteilte die Angriffe, die ukrainische Bürger in der Kälte träfen: ‚Wenn wir Temperaturen unter Null Grad haben und Millionen von Menschen ohne Energieversorgung, ohne Heizung und ohne Wasser sind, ist das ein offenkundiges Verbrechen gegen die Menschlichkeit‘. (…) Auch in anderen Landesteilen, darunter die Regionen Riwne, Tscherkassy, Kirowograd und Schytomir, liefen Reparaturarbeiten. ‚So viele Opfer, so viele Häuser zerstört‘, sagte die 52-jährige Iryna Schyrokowa der Nachrichtenagentur AFP in Wyschgorod außerhalb Kiews. ‚Die Menschen haben keinen Ort zum Leben, keinen Ort zum Schlafen. Es ist kalt. Ich kann es nicht erklären. Wofür? Wir sind auch Menschen‘, sagte sie.“
Berliner Zeitung:
Corona-Unrecht: Jede Kritik als „Querdenken“ einzuordnen, ist eine Fata Morgana (Replik von Dietrich Brüggemann auf die anonyme Rezension des Buches „‚Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen‘: Das Corona-Unrecht und seine Täter“ in der Berliner Zeitung.) – Auszug: „Die eigene Position, die der anonyme Rezensent zu reflektieren sich weigert, ist aber nicht nur die von einem, der sich in die Anonymität getrieben sieht, sondern darin auch die von einem, der immer noch konformes Mitglied der deutschen Journalistenlandschaft sein will. Und da gibt es eine festbetonierte Version der Realität. Gegner der ‚Maßnahmen‘ sind da nicht einfach Menschen mit anderer Meinung in einer Sachfrage, sondern moralisch schlecht und gefährlich, das ist ein Dogma, und wenn es wanken würde, dann würde alles in sich zusammenbrechen, denn dann müsste man sich eingestehen, dass man in einer Situation, in der eigentlich jeder Demokrat lautstark hätte protestieren müssen, historisch versagt hat.“
Anti-Spiegel:
Ukrainische Armee richtet Soldaten hin, nachdem sie sich ergeben haben – Auszug: „Inzwischen hat sogar die New York Times bestätigt, dass die Videos authentisch sind und dass die russischen Soldaten aus ‚kurzer Distanz‘ erschossen, also hingerichtet worden sind. (…) Kiew behauptet, die russischen Soldaten hätten nur vorgetäuscht, sich zu ergeben, weshalb die ukrainischen Soldaten vollkommen korrekt gehandelt hätten. (…) Die Ukraine bestreitet alle gegen sie erhobenen Vorwürfe sogar dann noch, wenn alles eindeutig erwiesen ist, wie wir zuletzt am Beispiel der ukrainischen Rakete erleben konnten, die in Polen eingeschlagen ist und zwei Zivilisten getötet hat. Kiew hat diesen Raketenangriff auf polnisches Gebiet auch dann noch Russland angelastet, als längst bewiesen war, dass es sich um eine ukrainische Rakete gehandelt hat.“
Novo Argumente:
Der fremde Stamm. Eine ARD-Doku geht der Frage nach, welche Haltungen zu Russland und dem Ukrainekrieg in Ostdeutschland verbreitet sind. Dabei zeigt das öffentlich-rechtliche Fernsehen einen herablassenden Gestus – Auszug: „Der Umstand, dass Reporterin Jessy Wellmer selbst aus ‚dem Osten‘ stammt, ändert an ihrer quasi-ethnologischen Haltung ihren Landsleuten gegenüber nichts; sie wirkt vielmehr wie eine Konvertitin, die sich, um die Reste ihres alten Glaubens abzuschütteln, besonders ‚westdeutsch‘ gibt. (…) ‚Die Ostdeutschen‘ – dieser pauschalisierte Ausdruck fällt mehrmals in dem Film –, sind der fremde Stamm, über den sich der Forscher mit seinen gediegen-elitären Wissensbeständen hermacht. (…) Die ARD hat damit das zwielichtige Kunststück vollbracht, genau das zu reproduzieren, was man mit dem Film zu überwinden trachtete. Nämlich die angeblichen Gräben zwischen Ost und West. (…) Auch wenn [Sportjournalistin] Wellmer verspricht, nicht bewerten zu wollen, so liegt ihrer ganzen Reise doch ihre Bewertung des Ukraine-Krieges bereits zugrunde. (…) Gegenüber Ostdeutschland reproduziert die Reportage damit (...) eine Haltung, die den ganz selbstverständlichen Ausschluss bestimmter politischer Positionen offenbar für ein Qualitätsmerkmal professioneller Berichterstattung hält. (…) Man kann deshalb nur erstaunt sein, dass sich viele Verantwortliche im öffentlich-rechtlichen Fernsehen so sehr darüber wundern, wie viele Menschen insbesondere im Osten Deutschlands ablehnend reagieren, wenn ein Kamerateam dieser Sender auf sie zusteuert. Denn durch derartige mediale Dar- und Bloßstellungen werden Ohnmachtsgefühle verstärkt, die wie kaum eine zweite Emotion Gift für die Demokratie sind.“
TauBlog:
Sanktionen wirken doch – Auszug: „Hierzulande kann man es sich wegen drohender Gasmangellage zuhause nicht einmal vor dem Fernseher gemütlich machen. Dafür haben wir aber die wärmende Moral, gespeist aus etwas depperten Ritualen. Eine Regenbogenbinde der Nation, die schon keine mehr war, sollte am Mittwoch stolz aufs Feld geführt werden. Daraus wird jetzt aber nichts, weil die Fifa es verbot und diese Vorgabe mit der Androhung von Sanktionen bekräftigte. Gelbe Karte vor dem Anpfiff, das wäre lustig gewesen, Punktabzug im Nachgang, na das geht gar nicht. (...) Nun ist die Empörung natürlich groß. Der DFB, wie auch andere Verbände knickten überraschend schnell ein, obwohl doch noch am Sonntag lautstark verkündet worden war, ‚Wir bleiben dabei, dass wir mit der Binde auflaufen‘. (…) Fifa-Sanktionen funktionieren eben und die sind natürlich kein Grund zur Abreise. (…) ‚Ein Zeichen, das man nur dann setzt, wenn man dadurch keinerlei Konsequenzen zu befürchten hat, ist kein Zeichen. #OneLoveBinde‘, twittert Moderator und Teilzeitphilosoph Jochen Breyer. Er wird jetzt vermutlich seine Stelle beim ZDF aufgeben und Fotograf von Robert Habeck werden.“
RT de:
Kritik an WM 2018 und 2022: Bis zur Wortwahl identisch. Die Texte zur Berichterstattung über die Gastgeberländer der WM wurden kaum umgeschrieben. Die Anschuldigungen gegen Russland waren vor vier Jahren nahezu die gleichen, die heute gegen Katar erhoben werden. Es handelt sich um Kampagnen – Auszug: „Wurde auch nur einmal das Geschreibsel von damals im Nachhinein mit dem abgeglichen, was in Russland tatsächlich passiert ist? Russland sei ein homophobes Land, wurde damals den Medienkonsumenten auch noch in die letzte Hirnwindung eingetrichtert. Schwulen und Lesben wurde abgeraten, zur WM zu reisen. ‚Als schwuler Fan zur WM nach Russland?‘, fragte beispielsweise ntv und das Portal queer.de sah homosexuelle Fans, die nach Russland reisen, gleich mit einem Bein im Gefängnis. Der Text wurde für die aktuelle WM kaum umgeschrieben. Das neue Lieblingsthema, das sich für einen Rundumschlag gegen alle Länder außerhalb des kollektiven Westens eignet und den deutschen Medien zum alleinigen Maßstab für Freiheit und Demokratie wurde, wurde wieder aktiviert, um der moralischen Empörung freien Lauf zu lassen. Wird es dieses Mal eine Korrektur geben, wenn in Katar schwule und lesbische Fans trotz aller Prophezeiungen nicht drangsaliert und diskriminiert werden? Natürlich nicht, denn es geht nicht um die Sache, sondern die Sache ist längst zum politischen Instrument verkommen.“
Rubikon:
Spaltpilz Twitter (Michael Meyen) – Auszug: „Reichweite und Aufmerksamkeit bekommen nur Tweets, die klar sagen, wo ihr Absender steht. Das liebe ich, das hasse ich. (...) Twitter sieht jedes Thema und jede Person durch die Brille der Moral. Es geht immer um mich, um die Gruppe, zu der ich gehören will, oder um die, die ich aus vollem Herzen ablehne. (…) In atemberaubend kurzer Zeit hat es die Plattform geschafft, die Welt nach ihrem Bilde zu formen. Möglich war dies, weil Twitter kein Massenphänomen ist. Hier treffen sich die, die tatsächlich etwas mitzuteilen haben, mit denen, die berufsmäßig auf der Jagd nach Neuigkeiten sind. Twitter ist der Kanal von Parteien, Behörden und Unternehmen, von Politikern, Wissenschaftlern und vor allem von Journalisten. (…) Wer heute Journalist werden möchte, lernt spätestens im Volontariat, dass nichts über eine gepflegte Marke auf Twitter geht. (…) Twitter ist die Wurzel für eine Politik und für einen Journalismus, die sich vor allem an ‚Sprache und Symbolik‘ aufhängen und an irgendwelchen Zugehörigkeiten. Abgeordnetenbüros und Redaktionen füttern sich dabei gegenseitig. Die einen liefern pointierte Kommentare, und die anderen müssen nicht mehr ewig umher telefonieren, um endlich ein Statement zu haben. Die 280-Zeichen-Grenze ist für beide Seiten perfekt. (…) Parallel sind alle Themen von der großen Bühne verschwunden, die auf Twitter keine Chance hätten. Das heißt: alles, was die vier Prozent nicht interessiert, und alles, was sich nicht dafür eignet, die ‚eigene Moral-Marke öffentlich zu schärfen’.“
Oskar Lafontaine:
Gedanken zum Krieg (Auszug aus seinem neuen Buch) – „Bereits in der Schule lernten wir, wie wir zum Krieg eingestellt sein sollten. Da hieß es mit den Worten des Dichters Horaz: ‚Dulce et decorum est pro patria mori.‘ – ‚Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben.‘ Wir sollten darüber einen Aufsatz schreiben. Als ich aufgefordert war, dazu Stellung zu nehmen, erinnerte ich mich an die Geschichte meiner Familie: Mein Onkel, dessen Vornamen mir meine Eltern gaben, ist 1941 200 Kilometer vor Moskau gefallen; mein Vater ist im April 1945, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges, von einem US-Soldaten erschossen worden, als er auf dem Weg zu seiner Familie war. Bei dieser Familiengeschichte war es mir schon als Schüler nicht möglich, diese These des Horaz anzunehmen, dass es süß und ehrenvoll sei für das Vaterland zu sterben. (…) Bei dem Nachdenken über den Krieg stellt sich früher oder später die Systemfrage (…) Ich selbst beantworte die Frage so, dass wir in der Welt mehr und mehr Systeme des Oligarchen-Kapitalismus haben, also Staaten, in denen eine Minderheit große Vermögen anhäuft und die Politik in zunehmendem Maße prägt. Dieser Oligarchen-Kapitalismus führt notwendigerweise zum Krieg. (…) Ich bin dafür, dass wir Kriegsverbrecher vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen – aber dann bitte alle! Alle, die in der Politik für völkerrechtswidrige Kriege Verantwortung tragen! Sonst werden wir auf dieser Welt keinen Frieden finden.“
Linksbündig:
Ein postideologischer Totalitarismus – Zur politischen Immunisierung des Pandemieregimes – Auszug: „Das Frappanteste ist, wie weitgehend sich die Linke seit Beginn der Corona-Krise aus ihren angestammten Kritikfeldern, allen voran der Kritik an den internationalen Organisationen der Globalisierung, verabschiedet hat, sodass man zuweilen den Eindruck bekommt, ihre Haltung sei nicht mehr von derjenigen des WEF und seines Begründers Klaus Schwab zu unterscheiden. Dass durch die Maßnahmen, nicht durch das Virus, weltweit mit 20 Millionen mehr Hungertoten zu rechnen ist, wie Oxfam schon im letzten Sommer warnte, dass die Impfallianz GAVI, von der auch die jetzige Impfkampagne ausgeht, in ihrer Vergangenheit immer wieder mit problematischen Impfaktionen Schlagzeilen machte – u.a., indem sie in Indien und Afrika Impfungen gleichzeitig mit der Massensterilisierung von Frauen verbanden und deshalb jahrelang in der Kritik von feministischen Organisationen stand; ja, dass ganz generell die von der WHO verordnete Corona-Politik, wie Toby Green in seinem Buch ‚The corona consensus. The new politics of global inequality‘ darlegt, global gesehen, zu einer massiven Verschärfung der eh schon skandalös grossen sozialen Ungleichheit führt; dass all dies kein Thema für die Linke mehr sein soll, hat etwas Unfassbares.“
MDR aktuell:
Kekulés Corona-Kompass (Folge 330, 15.11.2022) – Auszug: MDR: „Wir kommen zur ersten Studie, die wir heute ausführlich besprechen wollen. (…) Es geht darum: Wie gefährlich ist es, sich erneut mit Corona zu infizieren? (…)“ – Kekulé: „Das ist echt Mist für alle, mich eingeschlossen, die der Meinung sind, dass die Impfung wichtig ist. Diese Daten dort zeigen klipp und klar, dass es keinen statistisch irgendwie nachweisbaren Unterschied gibt bezüglich der Schwere der Nachfolge-Erkrankung bei zweiten, dritten, vierten Infektionen zwischen geimpften und ungeimpften. Das muss man sich mal sozusagen auf dem Ohr zergehen lassen in diesem Fall. Es gibt keinen Unterschied. (…) bei bestimmten [Corona-]Symptomen ist es so, dass sogar die Wahrscheinlichkeit, diese Symptome zu entwickeln, nach diesen Daten nach der zweiten oder dritten Infektion höher ist als nach der ersten. (…) Okay, wenn solche Beobachtungsstudien – so nennt man so was ja – nicht in das Bild passen, dann hat man vielleicht gar keinen Hinweis auf einen kausalen Zusammenhang gefunden, sondern muss eher überlegen: Wo sind die Limitationen der Studie?“ (Anmerkung Paul Schreyer: Was nicht ins Bild passt, kann nicht sein. Da wird dann wohl mit der Studie etwas nicht stimmen. Sonst hätte man ja die ganze Zeit falsch gelegen …)
Frankfurter Allgemeine:
Ukraine und der Westen: Kein Dissens soll sichtbar werden – Auszug: „Laut einer Recherche der polnischen Zeitung ‚Gazeta Wyborcza‘ war der polnischen Regierung schon sehr früh am Dienstagabend bekannt, dass es eine Rakete der ukrainischen Luftabwehr war, die in Przewodów eingeschlagen ist. Eine entsprechende Information habe sie von einem über Polen fliegenden AWACS-Radarflugzeug erhalten, das den Vorgang registriert habe. Unter Berufung auf Teilnehmer der Sitzung des polnischen Sicherheitskabinetts am Dienstagabend schreibt die Zeitung, in der Runde habe Konsternation geherrscht, man habe nicht gewusst, wie man das der Öffentlichkeit kommunizieren solle. So habe man beschlossen, auf das Weiße Haus zu warten. Doch der amerikanische Präsident Joe Biden, der auf Bali zum G-20-Gipfel war, habe zu dieser Zeit noch geschlafen. Biden war es dann, der – während in Europa Nacht war – auf Bali mitteilte, die Flugbahn der Rakete zeige, dass sie nicht von den Russen abgeschossen worden sei. (…) Laut eines Berichts des amerikanischen Senders CNN hat Joe Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan noch am Dienstagabend den ukrainischen Präsidenten Selenskyj angerufen, nachdem dieser in seiner abendlichen Videoansprache davon gesprochen hatte, russische Raketen hätten Polen angegriffen – das sei eine Eskalation, auf die es eine entschiedene Antwort geben müsse. Sullivan soll Selenskyj zu einer vorsichtigeren Rhetorik aufgefordert haben. (…) Was tatsächlich geschehen ist, beschreibt die polnische Zeitung unter Berufung auf Quellen in der polnischen Regierung so: Eine der etwa hundert Lenkraketen, die Russland am Dienstag auf die Ukraine abgefeuert hatte, hat das Kohlekraftwerk Dobrotwirska bei Lemberg in der Westukraine zum Ziel gehabt. Um sie abzufangen, hat demnach eine ukrainische Militäreinheit bei Lemberg zwei oder drei Luftabwehrraketen des Typs S-300 aus sowjetischer Zeit abgefeuert. Eine davon hat die russische Rakete in einem Gebiet zwischen Lemberg und der polnischen Grenze getroffen, eine andere hat ihr Ziel verfehlt. Statt sich danach selbst zu zerstören, sei sie – so die Zeitung – in Przewodów niedergegangen.“
Larry C. Johnson:
Ukraine’s Epic Fail At Manufacturing a False Flag (Monumentaler Fehlschlag der Ukraine bei der Fabrizierung eines False-Flag-Angriffs) – Auszug (übersetzt): „Es ist höchst unwahrscheinlich – unmöglich –, dass dies eine ‚fehlgeleitete‘ Rakete war, die die Ukraine in einem Moment der Verzweiflung abgefeuert hat, als sie versuchte, eine ankommende russische Rakete abzuschießen. Wieso? Die russischen Raketen fliegen von Süden nach Norden oder von Osten nach Westen. Das heißt, wenn die Ukraine ein Raketenabwehrsystem auf diese ankommenden Raketen abfeuert, würde die ukrainische Rakete von West nach Ost fliegen. Aber das ist hier nicht passiert. Die S-300 flog von Osten nach Westen. Wenn der ukrainische Soldat, der die S-300 gestartet hat, nicht betrunken war, ist es unmöglich, diese Luftverteidigungsrakete ‚aus Versehen‘ in die falsche Richtung abzufeuern.“
Frankfurter Allgemeine:
STIKO-Empfehlung: Corona-Impfung nur für Kleinkinder mit Vorerkrankungen – Auszug: „Die Corona-Impfstoffe (…) haben erst vor wenigen Wochen die europaweite Zulassung für Säuglinge und Kleinkinder erhalten. (…) Beide Mittel [Biontech und Moderna] basieren auf den ursprünglichen Impfstoffen gegen den Wildtyp des Virus und nicht auf den bereits an die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 angepassten Präparaten, die seit September für Erwachsene als Auffrischimpfung verfügbar sind. (…) ‚Wir haben Vertrauen in diese Impfstoffe, aber die Datenlage ist begrenzt‘, sagt Kinderarzt und STIKO-Mitglied Martin Terhardt. (…) ‚Wir wissen über das Risiko noch nicht schrecklich viel.‘ Deswegen habe sich die Impfkommission entschlossen, die Impfung zunächst nur für Risikogruppen zu empfehlen – die Möglichkeit, die Empfehlung später auf alle Kinder auszuweiten, besteht weiterhin. Auch bei fehlender Empfehlung sei es Eltern aber möglich, ihr gesundes Kleinkind gegen Corona impfen zu lassen. ‚Für Ärzte gibt es keinen juristischen Grund, es nicht zu machen‘, sagt Terhardt. Dafür sei die europäische Zulassung der Impfstoffe maßgeblich. (…) ‚Die Impfquoten bei Kindern haben wir uns anders vorgestellt und gewünscht‘, sagt Terhardt. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind 22,4 Prozent der Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren mindestens einmal gegen Corona geimpft, knapp 20 Prozent haben mindestens zwei Impfungen erhalten.“
Nuoflix:
Pressekonferenz MWGFD (Video, 180 min) – Auszug Prof. Dr. Ulrike Kämmerer: „Es gibt immer wieder die Aussage, die Impfungen würden versagen. Das ist aus meiner Sicht, wenn man sich die Inhaltsstoffe anschaut, falsch. Die Impfungen tun genau das, was sie sollen. Der Körper wird gezwungen, das gefährliche Spike-Protein herzustellen, welches sich überall im Körper verteilt und dann mehr Schaden anrichtet, als es die Virusinfektion tun würde, vor allem bei gesunden und vorher nicht geschädigten Personen. (…) In einer im Oktober 2020 veröffentlichten Studie ist bereits beschrieben, dass das Spike-Protein die Stammzellen der Blutbildung schädigt. (…) Das erklärt gut, warum wir sehr viele immunologische Fehlregulationen sehen. (…) Die ersten Reaktionen [des so gestörten Immunsystems] sieht man: Die Leute, die eins, zwei oder mehr Injektionen hatten, sind infektanfälliger, kriegen das zweite, dritte, vierte Mal Covid, kriegen andere Erkrankungen.“
Infosperber:
Kontroverse Befunde von Impfexperten – In einer grossen Dokumentation von Arte versuchen Wissenschaftler und Ärzte das Wissen über Impfungen zusammenzufassen. – Auszug: „Gezeigt wird, wie Ronald Reagan 1986 den ‚National childhood vaccine injury act‘ unterzeichnete, der Hersteller von der Haftung für schwere Nebenwirkungen entbindet. Die Schlussfolgerung der Doku lautet: ‚Impfstoffe sind die einzigen Medizinprodukte, die eine gesetzliche Immunität geniessen.‘ Peter Gøtzsche, Begründer der Cochrane-Gruppe, einer internationalen Vereinigung von Ärzten, die klinische Studien von Medikamenten und Impfungen systematisch auswerten, fordert, dass Impfstoffe höhere Standards als andere Medikamente erfüllen sollten, da Impfstoffe Gesunden verabreicht werden und länger im Körper bleiben, Medikamente dagegen im Notfall abgesetzt werden können.“
Berliner Zeitung:
Eine Antwort auf: „War dies möglich, so ist alles möglich“ – Zeigt der deutsche Staat „Züge eines korrupten Parteienkartellstaats“? Eine Replik des Chefredakteurs der Berliner Zeitung [auf einen Text von Michael Andrick, den Multipolar am 15.11. verlinkt hatte] – Auszug: „Während Andrick in der Pandemie all diese Sorgen entwickelte, trieb mich die Todesangst um. (…) Eine Krise, in der die Faktenlage dünn war, in der die Regierung spekulieren, mutmaßen, manchmal vom Schlimmsten ausgehen musste. (…) Die Pandemie hat gezeigt, dass es besondere Krisen gibt, in denen Politiker einfach keine allgemein richtigen Entscheidungen treffen und die Rechte jedes Einzelnen verteidigen können. (…) Für den Schutz meiner Familie danke ich der Bundesregierung.“ (Anmerkung Stefan Korinth: In seiner Replik erklärt der Chefredakteur, dass die Mehrzahl der repressiven und zerstörerischen Corona-Maßnahmen der Regierung gerechtfertigt waren, nur weil er Angst hatte bzw. sich erfolgreich Angst machen ließ. Diese Haltung, die man als „krass egoistisch“ bezeichnen kann, beschreibt er mit dem Begriff „solidarisch“. Dreist ist der Beitrag vor allem, weil der ehemalige Zeit-Redakteur durchgängig so argumentiert, als wäre er auf dem Kenntnisstand vom März 2020 hängen geblieben. Ein Journalist, der die vergangenen zweieinhalb Jahre nicht im Koma gelegen hat, kann im November 2022 aber nicht mehr ernsthaft so tun, als hätte es all die Diskriminierungen, Ausgrenzungen, statistischen Manipulationen, falschen Politikerbehauptungen, medizinisch-wissenschaftlichen Versäumnisse und Hasskampagnen gegen Kritiker nicht gegeben. In Folge der Maßnahmen starben zahlreiche Alte den Tod durch Einsamkeit, Jugendliche den Tod durch Suizid und mRNA-Behandelte den Tod durch Impfschäden. Man kann heute nicht so tun, als hätte es Jagden auf Spaziergänger, maskenlose Rodler oder Kindergeburtstage nie gegeben. Als hätten die Verantwortlichen der Maßnahmen damit nicht Menschen zur Berufsaufgabe, zur Auswanderung und zu experimentellen Gentherapien genötigt. Als hätte es keine Demonstrationsverbote, Hausdurchsuchungen und Ausgangssperren gegeben. Zur Antwort auf die scheinheilige Frage: „Wie konnte es nur so weit kommen?“ sei dem Chefredakteur das aktuelle Buch von Marcus Klöckner und Jens Wernicke empfohlen. Zur Aufarbeitung gehört ein Mindestmaß an Ehrlichkeit.)
ORF:
ORF-Chefredakteur Schrom tritt Urlaub an (7.11.) – Auszug: „In der Auswertung der sichergestellten Chats und Mails von Ex-ÖBAG-Chef Thomas Schmid durch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) fand sich auch eine Konversation zwischen ORF2-Chefredakteur Schrom und dem damaligen Vizekanzler und FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache. Am 14. Februar 2019 kurz vor Mitternacht beschwerte sich Strache über die Berichterstattung der ZIB24 und äußerte Personalwünsche (…). ‚Das ist natürlich unmöglich‘, schrieb Schrom zu Straches Kritik an der ZIB24. ‚Du weißt, ich bin ja nur für ORF2 zuständig.‘ (…) In Hinblick auf ORF2 schrieb Schrom an Strache, es sei ‚schon bei uns genug zu tun und jeden Tag mühsam, aber langsam wird’s, und die, die glauben, die SPÖ retten zu müssen, werden weniger‘. In derselben nächtlichen Kommunikation berichtete Schrom Strache noch – laut ‚Standard‘ ‚ungefragt‘ – über zwei blaue Personalwünsche. (…) Strache bedankte sich. (…) Angesichts der aktuellen Chataffäre hat Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich eine Liste mit Vorschlägen erstellt, um die Unabhängigkeit der Berichterstattung in Österreich zu stärken, wie die Organisation am Montag via Aussendung bekanntgab. Dazu gehören die Stärkung von Redaktionsräten, klare Richtlinien für Medienbetriebe sowie Aufklärungskommissionen bei Verdachtsfällen.“
Nachdenkseiten:
„Russische Raketen treffen Polen“ – Neuer Tiefpunkt von Politik und Medien in Deutschland – Auszug: „Kaum waren in der Nacht zum Mittwoch die ersten Informationen über den mutmaßlichen Niedergang einer Rakete auf polnischem Territorium durchgesickert, kannten deutsche Politiker, insbesondere von der FDP-Fraktion, und Medien kein Halten mehr: Ohne jede weitere Recherche oder den Versuch einer Verifikation titelte zum Beispiel das ZDF, obwohl zu diesem Zeitpunkt keinerlei entsprechende offizielle Stellungnahme aus Polen oder den USA vorlag, ‚Russische Raketen treffen polnisches Gebiet‘. Dies griffen dann zahlreiche Politiker der Ampel-Koalition, unter anderem die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages, ebenso unhinterfragt auf. Ein hysterisches Zitierkartell, basierend, wie wir jetzt wissen, auf Fake News. (…) Eigentlich könnte man über dieses amateurhafte kommunikative Verhalten von Politik und ‚Leitmedien‘ mit dem Kopf schütteln und die Sache vergessen. Doch bestimmen derzeit tragischerweise just diese Leute mit faktenfreien und übereilten Rückschlüssen sowie Forderungen den sicherheitspolitischen Diskurs in der Bundesrepublik Deutschland. Und das lässt wirklich nichts Gutes für die Zukunft erwarten.“
Rubikon:
Nackte Wahrheit – Auszug: „Beim Zappen durch das Fernsehprogramm, landete ich bei der ARD: Dort gaben sie „Des Kaisers neue Kleider“. Vor etwa zehn Jahren haben die Öffentlich-Rechtlichen allerlei Märchen neu aufgelegt. (…) Jedenfalls landete ich in der Schlussszene, Matthias Brandt als Kaiser lief in Unterhosen über den Schlossvorplatz. Ein Junge schreit, dass der Souverän nackt sei. (...) Der Kaiser stellt seine Bediensteten zur Rede, beschimpft sie als „Speichellecker“ und „Ja-Sager“. Dann lacht auch er. Mit ihm das versammelte Volk, der ganze Vorplatz — vermutlich das gesamte Kaiserreich. (…) Bei Hans Christian Andersen endet die Geschichte [jedoch] ein wenig anders: Der Kaiser lacht nämlich nicht. Ganz und gar nicht sogar. Bei Andersen zeigt zuletzt das ganze Volk auf den kaiserlichen Nudisten. „Das ergriff den Kaiser“, so endet sein Märchen, „denn es schien ihm, sie hätten recht; aber er dachte bei sich: Nun muss ich die Prozession aushalten. Und die Kammerherren gingen noch straffer und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.“ (…) Es sagt viel über den Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten aus, dass sie die komplette Aussagekraft eines solchen Märchens aufheben und ad absurdum führen, indem sie daraus eine finale Lachnummer machen. (…) Das Drehbuch dieser modifizierten Geschichte will aussagen: Monarchen sind einsichtig, sie können Fehler einräumen und hören auf ihr Volk. Schön wäre es ja. Heute wissen wir besser denn je, dass Andersen das Wesen der Macht realistisch erfasst hat. Und „das Erste“ erwies sich – schon im Jahr 2010 – als Märchenerzähler. Als Sendeanstalt, die das Wesen der Macht aufhübscht.“
Anti-Spiegel:
Der Spiegel und seine Rolle bei Kriegsverbrechen in Cherson. In Cherson werden Menschen öffentlich gefoltert, wie AP (unfreiwillig) zeigt. Gleichzeitig verbreiten Spiegel-Reporter Jubelberichte aus der "befreiten" Stadt – Auszug: „Dass es Journalisten verboten ist, aus dem Gebiet Cherson zu berichten, ist ebenfalls keine russische Propaganda. Der ukrainische Generalstab hat sechs Medien (darunter sogar CNN und Sky News) die Akkreditierung entzogen, weil sie ohne Erlaubnis aus der Region berichtet haben. (…) Der Oberbefehlshaber der Ukraine ist Präsident Selensky, der das Verbot höchstpersönlich verhängt hat. (…) Wenn ich aus dem Konfliktgebiet berichte, berichte ich aus Gründen der Transparenz immer ausführlich darüber, wie es dazu gekommen ist, dass ich von dort berichten konnte. (…) Der Spiegel verschweigt seinen Lesern jedoch, wie sein Team dort hin gekommen ist [ohne die Akkreditierung zu verlieren], was darauf hindeutet, dass der Spiegel etwas zu verbergen hat. Ganz offensichtlich durften die Spiegel-Leute im Gefolge von Selensky nach Cherson, um die ukrainische Propaganda eins zu eins in Deutschland zu verbreiten. Darauf deutet auch der Inhalt des Spiegel-Videos hin, denn die gefesselten Menschen, die in Cherson öffentlich an den Pranger gestellt und sicher auch misshandelt werden, verschweigt der Spiegel.“
Nachdenkseiten:
Wenn ein falsches Wort das Leben ruinieren kann (Rezension des aktuellen Buches von Spiegel-Korrespondent René Pfister: „Ein falsches Wort. Wie eine neue linke Ideologie aus Amerika unsere Meinungsfreiheit bedroht“) – Auszug: „Was Pfisters Buch so interessant macht, ist, dass hier jemand eigene Erfahrungen beschreibt, der selber genau dem Milieu angehört, das ein wesentlicher Treiber der totalitären Tendenzen der Politischen Korrektheit ist. (…) Auch in Deutschland sagen Journalisten ganz klar und offen, dass sie von neutraler, objektiver Berichterstattung nicht viel halten. Pfister zitiert dazu in seinem Buch die Chefredakteure des stern, die in einem Editorial schrieben: „Was die Klimakrise angeht, ist der stern nicht länger neutral“ (S. 121). Diese Haltung ist beileibe kein Einzelfall. Pfister zitiert aus einen Brief, den die 58. Lehrredaktion der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München geschrieben hat. (…) Der Brief, aus dem Pfister zitiert, brachte den Unmut der Journalistenschüler zum Ausdruck, dass sich ältere Journalisten immer noch weigern würden, eine 'gendergerechte Sprache' zu benutzen. Das Interessante an diesem Brief, so Pfister, sei nicht die Forderung der Journalistenschüler an sich, sondern die darin ausgedrückte Gewissheit, dass eine andere Meinung als ihre gar nicht mehr denkbar sei.“
Berliner Zeitung:
War dies möglich, so ist alles möglich (Michael Andrick) – Auszug: „Mich ängstigt die Erkenntnis, dass meine Familie, Freunde und ich Opfer politischer Willkür geworden sind. Die Verfassung wurde vom gesamten Staatspersonal verraten, nicht nur von Politikern. Der Machtgebrauch wurde medial berichtet, der Machtmissbrauch duckmäuserisch ignoriert – so als lebten die Akteure in einer Art Staatsräsonkommune von Politköchen und Schreibkellnern zusammen, die bestimmt, was dem Bürger vorgesetzt wird. War dies möglich, so ist alles möglich. Konnte so mit uns verfahren werden, so kann man beliebig mit uns umspringen. Können Panikmache, Gehorsamspropaganda und staatliche Diskriminierung bei einem Thema so widerstandsarm veranstaltet werden, dann sind sie bei jedem Thema möglich. Können Kinder, Alte, ‚Ungeimpfte‘ und Oppositionelle gegängelt, faktisch eingesperrt, vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden, dann ist das bereits uns allen passiert. Denn wir alle waren Kinder und werden alt, und wir alle können auch mal eine ganz andere Meinung haben als die meisten anderen.“
Publikum:
Ihr müsst miteinander reden - weil ich sprachlos bin – Auszug: „Was Diskriminierung bedeutet, kann nur jemand verstehen, der sie am eigenen Leib gespürt hat. Ich habe mich immer gegen Diskriminierung und Unrecht gewehrt und mich für Schwächere eingesetzt, aber mehr aus Wissen über dieses Unrecht. Jetzt kann ich es selbst fühlen. (…) Wir waren, wie es der ehemalige Ministerpräsident des Saarlandes, Tobias Hans (CDU) bei Maybritt Illner ungestraft sagen durfte, ‚raus aus der Gesellschaft‘ und keinen interessierte es. Die geimpfte Mehrheitsgesellschaft fand es gut. Unsere Freunde und Verwandten schwiegen - und stimmten damit zu. (…) Ich habe in dieser Zeit mit Deutschland und meinem ehemals weiten Bekanntenkreis abgeschlossen. Ich bin bereit zu gehen, wenn es die Situation erfordert. (…) Menschen, die ich persönlich kenne, haben sich nicht getraut, sich mir gegenüber zu öffnen, dass sie die gewaltigsten Eingriffe in unsere Grundrechte, das größte Unrecht in der Geschichte der BRD, kritisch sahen. (…) Dieser Text ist ein Plädoyer dafür, miteinander zu reden, auch wenn ich es nicht kann.“
Cicero:
Deutschlands Bild von China – Das Ende der Realpolitik (Ole Döring) – Auszug: „Statt stiller Diplomatie bestaunen wir die lautstarke Abschaffung der Realpolitik im Namen exklusiver Werte-Postulate. Können wir, ja wollen wir es uns leisten, China als starken und wichtigen Partner zu verprellen? (…) [In China] ist man verärgert über das Versagen der russischen Führung, den eigenen Zuständigkeitsbereich in Ordnung zu bringen, um Kraft für die übergeordneten Ziele zu haben. Die werden im historischen Zusammenhang verstanden und erfordern einen entsprechend langen Atem. (…) Einen Krieg außerhalb seiner unmittelbaren territorialen Grenzgebiete hat China niemals geführt. Seine Monroe-Doktrin ist Jahrtausende älter und subtiler als die uns geläufige. China verteidigt seine Interessen auch am Hindukusch, aber konsequent mit diplomatischem und wirtschaftlichem Vorgehen. Bomben, Auftragsmorde und Putsche zerstören Vertrauen, Infrastruktur und die wertschöpfende Resilienz jeder Gesellschaft, sie vernichten Ressourcen anstatt deren Einsatz klug für die Wertschöpfung zu steuern. China ist kulturell sehr gut darauf eingestellt, insbesondere international tolerant zu sein. (…) Deutschland erscheint zur Zeit, aus China betrachtet, auch dem Deutschen als ein fremder Planet, einst von einer hochstehenden Zivilisation bevölkert und plötzlich von allen guten Geistern verlassen, mit verfallenden Infrastrukturen und geistig verödend. Alles Gute für den Neuanfang!“
Norbert Häring:
EZB-Chefin Lagarde legt offen, wie sie mit dem digitalen Euro das Bargeld verdrängen will – Auszug: „Stattdessen will die EZB sogar wissentlich, und entgegen ihren öffentlichen Bekundungen, mit ihrem digitalen Zentralbankgeld den Niedergang des Bargelds beschleunigen. (…) Wie man in den nordischen Ländern und den Niederlanden sehen kann, gibt es Kipppunkte, nach deren Unterschreiten sich der Niedergang des Bargelds stark beschleunigen kann. Indem die EZB und die EU-Kommission vorhaben, dem Euro-Bargeld auf seinen wichtigsten Anwendungsfeldern, physischen Ladengeschäften und Zahlungen von Bürger zu Bürger, Konkurrenz mit einem digitalen Euro zu machen, den man für diese Anwendungsgebiete eigentlich nicht braucht, beschleunigen sie bewusst das Erreichen dieses Kipppunktes für die Netzwerkeffekte des Bargelds und damit den Niedergang des Bargelds.“
Business Insider:
Companies are suspending ads on Twitter after Elon Musk's takeover. Here's the full list of brands pressing pause on advertising. (Nach der Übernahme durch Elon Musk stellen Unternehmen die Werbung auf Twitter ein. Hier ist die vollständige Liste der Marken, die eine Werbepause einlegen.) – Auszug (übersetzt): „Berichten zufolge haben Werbetreibende wie Volkswagen, Audi und Pfizer ihre Werbung auf Twitter pausiert. Auch General Motors und der Lebensmittelkonzern General Mills haben ihre Werbung vorübergehend ausgesetzt. ‚Im Moment können wir nicht mit Sicherheit sagen, dass Twitter ein sicherer Ort für Marken ist‘, sagte eine Werbeagentur. (…) Die Werbeagenturen Havas und IPG haben ihren Kunden ebenfalls geraten, ihre Ausgaben für Twitter zu pausieren.“ (Anmerkung Paul Schreyer: Dass Twitter unter seinem neuem Eigentümer aus der internationalen Allianz für immer mehr Zensur auszuscheren ankündigte, wird von vielen großen Konzernen abgestraft. Elon Musk schrieb am 11.11. auf Twitter: „Da Twitter das Ziel verfolgt, den Bürgerjournalismus zu fördern, wird die Medienelite alles versuchen, um dies zu verhindern. Die Mainstream-Medien werden weiterhin florieren, aber die zunehmende Konkurrenz durch die Bürger wird sie dazu bringen, akkurater zu arbeiten, da ihr Oligopol an Informationen gestört wird.“)
Cicero:
„Wenn nur noch die Wohlhabenden wählen gehen, ist das keine Demokratie mehr“ (Interview mit Sahra Wagenknecht) – Auszug: „Es war früher eine Selbstverständlichkeit, dass eine Regierung in erster Linie dafür zu sorgen hat, dass es der eigenen Bevölkerung gut geht. Wenn man das heute ausspricht, wird man verdächtigt, ein Nationalist zu sein. Das zeigt einfach nur, dass wir verlernt haben, vernünftige Diskussionen zu führen. (…) Ich denke, dass eine glaubwürdige Partei für Frieden und soziale Gerechtigkeit ein sehr großes Potenzial hätte. Es gibt viele Menschen, das zeigen die Umfragen, die sich von den vorhandenen Parteien nicht mehr vertreten fühlen. Die Linke war einmal eine glaubwürdige politische Kraft. Da hatten wir zweistellige Bundestagswahlergebnisse, selbst 2017 waren es noch über 9 Prozent. Diese Wähler hat man mit der inhaltlichen Umorientierung der letzten Jahre mehr und mehr vertrieben. (…) Ich verurteile diesen Krieg, ich finde ihn verbrecherisch. Aber ich werbe dafür, ihn auf dem Weg der Diplomatie zu beenden, um weitere Eskalation zu vermeiden. Dass man für solche Positionen heute als „Putin-Versteher“ oder „Kreml-Propagandist“ diffamiert wird, zeigt, wie niveaulos unsere Debatten geworden sind.“
Anti-Spiegel:
Die russische Armee räumt Cherson – Auszug: „Der Dnjepr ist ein breiter Fluss, über den es [in dieser Region] nur zwei Übergänge gibt: Erstens die Antonow-Brücke bei Cherson und zweitens den Staudamm des Wasserkraftwerkes Kachowka. Beide Übergänge sind heute nicht mehr benutzbar. (…) Der Staudamm wird ständig von ukrainischer Seite beschossen. (…) Die einzige Möglichkeit, den Dnjepr zu überqueren, ist nun eine Autofähre, die bei der Antonow-Brücke eingerichtet wurde. Da die Stadt Cherson auf dem rechten Ufer liegt, mussten nicht nur die russischen Streitkräfte, die nördlich des Dnjepr stehen und seit Wochen von der ukrainischen Armee angegriffen werden, über diese Fähre versorgt werden, sondern auch die Zivilisten in der Stadt Cherson. (...) Die Evakuierung wurde am 8. November offiziell abgeschlossen und General Surowikin, der Kommandierende der Militäroperation, hat gemeldet, dass 115.000 Menschen das Gebiet sicher verlassen haben. Diese Meldung wurde im russischen Fernsehen gezeigt. General Surowikin hat dem Verteidigungsminister Bericht erstattet und empfohlen, das rechte Dnjepr-Ufer zu räumen.“
Overton-Magazin:
Soziologie der Weltfremdheit? (Rezension zu Caroline Amlinger/Oliver Nachtwey: „Gekränkte Freiheit. Aspekte des libertären Autoritarismus“) – Auszug: „Wer ein Buch lesen möchte, dessen Autoren – bei milder Auslegung – fast drei Jahre unter einem Stein geschlafen haben, der möge bitte zugreifen. Denn die zwei Soziologen Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey machen es sich in ihrem Wälzer zur Aufgabe, jegliche Kritik daran, was von staatlicher, medialer und lobbyistischer Seite mit unseren Gesellschaften, ja, mit der Welt seit 2020 passiert ist, als völliges Phantasma, als reine Wahnvorstellung abzutun. Ihre Prämisse scheint von Anfang an zu sein: Alles ist gut so gelaufen, wie es gelaufen ist. (…) Phänomene, die man in den letzten Jahren ganz einfach beobachten konnte, werden erst gar nicht thematisiert, schon gar nicht untersucht und erst recht nicht kritisch betrachtet. (…) [Das Buch ist] ein Sammelsurium verkleideter Stehsätze und Kampfbegriffe, die bereits zu Beginn der Pandemie in Dauerschleife skandiert, soziologisch von Amlinger und Nachtwey aber offenbar überhaupt nicht reflektiert wurden. (…) Auch Aspekte, die kritische Menschen ganz einfach skeptisch machen müssen, werden von Amlinger und Nachtwey ignoriert. Dies bedeutet, dass überhaupt nicht überprüft wird, ob der Grund für Protest gerechtfertigt ist. (…) Was die Autoren von ‚Gekränkte Freiheit‘ offenkundig nicht verstehen, und das ist angesichts der Tatsache, dass sie Soziologen sind, umso frappierender, dass nun in Deutschland (und auch in Österreich) Prozesse endgültig ihre Klimax erreicht haben, die etwa in Frankreich schon seit vielen Jahren diskutiert werden: die Entfremdung der Menschen, vielfach vor allem benachteiligter Personengruppen, von den ‚linken‘ Parteien, der Verlust einer politischen Heimat und die potenzielle Vereinnahmung dieses Unmutes vonseiten rechter oder rechtspopulistischen Parteien. (…) Was in ihrem Buch in fulminant karnevalsker Umkehr betrieben wird, ist jedoch, dass man versucht, den autoritären Typus, wie man ihn bei Adorno nachlesen kann, ad acta zu legen, um einen neuen, paradoxen Typus des Autoritären zu entwickeln. Verschleiert wird damit, dass der ‚alte‘ autoritäre Charakter perfekt auf Intellektuelle wie Nachtwey und Amlinger passt, die sich als solidarische Regelbefolger und wissenschaftstreue Vernunftwesen gerieren, stets nur das Gute wollen und die Pflicht zum Gehorsam herbeischreiben. (…) Die Corona-Krise war jedenfalls ein Lackmustest, ob man das erlernte akademische Wissen, die entsprechenden soziologischen Analysen und Theorien auch im entscheidenden Moment anwenden kann. Bei allem braven Herunterrattern der Soziologie-Klassiker: Amlinger und Nachtwey haben diesen Test nicht bestanden.“
Junge Welt:
US-Admiral prophezeit Krieg gegen China – Auszug: „Der Kommandeur des U. S. Strategic Command, das die US-Nuklearstreitkräfte führt, fordert eine dramatisch beschleunigte Aufrüstung der Vereinigten Staaten in ihrem Machtkampf gegen China. »Das Schiff sinkt langsam«, erklärte Admiral Charles A. Richard mit Blick auf den traditionellen US-Rüstungsvorsprung vor der Volksrepublik in einer Rede vor Militärs und Rüstungsindustrieellen, die er schon am vergangenen Donnerstag gehalten hatte, die aber erst jetzt bekannt wurde. Richard sprach sich für eine rasant beschleunigte Aufrüstung aus, die von einem neuen Geist getragen werden müsse (...) »Die Ukraine-Krise, in der wir uns gerade befinden, ist nur das Aufwärmen«, so Richard. »Die große Krise wird kommen. Und es wird nicht mehr lange dauern, bis wir auf eine Art und Weise geprüft werden, wie wir schon lange nicht mehr geprüft wurden.«“
Berliner Zeitung:
Alice-Salomon-Hochschule: Absolvent von Abschlussfeier ausgeladen, weil er nicht geimpft ist – Auszug: „Jonas S. fragt beim Pandemiebeauftragten nach, warum die Regeln für die Absolventenfeier so anders seien als im regulären Betrieb. Daraufhin erklärt die Alice-Salomon-Hochschule, dass der Beschluss dem „Schutz vulnerabler Personengruppen“ diene. Eine umfassende Erklärung erhält er nicht. Auch auf Anfrage der Berliner Zeitung äußert sich die Alice-Salomon-Hochschule nicht. (…) ‚Eine Hochschule, die immer für Inklusion stehen möchte und dann jemanden auf dieser Grundlage ausschließt. Das passt nicht zusammen‘, äußert der Student. Andere Kommilitonen, die in seiner Situation sind, kenne er keine. Allerdings habe er mitbekommen, dass einige Studenten, auch wenn diese geimpft sind, nicht zur Veranstaltung am Freitag gehen werden, ‚weil das einfach nur Ausgrenzung ist‘. “
Rubikon:
Der Unantastbare (Bericht einer freien Mitarbeiterin des Magazins Stern, die ihre Zusammenarbeit mit dem Medium beendete, weil sie nicht kritisch über Karl Lauterbach schreiben durfte.) – Auszug: „Nachdem ich den Text abgegeben hatte, erschien er tagelang nicht; erst durch mehrmaliges Nachhaken erfuhr ich, es passe gerade nicht so gut, dann hieß es, ich wäre Lauterbach gegenüber unfair, indem ich ihm ankreidete, er würde wegen seiner Talkshow-Manie seinen Aufgaben als Abgeordneter nicht gewissenhaft genug nachkommen. (...) Dass er die eine oder andere Räuberpistole aufgetischt hatte, wollte ich ihm allerdings nicht durchgehen lassen. Ich trug seine Falschaussagen zusammen, recherchierte penibel die ganze Nacht durch und bot den Text stern.de an. Dass Lauterbach etwas durcheinanderbringe, sei „doch normal in einer Diskussion“, hielt man mir entgegen — und lehnte ab. (…) Meine Geschichte ist eine von vielen Geschichten, die sich hinter den Kulissen der Medienmacher abspielen. Sie ist leider typisch für die Presse-Ära seit Ausbruch der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierten Covid-19-Pandemie. (…) Welcher Leser ahnt schon, wie viele engagierte Kämpfe hinter dem einen oder anderen Beitrag stecken, wie viel Enttäuschung, Erschütterung und auch Ernüchterung.“
Telepolis:
Hauptdarsteller: Neonazi. "Nichts für schwache Nerven": Der Film "Rhino" vom ukrainischen Regisseur und "Bürgerrechtler" Oleg Sentsov zeigt ein innerlich brutales, gewaltverliebtes Land und hat einen mehr als "problematischen" Hauptdarsteller – Auszug: „Für die Hauptrolle hat sich Sentsov einen Laien gewünscht: Serhii Filimonov, der Hauptdarsteller des Films, der neu ins Kino kam, ist ein rechtsextremer Influencer und kämpft derzeit im häufig als faschistisch bezeichneten Asow-Regiment. (…) Das erste postsowjetischen Jahrzehnt der 1990er-Jahre wird von Oleg Sentsov roh und ungeschönt gezeigt. Der Regisseur schildert die ukrainische Gesellschaft dieser Epoche als eine extrem gewalttätige. Das Land wird als von Mafia-Banden und Oligarchen geprägt gezeichnet. Es dominieren archaische Gewalt und ‚alttestamentarische‘ Ehrbegriffe – Menschen werden hier mit den Füßen am Boden festgenagelt, Finger und Zehen abgeschnitten, eine Frau vor ihrem Mann vergewaltigt, ein Kleinkind vor den Eltern bedroht. Die Menge der Toten in diesem Film ist nicht zu zählen. (…) Es liegt mehr als ein Hauch von Fetischisierung der Gewaltakte in der Schilderung ihrer banalen Anhäufung, eine klammheimliche Parteinahme mit dem Exzess. Insofern ist die Haltung der Macher zu ihrem Gegenstand zumindest uneindeutig. (…) Auch ohne den gegenwärtigen Krieg in der Ukraine wäre dieser Film ins deutsche Kino gekommen, denn er ist – im Gegensatz zu deutschen Gangsterfilmen – vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert worden, gemeinsam mit dem ukrainischen ‚Ministerium für Kultur und Informationspolitik‘ und dem polnischen Filminstitut. Diese Förderentscheidung verwundert allein schon angesichts des Hauptdarstellers Serhii Filimonov. Ein öffentliches Gremium, das sich zu ‚Film gegen rechts‘ bekennt, finanziert den Auftritt eines rechtsradikalen Online-Influencers, der seit Jahren in der rechtsextremen Szene aktiv ist.“
Welt:
Krisenprotest: Mehr als 100.000 Demonstranten in jeder Woche – „stabiler Kern extremistischer Kräfte“ – Auszug: „Mehr als 4400 Demonstrationen mit Bezug zur Corona-Politik, zum Ukraine-Krieg oder zur Klima- und Energiekrise fanden seit Anfang September in Deutschland statt. Das geht aus Zahlen der Versammlungsbehörden hervor, die WELT AM SONNTAG exklusiv ausgewertet hat. (…) Die Auswertung zeigt nun erstmals: Seit Mitte September gingen pro Woche mehr als 100.000 Menschen auf die Straße. (…) Umgerechnet auf ihre Einwohnerzahl, demonstrierten in jedem ostdeutschen Land mehr Menschen als in den westlichen. (…) Aus den Zahlen geht auch hervor, dass es bislang nicht gelungen ist, den Protest an einem Ort zu zentralisieren. Denn während die Gesamtzahl aller Demonstranten abnimmt, steigt die Anzahl der Versammlungen kontinuierlich: Waren es Anfang September noch rund 400 Demonstrationen, zählten die Behörden Mitte Oktober bereits mehr als 700.“ (Anmerkung Paul Schreyer: Der Unterschied zwischen Ost und West ist immens. Aus der Aufstellung geht hervor, dass Anfang Oktober pro eine Million Einwohner in Thüringen 75.000 Menschen demonstrierten (Platz 1) in Mecklenburg-Vorpommern 57.000 (Platz 2), in Niedersachsen aber nur 3.000, in Hessen 4.000 und in Baden-Württemberg 5.000. Dass der (aus dem Westen stammende) sächsische Innenminister Armin Schuster hier vor allem „extremistische Kräfte“ in den Mittelpunkt stellt (und die WELT das in der Überschrift platziert), soll die Proteste als Ganzes offenbar delegitimieren.)
Spiegel:
Zum Umgang mit Widersprüchen: Der Krieg und die Traumwelt des Absoluten (Thomas Fischer) – Auszug: „Bekanntermaßen leben wir mit zahllosen Widersprüchen. (…) Es gibt aber eine Grenze der Integrierbarkeit von solch brutalen Widersprüchen. Sie ist erreicht, wenn die Begründungen, welche dafür geliefert werden, offenkundig unvereinbar sind, weil sie auf Figuren der Absolutheit setzen. Denn was absolut, also ohne Ausnahme und Relativierung gilt und besteht, kann nicht zugleich gegensätzliche Ergebnisse tragen: Wenn ‚unsere Werte‘ bedeuten, dass ‚das höchste Gut‘ Leben, Wohlergehen und Glück von Kindern sei, kann es schlechterdings nicht sein, dass die Schwächung eines diktatorischen Regimes den Tod von 500.000 Kindern ‚wert‘ ist. Wenn weltweit ‚Frauenrechte unverhandelbar‘ sind (Nouripour, Parteitag Grüne), können nicht massenhafte Gewalttaten gegen Frauen in Saudi-Arabien dem Jemen aufgrund von Vereinbarungen über ‚Rüstungskooperation‘ unterstützt und dies damit ‚begründet‘ werden, dass ‚Lisa‘ sonst ein paar Millionen Kita-Förderungsetat an Strack-Zimmermann abtreten müsse. Wenn Kriegsdienstverweigerung ein Menschenrecht ist, kann nicht Zwangsrekrutierung in Russland ein Verbrechen, Zwangsrekrutierung in der Ukraine belanglos und erlaubt sein. Und wenn die gezielte Zerstörung von ziviler Infrastruktur im Krieg ohne Ausnahme ein Verbrechen ist, das zur dauerhaften Ächtung der Täter und Befehlshaber und zu ihrer strafrechtlichen Verfolgung führen muss, können nicht zugleich massenhafte Verbrechen dieser Art begangen und toleriert werden, wenn sie im eigenen wirtschaftlichen oder politischen Interesse geschehen. (…) Wenn man die Absolutheitsjünger darauf hinweist, reagieren sie äußerst ungehalten, um nicht zu sagen: aggressiv bis hasserfüllt. (…) Im Alltag, im zivilen Leben, hat das Absolute keine Chance. Es entpuppt sich in aller Regel als Fanatismus, Sektiererei, ideologisches Geschwätz. ‚Unverhandelbarkeit‘, ernst genommen, ist Aufforderung zur oder Anwendung von Gewalt. (…) Man kann das Recht nicht mittels staatlichen Befehls auf die Seite des Absoluten, der Gewalt und des Kriegs ziehen, ohne es substanziell zu zerstören.“
Anti-Spiegel:
Putin im O-Ton über die Idee des gemeinsamen Raums von Lissabon bis Wladiwostok – Auszug: „Ist es möglich, einen gemeinsamen – humanitären, wirtschaftlichen und regionalen – Raum zu schaffen, um die Sicherheit aller zu gewährleisten, die auf diesem riesigen Megakontinent von Lissabon bis Wladiwostok leben? Natürlich. Die Hoffnung stirbt zuletzt. (…) Im Großen und Ganzen kann man sich das vorstellen. Ich denke, das wird so oder so geschehen. (…) Ich möchte (…) sagen, dass es sehr wichtig ist, dass dieser europäische Teil [Eurasiens] seine juristische Subjektivität wiedererlangen kann. Wie soll man mit diesem oder jenem Partner sprechen, wenn er nichts entscheidet und jedes Mal in Washington anrufen und fragen muss, was er tun kann und was nicht. (…) Natürlich verteidigt Europa seine Interessen, vor allem im wirtschaftlichen Bereich, aber nicht allzu sehr. Jetzt haben sie die Gaspipelines gesprengt. Das sind ja nicht unsere, es sind gesamteuropäische. An Nord Stream 1 sind fünf europäische Unternehmen beteiligt. Na und? Alle schweigen, als ob das so sein müsste. (…) Helmut Kohl hat mir einmal gesagt, die USA werden ihr eigenes Ding machen, auch in Lateinamerika, und Asien wird sich auf seine Weise mächtig entwickeln. Wenn die europäische Zivilisation ein Weltzentrum bleiben will, dann natürlich nur mit Russland. Das war die Position von Helmut Kohl. Die heutige Führung der Bundesrepublik scheint eine andere Auffassung zu vertreten. Aber das ist die Entscheidung der europäischen Länder.“
Brave New Europe:
Germany’s position in America’s New World Order (Michael Hudson) – Auszug (übersetzt): „US-Präsident Biden und die Sprecher des Außenministeriums haben erklärt, dass die Ukraine nur der erste Schauplatz einer viel umfassenderen Dynamik ist, die die Welt in zwei gegensätzliche Gruppen von Wirtschaftsbündnissen spaltet. (…) Präsident Biden hat diese Spaltung als eine zwischen Demokratien und Autokratien bezeichnet. (…) Mit ‚Demokratien‘ meint er die USA und die verbündeten westlichen Finanzoligarchien. Ihr Ziel ist es, die Wirtschaftsplanung aus den Händen gewählter Regierungen an die Wall Street und andere Finanzzentren unter US-Kontrolle zu verlagern. (…) Im Grunde geht es darum, ob die Volkswirtschaften von den Bankenzentren geplant werden, um finanziellen Reichtum zu schaffen – durch die Privatisierung grundlegender Infrastruktur, öffentlicher Versorgungseinrichtungen und sozialer Dienste wie der Gesundheitsversorgung in Monopole – oder ob der Lebensstandard und der Wohlstand erhöht werden, indem das Bankwesen und die Geldschöpfung, das öffentliche Gesundheitswesen, das Bildungswesen, der Verkehr und die Kommunikation in öffentlicher Hand bleiben. (…) Das Land mit den meisten ‚Kollateralschäden‘ in dieser globalen Spaltung ist Deutschland.“
The National Interest:
How Russia Sees U.S. Sanctions – (Wie Russland die US-Sanktionen sieht) – Auszug (übersetzt): „Es ist der makroökonomische Kurs der westlichen Nationen und vor allem der Vereinigten Staaten, der zur eigentlichen Ursache der meisten aktuellen Probleme geworden ist. (…) Übrigens schenken nur wenige der Tatsache Beachtung, dass die Vereinigten Staaten mit ihren destruktiven Aktionen nicht nur den Entwicklungsländern, sondern auch ihren eigenen Verbündeten, einschließlich denen in Europa, Schaden zufügen. Nachdem Washington die europäischen Hauptstädte dazu veranlasst hat, Sanktionen gegen Russland zu verhängen und ihnen damit die Möglichkeit gegeben hat, den aktiven und vor allem für beide Seiten vorteilhaften Wirtschaftsdialog mit Moskau, der im Laufe der Jahre aufgebaut wurde, kategorisch abzulehnen, hat es seinen alten Traum verwirklicht. Dieser Traum besteht darin, seine Partner in Übersee der Möglichkeit zu berauben, mit den Vereinigten Staaten zu konkurrieren. (…) Vor diesem Hintergrund gewinnt die Entdollarisierung der Weltwirtschaftsbeziehungen immer mehr an Dynamik. Die Bildung neuer internationaler Zahlungssysteme ist ein unvermeidlicher Prozess. (…) Dies schließt natürlich nicht aus, dass es wichtig ist, mit westlichen Kollegen und Wirtschaftsorganisationen zusammenzuarbeiten, die auf Washington und seine Verbündeten ausgerichtet sind, wie z.B. die Bretton-Woods-Institutionen. Wir gehen jedoch davon aus, dass ein solches Gespräch auf gegenseitigem Respekt und der Bereitschaft zu Kompromissen und einem echten Interessenausgleich beruhen sollte.“ (Anmerkung: Autor des Textes ist Anatoli Antonow, seit 2017 russischer Botschafter in den USA.)
Rebel Wisdom:
Iain McGilchrist: 'We Need to Act' (Video, 42 min) – Auszug (übersetzt): „Iain McGilchrist weist seit vielen Jahren darauf hin, dass ein grundlegendes Problem in der Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen, uns wahrscheinlich in Schwierigkeiten bringen wird. Jetzt, im Jahr 2022, glaubt er, dass die Situation einen entscheidenden Wendepunkt erreicht hat und wir dringend aufwachen müssen. In diesem Gespräch spricht er darüber, wie die Vorherrschaft einer reduktionistischen, materialistischen und buchstabengetreuen Sichtweise der linken Gehirnhälfte in unserer heutigen Kultur einen Krisenpunkt erreicht hat. Er erklärt, wie sich dies in einem ‚Krieg gegen die Realität‘ und einer Reihe von Angriffen auf die Redefreiheit manifestiert.“
Junge Welt:
Gegenseitiger Nutzen. Dakar-Forum: Emanzipation afrikanischer Staaten schreitet voran. Senegal wird BRICS-Mitglied – Auszug: „Was aber nun erst einmal für Furore sorgen wird, ist, dass Senegal der erste BRICS-Staat in Westafrika wird. Am 12. Oktober unterzeichneten Mansour Faye, Senegals Minister für Infrastruktur, die russische BRICS-Vorsitzende Larisa Selenzowa und Ahoua Don Mello, der BRICS-Vertreter in West- und Zentralafrika, ein entsprechendes Memorandum. Das stelle einen Wendepunkt in den geopolitischen Machtverhältnissen auf dem Kontinent dar, weil, so Don Mello, die »Zusammenarbeit auf gegenseitigem Nutzen und Solidarität beruht und nicht auf brutaler und unangebrachter Einmischung in die inneren Angelegenheiten der afrikanischen Staaten im Namen von Demokratie und Menschenrechten, die oft das Gegenteil bewirkt«.“
Tagesschau:
Drohungen mit wenig Konsequenzen – Auszug: „Ihren eigentlichen Zweck – nur noch Geimpfte in der Pflege – hat die Impfpflicht in Pinkinellis Pflegedienst nicht erreicht. Von 41 Mitarbeitenden seien acht nicht geimpft und hätten sich auch nicht umstimmen lassen. Ein alleinerziehender Mitarbeiter, der um seine Arbeitsstelle gefürchtet habe, hätte überlegt, sich doch impfen zu lassen. ‚Ich konnte ihm einfach nur sagen, bitte nicht aus einem Zwang heraus, sondern mach das aus eigener Überzeugung. Unser Rückhalt ist da’, sagt Pinkinelli. Ähnlich sieht es in der Gaggenauer Altenhilfe aus. Von rund 350 Kolleginnen und Kollegen seien zehn bis fünfzehn nicht geimpft, sagt Peter Koch. Er habe ‚ein, zwei Mitarbeiterinnen, denen es extrem schwer gefallen sei und die dann nach Monaten dem Druck nicht mehr standgehalten haben‘. Teilweise hätten sie auch psychische Probleme bekommen. (...) Bei den Pflegekräften ist durch die Impfpflicht vor allem etwas verloren gegangen: das Vertrauen in die Politik. "Wir in der Pflege, wir misstrauen inzwischen der Politik. Wir können es einfach nicht mehr richtig einschätzen, wer es mit uns ehrlich meint", sagt Pinkinelli zum Abschluss der kleinen Demo. Und so rollen sie ihre Plakate wieder zusammen. Bis nächsten Montag, fünf nach zwölf.“
RND:
Zustimmung zu prorussischen Verschwörungserzählungen nimmt in Deutschland zu – Auszug: „Das ergibt eine repräsentative Umfrage des Centers für Monitoring, Analyse und Strategie (Cemas). (…) In Ostdeutschland stimmte demnach jeder Dritte der Aussage zu, die Nato habe Russland so lange provoziert, dass Russland in den Krieg ziehen musste. In Westdeutschland stimmten dem hingegen mit 16 Prozent nur etwa halb so viele Menschen zu.“ (Anmerkung Stefan Korinth: Der Artikel zeigt, wie regierungsnahe Meinungsmacher versuchen, legitime Deutungen politischer Vorgänge zu illegitimen „Verschwörungserzählungen“ umzudefinieren. Cemas, der Auftraggeber der Umfrage, ist eine PR-Firma, betrieben von hauptberuflichen Jägern der „Verschwörungserzählung“, und lebt buchstäblich davon, in oppositionellen Deutungen so viele „Verschwörungserzählungen“ zu entdecken wie möglich.)
T-Online:
Russland-Experten entsetzt über Vortrag von Krone-Schmalz. Russlandnah, Kremlpropaganda, Putin-Versteherin: Die Vorwürfe gegen Gabriele Krone-Schmalz wiegen schwer. Dennoch durfte sie in Reutlingen reden – Auszug: „Ein Vortrag der Volkshochschule (VHS) Reutlingen sorgt im Internet für reichlich Furore. Mehr als 770.000 Aufrufe hat das zugehörige Video in zwölf Tagen zu verzeichnen. (…) Ulrich Bausch, Geschäftsführer der VHS Reutlingen, sagt: ‚Es gab, wie ich finde, sehr unqualifizierte Versuche, Druck auf die Volkshochschule Reutlingen auszuüben, diese Veranstaltung abzusetzen.‘ Dem habe er demonstrativ nicht nachgegeben: ‚Ich lasse mir doch nicht von irgendeiner Kampagne vorschreiben, was in der Demokratie gesagt werden darf oder was nicht. Das grenzt an Rufmord‘. (...) Franziska Davies machen solche Aussagen wütend: ‚Es liegt in der Verantwortung von Volkshochschulen, dass man keine Meinungen zu Expertisen erhebt, so wie das hier geschehen ist‘, sagt sie zu t-online. Die VHS habe hier als Gatekeeper ebenso versagt wie viele Talkshows, die Krone-Schmalz in der Vergangenheit bereits eine Bühne boten. Sie würde mit ihr deshalb auch nie ein Podium teilen, ‚weil man sie damit als ernst zu nehmende Position legitimieren würde’.“ (Anmerkung Stefan Korinth: Wieder Attacken voller Kampfbegriffe, aber ohne Argumente gegen eine Frau in der Minderheitenposition. Wieder Attacken, die Rede- und Auftrittsverbote fordern. Und wie auch schon bei der Kampagne gegen Ulrike Guerot erneut die merkwürdige Erklärung, man spreche nicht mit der Kritisierten, da man deren Position sonst legitimiere. Den sehenswerten Vortrag von Gabriele Krone-Schmalz hatte Multipolar übrigens in den Empfehlungen vom 20. Oktober 2022 verlinkt.)
German Foreign Policy:
Einflusskampf um Zentralasien – Auszug: „In Kasachstan und gestern auch in Usbekistan hat Außenministerin Annalena Baerbock versucht, Differenzen zwischen den Regierungen beider Länder und Russland auszunutzen, um einen Keil zwischen Moskau und Zentralasien zu treiben. (...) Die Versuche Berlins und der EU, in Kasachstan und Usbekistan ihren Einfluss zu stärken, sind nicht neu – im Gegenteil. Bereits im Jahr 2007 hatte die EU auf hartnäckiges Drängen der Bundesrepublik eigens eine Zentralasienstrategie verabschiedet; Ziel war es, in der rohstoffreichen Region den traditionellen Einfluss Russlands und den neuen, zunehmenden Einfluss Chinas zu brechen. (...) Baerbock wiederum suchte (...) Berlin als Kooperationspartner mit der Behauptung anzupreisen, Deutschland arbeite mit anderen Staaten stets „fair, auf Augenhöhe, ohne Knebelkredite und ohne versteckte Agenda“ zusammen, während manche Länder – gemeint waren Russland und China – „nicht nur mit militärischer Gewalt“ operierten, sondern auch mit Geschäften, „hinter denen sich ein Netz von Abhängigkeiten verbirgt“. Unklar ist, ob Baerbocks Äußerungen vor allem für das deutsche Publikum gedacht waren. Außerhalb Europas sind die Kriege des Westens sowie seine neokolonialen Knebeldeals gemeinhin gut bekannt.“
B.Z.:
Bundesregierung will Bibeltext an der Schlosskuppel verhüllen – Auszug: „An der Kuppel vom Berliner Stadtschloss sind Zitate aus der Bibel zu sehen. Sie befinden sich umlaufend am Tambour, in goldener Schrift auf blauem Grund. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Claudia Roth (Grüne), will die Bibelworte dort verschwinden lassen und mit anderen Texten überschreiben. (…) Die Bibelzitate wurden von König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) ausgewählt und im Jahr 2020 an der Kuppel rekonstruiert. Wörtlich heißt es dort: 'Es ist in keinem andern Heil, (…) denn in dem Namen Jesu, zur Ehre Gottes des Vaters. Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.‘ (…) Stimmt es, dass die Zitate den 'Herrschaftsanspruch des Christentums' dokumentieren? Nein, so sind sie ursprünglich nicht gemeint. Sie stammen aus dem Brief des Paulus an die Philipper (Phil 2,6-11). Er rief dazu auf, nur vor Christus zu knien und nicht vor dem römischen Kaiser. Der katholische Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, sagte im Gespräch mit der B.Z., die Bibelworte seien auch heute noch so zu verstehen, nämlich 'dass die Menschen sich nur vor Gott verbeugen und keiner irdischen Macht diese Ehre erweisen sollen'. Daraus spreche eine große Freiheit. Es ist schon merkwürdig, wie die Bundesregierung unter der Führung von Claudia Roth gegen Worte zu Felde zieht, die seit 2000 Jahren in der Heiligen Schrift stehen und die sie offenbar gar nicht verstanden hat.“
Norbert Häring:
Immer mehr Banken setzen CO2-Schnüffelsoftware ein – Auszug: „Das sind Apps, die anhand der Finanztransaktionen der Bankkunden deren CO2-Fußabdruck schätzen. (…) Nachdem in Europa bereits die ersten Gesetze beschlossen worden sind, die regeln, wie warm, oder besser kalt, eine Wohnung sein darf, wie das kontrolliert und wie es sanktioniert wird, braucht man nicht mehr viel Fantasie um sich vorzustellen, wo das CO2-Tracking hinführen könnte. Die drastischen Freiheitseinschränkungen, die während der Covid-Hysterie verfügt wurden, helfen der Fantasie falls nötig auf die Sprünge. Wenn diese Apps einmal verbreitet genug und genau genug sind, braucht es nur noch den kleinen Schritt, die Banken zu verpflichten, den CO2-Fußabdruck der Kunden zu berechnen. Danach kann man – in Einklang mit der von den marktradikalen Eliten bevorzugten Methode der handelbaren Klimarechte – jedem ein CO2-Budget für den Monat zuteilen, und das auch durchsetzen. Wie es kaum anders sein kann, hat das Weltwirtschaftsforum schon einen Vorschlag in diese Richtung veröffentlicht.“
Overton-Magazin:
Der Präsident im Keller – Auszug: „Im Laufe des Tages ging es aufs Land, in die Region Tschernihiw. Kaum dort angelangt gingen die Sirenen los: Die Russen kommen. Fliegeralarm! Steinmeier schaffte es noch rechtzeitig in den Keller. Gottlob! (…) Wie es der Zufall wollte, stand Steinmeier genau am Eingang eines Luftschutzkellers, als der Alarm begann. Er kam dann die Treppe runter. Das Kamerateam wartete schon unten, am Ende der Treppe, um den Abstieg des deutschen Bundespräsidenten in Bild und Ton einzufangen. (...) Unten angelangt gab es einen Stuhlkreis, den der höchste Mann im Lande im tiefsten ukrainischen Keller nutzte, um mit Ukrainerinnen und Ukrainern ein klein wenig zu plauschen. Steinmeier stand keine Angst im Gesicht, er wirkte recht entspannt: Für seinen ersten Luftangriff eine erstaunliche Leistung. (…) Steinmeiers ganze Reise war eine Choreographie devoter Unterwürfigkeit gegenüber denen, die von Washington aus das ganze Spektakel steuern. Hier trat kein selbstbestimmter deutscher Staatsmann auf, sondern ein präsidialer Witz.“
30. November 2022