Empfehlungen März 2022

The National Interest: Sanctions Won’t Bring Down Putin, But They Will Punish the World – Auszug: "There is avid discussion that a political settlement for the Ukraine war could occur within the next one to four months, whereafter we can put this Ukraine business behind us. I believe this outcome is highly unlikely, even utterly implausible. (…) The most obvious basis for this conclusion is that the West will not accept an outcome in which Vladimir Putin is seen to gain anything from the use of force. The West wants an emphatic demonstration of failure and is preparing war crimes charges. It could be argued, speculatively, that Putin will succeed in putting the muscle on Ukraine, and Ukraine will consent to an agreement on terms acceptable to Putin. But such a deal would not constitute a peace settlement. Ukraine does not consist of a single decisionmaker at the head of a unified government, but diverse groupings of people who are going to take their own view of the matter. Some may want a negotiated peace; others will want to fight on. Almost certainly the United States would continue to enlist its resources on behalf of the latter group, even if the Ukrainians themselves or other Western states were divided on the point. (…) If the economic war were short term, the economic and financial consequences might prove manageable. If long term, we are looking at a fundamental reordering of the international political economy, a gigantic shift from globalization to neo-mercantilism. (…) The TEWAR’s [TEWAR = Total Economic War Against Russia] inexorable purpose and lifeblood is to destroy wealth. In time, it may seem an irrational policy, as not calculated to achieve its object (Putin’s removal) but capable of generating self-inflicted wounds on its makers and plenty of other wounds on bystanders. However severe the consequences, it does not follow that the policy will be easily reversed. Lifting the sanctions requires a peace treaty. A peace treaty requires compromise. Compromise will be widely condemned as appeasement. The West takes its foremost moral lesson today to be the rejection of appeasement. (…) Dealing with food insecurity will have to await the fall of Putin; that seems to be the message not only of the political class but also of the financial commentariat. Of course, Western governments don’t say they’re in the business of promoting food insecurity with the TEWAR, but they are. The question is only how bad it will get, not whether it’s going to get bad.“

London Review of Books: Things fall from the sky – Russian forces near Kyiv have made little progress in the past week, but are dug in at their positions. In Mariupol and Kharkiv Russian forces chose encirclement and bombardment over the occupation of city centres. It is hard to imagine the imposition of a pro-Russian regime even if Russian forces were able to occupy the capital. But the encirclement of two million people, with shelling from every quarter, would be just as devastating an outcome. – Auszug: "A general overview is sufficient to demonstrate the present danger: Russia has launched a war of aggression in Ukraine; the US and Europe are supplying weapons to the resistance and enforcing a financial blockade. There hasn’t been a conflict in decades with this potential for escalation among the nuclear powers. Three of the four major Cold War arms control treaties have been allowed to lapse. The risks were high enough already, but Russian missile strikes on former Nato training facilities near the Polish border have increased them. Some in the Anglosphere seem to relish the chance of escalation. Posing as supporters of Ukraine, they insist on more direct military intervention and champion outcomes – including regime change in Moscow – more extreme than even ardent Ukrainian nationalists would contemplate. Former Nato officials have advocated strikes on Russian positions in Ukraine. It’s unreasonable to expect Ukrainians to take wider strategic concerns into account: of course they demand all the help they can get. But Western agitators for a Nato-Russia war – among the most prominent are Tobias Ellwood, Adam Kinzinger and Philip Breedlove – are making themselves heard.“

Nachdenkseiten: Das Gute hat einen Sprung – Auszug: „Wer innerlich jemanden ausschließt, schließt etwas von sich selbst aus. Ich schreibe diese Zeilen, weil ich das gerade an mir selbst erlebt habe. Ich hatte in den Medien verfolgt, dass aus vielen Ländern Männer unterwegs in die Ukraine sind, die dort mitkämpfen wollen. Vor allem war mir ein Foto aufgefallen, darauf waren Männer in Tarnuniformen zu sehen, gestrickte Sturmhauben über dem Kopf. So standen sie mit ihren Koffern am Flughafen. Nun kam die Meldung, dass russische Raketen in der Nähe der polnischen Grenze eine Unterkunft solcher Kriegstouristen zerstört haben. Ein russischer Politiker sagte: “Was haben sie gedacht? Dass sie auf Russen-Safari gehen?” Es gab viele Tote und Verletzte und für einen Moment dachte ich: “Recht geschieht ihnen.” Aber ein gewaltsamer Tod geschieht niemandem recht. Diese Männer hatten ihre Geschichte, die sie diese dumme Entscheidung treffen ließ. In diesem Moment hatte ich mich für die Spaltung entschieden. So schnell geht das. Es hat sich irgendwie befriedigend angefühlt, diese Männer blöd zu finden. Es war für einen Moment toll, dass sie tot waren. Und dann fiel mir die Geschichte wieder ein, wie ich als kleiner Junge mal alle Cowboys erschießen wollte. Aus purem Gerechtigkeitsgefühl. Und ganz plötzlich hätte ich weinen können über die armen Kerle, die da jetzt irgendwo in der Ukraine im kalten Dreck liegen und tot sind. Ach was, hätte können… ich habe geweint!“

28. März 2022

Welt: Die seltsame Untätigkeit des Olaf Scholz – Seit Wochen bieten Rüstungsfirmen der Bundesregierung ihre Waffen für die Ukraine an. Aber Berlin kauft nicht. Offenbar bremst das Kanzleramt. Warum? Aus der CDU kommt ein Verdacht (hinter Bezahlschranke) – Auszug: "Was Waffenlieferungen an die Ukraine angeht, bleibt die Bundesregierung (...) vergleichsweise passiv. (...) in den vier Wochen seither [seit Kriegsbeginn] wurden von deutscher Seite nur in einem sehr zähen Prozess Waffen aus Bundeswehraltbeständen geliefert. Als Reaktion auf die Untätigkeit wurde die ukrainische Regierung sogar selbst tätig. (...) WELT-Recherchen legen nahe, dass vor allem das Kanzleramt bremste. Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) hatte Olaf Scholz am Mittwoch im Bundestag aufgefordert, zu den schleppenden Waffenlieferungen an die Ukraine Stellung zu beziehen. Der Kanzler sprach das Thema mit keinem Wort an. CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter kritisierte Scholz am Sonntag scharf. 'Bis jetzt schien es im Kanzleramt das Denken gegeben zu haben: Wir wollen den Krieg kurzhalten und liefern keine Waffen', sagte Kiesewetter. 'Das ist auch die Stimmungslage in weiten Teilen der Fraktionen von SPD und Grünen.' Er forderte die Ampel-Koalition auf, ein Denken zu entwickeln, mit dem die Ukraine 'diesen völkerrechtswidrigen Krieg gewinnen' könne. 'Unsere Freiheit wird am Dnjepr verteidigt, wenn die Ukraine fällt, dann fällt als Nächstes Moldau, und das Baltikum wird erpresst', sagte Kiesewetter.“

Welt: Die Ukraine wird auch ohne Flugverbotszone siegen – Ich bin kein Pazifist. Aber eine Flugverbotszone über der Ukraine einzurichten, darf der Westen niemals wagen: Die Möglichkeit einer Eskalation zu einem Atomkrieg wäre fürchterlich real. Die gute Nachricht ist: Putin wird auch so verlieren, in jeder Hinsicht. (Hannes Stein, hinter Bezahlschranke) – Auszug: "Dies ist kein Aufruf zur Kapitulation — ich war nie ein Pazifist. Rüstet die Ukrainer mit sehr tödlichen Waffen aus. Verschärft die Sanktionen. Hört endlich auf, Putin und seinen Gangstern Erdöl und Erdgas abzukaufen — auch wenn das bedeutet, dass die autofreien Sonntage des Jahres 1973 wiederkehren. Verjagt die russischen Oligarchen mit Fußtritten aus ihren Luxusimmobilien, vertreibt ihre Kinder von englischen Internaten: Schickt sie zurück in den Polizeistaat, den sie mitgeschaffen haben. Ächtet Leute, die bis gerade eben um Verständnis für Putins faschistisches Regime geworben haben. Demonstriert für die Ukraine. Sammelt Geld für die Ukraine. Behandelt russische Spione als Spione. Versucht nicht, die Ukrainer zu Konzessionen zu bewegen, es ist ihr Land. Aber die Nato darf um Gottes willen nicht direkt in diesen Krieg eingreifen: Das wäre mehr als Wahnsinn — es wäre ein strategischer Fehler. (…) Dieser Krieg ist entsetzlich, aber die Ukrainer sind im Begriff, ihn zu gewinnen. Noch einmal langsam und zum Mitschreiben: Die Ukrainer gewinnen diesen Krieg. Ein altes chinesisches Sprichwort sagt: 'Wenn du lange genug am Fluss sitzt, wird irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeitreiben.' Wir brauchen Geduld und starke Nerven. Eine Abkürzung gibt es nicht.“

Infosperber: Bidens Verbalattacke kann das Kriegs-Elend nur verlängern – Anstatt einen sofortigen Kriegs-Stopp vorzuschlagen, bei dem Putin das Gesicht wahren könnte, goss der US-Präsident Öl ins Feuer. – Auszug: "'Putin darf nicht an der Macht bleiben', rief der US-Präsident am 26. März in Polen aus. Er las die Rede bis zum Schluss von zwei Prompter-Bildschirmen ab. Es habe sich um eine 'Grundsatzrede' gehandelt, meldeten Medien von der ARD bis zur NZZ. Kurz darauf versuchte das Weiße Haus zu beschwichtigen: Biden fordere keinen Machtwechsel in Russland. Es solle dem Diktator nur nicht gestattet sein, Macht über andere Länder auszuüben. (…) Putin muss das Gesicht wahren können, damit es eine Chance gibt, in der Ukraine verheerende Straßenkämpfe in Städten zu vermeiden und weitere Zerstörungen mit all ihren Folgen sofort zu stoppen. (...) Als die weitaus stärkere Seite kann der Westen einen wichtigen Schritt entgegenkommen, ohne die Sicherheit Europas und der Ukraine zu gefährden (…) Die Nato kann beispielsweise einen Beitritt der Ukraine in den nächsten dreißig Jahren ausschließen. Das ist eine zumutbare Konzession, wenn es darum geht, die Not und das Elend dieses Krieges zu stoppen. Mehr noch: Es wäre lediglich der Verzicht auf einen Wunsch der Ukraine, der in absehbarer Zeit ohnehin nicht durchgesetzt werden kann. Ukraines Präsident Selensky liess seit Kriegsbeginn bereits mehrmals durchblicken, dass er damit einverstanden wäre. Doch die Nato schweigt. In Polen deutete US-Präsident Biden nicht einmal an, er sei für einen Frieden verhandlungsbereit. Im Gegenteil: Es gehe jetzt um eine 'große Schlacht zwischen Demokratie und Autokratie, zwischen Freiheit und Unterdrückung, zwischen einer regelbasierten Ordnung und einer, die von brutaler Gewalt bestimmt wird'.“

Consortium News: Biden Confirms Why the US Needed This War – In a moment of candor, Joe Biden has revealed why the U.S. needed the Russian invasion and why it needs it to continue, writes Joe Lauria – Auszug: "The U.S. got its war in Ukraine. Without it, Washington could not attempt to destroy Russia’s economy, orchestrate worldwide condemnation and lead an insurgency to bleed Russia, all part of an attempt to bring down its government. Joe Biden has now left no doubt that it’s true. The president of the United States has confirmed (…) that the ultimate U.S. aim is to overthrow the government of Vladimir Putin. (…) Russia stepped into a trap, which grows more perilous by the day as Russia’s military intervention continues with a second trap in sight. (…) Without the Russian invasion the second trap the U.S. is planning would not be possible: an insurgency meant to bog Russia down and give it its 'Vietnam'. Europe and the U.S. are flooding more arms into Ukraine, and Kiev has called for volunteer fighters. The way jihadists flocked to Afghanistan, white supremacists from around Europe are traveling to Ukraine to become insurgents.“ (Anmerkung Ulrich Teusch: Es mag durchaus sein, dass die russische Führung mit ihrer Kriegsentscheidung in eine von den USA aufgestellte Falle getappt ist – und dass sie gerade dabei ist, die Einsätze zu erhöhen und damit in die nächste, noch größere Falle zu tappen. Dennoch erzeugt Joe Laurias Argumentation Unbehagen, denn sie präsentiert Russland weniger als Täter denn als bedauernswertes Opfer. Der Umstand, dass die russische Führung möglicherweise eine folgenschwere strategische Dummheit begangen hat, exkulpiert sie jedoch in keiner Weise.)

stern: Sozialpsychologe Welzer warnt vor einer neuen "Ästhetik und Rhetorik des Krieges" in Deutschland – Auszug: "Ich persönlich kriege sehr unangenehme Gefühle, wenn jemand 'tapfer für sein Land' kämpft, wenn Zivilisten aufgefordert werden, Molotowcocktails zur privaten Verteidigung der Heimat zu basteln, wenn eine Ästhetik und Rhetorik des Krieges zelebriert wird, die wir seit Jahrzehnten für nicht mehr gesellschaftsfähig gehalten hatten. Ich fand es gut, in einer postheroischen Zeit zu leben, Deserteure und 'Schwächlinge' zu rehabilitieren und Generäle als Kriegsverbrecher zu dekonstruieren, wenn sie es denn waren. [...] Mich erschreckt es, wie rasend schnell ein Narrativ aktivierbar ist, das der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg entstammt und – als hätte es die ganze Zeit als Untoter im mentalen Untergrund geschlummert – frisch aufgerufen werden kann, als seien zwischendurch nicht hundert Jahre und zwei Weltkriege vergangen. [...] Warum geht so etwas – ohne Debatte, ohne Konflikte, sogar ohne Bedenkenträger? Weil die Story so gut ist. Hier ist ein Krieg, zu dem man sich ohne jede Differenzierung verhalten kann – glasklar aufgeteilt in unendlich viele Gute und den einen Bösen. In dem völlig unzweifelhaft ist, wer Täter und wer Opfer ist. Wo es keine zwei Meinungen gibt, sondern alles mal endlich eindeutig ist. Keine Uneinigkeit des Westens, kein Klein-Klein im Parteiengezänk, kein 'Ja, aber'-Journalismus, Aufrüstung first, Bedenken second, keine Ambivalenz, sondern geradezu befreiend klar die Entscheidung, wo man zu stehen hat. David gegen Goliath, tapfer gegen tückisch, imperialistisch gegen demokratisch, der Diktator gegen die Freiheit. Und, schwups, funktioniert die gute alte Geschichte von der Bewährung im Krieg, von der Hingabe an sein Land, vom Kämpfen bis zum Ende.

HR: Uniklinik Marburg hilft Patienten mit Long Covid-Symptomen nach Corona-Impfung – Es gibt Menschen, die nach einer Corona-Impfung an Long Covid-Symptomen leiden. Ein Team der Uniklinik Marburg versucht, ihnen zu helfen – und zugleich den Ursachen auf die Spur zu kommen. – Auszug: "Menschen, die unter Long Covid leiden und solche, bei denen eine Corona-Impfung schwere Nebenwirkungen auslöst, teilen oft dieselben Beschwerden: Müdigkeit, Schwäche, Nervenschmerzen, teils neurologische Ausfälle, Schwindelgefühle, Lähmungen oder Herzkreislauf-Probleme. Das fiel Ärzten am Universitätsklinikum Marburg vor einem guten Dreivierteljahr auf. Damals stellten sich in der Long Covid-Sprechstunde immer mehr Patienten vor, die nach einer Corona-Impfung ähnliche Symptome entwickelten wie Long Covid-Patienten. Im Januar diesen Jahres richtete das Team der Kardiologie deswegen eine eigene Sprechstunde für diese Patienten ein - es sei die erste ihrer Art in Hessen, sagt Klinikdirektor Professor Bernhard Schieffer. Inzwischen erreichten die Spezialambulanz für Patienten mit Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung zwischen 200 und 400 Mails am Tag, sagt Schieffer. Die Warteliste sei auf rund 800 Patientinnen und Patienten angewachsen.“ (Anmerkung Ulrich Teusch: Gibt es derartig hohe Fallzahlen nur in Marburg? Wurden das Paul-Ehrlich-Institut und das Robert Koch-Institut über die Befunde informiert? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, wie haben die beiden Einrichtungen reagiert?)

27. März 2022

Weißes Haus: Rede von Präsident Biden zu den vereinten Anstrengungen der freien Welt zur Unterstützung der Menschen in der Ukraine – Auszug (übersetzt): „In diesem Kampf müssen wir klar sehen. Dieser Kampf wird nicht in Tagen oder Monaten gewonnen werden. Wir müssen uns auf einen langen Kampf vorbereiten. (...) Der Kreml will die NATO-Erweiterung als ein imperiales Projekt darstellen, das darauf abzielt, Russland zu destabilisieren. Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt. Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis. Sie hat nie den Untergang Russlands angestrebt. (...) Die [russische] Wirtschaft ist auf dem besten Weg, sich in den kommenden Jahren zu halbieren. (...) Sie wird bald nicht einmal mehr zu den 20 größten Volkswirtschaften der Welt gehören. (Beifall.) Zusammengenommen sind diese Wirtschaftssanktionen eine neue Art von wirtschaftlicher Staatskunst mit einer Macht, Schaden anzurichten, der es mit militärischer Macht aufnehmen kann. (...) In den Jahren vor der Invasion haben wir, Amerika, der Ukraine Waffen im Wert von über 650 Millionen Dollar geliefert, darunter auch Luftabwehr- und Panzerabwehrausrüstung. Seit der Invasion hat Amerika weitere 1,35 Milliarden Dollar für Waffen und Munition bereitgestellt. (...) Wir müssen die vom Kreml ausgehende Korruption bekämpfen, um dem russischen Volk eine faire Chance zu geben. (...) Um Gottes willen, dieser Mann darf nicht an der Macht bleiben. Gott segne Sie alle. Und möge Gott unsere Freiheit verteidigen. (Beifall.)“ (Anmerkung Paul Schreyer: Der US-Präsident gibt in dieser Rede offen das Ziel aus, einen Regime Change in Russland herbeiführen zu wollen.)

Nachdenkseiten: Das Pentagon wirft Wahrheitsbomben ab, um den Krieg mit Russland abzuwenden (Übersetzung des oben verlinkten Artikels von Joe Lauria) – Auszug: „Das Pentagon führt einen entscheidenden Kampf mit dem Außenministerium und dem Kongress, um eine direkte militärische Konfrontation mit Russland zu verhindern. (…) Präsident Joe Biden steht zwischen den Fronten. Bis jetzt schlägt er sich auf die Seite des Verteidigungsministeriums (…) Doch der Kongress und die Presse üben unerbittlichen Druck auf das Weiße Haus aus, die NATO direkt in den Krieg eingreifen zu lassen – ohne Rücksicht auf Verluste. (…) Derweil berichten westliche Konzernmedien, die sich nahezu ausschließlich auf ukrainische Quellen stützen, dass Russland dabei sei, den Krieg zu verlieren – seine Militäroffensive sei „zum Stillstand gekommen“, Russland habe es deshalb aus Frust auf Zivilisten abgesehen und mache Städte dem Erdboden gleich. (…) Doch am Dienstag unternahm das Pentagon einen kühnen Schritt und leakte zwei Stories an Reporter, die diesen Märchen widersprechen. (…) Diese Pentagon-Quellen bestätigen, was Putin und das russische Verteidigungsministerium schon von Anfang an sagen: dass Russlands Angriff nicht ins Stocken geraten ist, sondern methodisch und planvoll vorgeht, um Städte einzukreisen, humanitäre Korridore für Zivilisten zu öffnen und zivile Infrastruktur wie Wasser, Strom und das Internet am Laufen zu halten und zivile Opfer möglichst zu vermeiden sucht.“

Newsweek: Putin's Bombers Could Devastate Ukraine But He's Holding Back. Here's Why (Putins Bomber könnten die Ukraine verwüsten, aber er hält sich zurück. Hier sind die Gründe.) – Auszug (übersetzt): „So zerstörerisch der Krieg in der Ukraine auch ist, Russland richtet weniger Schaden an und tötet weniger Zivilisten als es könnte, sagen US-Geheimdienstexperten. (...) Im Laufe von fast vier Wochen wurden nur wenige Raketen auf Kiew abgefeuert. Ukrainische Medien berichteten von nur mehr als einem Dutzend Zwischenfällen mit russischen Marschflugkörpern und ballistischen Raketen, die seit dem 24. Februar über der Stadt und ihren nächsten Vororten abgefangen wurden. Und alle waren nach Ansicht von US-Experten eindeutig auf legitime militärische Ziele gerichtet. (...) 'Die Leute reden über Grosny [in Tschetschenien] und Aleppo [in Syrien] und die Zerstörung ukrainischer Städte', sagt ein zweiter pensionierter Offizier der US-Luftwaffe gegenüber Newsweek. Aber selbst im Fall der südlichen Städte, wo Artillerie und Raketen in Reichweite von bewohnten Zentren sind, scheinen die Angriffe auf ukrainische Militäreinheiten zu zielen, von denen viele notwendigerweise von städtischen Gebieten aus operieren. (...) Er und die anderen Analysten, die mit Newsweek sprachen, argumentieren nicht nur, dass die Zerstörungen nur einen kleinen Bruchteil dessen ausmachen, was möglich ist, sondern sie sehen auch einen Hoffnungsschimmer in einer faktenbasierten Analyse dessen, was Russland getan hat.“

Welt: "Russland kann das nicht durchhalten“ – In Kiew kämpfen die Ukrainer noch immer entschlossen gegen die russischen Versuche, die Stadt einzunehmen. Ein Experte glaubt, dass Russland dem Widerstand nicht mehr lange gewachsen ist. Denn die Ukrainer wenden eine ganz besondere Taktik an (hinter Bezahlschranke) – Auszug: "In den ersten Kriegstagen befanden sich russische Panzer bereits auf den Weg ins Stadtzentrum der Drei-Millionen-Metropole Kiew und ihre Fahrer wähnten sich wohl schon als Sieger. Wenig später waren alle tot. Die erste Blitzkrieg-Offensive war zu Ende. Es ist eine Art Guerillataktik, die die ukrainische Armee bisher sehr erfolgreich anwendet. Das Pentagon schätzt, dass die russische Armee nach drei Wochen Krieg insgesamt 7000 Soldaten verloren hat und bis zu 21.000 Verwundete zählt. Das sind mehr tote Soldaten, als die USA in Afghanistan und im Irak in zwei Jahrzehnten verzeichneten. Die ukrainischen Behörden sprechen sogar von 14.000 toten russischen Soldaten. Tatsächlich läuft die Invasion erdenklich schlecht für den Kreml. Nach Open-Source-Studien hat Russland bereits mehr als 251 Panzer, mindestens 60 Kampfjets und dutzende Hubschrauber verloren. Diese Zahlen lassen sich aber nicht endgültig unabhängig überprüfen. Der 60 Kilometer lange Konvoi im Nordwesten Kiews soll noch immer feststecken, wie Geheimdienstberichte Washingtons, aber auch Londons nahelegen. Russland hat Probleme, seine Truppen mit Benzin und Proviant zu versorgen. Soldaten lassen ihre Fahrzeuge einfach stehen und verschwinden in die Wälder. (…) 'Wenn es die ukrainischen Truppen schaffen, das Momentum zu halten, dann dauert es noch ein, zwei Wochen bis es zu einer Verhandlungslösung kommt', glaubt Maksym Yali. Er ist Professor für internationale Beziehungen an der Universität Kiew. 'Russland kann das nicht durchhalten.'“

Jacobin: Streicht der Ukraine die Schulden – Seit in der Ukraine Krieg herrscht, hat sich das Land extrem verschuldet. Die EU und der IWF gewähren ihre Finanzhilfe nur, wenn das Land im Gegenzug kapitalfreundliche Maßnahmen umsetzt. Was der ukrainischen Bevölkerung tatsächlich helfen würde, ist ein Schuldenerlass. – Auszug: "Während die Ukraine gegen die verheerende russische Invasion ankämpft und bereits über 1,5 Millionen Menschen das Land verlassen haben, um Schutz vor dem Krieg zu suchen, sicherten zahlreiche Regierungen dem Land finanzielle und militärische Unterstützung zu. Diese Abhängigkeit von Hilfe aus dem Ausland ist nicht neu. Seit den 1990er Jahren ist die Wirtschaft der Ukraine im Vergleich zu anderen postsowjetischen Ländern stark im Rückstand. Unter dem Einfluss der globalen Finanzkrise, des seit 2014 andauernden Krieges und der Pandemie hat das Land immer wieder Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Kommission in Anspruch genommen. Diese Kreditvergabe war jedoch alles andere als selbstlos. Seither dient ein immer größerer Anteil der öffentlichen Ausgaben der Tilgung der Schulden. Hinzu kommt, dass die Kredite nur unter der Auflage gewährt werden, dass sich die Ukraine dazu verpflichtet, 'wirtschaftsfreundliche Bedingungen' zu schaffen und den Sozialstaat abzubauen. (…) Alexander Krawtschuk ist Wirtschaftswissenschaftler und Redakteur bei Commons: Journal of Social Critique, wo er bereits über die Kreditbedingungen, die der IWF an die Ukraine stellt, berichtet hat. Im Interview (...) spricht er über die wirtschaftliche Lage des Landes und erklärt, warum ein Schuldenerlass so wichtig ist, wenn die Ukrainerinnen und Ukrainer ihre Zukunft selbst bestimmen können sollen.“

Tagesschau: "Personell nicht zu stemmen" – Mit der einrichtungsbezogenen Impfpflicht drohen vielen Pflegekräften Konsequenzen – allerdings nur in der Theorie. Denn ob die Gesundheitsämter wirklich durchgreifen, ist fraglich. – Auszug: "Wird die Impfpflicht also überhaupt durchgesetzt werden können? 'Ich gehe nicht davon aus, dass wir hier im Landkreis Bad Kreuznach ein Betretungsverbot aussprechen werden', sagt Landrätin Bettina Dickes. Sie rechnet damit, dass viele Ungeimpfte ein Gefälligkeitsattest vorlegen werden - also ein Attest, obwohl keine tatsächliche Unverträglichkeit vorliegt. Dagegen vorzugehen sei für die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes nur sehr schwer möglich. 'Wir können schließlich keine Krankheitsakte herholen und einfach mal reingucken', sagt Dickes. Die Prüfung dieser Fälle werde lange dauern und häufig vor Gericht enden. In vielen Einzelfallentscheidungen werde die einrichtungsbezogene Impfpflicht dann gekippt werden. Von der Impfpflicht bliebe dann kaum mehr als eine über viele Monate aufgebaute Drohkulisse. Auch Pflegeheimleiter Benedikt Queins ist skeptisch, ob es in nennenswerter Zahl zu Betretungsverboten kommt. 'Man wird viele Appelle an unsere Branche richten, aber kaum mehr machen können.' Er sieht die Gesundheitsämter in einem Dilemma: 'In den Pflegeeinrichtungen, wo wenige Ungeimpfte arbeiten, wird man sie tolerieren können. In den Einrichtungen, wo viele Ungeimpfte arbeiten, wird man sie akzeptieren müssen. Denn diese Mitarbeiter abzuziehen, würde dann die Versorgungssicherheit gefährden.'“

14. März 2022

der Freitag: Burgfrieden-Bazooka: 100-Milliarden-Coup bestätigt Trend zur autoritären Demokratie – Eine ganz große Koalition von SPD bis Union will die Bundeswehr mit 100 Milliarden Euro weiter aufrüsten. Die Wähler sind bei dieser Burgfriedenspolitik die Dummen – Auszug: „Das Vorhaben der Regierung, die Aufrüstung im Grundgesetz zu verankern, ist (...) in doppelter Hinsicht aufschlussreich. Zum einen möchte die Regierung die Union mit diesem Coup ins gemeinsame Kampf-Boot holen, denn für eine Änderung des Grundgesetzes ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat erforderlich. Aus der Ampel, kaum hundert Tage im Amt, entsteht so eine neue Groko, eine übergroße Koalition aus CDU/CSU, SPD, Grünen und FDP. Angelegt auf weit mehr als vier Jahre. Denn die Erhebung kontinuierlicher Aufrüstung in den Verfassungsrang bedeutet zweitens, dass künftige, politisch anders zusammengesetzte Koalitionen das Rüstungsprogramm weder stoppen noch kürzen oder verändern können. Dieser beispiellose Coup bestätigt den seit der Finanzkrise spürbaren Trend zur autoritären Demokratie, in welcher jedwede Opposition entweder an den Rand gedrängt oder als politisch und geistig unzurechnungsfähig abqualifiziert wird. Zwar legt der politische Dauerappell an Zusammenhalt, Einheit und Geschlossenheit nahe, es gehe der übergroßen Koalition um gesellschaftliche Solidarität, doch in Wahrheit geht es um autoritäres Durchregieren und ein möglichst kritikloses Hinnehmen 'unpopulärer' Maßnahmen.“

Zeitgeschehen im Fokus: "Die Politik der USA war es immer, zu verhindern, dass Deutschland und Russland enger zusammenarbeiten“ – Historische, politische und wirtschaftliche Hintergründe des Ukraine-Kriegs (Gespräch mit Jacques Baud) – Auszug: "[Frage:] Herr Baud, Sie kennen die Region, in der im Moment Krieg herrscht. Welche Schlüsse haben Sie aus den letzten Tagen gezogen, und wie konnte es so weit kommen? [Jacques Baud:] Ich kenne die Region, um die es jetzt geht, sehr gut. Ich war beim EDA [Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten] und in dessen Auftrag fünf Jahre abkommandiert zur Nato im Kampf gegen die Proliferation von Kleinwaffen. Ich habe Projekte in der Ukraine nach 2014 betreut. Das heißt, ich kenne Russland auf Grund meiner ehemaligen nachrichtendienstlichen Tätigkeit, die Nato, die Ukraine und das dazugehörige Umfeld sehr gut. Ich spreche russisch und habe Zugang zu Dokumenten, die nur wenige Menschen im Westen anschauen. [Frage:] Sie sind ein Kenner der Situation in und um die Ukraine. Ihre berufliche Tätigkeit brachte Sie in die aktuelle Krisenregion. Wie nehmen Sie das Geschehen wahr? [Baud:] Es ist verrückt, man kann sagen, es herrscht eine regelrechte Hysterie. Was mir auffällt und was mich sehr stört, ist, dass niemand die Frage stellt, warum die Russen einmarschiert sind. Niemand wird einen Krieg befürworten, ich sicher auch nicht. Aber als ehemaliger Chef der 'Friedenspolitik und Doktrin' des Uno-Departements für friedenserhaltende Operationen in New York während zwei Jahren stelle ich mir immer die Frage: Wie ist man zu diesem Punkt gekommen, Krieg zu führen?“ (Anmerkung Ulrich Teusch: Ein informatives, faktengesättigtes Interview, das bei der Einordnung des Kriegsgeschehens in der Ukraine sehr hilfreich ist)

Cicero: Die tragische Rolle der ehemaligen Freiheitspartei FDP – In der kommenden Woche will der Bundestag über eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes abstimmen, die Corona-Maßnahmen auch nach dem 20. März möglich machen soll. Damit, und mit dem Festhalten an einer Impfpflicht, geht Deutschland seinen pandemiepolitischen Sonderweg weiter. Es stellt sich die Frage, ob die FDP nicht eigentlich die Koalition aufkündigen müsste, statt weiteren Restriktionen zuzustimmen und damit sämtliche Wahlversprechen zu brechen (Jessica Hamed) – Auszug: "Der zweite Blick auf den Gesetzesentwurf lässt erkennen, dass er für die Freiheit einen gefährlichen Kompromiss darstellt, dessen Folgen unabsehbar sind. Es liegt bereits jetzt auf der Hand, dass die sogenannten 'Hotspot-Regelungen' völlig unbestimmt sind und damit keine Rechtssicherheit vermitteln. So korrigierte sich die Infektionsschutzrechtsexpertin Andrea Kießling auf Twitter bezüglich der Auslegung des nahezu inhaltsgleichen Referentenentwurfs zur Änderung des IfSG mehrfach selbst, und der Jurastudent und Journalist Benjamin Stibi zeigte zu Recht auf, dass nach diesem Entwurf nicht nur die Bundesregierung nun plötzlich – anders noch in dem Entwurf zur Impfpflicht ab 18 – ermächtigt werden soll, eigenständig auch zum Nachteil der Bürger die Anforderungen an eine 'vollständige Impfung' per Verordnung zu ändern, sondern dass die Voraussetzungen, unter denen eine Hotspot-Regelung getroffen werden kann, in Gänze 'interpretationsoffen' ist, da unklar ist, wann eine Virusvariante 'signifikant höher pathogen' oder ab wann durch eine 'besonders hohe Anzahl an Neuinfektionen' oder einem 'besonders starken Anstieg an Neuinfektionen' eine 'Überlastung der Krankenhauskapazität' droht. Dass keine Grenzwerte festgelegt wurden, kritisieren etwa der Virologe Klaus Stöhr und der KBV-Chef Andreas Gassen scharf; eine derartige Festlegung lehnt Lauterbach jedoch lapidar mit dem unverständlichen Hinweis ab, dass das aus seiner Sicht medizinisch keinen Sinn mache. Das Gesetz birgt aus diesen Gründen die Gefahr willkürlicher Maßnahmen, denen die Bürgerinnen und Bürger letztlich wehrlos gegenüberstehen werden, da sie gerichtlich zumindest im Eilverfahren so gut wie nicht überprüfbar sind und es daher wie gewohnt und vom Bundesverfassungsgericht abgesegnet heißen wird: Einschätzungsprärogative der Regierung bzw. des Landtags, der in diesen Fällen zustimmen muss.“

Newsweek: The U.S. and NATO Helped Trigger the Ukraine War. It's Not "Siding With Putin“ to Admit It (Ted Galen Carpenter) – Auszug: "In late 2021, it became clear that the Kremlin's restraint had run dry. Moscow issued demands for security guarantees, including a draw-down of military forces already deployed in NATO's eastern members. With respect to Ukraine, the demand was very clear and uncompromising: Not only would Kyiv never receive a membership invitation, but NATO weapons and troops would never be deployed on Ukrainian soil. When the West failed to provide those guarantees, Putin launched his devastating, full-scale war. Moscow's cruel overreaction deserves emphatic condemnation. However, the culpability of the United States and its NATO allies also is sizable. Moving an alliance that one great power dominates to the border of another major power is inherently destabilizing and provocative. Those people who are familiar with even the basics of international relations should grasp that point; it was inexcusable that so many U.S. and NATO leaders apparently did not do so. One can readily imagine how Americans would react if Russia, China, India, or another peer competitor admitted countries from Central America and the Caribbean to a security alliance that it led—and then sought to add Canada as an official or de facto military ally. It is highly probable that the United States would have responded by going to war years ago. Yet even though Ukraine has an importance to Russia comparable to Canada's importance to the United States, our leaders expected Moscow to respond passively to the growing encroachment. They have been proven disastrously wrong, and thanks to their ineptitude, the world is now a far more dangerous place.“

Welt: Putins Chemiewaffen-Kalkül – Moskau wirft der Ukraine vor, am Einsatz von biologischen und chemischen Waffen zu arbeiten. Das ist alarmierend – für die Ukraine selbst. Es erinnert an eine perfide Taktik, die Putin schon andernorts einsetzte (hinter Bezahlschranke) – Auszug: „Das einzige, was es in der Ukraine gibt, ist von den USA unterstützte Forschung an gefährlichen Erregern. Nicht, um diese waffenfähig zu machen, sondern um die Bevölkerung vor gefährlichen Infektionskrankheiten zu schützen. 'Die Prioritäten des Biological Threat Reduction Programs in der Ukraine sind, Pathogene und Gifte, die Sicherheitsrisiken darstellen, zu konsolidieren und zu sichern und weiter sicherzustellen, dass die Ukraine Ausbrüche, die von gefährlichen Pathogenen ausgelöst werden, entdecken und melden kann, bevor sie zur Gefahr für die Sicherheit und die Stabilität werden', heißt es dazu auf der Website der US-Botschaft in Kiew. Die Amerikaner helfen den Ukrainern seit 2005, die Reste der sowjetischen Biowaffenforschung zu entsorgen und die Labore in zivile Einrichtungen zu konvertieren.Die USA sind besorgt, dass diese im Labor gesicherten Stoffe in russische Hände geraten könnten. 'Die Ukraine verfügt über biologische Forschungseinrichtungen, und wir sind tatsächlich besorgt darüber, dass russische Kräfte versuchen könnten, diese zu kontrollieren', sagte Victoria Nuland, Staatssekretärin im US-Außenministerium, bei ihrer Anhörung am Dienstag vor dem US-Kongress.“

Ria Novosti: Das US-Militär hat Biowaffen an Ukrainern getestet. Wir waren die nächsten in der Reihe – Auszug (übersetzt): „Black and Veatch ist nicht nur ein gewöhnlicher Auftragnehmer des Pentagon. Es handelt sich um ein Großunternehmen mit einem Umsatz von mehreren Milliarden Dollar, das seit über einem Jahrhundert für die US-Armee tätig ist. (…) Heute ist Black and Veatch auf den Bau von Biolaboratorien spezialisiert und – wen wundert's? – Der Kampf gegen das Coronavirus. Zusammen mit Black and Veatch sorgte ein anderes amerikanisches Bio-Unternehmen, Metabiota, für die Sicherheit der Ukrainer. (…) Der Geschäftsführer von Metabiota, Edward Rubin, arbeitet eng mit dem Chef der EcoHealth Alliance, Peter Daschak, zusammen. (…) Ja, ja, Sie irren sich nicht, das ist derselbe Daschak, den die Amerikaner verdächtigen, ein Coronavirus entweder entwickelt oder freigesetzt zu haben. (…) Im Jahr 2014 zahlt Hunter Bidens Firma Rosemont Seneca zusammen mit anderen Investoren 30 Millionen Dollar auf das Konto von Metabiota ein. Unmittelbar danach kam es in der Ukraine zu einigen bizarren Ausbrüchen von Krankheiten, die die Sowjets schon vor langer Zeit abgeschafft hatten: Masern, Diphtherie, Tuberkulose, Polio. Fälle von ukrainischen Soldaten, die an einer unbekannten Infektion sterben. (...) Auf der Website der US-Botschaft in der Ukraine ist nach wie vor zu lesen, dass das US-Verteidigungsministerium den Ukrainern bei der Bekämpfung des Coronavirus hilft. Es klingt wie ein schwarzer Scherz.“

Anti-Spiegel: Russland bombardiert eine Geburtsklinik? Marianna und die neue Brutkastenlüge. Westliche Medien berichten entrüstet über einen angeblichen russischen Angriff auf eine Geburtsklinik in Mariupol. Die "Opfer" sind jedoch Schauspieler, wie jeder leicht überprüfen kann – Auszug: „Fotos, die in den Medien herumgereicht werden, zeigen eine schwangere Frau, die aus der Geburtsklinik evakuiert wird. (…) Sie heißt Marianna und ist eine Beauty-Bloggerin aus Mariupol, also ein Fotomodel. Jeder kann sich ihren Account auf Instagram anschauen, indem man dort nach „gixie_beauty“ sucht. (…) Jeder Profi kann erkennen, dass das Video mit einer professionellen Kamera mit Stabilisator aufgenommen wurde, ein Handyvideo wäre total verwackelt, vor allem bei den Szenen, wo der Kameramann läuft. (…) In Minute 0.45 wird gezeigt, wie Marianna auf der Bahre die Treppe heruntergetragen wird, die sie auf dem ersten oben gezeigten Foto noch selbst in ihrem Pyjama heruntergelaufen ist. (…) In Minute 2.09 sehen wir übrigens Marianna wieder. Dieses Mal steht sie eingehüllt in eine Decke vor dem Krankenhaus. Dabei hat man sie doch schon auf der Bahre in einen Krankenwagen gebracht. (…) Vorfälle in Geburtskliniken, Angriffe auf wehrlose Neugeborene, schockieren jeden Menschen und schalten das sachliche Denken ab. Genau das ist der Sinn von Propaganda: Sie soll die Emotionen entfesseln und die gewollte Stimmung inklusive Feindbild erschaffen.“ (Anmerkung Stefan Korinth: Wenn diese Aktion dem Schema der Brutkastenlüge folgt, sollen westliche Gesellschaften damit für ein militärisches Eingreifen der NATO moralisch reif geschossen werden.)

der Freitag: Russland wird nicht verschwinden Dieser Krieg ist zu sehen, zu ahnen, zu fürchten – denn er findet in einem Teil Europas statt. Das darf den Blick auf seine Vorgeschichte und die Rolle des Westens nicht vollends verstellen, soll es eine Perspektive für die Zukunft geben. – Auszug: "Die auf dem KSZE-Gipfel im November 1990 verabschiedete 'Charta von Paris' wies den Weg. Am 1. Juli 1991 löste sich der Warschauer Pakt als östliche Militärallianz auf, womit die NATO Gegner und Daseinsberechtigung verlor, aber nichts davon hielt, dem Rechnung zu tragen. In 'revisionistischer' Weise wurde statt neuer Partner das überkommene Lager bevorzugt. Die NATO blieb nicht nur, was und wie sie war, sondern wurde nach Osten verschoben und so offensiv ausgerichtet wie nie zuvor seit ihrer Gründung 1949. Die auf dem Washingtoner Jubiläumsgipfel im April 1999 novellierte Doktrin enthielt eine Out-of-Area-Option, die Militäreinsätze außerhalb des Bündnisgebietes und über eine Bündnisverteidigung hinaus legitimierte. Mit dem seit März 1999 geführten Luftkrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien wurde bereits davon Gebrauch gemacht. Nein, das entschuldigt nicht den Angriff auf die Ukraine, aber es gehört zu seinem Vorlauf. (…) Die ökonomische Kriegserklärung des Westens dürfte eher bekräftigt als zurückgenommen werden. Sie zielt darauf, den russischen Einmarsch in der Ukraine mit einem von außen geführten Staatsstreich gegen die Regierung Putin zu beantworten. Mehr als nur ein Indiz dafür, wie wichtig der westliche Vorposten Ukraine bislang war und bleiben soll, um Russland zu schwächen. Schließlich war der Kampf um dieses Land von Anfang an vorrangig ein Kampf um Russland, um das politische Sein oder Nichtsein des Systems Putin. Da sind Kompromisse kaum denkbar, nur Sieg oder Niederlage.“

6. März 2022

Botschaft der Russischen Föderation in Deutschland: Foreign Minister Sergey Lavrov’s interview with TV channels RT, NBC News, ABC News, ITN, France 24 and the PRC Media Corporation, Moscow, March 3, 2022 – Auszug: Lavrov: „Why is this happening and why do they need to maintain this position? I see no other explanation but the stubborn, relentless desire to maintain their superiority in all areas and show everyone that it is NATO that is dictating orders in Europe. (…) When they speak with us at the bilateral level, they seem to show understanding, but something happens with them as soon as they get together. Apparently, what happens is that they are already ruled by the United States that is issuing orders and instructions to them. It’s sad. (…) Do you remember Zbigniew Brzezinski said that Russia and Ukraine together were a superpower? I believe he also said that it necessary to make every use of Ukraine to undermine Russia’s interests, influence and culture. I’d like to emphasise that he urged his colleagues to use Ukraine to cause the collapse of the Russian Orthodox faith, which is now being actively done. President Petr Poroshenko started this line and President Vladimir Zelensky is doing much to support it. So, there is no lack of goodwill on our part but we cannot allow and will not tolerate continuous crude encroachments on our interests that create a physical threat to Russia’s security. (…) Olaf Scholz has recently talked about the seriousness of the situation in Europe by claiming that they have not seen anything of this kind for 75 years. Does this mean that our German colleagues forgot or failed to notice how Yugoslavia was bombed, or maybe they just missed the whole thing? You see, no matter where our discussion takes us, we always come across double standards.“

Ria Novosti: Kein Schritt zurück – an allen drei Fronten (Anmerkung: Der Artikel dürfte der derzeitigen Position der russischen Staatsführung recht nahe kommen. Mit den drei Fronten im Titel sind die militärische Front in der Ukraine, die Heimatfront in Russland und die politisch-ökonomische Front zum Westen gemeint.) – Auszug: „Die ‚höllischen Sanktionen‘ werden schließlich den eisernen Vorhang um den Westen selbst herunterlassen. Ja, der Westen verschließt sich uns gegenüber, aber der Rest der Welt betrachtet dies nicht mit Bewunderung, sondern mit Besorgnis und Verständnis für die historische Bedeutung des Augenblicks. Nicht nur, weil Russland noch den Osten und den Süden hat: Dort gibt es Menschen, mit denen man Handel treiben kann, und Orte, an die man gehen kann. Das liegt daran, dass sich der Westen selbst zerfleischt – und es geht nicht einmal um wirtschaftliche Verluste durch die Konfrontation mit Moskau. Es geht um die Tatsache, dass das globale Finanzsystem, das der Westen nach der Krise von 2008 aufgebaut und kontrolliert hat, bereits zur Auflösung verurteilt ist. (...) Der Wunsch der nicht-westlichen Länder, sich aus dem Euro zurückzuziehen, wird sich radikal beschleunigen: Das Vertrauen in den Euro ist gleich null (niemand ist mehr vor der Beschlagnahme von Vermögenswerten in Dollar, Pfund, Euro und Yen gefeit). Und nicht nur Russland, China und Indien, Brasilien und Argentinien werden ein alternatives System entwickeln: Die muslimische Welt mit ihren anderthalb Milliarden Einwohnern plant seit langem die Einführung einer eigenen gemeinsamen Währung. (…) Die Ablösung des Dollarsystems ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit. Und noch schneller wird die atlantische Weltordnung, oder vielmehr das, was von ihr übrig ist, zusammenbrechen.“