Empfehlungen Oktober 2021

RT DE: New York: Feuerwehrleute aufgefordert, sich COVID-19-Zwangsimpfung zu widersetzen – Auszug: „Eine der wichtigsten Feuerwehrgewerkschaften in New York hat ihre Mitglieder aufgefordert, auch dann zur Arbeit zu erscheinen, wenn sie nicht geimpft sind. Das ist de facto eine Aufforderung, sich dem umstrittenen neuen COVID-19 Impfstoffmandat für Angestellte im öffentlichen Dienst der Stadt zu widersetzen. (…) Die neue Anordnung löste bereits heftige Proteste betroffener Arbeitnehmer aus. Tausende von Polizisten, Feuerwehrleuten und anderen städtischen Angestellten gingen am Montag auf die Straße, um sich dem Mandat zu widersetzen – und legten dabei zeitweise die Brooklyn Bridge lahm. (…) Obwohl etwa 68 Prozent der Mitarbeiter der Feuerwehr geimpft sind, könnte New York angesichts der aktuellen Impfraten immer noch bis zu 20 Prozent seiner Feuerwehreinheiten aufgrund des Mandats schließen müssen, und die Feuerwehr hat eine 20-prozentige Reduzierung der Rettungsdienste vorausgesagt. (…) Der Gewerkschaftsvorsitzende sagte, dass viele Feuerwehrleute sich für den frühzeitigen Ruhestand entscheiden, anstatt sich impfen zu lassen. (…) Am Donnerstag versammelten sich Hunderte von Feuerwehrleuten, Polizeibeamten und anderen Ersthelfern vor der Gracie Mansion, der offiziellen Residenz von Bürgermeister de Blasio. Sie trugen Schilder mit der Aufschrift ‚Mein Körper, meine Entscheidung‘ und ‚Zwang ist keine Zustimmung‘. Ein Demonstrant sagte der Videoagentur Ruptly: ‚Endlich sind wir aufgestanden, weil wir das nicht mehr hinnehmen – das ist Wahnsinn.‘“

ZDF Lanz & Precht: Ausgabe 9 (29.10.) – Auszug Richard David Precht: „Ich war sehr bestürzt über den Druck, der da gegenwärtig gegenüber Joshua Kimmich aufgebaut wird. (…) Ich habe ja ein Buch geschrieben, in dem ich die Corona-Politik des Staates alles in allem verteidigt habe, weil ich gesagt habe, der Staat hat die Pflicht dazu, das Recht der Menschen auf Leben zu schützen. (…) Es geht NICHT darum, dass jeder Deutsche geimpft ist und das Coronavirus im nächsten Jahr aus der Welt ist. Ich wüsste überhaupt keine rechtliche Basis, die der Staat dafür hat, das einzufordern. Das muss jeder frei entscheiden können, ohne dass da ein gesellschaftlicher Druck aufgebaut wird. (…) Die Nebenwirkungen der Impfung können wir genauso wenig abschätzen, wie die Gefährlichkeit oder die Wirkung des Coronavirus. (…) Es gibt keine wissenschaftliche Expertise im Hinblick auf Langzeitwirkungen bei Impfungen für Kinder. Die kann es gar nicht geben, so lange impfen wir noch gar nicht. (…) Ich persönlich würde die Entscheidung so treffen, dass ich ein Kind nicht impfen lasse, eben wegen des sich im Aufbau befindenden Immunsystems. (…) Wir reden über Gentechnik. Von solchen gentechnischen Impfstoffen haben wir keine einzige Langzeitwirkungsstudie. (…) Wir müssen die Corona-Maßnahmen deutlich stärker zurückfahren in Form eines poltiischen Endes.“ (Anmerkung Paul Schreyer: Precht erwähnt in diesem Gespräch auch, dass er Impfungen bislang immer gut vertragen habe, dass die Corona-Impfung ihn aber „in der Nacht danach erstmal komplett umgehauen“ habe und es bei ihm in der Folge „über einen mittleren Zeitraum Beeinträchtigungen“ gab.)

Infosperber: Amnesty International stiftet Verwirrung – Auszug: „Am 19. Oktober verbreitete Amnesty in London einen Medientext, in dem es heisst, die Informationsfreiheit sei in der Coronakrise in Gefahr geraten. (…) «Kommunikationskanäle wurden überwacht und attackiert, in den Sozialen Medien wurde zensiert und Medieneinrichtungen wurden geschlossen – mit verheerenden Folgen für den Zugang der Öffentlichkeit zu lebenswichtigen Informationen über den Umgang mit Covid-19». Man ist auf den ersten Blick erfreut. Endlich hat auch die renommierte Menschenrechts-NGO gemerkt, dass seit mehr als 18 Monaten auch seriöse Kritiker an die Kandare genommen werden und grosse Mühe haben, ihre Stimme zu Gehör zu bringen. (…) Aber Vorsicht, weit gefehlt: Bei genauer Lektüre der Medienmitteilung stellt man überrascht fest, dass Amnesty etwas ganz anderes im Sinn hat. Nicht weniger Blockade von Information, sondern mehr. Zensur soll nicht generell von Übel sein, sondern die gute Information soll erlaubt, die schlechte verboten werden. (…) Der Amnesty-Mann Rajat Khosla ist eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verbunden, für die er lange gearbeitet hat. (…) So ist es kaum erstaunlich, wenn Khosla in seiner Medienmitteilung fordert, die Welt endlich durchzuimpfen. (…) Man darf sich fragen, ob wir thematisch und politisch noch bei der Menschenrechts-NGO Amnesty International sind oder schon in der Kommunikationsabteilung der WHO. Da wird Hand in Hand gearbeitet.“

28. Oktober 2021

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Voraus:schau! Zweite Runde, 30 Themen (Strategisches Themenblatt des BMBF, Februar 2021) – Auszug: „Thema 15 − Mit Nukleinsäuren in den Kampf gegen Pandemien: Schutzimpfungen der Zukunft. # Genbasierte Impfung (…) Neue genbasierte Verfahren zur Immunisierung wecken die Hoffnung, schneller und gezielter auf Krankheiten reagieren zu können. Diese genbasierten Verfahren unterscheiden sich in ihrer Anwendung von klassischen Impfungen. Bei neuen Impfverfahren, wie sie etwa aktuell auch gegen das Coronavirus COVID-19 erprobt werden, setzen Forschende aus Deutschland und weltweit auf die Injektion von einzelnen Bestandteilen der viralen Erbinformationen. (…) Zukünftig könnte man so effektiver und schneller auf unerwartete Pandemien wie COVID-19, aber auch saisonale Verbreitungen wie die Influenzaviren, welche die Grippe auslösen, reagieren. Forschende weisen mit Blick auf mögliche mRNA-Impfungen indes darauf hin, dass deren Einsatz in Zukunft nur mit einem weitreichenden Verständnis möglicher Nebenwirkungen, einschließlich eines durch einen ungeeigneten Wirkstoff ausgelösten akuteren Krankheitsverlaufs, einhergehen sollte. (…) Trotz nennenswerter Fortschritte bei der Entwicklung genbasierter Impfverfahren ist weitere Forschung unerlässlich. So schützen bisher getestete neue Impfungen aktuell nur wenige Monate, während herkömmliche Impfungen teils lebenslang wirken. Auch besteht die Gefahr körperlicher Überreaktionen, die den Krankheitsverlauf im Falle einer Infektion verschlimmern. (…) Fragen für die Zukunft: Wie könnte der Impfschutz von genbasierten Impfungen auf das Niveau herkömmlicher Verfahren gehoben werden? Wie lässt sich ein akuterer Krankheitsverlauf in Folge des Impfversuchs vermeiden? Im Zuge der Corona Pandemie konnte der mRNA-Impfstoff von Biontech wesentlich schneller zugelassen werden als üblich. Was könnte man hieraus für zukünftige Zulassungsverfahren von Medikamenten lernen?“ (Anmerkung Stefan Korinth: Ein hochinteressantes Dokument des Ministeriums – auch weil hier intern ganz anders geredet wird als in der Öffentlichkeit. Da spricht die Regierung eher nicht über Nebenwirkungen, „körperliche Überreaktionen“ oder schwache Wirksamkeiten und die Substanzen werden öffentlich auch so gut wie nie als „genbasierte Impfstoffe“ bezeichnet, die „erprobt werden“.)

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Voraus:schau! Zweite Runde, 30 Themen (Strategisches Themenblatt des BMBF, Februar 2021) – Auszug: „Thema 15 − Mit Nukleinsäuren in den Kampf gegen Pandemien: Schutzimpfungen der Zukunft. # Genbasierte Impfung (…) Neue genbasierte Verfahren zur Immunisierung wecken die Hoffnung, schneller und gezielter auf Krankheiten reagieren zu können. Diese genbasierten Verfahren unterscheiden sich in ihrer Anwendung von klassischen Impfungen. Bei neuen Impfverfahren, wie sie etwa aktuell auch gegen das Coronavirus COVID-19 erprobt werden, setzen Forschende aus Deutschland und weltweit auf die Injektion von einzelnen Bestandteilen der viralen Erbinformationen. (…) Zukünftig könnte man so effektiver und schneller auf unerwartete Pandemien wie COVID-19, aber auch saisonale Verbreitungen wie die Influenzaviren, welche die Grippe auslösen, reagieren. Forschende weisen mit Blick auf mögliche mRNA-Impfungen indes darauf hin, dass deren Einsatz in Zukunft nur mit einem weitreichenden Verständnis möglicher Nebenwirkungen, einschließlich eines durch einen ungeeigneten Wirkstoff ausgelösten akuteren Krankheitsverlaufs, einhergehen sollte. (…) Trotz nennenswerter Fortschritte bei der Entwicklung genbasierter Impfverfahren ist weitere Forschung unerlässlich. So schützen bisher getestete neue Impfungen aktuell nur wenige Monate, während herkömmliche Impfungen teils lebenslang wirken. Auch besteht die Gefahr körperlicher Überreaktionen, die den Krankheitsverlauf im Falle einer Infektion verschlimmern. (…) Fragen für die Zukunft: Wie könnte der Impfschutz von genbasierten Impfungen auf das Niveau herkömmlicher Verfahren gehoben werden? Wie lässt sich ein akuterer Krankheitsverlauf in Folge des Impfversuchs vermeiden? Im Zuge der Corona Pandemie konnte der mRNA-Impfstoff von Biontech wesentlich schneller zugelassen werden als üblich. Was könnte man hieraus für zukünftige Zulassungsverfahren von Medikamenten lernen?“ (Anmerkung Stefan Korinth: Ein hochinteressantes Dokument des Ministeriums – auch weil hier intern ganz anders geredet wird als in der Öffentlichkeit. Da spricht die Regierung eher nicht über Nebenwirkungen, „körperliche Überreaktionen“ oder schwache Wirksamkeiten und die Substanzen werden öffentlich auch so gut wie nie als „genbasierte Impfstoffe“ bezeichnet, die „erprobt werden“.)

27. Oktober 2021

#allesaufdentisch: Kinder und Jugendliche in der Corona-Pandemie. Gespräch der Schauspielerin Senta Auth mit der Ärztin Andrea Knipp-Selke – Auszug: „Ich möchte berichten, was Jugendliche uns in der Praxis erzählen. Der Druck auf die Jugendlichen, sich impfen zu lassen, ist sehr groß. Das geht so weit, dass Lehrer die Tafel aufklappen und auf der einen Seite stehen die ungeimpften und auf der anderen Seite stehen die geimpften Kinder. (…) Viele Jugendliche müssen auch im Sportunterricht Masken tragen. Ein Mädchen, das zu mir kam, war im Sportunterricht unter der FFP-2-Maske zusammengebrochen. Dann kam die Lehrerin und riss ihr nicht etwa die Maske vom Gesicht, sondern wies sie an, doch mal flacher zu atmen. (…) Oberstufenschüler kontrollieren teilweise die Impfpässe von Mittelstufenschülern. (…) So etwas wie ein Arztgeheimnis gibt es da gar nicht mehr. Nirgendwo steht, dass Lehrer einen Anspruch darauf haben, den Impfstatus der Kinder zu kennen. Dennoch wird das täglich gemacht. Was wir in der Kinderarztpraxis so hören, das erschüttert mich einfach. (…) Keiner der Jugendlichen hat Angst vor der [Corona]-Infektion, die wollen einfach ihr Leben zurück. Die wollen nicht vor der Klasse beschämt werden, die wollen wieder in Diskotheken gehen. (…) Die Forderung, die aufgestellt wird, die Kinder müssten sich impfen lassen, damit die Schulen geöffnet bleiben können, die ist unhaltbar. Es war nicht das Virus, das die Schulen geschlossen hat. Es war die Politik.“

Musik in Freiheit: Wir sind ein junges Netzwerk, bestehend aus professionellen Musikern aller musikalischen Genres (…) Unter Einbeziehung unserer zahlreichen Mitglieder haben wir ein Manifest konsensiert, das unsere Standpunkte erläutert. (…) Musik kann ihre Kraft nur dann entfalten, wenn alle Menschen freien Zugang zu Konzertveranstaltungen haben, unabhängig von Bedingungen und Einschränkungen; jeder Einzelne frei entscheiden kann, unter welchen Umständen ein Konzertbesuch verantwortungsvoll möglich ist; Künstler ihre Kunst ungehindert ausüben können. (…) Mit den aktuellen Maßnahmen und Regeln verbreitet sich darüber hinaus in unseren Augen ein Menschenbild, das jeden Mitmenschen als einen potenziellen Gefährder ansieht. Dieser Angriff auf die Würde des Menschen ist gesellschaftszersetzend – nicht nur räumlich, sondern auch rechtlich, persönlich und emotional. (…) Wir Musiker weisen, mit Bezug auf die Resolution der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PVER) Nr. 2361 vom 27. Januar 2021, darauf hin, dass die Impfung eine ureigene Entscheidung jedes Einzelnen ist. Es darf in der Schlussfolgerung niemand zu einer Impfung genötigt oder im Falle einer Ablehnung der Impfung diskriminiert, erpresst, bedroht, diffamiert, verfolgt, stigmatisiert, isoliert oder in anderer Weise benachteiligt werden; sei es durch den Staat, die Wirtschaft oder gesellschaftliche Mehrheiten. (…) Wir Musiker fordern hiermit, der Musik und der Kunst im direkten Austausch mit allen Menschen ihren dringend notwendigen, gewohnten, diskriminierungsfreien und freiheitlichen Raum zurückzugeben. Wir erkennen, dass uns allen eine der wichtigsten Quellen für Lebenskraft genommen wird. Wir Musiker stehen ein für Musik in Freiheit!

#allesaufdentisch: Petition Corona-Sondersendung. Gespräch der Schauspielerin Theresia Haiger mit dem Wildnispädagogen Bastian Barucker (Er startete im Sommer und Herbst 2020 zwei Petitionen mit insgesamt 110.000 Unterschriften für eine Corona-Sondersendung um 20.15 Uhr im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, die Kritiker und Befürworter sachlich diskutierend zusammenbringt.) – Auszug: „Ich habe jeden Tag [zum Thema Corona] gelesen und gelesen und entdeckte mit jedem Tag weitere Experten auf dieser Welt die etwas anderes sagten, als das, was ich im Mainstream las. Diese beiden Welten trennten sich immer weiter Stück für Stück. (…) Es hat mich extrem beunruhigt, dass viele Stimmen gar nicht gehört wurden. (…) Auch Maßnahmenbefürworter müssten doch dafür sein, dass der Dialog stattfindet. (…) Kein Rundfunkhaus hatte Interesse, diese Petition entgegenzunehmen. (…) Irgendwann gab es dann eine Videokonferenz mit Unterstützern der Petition und hauptverantwortlichen Redakteuren des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.“ [Multipolar berichtete darüber am 26. November 2020] (…) Frage: „Ist da was herausgekommen?“ Barucker: „Nein. (…) Da gab es Aussagen wie: ‚Wenn es so eine Sendung mit einem Kritiker und einem Befürworter der Maßnahmen gäbe, würde das die Menschen überfordern, sich eine Meinung zu bilden.‘ (…) Es gab keine Ambitionen der Journalisten, weiter in Kontakt zu bleiben und aus dem Gespräch irgendwas entstehen zu lassen. (…) Die Redaktionen bestimmen, was der Debattenraum ist und wer mitreden darf und die anderen hören wir gar nicht mehr. Und das entscheiden Leute [Redakteure], die wir nicht gewählt haben. (…) Das ist ein geschlossenes, beratungsresistentes System.“

On Contact (RT): On the show, Chris Hedges talks to documentary filmmaker and investigative journalist John Pilger about the upcoming appeals hearing in London for the Julian Assange case. – On Sept. 26, Yahoo! News published "Kidnapping, assassination and a London shoot-out: Inside the CIA’s secret war plans against WikiLeaks". The article detailed discussions within the CIA to kidnap or assassinate Julian Assange. The revelations came a month before a hearing in Britain’s High Court that will see the US government appeal a decision that WikiLeaks founder Julian Assange cannot be sent to the United States to face espionage charges. These revelations also coincided with the arrest of an Icelandic man who played a major role in the FBI’s case against Assange and who has now admitted he lied in his testimony about Assange to US federal investigators. The most recent revelations, coupled with the numerous legal anomalies of the Assange case, including leaks that show that the Spanish security firm at Ecuador’s Embassy in London, where Assange sought refuge for seven years, turned over recordings of his meetings with his lawyers to the CIA, amply illustrate that the judicial pantomime carried out against Assange is a political persecution led by the US government and the CIA because of embarrassing and damaging revelations about the inner workings of the US military, intelligence agencies, and the political class repeatedly exposed by Assange and WikiLeaks. The goal of the US government is to shut down WikiLeaks and organizations like it, and to make an example of Assange, who, if he is extradited to the United States, faces 175 years in prison, to dissuade others who might consider replicating his courageous reporting. The upcoming appeals hearing is on October 27 and 28 at Britain’s High Court, London. (Video, 25 Min.)

Spiegel: Er ist halt wirklich der Letzte und Einzige – Back in the DDR? Ja! Warum es Mathias Döpfner gebraucht hat, damit wir der Wahrheit endlich ins Gesicht sehen können. – Eine Glosse von Xaver von Cranach – Auszug: „Nur, um noch einmal klarzustellen, worum es hier geht: Im Zuge der ganzen Reichelt-Geschichte tauchte dieser Satz von Springer-Chef Mathias Döpfner über eben jenen Reichelt auf, den man beim ersten Lesen nicht glauben konnte, beim zweiten auch nicht, denn das, was dort stand, dachte man selbst ja auch schon lange, aber man hatte es sich einfach nicht getraut mal zu sagen. ‚Er ist halt wirklich der letzte und einzige Journalist in Deutschland, der noch mutig gegen den neuen DDR-Obrigkeitsstaat aufbegehrt.‘“ (Anmerkung Paul Schreyer: Der Journalist Xaver von Cranach, Jahrgang 1990, Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München und Redakteur bei Süddeutscher Zeitung, Zeit und Spiegel, kann nicht glauben, was Döpfner da gesagt hat und schreibt eine bissige Satire, um seiner Irritation Luft zu machen. Deutlich wird: Die Tatsache, dass Julian Reichelt als Chefredakteur der Bild-Zeitung bis zuletzt einer der wenigen scharfen Regierungskritiker in den Leitmedien war, wird von vielen Journalisten als intellektuelle Beleidigung und Kränkung wahrgenommen. Dass Matthias Döpfner, einer der mächtigsten Medienmanager in Deutschland, die Bundesrepublik zudem als „neuen DDR-Obrigkeitsstaat“ wahrnimmt – auch wenn er das nur privat äußerte –, sollte zu einer breiten öffentlichen Debatte führen, die über satirische Spitzen und Empörungsbekundungen hinausgeht.)

Welt: "Politik sollte mit ihrem Wunschdenken aufhören und in der Realität ankommen“ – Corona werde zur "gesellschaftlich kontrollierbaren Infektionserkrankung“: Amtsärzte erklären das RKI-Impfziel für illusorisch. Sie fordern, die Kontaktnachverfolgung bei Infizierten radikal zu reduzieren – und die Pandemie-Folgen für Kinder in den Fokus zu rücken (hinter Bezahlschranke). – Auszug: "Viel Hoffnung hat Amtsarzt Nicolai Savaskan nicht mehr. In den vergangenen vier Wochen ist bei den niedrigschwelligen Impfangeboten in Berlin-Neukölln 'kaum mehr jemand aufgetaucht', erzählt der Leiter des Gesundheitsamts im Bezirk. Er hält es für unwahrscheinlich, dass sich daran noch etwas ändern werde. Auch in anderen Teilen Deutschlands warnen Amtsleiter: Die aktuelle offizielle Impfquote von 66 Prozent sei – wenn überhaupt – nur noch um wenige Prozentpunkte zu steigern. Das Impfziel des Robert Koch-Instituts (RKI) von mindestens 80 Prozent werde damit 'illusorisch', sagt Savaskan. Er fordert von der Politik einen Exit-Plan – und einen Strategiewechsel bei der Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter. (…) Für eine Rückkehr zur Normalität plädiert auch Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamts in Dortmund. 'Wir müssen an den Punkt kommen, an dem nicht mehr der Staat über die Gesundheitsämter die Bevölkerung schützt, sondern wieder jeder Mensch diese Verantwortung selbst trägt', sagt Renken. Es sei daher richtig, wenn sich die Kontaktnachverfolgung künftig auf die vulnerablen Gruppen fokussiere. Auch sollten Pflichten wie das Maskentragen und Abstandhalten bald fallen. (…) Die 3G-Regel solle (…) als Übergang bis Ende des Jahres erhalten bleiben. (…) 'Die Leute haben das Weiter-so der Politik satt, wir brauchen jetzt ein klares Ausstiegsszenario', sagt [Christian] Stiehler [Leiter des Gesundheitsamts im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt]. 'Ich weiß, dass eine komplette Öffnung im Herbst schwieriger ist als im Sommer. Trotzdem sollten wir es nach dem Vorbild von Dänemark und Großbritannien versuchen.'

Prof. Fabio Vighi: Selbsterfüllende Prophezeiung: Systemischer Zusammenbruch und Simulation einer Pandemie (Übersetzung von Uwe Alschner) – Auszug: „In den Monaten vor Covid stand die Weltwirtschaft am Rande eines weiteren gigantischen Zusammenbruchs. Hier ist eine kurze Chronik, wie sich der Druck aufbaute (…) Im Jahr 2019 wurde die Weltwirtschaft von derselben Krankheit geplagt, die 2008 die Kreditkrise verursacht hatte. (…) Der Zusammenbruch des Repo-Marktes im September 2019 muss in diesen fragilen wirtschaftlichen Kontext eingeordnet werden. (…) Das Mainstream-Narrativ sollte daher umgedreht werden: Der Aktienmarkt brach (im März 2020) nicht zusammen, weil Lockdowns verhängt werden mussten; vielmehr mussten Lockdowns verhängt werden, weil die Finanzmärkte zusammenbrachen. Die Lockdowns führten zum Stopp des Geschäftsverkehrs, wodurch die Nachfrage nach Krediten sank und die Panik gestoppt wurde. Mit anderen Worten: Die Umstrukturierung der Finanzarchitektur durch eine außergewöhnliche Geldpolitik setzte voraus, dass der Motor der Wirtschaft abgestellt wurde. Hätte die enorme Menge an Liquidität, die in den Finanzsektor gepumpt wurde, die lokalen Geschäftstätigkeiten erreicht, wäre ein monetärer Tsunami mit katastrophalen Folgen ausgelöst worden. (…) Kurz gesagt, nur ein künstliches wirtschaftliches Koma konnte der Fed den Spielraum geben, um die im Finanzsektor tickende Zeitbombe zu entschärfen. (…) Es ist daher illusorisch zu glauben, dass Lockdowns einen therapeutischen oder humanitärern Zweck verfolgen. Wann hat sich das Kapital jemals um das Schicksal von Menschen geschert? (…) Aber jede Macht, die auf Totalisierung abzielt, ist zum Scheitern verurteilt, und das gilt auch für die Hohepriester der Covid-Religion (…) Diejenigen, die im Kontrollraum sitzen, erkennen nicht, wie unsicher ihre Dominanz tatsächlich ist.“

Berliner Zeitung: „Niemand von uns ist hergekommen, um Untertan zu werden“. Migrantinnen und Migranten beobachten, wie die Pandemie Deutschland verändert. Sie warnen vor dem Verlust von Freiheit und Offenheit – Auszug: „Wir treffen Sanam Afrashteh und Shirin Soraya. Beide sind Schauspielerinnen. (…) Beide Frauen haben sich an der Aktion „Alles auf den Tisch“ beteiligt. (…) Afrashtehs Eltern kommen beide aus dem Iran. (…) Sie habe auch gemerkt, dass es dort [im Iran] eine Kluft zwischen der privaten und der politischen Realität gebe: „Die Leute sind vorsichtig, wenn sie die Regierung kritisieren. Zugleich ist für sie klar: Man darf einer Regierung nicht blind vertrauen.“ Vor diesem Hintergrund ist sie hellhörig, wenn sich in Deutschland Grenzen verschieben, wenn das Private politisch wird. (...) [Heute] spüre man, dass Minderheiten [in Deutschland] diskriminiert würden, ohne dass es die Mehrheitsgesellschaft besonders stört. „Die Ausgrenzung gegenüber Nicht-Geimpften ist anders als die rassistische Ausgrenzung. Den Ausländern gesteht man zu, dass sie sich ihre Hautfarbe ja nicht aussuchen können. Den Nicht-Geimpften dagegen sagt man: Lass dich impfen, dann gehörst du wieder dazu.“ (…) Neil Malik Abdullah hat auch bei „Alles auf den Tisch“ mitgemacht. (…) Seine Eltern kommen aus einem Teil Syriens, der heute zur Türkei gehört. (…) Bei den Corona-Maßnahmen stört ihn die religiöse Form. (…) „Der größte Schock für uns war, als wir festgestellt haben: Es gibt immer weniger Freiräume und kaum noch Debatten“, sagt [die aus Armenien stammende] Jeana Paraschiva. Und sie erkannte in der deutschen Gesellschaft etwas, „was wir in dieser Form nur von zu Hause kannten: Alle hatten Angst“. (…) Und noch etwas fiel ihr auf, was sie aus ihrem Herkunftsland kannte und was sie sehr besorgte: „Das Schlimmste war, dass Kritiker plötzlich verspottet wurden. Es gab Häme und Diffamierungen, wie wir sie vorher in diesem Land für unmöglich gehalten haben.“ Paraschiva sieht Parallelen zu den Ostdeutschen, die ja im Zuge der Maßnahmen-Kritik auch deutlich aktiver erschienen als die Westdeutschen. Auch die Ostler waren dem Sternenbanner der Freiheit gefolgt und reagieren nun empfindlich, wenn sie Muster wiedererkennen, die sie nicht haben wollen.“

Infosperber: Dunkelziffer an Nebenwirkungen nach Impfung – Wenn intensiv nach Nebenwirkungen gesucht wird, kann die Zahl 200-mal höher ausfallen. Das zeigten US-Studien zur Pockenimpfung – Auszug: "Nebenwirkungen werden oft mit 'passiven‘ Meldesystemen erkannt. Dabei sind – wie aktuell in der Schweiz – die Geimpften und die Impfenden aufgefordert, jeden Verdacht auf eine unerwünschte Wirkung zu melden. Bei 'aktiven‘ Meldesystemen dagegen wird immer wieder bei Ärzten, Spitälern und/oder den Geimpften nachgefragt, ob ihnen etwas aufgefallen ist. (…) Bei der Einführung einer neuen Vakzine wären aktive Überwachungsprogramme besonders zweckmäßig. Doch bei den Covid-Impfungen ist dies hier zu Lande nicht vorgesehen. In der Schweiz gibt es kein aktives Meldesystem. In Deutschland wurde mit der 'SafeVac‘-App für die Bevölkerung der Versuch gemacht, vermutete Nebenwirkungen zeitnah und umfassend zu sammeln. Doch kaum war die Covid-Impfkampagne richtig angelaufen, kam das deutsche Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mit dem Auswerten der vielen Meldungen nicht mehr nach, berichtete das 'ZDF‘. Ein lange geplanter Bericht zu diesen Meldungen sei noch nicht veröffentlicht, schrieb der TV-Sender im Juni auf seiner Website. Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Professor Wolf-Dieter Ludwig, nannte die Situation 'ein Desaster‘. Mittlerweile macht das PEI in seinen Sicherheitsberichten einzelne Angaben zu den 'SafeVac‘-Meldungen, aber keine regelmäßigen, umfassenden Updates und Zusammenfassungen. Laut dem letzten Sicherheitsbericht des PEI wurden bisher von rund 700.000 registrierten Nutzern 2.499 schwerwiegende Verdachtsmeldungen berichtet. Das entspricht etwa einem Verdachtsfall pro 312 geimpfte Personen. Obwohl 'Safe-Vac‘ keine repräsentativen Daten liefert (nur rund 1,3 Prozent aller Geimpften nutzen die App), ergab die Auswertung für die teilnehmenden Männer von 18 bis 29 Jahren ein Risiko von 11 Verdachtsfälle von Herzmuskelentzündung pro 100.000 in dieser Altersgruppe.“

Friedensblick: Beschluss Oberverwaltungsgericht – staatlich verordnete Medizinprodukte oder Arzneimittel müssen auch dann angewendet werden, wenn diese laut Packungsbeilage unwirksam oder schädlich sind (Artikel zu einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Sachsen-Anhalts vom 22. September 2021) – Auszug: „Auf das Wesentliche verkürzt liest sich der Beschluss der Richter Schmidt – gleichzeitig Vizepräsidentin des OVGs, Dr. Bechler und Schneider dann so: „Soweit der Antragsteller unter Hinweis auf sein Interesse/Recht auf Leben und Gesundheit – körperliche Unversehrtheit – geltend macht, (…) verkennt er, dass ihm dieser Anspruch (…) nicht zusteht. (…) Eine darüber hinausgehende Verpflichtung (…) , die Gebrauchsanweisungen von Medizinprodukten oder Arzneimitteln zu lesen und die dort gezeigten Grenzen zu berücksichtigen, ergibt sich aus dem Gesetz gerade nicht.“ Es ist bereits prima facie unglaubhaft, dass die Angehörigen des 4. Senats des OVG LSA Gebrauchsanweisungen von Medizinprodukten ignorieren würden, wenn sie diese selbst einzunehmen bzw. an sich selbst anzuwenden hätten und bereits aus der Gebrauchsanweisung hervorginge, dass deren Anwendung nutzlos oder gar schädlich sei. Demzufolge kann es sich hier nicht um eine irrtümliche Überschreitung der gesetzlichen Grenzen durch das Gericht handeln, sondern es liegt eine bewusst fehlerhafte Anwendung geltenden Rechts vor, welche offenkundig unvertretbar ist. Der Verdacht der Rechtsbeugung drängt sich geradezu unabdingbar auf.“

Zeit: Wir brauchen mehr unbequeme Haltungen! (Gastbeitrag vom WDR-Intendanten und ARD-Vorsitzenden Tom Buhrow, hinter Bezahlschranke) – Auszug: „Die Vielfalt der bestehenden Meinungen soll in unseren Programmen in größtmöglicher Breite und Vollständigkeit Ausdruck finden. (…) Es sind diese hochgesteckten Anforderungen, die es rechtfertigen, dass wir das große Privileg der Beitragsfinanzierung haben (…) Zurzeit läuft ein großer Austausch mit unseren Nutzerinnen und Nutzern, der ARD-Zukunftsdialog. Dort wird klar: Unser Publikum wünscht sich mehr Meinungsvielfalt, mehr kontroverse Debatten. (…) Die ARD ist auch als Plattform für eine gute Streitkultur gefordert. Debatten zu allen Themen sollten in allen Programmen und Angeboten fair und respektvoll geführt werden können. Die Gesellschaft braucht mehr kontroverse,unbequeme Meinungen und robuste und freie Kommunikationsräume. Gerade die ARD und der öffentlich-rechtliche Rundfunk insgesamt können diese Räume anbieten. Wir grenzen dabei niemanden aus, der an einem echten und respektvollen Austausch interessiert ist. Und wir wollen dabei nicht die überempfindlichen und oft auch sehr elitären Sensoren übernehmen, die in den Echokammern gehegt und gepflegt werden. Diese verengen den Diskurs und steigern die Gereiztheit im Land.“ (Anmerkung Paul Schreyer: Laut Buhrow „rechtfertigen“ also „die hochgesteckten Anforderungen“ zur Programmvielfalt die Beitragsfinanzierung durch alle Bürger. Darin liegt ein kleiner aber entscheidender Denkfehler: Nicht „die Anforderungen“ können die Beitragsfinanzierung rechtfertigen, sondern allenfalls „die Erfüllung“ (!) dieser Anforderungen. Bei Buhrow fällt Wunsch und Wirklichkeit einfach zusammen – und alle Probleme lösen sich damit bequem in Luft auf.)

Antiwar: If It’s Not a Cold War, Why Does It Look So Much Like a Cold War? The United States, the President swore, is "not seeking a new Cold War". But he is, and it didn’t have to be that way. The end of the Cold War could have been the end of the Cold War. – Auszug: “Russia really didn’t want a new Cold War and has only been reluctantly drawn into it. Gorbachev and Putin both hoped to create a new, cooperative post-Cold War world. Russia desired a transformed international community that transcended blocks. It took Putin a long time – about fourteen years – to give up on the dream and settle into the reality of a second Cold War. China, too, was reluctant to accept the inevitability of a second Cold War. China, for a long time, did not accept the Cold War template that the West was forcing on the world. Professor of Russian and European Politics at the University of Kent Richard Sakwa told me in a personal correspondence that it is only now that China has accepted the forced template. ‘The Chinese view on . . . the Second Cold War has shifted dramatically in the recent period [from] being very skeptical and seeing it as yet another Western frame [to] Beijing accepting that frame.’ Sakwa says that shift happened only this year. Though Biden says he is not seeking a new Cold War, it looks in several key ways that he is. The difference is that this time it is not an ideological battle. It is not an epic battle between communism and democracy. It is a petty and self-serving struggle for markets and for hegemony.“

spiked: Stop blaming Russia for the energy crisis – The West is playing a foolish game of pipeline politics (Mary Dejevsky) – Auszug: “As so often happens, the West rushed to blame Russia for difficulties that were at least partly of its own making. There was also the presumption – never far from the surface – that Russia should somehow recognise a moral obligation to help Europe, either by supplying more gas or reducing prices, or preferably both. There is often something of the injured adult upbraiding a petulant child in the way the US and the UK address Russia on all manner of disagreements, but here was a particularly blatant example. Why on Earth should Russia, whose economic fortunes rise and fall to a large extent in response to international energy prices, be expected to engage in acts of charity? No one expects that of other producers, such as Saudi Arabia or the Gulf States. Why should we expect that of Russia? Why, too, should Moscow be expected to refrain from exercising the leverage that it may now enjoy, thanks to poor decisions by its European customers, to smooth the way for Nord Stream 2 to come into operation? That’s not blackmail; that’s realpolitik. Given the opprobrium that has headed its way, Russia’s response could be described as – unusually – measured. Putin himself went on the record to say that Russia was not averse to supplying more gas to European countries, if they asked. This led at once to a calming of the price frenzy. Russia’s ambassador to the EU, Vladimir Chizhov, for his part, suggested to Brussels that a change of attitude might help. ‘The crux of the matter is only a matter of phraseology’, Chizhov told the Financial Times. ‘Change “adversary” to “partner” and things get resolved easier… when the EU finds enough political will to do this, they will know where to find us.’”

13. Oktober 2021

#allesaufdentisch: Antidemokratische Sprache. Gespräch der Schauspielerin Shirin Soraya mit dem Sprachwissenschaftler Dr. Dennis Kaltwasser – Auszug: „Wie viele andere, sehe ich auch [in der Corona-Krise] eine ganz radikale Abkehr von den idealen Prinzipien der demokratischen Kommunikation. (…) Man kann das in vier Großbereiche einsortieren. Erstens: die überbordende Emotionalisierung in der öffentlichen Kommunikation. Zweitens: das Vorantreiben einer diskursiven Spaltung – mit ganz verschiedenen Strategien von Ausgrenzung über Zensur bis zur Pathologisierung und Kriminalisierung politischer Gegner. Die Abwertung geht bis hin zur Entmenschlichung. Drittens – auch linguistisch sehr interessant: die Neuordnung im politischen und medizinischen Wortschatz. Da gibt es viele interessante Phänomene, etwa die Umdeutung von Begriffen. Viertens: die Aussetzung von kommunikativen Regulationsprozeduren. (…) Ein Beispiel zum vierten Punkt: Am 14. März 2020 hat die Bundesregierung einen Tweet abgesetzt, in dem es hieß, im Netz kursierten Falschnachrichten. Und zwar die Bundesregierung plane schwerwiegende Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Das seien Fake News. Das trage zur Verunsicherung der Bevölkerung bei. Am 16. März hat die Bundesregierung dann schwerwiegende Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Wenn man zwei Tage nachdem man etwas abgestritten hat, genau das tut, dann würde man normalerweise sagen: ‚Das müsst ihr erklären!‘ Das passiert aber nicht. Niemand [in der Regierung] muss sich für solche Sachen rechtfertigen.“

#allesaufdentisch: Risikokommunikation. Gespräch des Filmregisseurs Dietrich Brüggemann mit dem Psychologen Prof. Dr. Christof Kuhbandner – Auszug: „Bestimmte Protagonisten wie Christian Drosten haben mit Ängsten in der Öffentlichkeit gearbeitet, die ohne jegliche Evidenz waren. Beispielsweise hat er prophezeit, es würde in Afrika Millionen von Tote durch die Covid-19-Erkrankung geben. Es werde dort Bilder geben, die wir nur aus Kinofilmen kennen. (…) Man kann mit Bildern Ängste auslösen. Und wenn Personen Ängste haben, dann sind solche Personen sehr gut steuerbar. (…) Als Psychologen stehen mir hier die Haare zu Berge, denn Angst ist so ungefähr der schlechteste Ratgeber, den man in solch einer Situation benutzen kann. (…) Im Pandemie-Plan von 2012 heißt es [hingegen], dass man sehr transparent kommunizieren sollte. Dass man auch sein Nichtwissen eingestehen muss. Wenn man Fehler macht, sollte man auch das kommunizieren. Das ist für mich als Psychologe einer der wichtigsten Punkte: Wenn man [im März 2020] hier offen gesagt hätte: ‚Wir stehen vor einer gefährlichen Pandemie – möglicherweise. Die Daten geben das nicht notwendigerweise her, aber es gibt die Befürchtung.‘ Dann hätte man ganz anders mit der Pandemie umgehen können. Man hätte die Menschen ganz anders zum richtigen Verhalten führen können. Man hätte damit viele Probleme, wie die jetzige Spaltung der Gesellschaft verhindern können. (…) Wenn man mal viele Kosten erzeugt hat, um etwas zu bewegen – wie [Politiker] bei Corona; sich dann einzugestehen, dass diese Kosten nicht nötig gewesen wären, ist psychologisch gesehen ein riesiger Akt. Anstatt sich das einzugestehen, macht man lieber so weiter.“

Welt: „Zur Vorbereitung auf den Abend nordete Harbarth Merkel und ihre Minister ein“. Im Juni trafen sich Kanzlerin, Minister und Verfassungsrichter zum Dinner. Trotz laufender Verfahren war die Corona-Politik Thema. Der oberste Richter selber hatte es so vorgeschlagen. Jetzt kommt heraus: Selbst in Merkels engster Umgebung sah man das im Vorfeld kritisch. (Artikel hinter Bezahlschranke) – Auszug: „Die Bitte Harbarths geht aus internen Schreiben aus dem Kanzleramt hervor, die Welt am Sonntag vorliegen. Sie zeigen, dass es Deutschlands oberster Richter selbst war, der den Wunsch hegte, sich mit Kanzlerin und Ministern über dieses Thema auszutauschen – und das, obwohl Hunderte Verfassungsbeschwerden gegen eben die Corona-Politik der Regierung anhängig waren. Seit Ende September muss sich Karlsruhe wegen des Dinners mit einem Befangenheitsantrag gegen Harbarth und seine Richterkollegin Susanne Baer befassen. Der Antrag stammt vom Berliner Rechtsanwalt Niko Härting, der ihn für einen seiner gegen die „Bundesnotbremse“ klagenden Mandanten einreichte. Dass es der oberste Wächter der Verfassungsrichter selbst war, der eine Themenänderung wollte, wirft ein neues Licht auf die Angelegenheit. (…) Kann es sein, dass Harbarth an diesem Abend weniger das Grundgesetz im Auge hatte, dafür mehr die Anliegen seiner ehemaligen Chefin? (…) Beim Dinner hielt auch Verfassungsrichterin Susanne Baer eine Rede; zum Inhalt äußern sich weder Gericht noch Kanzleramt. (...) Über den Befangenheitsantrag gegen Harbarth und Baer soll in den kommenden Tagen entschieden werden.“

11. Oktober 2021

Der Standard: Impfdebatte: Wider das ständige Schüren von Hass – Ein Aufruf zur Besinnung, was wir da eigentlich tun und wie wir mit- und übereinander reden – seit eineinhalb Jahren – Aus den Zwischenüberschriften: "Aggressive Stimmungsmache gegen eine Bevölkerungsgruppe“, "Impf-Apartheid und die Verrohung des öffentlichen Diskurses“, "Ungeimpfte als Sündenböcke“, "Einschränkung des Sagbaren und Böhmermann als Chefvirologe“, "Wer ist hier wirklich rechts?“. Am Ende des Textes heißt es: "Schon bei herkömmlichen Medikamenten können sich trotz Zulassung ganz unerwartete Dinge ereignen. Wirkmechanismen sind oft sehr komplex, und es dauert manchmal sehr lange, bis die ersten Beschwerden auftreten, und dann dauert es oft noch einmal viele Jahre, bis sie allmählich in Zusammenhang mit einer bestimmten medizinischen Behandlung gebracht werden. Gerade bei so einer speziellen und neuartigen Technologie wie der mRNA-Impfung ist ein derartiges Szenario natürlich erst recht nicht auszuschließen. Jeder, der sich impfen lässt, geht ein Wagnis ein, das keiner von uns abschätzen kann und über das nur jeder selbst für sich entscheiden kann. Viele schütteln jetzt den Kopf über die Ungeimpften, finden sie dumm und gefährlich oder lachen sie aus. Aber wer weiß, vielleicht haben sie recht, und in einigen Jahren haben wir Geimpften tatsächlich schwere gesundheitliche Probleme, und dann stehen vielleicht sie neben uns am Krankenbett und lachen umgekehrt über uns und sagen: 'Was wart ihr denn auch so dumm, euch mit einem Präparat impfen zu lassen, bei dem man noch nicht wissen konnte, was es alles bewirkt?‘ Und dann überlegen sie sich vielleicht, warum sie denn für unseren Krankenhausaufenthalt zahlen sollen. Denn das will ich den Fanatikern unter den Impfbefürwortern mitgeben: Was Gerechtigkeit ist, das versteht man immer erst dann, wenn man sich ein bestimmtes Szenario mit vertauschten Rollen vorstellt.“

#allesaufdentisch: Corona und Rechtsstaat. Gespräch der Schauspielerin Tina-Maria Aigner mit dem Juristen Dr. Pieter Schleiter – Auszug: "Das, was wir heute sehen, den Zustand unseres Rechtsstaates und unserer Gesellschaft, hätten wahrscheinlich die meisten Juristen vor anderthalb oder zwei Jahren noch für unmöglich gehalten und klar als verfassungswidrige Dystopie abgetan. (…) Die Legislative hat den Weg dafür geebnet, dass die Exekutive so handeln kann. Und sie hält das weiter aufrecht, indem immer wieder die epidemische Lage von nationaler Tragweite beschlossen wird. Nach Auffassung vieler Verfassungsrechtler ist das ein Gewähren lassen der Exekutive trotz offenkundiger Verfassungswidrigkeit. (…) Die großen Fragen sind gerichtlich nicht angegangen worden – beispielsweise der [durch die Regierungen häufig ignorierte] Parlamentsvorbehalt, die Bund-Länder-Konferenz und die Einschränkungen auf Verdacht. (…) Wenn ich als Richter entscheiden soll, ob eine Verordnung rechtmäßig ist, dann darf ich nicht die Argumente desjenigen als Beweismittel oder Begründung anführen, der dazu beigetragen hat, dass diese Verordnung so zustande gekommen ist. (…) Das Bundesverfassungsgericht hat keinen guten Job gemacht in dieser Krise, weil die Richter dort zu lange zuwarten. Wenn über 80 Prozent aller Grundrechte eingeschränkt sind, dann muss ein so hohes Staatsorgan auch mal alles stehen und liegen lassen und ganz schnell in die Hauptsacheprüfungen einsteigen. Das ist nicht erfolgt. (…) Wir haben ein ungeahnt schweres Versagen des Rechtsstaates in allen drei Säulen der Gewaltenteilung.“

Der Standard: Impfdebatte: Wider das ständige Schüren von Hass – Ein Aufruf zur Besinnung, was wir da eigentlich tun und wie wir mit- und übereinander reden – seit eineinhalb Jahren – Aus den Zwischenüberschriften: "Aggressive Stimmungsmache gegen eine Bevölkerungsgruppe“, "Impf-Apartheid und die Verrohung des öffentlichen Diskurses“, "Ungeimpfte als Sündenböcke“, "Einschränkung des Sagbaren und Böhmermann als Chefvirologe“, "Wer ist hier wirklich rechts?“. Am Ende des Textes heißt es: "Schon bei herkömmlichen Medikamenten können sich trotz Zulassung ganz unerwartete Dinge ereignen. Wirkmechanismen sind oft sehr komplex, und es dauert manchmal sehr lange, bis die ersten Beschwerden auftreten, und dann dauert es oft noch einmal viele Jahre, bis sie allmählich in Zusammenhang mit einer bestimmten medizinischen Behandlung gebracht werden. Gerade bei so einer speziellen und neuartigen Technologie wie der mRNA-Impfung ist ein derartiges Szenario natürlich erst recht nicht auszuschließen. Jeder, der sich impfen lässt, geht ein Wagnis ein, das keiner von uns abschätzen kann und über das nur jeder selbst für sich entscheiden kann. Viele schütteln jetzt den Kopf über die Ungeimpften, finden sie dumm und gefährlich oder lachen sie aus. Aber wer weiß, vielleicht haben sie recht, und in einigen Jahren haben wir Geimpften tatsächlich schwere gesundheitliche Probleme, und dann stehen vielleicht sie neben uns am Krankenbett und lachen umgekehrt über uns und sagen: 'Was wart ihr denn auch so dumm, euch mit einem Präparat impfen zu lassen, bei dem man noch nicht wissen konnte, was es alles bewirkt?‘ Und dann überlegen sie sich vielleicht, warum sie denn für unseren Krankenhausaufenthalt zahlen sollen. Denn das will ich den Fanatikern unter den Impfbefürwortern mitgeben: Was Gerechtigkeit ist, das versteht man immer erst dann, wenn man sich ein bestimmtes Szenario mit vertauschten Rollen vorstellt.“

Infosperber: Merck markiert die Macht der Medikamenten-Multis Mit der Lancierung des Anti-Covid-Mittels Molnupiravir hat der Pharmakonzern Merck eine beängstigende Machtfülle demonstriert – Auszug: "Zunächst einmal geht es um die Macht gegenüber der Ärzteschaft. Wie bringe ich Ärzte in 22 Ländern dazu, 1500 Risiko-Patienten für die Teilnahme an einem Versuch zu überreden, bei dem 750 Patienten fünf – äußerst kritische – Wochen lang nur ein Placebo erhalten? Das geht nur, wenn erstens die behandelnden Ärzte glauben – oder davon überzeugt worden sind –, dass es nach bald zwei Jahren immer noch kein vernünftiges Behandlungsprotokoll gegen Corona gibt. Und wenn zweitens auch die Patienten nicht schon von alternativen Medikamenten gehört haben. Kein einfaches Unternehmen, wenn man bedenkt, dass in den Social Media fast täglich über Alternativen wie etwa das Schmerzmittel Indometacin geschrieben wird. Gemäß einer Anfang Oktober veröffentlichten klinischen Studie mit 205 Teilnehmern erkrankte niemand in der Indometacin-Gruppe schwer (gemessen an der Sauerstoffsättigung), hingegen 18,5 Prozent der Erkrankten in der Placebo-Gruppe. Wer sich von bloß einer Studie mit 205 Teilnehmern nicht überzeugen lässt, hat vielleicht schon von Ivermectin gehört. Dazu liegen inzwischen schon 65 klinische Studien mit 47.000 Teilnehmern und einer Erfolgsquote (bei früher Behandlung) von weit über 80 Prozent vor. Auch hohe Dosen von Vitamin D3 haben sich in vielen Studien als wirksam erwiesen."

Welt: In der dunklen Herzkammer des Corona-Staates – Was darf der Staat in der Pandemie? Die Antwort von Jürgen Habermas muss jedem Demokraten den Atem verschlagen. Der wichtigste deutsche Philosoph entwirft den totalen Corona-Staat – ein rechtliches Monstrum, das in seiner Allgewalt jedes No-Covid-Regime in den Schatten stellt (hinter Bezahlschranke; der Kommentar Andreas Rosenfelders bezieht sich auf einen Artikel von Jürgen Habermas in der Zeitschrift "Blätter für deutsche und internationale Politik“; siehe folgenden Hinweis) – Auszug: "Jürgen Habermas leitet die staatliche Fürsorgepflicht beim Infektionsschutz unmittelbar aus Artikel 1 des Grundgesetzes ab und macht sie so zum Supergrundrecht – eine sehr eindimensionale Interpretation der Würde des Menschen, über die Wolfgang Schäuble zu Beginn der Pandemie gesagt hat: 'Nicht alles muss vor dem Schutz von Leben zurücktreten.' In der Welt des Jürgen Habermas schon: Hier sind der Gesundheitspolitik beim Durchgreifen keinerlei Grenzen gesetzt. Dass der Philosoph die Folgen seiner Schlussfolgerungen nicht ein einziges Mal ausbuchstabiert, kann man, wenn man keine Absicht zur Täuschung des Lesers unterstellen will, nur als grobe Gedankenlosigkeit interpretieren. Denn wenn der Staat wirklich alles tun muss, was vermeidbare Infektionen verhindert, dann sind ausnahmslose Ausgangssperren, radikalste Kontaktverbote und die dauerhafte Schließung aller öffentlichen Institutionen von der Schule bis zum Schwimmbad nicht nur möglich, sondern geboten. Dann dürfte wirklich niemand mehr seine Wohnzelle verlassen, und Militärpolizisten in Schutzanzügen müssten Wasser und Brot in die Treppenhäuser stellen. Und da der Habermas-Staat zur Unterbindung sämtlicher Infektionen gezwungen ist, müsste er diese auch mit Zwang durchsetzen – im Zweifel also durch körperliche Gewalt, hohe Freiheitsstrafen oder den Entzug anderer Grundrechte. Mit Ausnahme der Todesstrafe (…) wäre jede Zwangsmaßnahme zur Durchsetzung des Gesundheitsschutzes gerechtfertigt. Der Bürger, der sich diesem Zwang beugt, leistet nach Habermas übrigens per definitionem einen freiwilligen Beitrag: 'Am intrinsisch freiwilligen Charakter dieser Leistung ändert die Hülle des Rechtszwangs, in die der erwartete Solidarbeitrag eingekleidet wird, nichts.' Auf diese Form des Hegelianismus hätte sich allerdings wohl auch Stalin eingelassen.“

RT DE: Buch: "Gehorsam macht frei" – Wie ein SS-Offizier zum bewunderten Management-Guru wurde (Tilo Gräser) – Auszug: „Das Management als Lösung aller wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme – dieses Denken entstand in den USA. Es wurde von den deutschen Faschisten übernommen und weiterentwickelt. Einer von ihnen brachte es nach 1945 in die Bundesrepublik. (…) [Der Autor] beschreibt, wie es dazu kam, dass der fanatische faschistische Jurist und ehemalige SS-Offizier Reinhard Höhn 1956 in Bad Harzburg die ‚Akademie für Führungskräfte‘ gründete. Diese ‚Akademie‘ durchliefen mehr als 600.000 bundesdeutsche Führungskader aus Wirtschaft, Verwaltung und auch aus der Bundeswehr. ‚Höhns beispielhafter Aufstieg zum Marketing-Guru wirft die beunruhigende Frage auf: Wie stark ist unsere Arbeitswelt noch heute vom Geist der NS-Zeit geprägt?‘ (…) Der Historiker erinnert in seinem Buch daran, dass die deutschen Faschisten ‚in der Tradition und Nachfolge des Sozialdarwinismus, des Rassismus und der Eugenik‘ standen. Diese Denkrichtungen aus der Mitte der kapitalistisch-bürgerlichen Gesellschaft haben den Untergang ihrer extremsten Protagonisten schadlos überstanden, was sich bis heute zeigt. Das eigentümliche Freiheitsverständnis der deutschen Faschisten ist laut Chapoutot das der freiwilligen Unterordnung in einer Gemeinschaft, die als ‚das Unterpfand der Freiheit des Einzelnen‘ gelte. (…) Es gebe in dieser Sicht keine Klassengegner mehr, nur noch ‚frei und freudig‘ Mitarbeitende, egal in welcher Position. (…) Mit Hilfe seines Netzwerkes, über das er dank seiner SS-Vergangenheit verfügte, wurde Höhn 1953 Direktor der Deutschen Volkswirtschaftlichen Gesellschaft (DVG), ‚einer Art Denkfabrik der deutschen Industrie‘.“

Publicomag: Merkels Ballast: die ersten 31 Jahre – Wer regierte Deutschland eigentlich seit 2005? Die Kanzlerin spricht nur sehr selten von sich. Wer ihre Rede deuten kann, erhält trotzdem ein ungefähres Bild von ihren Motiven. Und außerdem einen guten Blick auf ihre bleibenden Errungenschaften. – Auszug: "Alles, was Merkel innerhalb kurzer Zeit wurde – Sprecherin, Bundestagsabgeordnete, von dieser Basis aus dann Bundesministerin unter Helmut Kohl – wurde sie (…) durch ein Unterstützerumfeld von Geheimdienstmitarbeitern und Blockparteifunktionären. (…) Wenn Adenauer und Kohl politisch wie mittelständische Firmenpatriarchen wirtschafteten, die ihren Laden autoritär beherrschten, ihn aber auch nie nur als Instrument verstanden, ähnelt Merkel eher einem postmodernen Fondsmanager, der prinzipiell alles akquiriert, was ihm lohnend erscheint, aber auch ohne Zögern alles abstößt und notfalls verramscht, was nicht mehr in sein Portfolio passt. (…) Wenn es darum ging, Hilfstruppen zu rekrutieren, war sie nie besonders fein und wählerisch. Die noch halbwegs zivilisierte öffentliche Debatte war nur ein Ballast von vielen, den Merkel abwarf, um oben zu bleiben. (…) Ein führender Christdemokrat, der sie seit dreißig Jahren kennt, sagte einmal, sie würde nach ihrer Amtszeit völlig allein sein; anders als Kohl, bei dem in Oggersheim frühere Amtskollegen vorbeikamen, hätte sie mit keinem internationalen Kollegen irgendeine freundschaftlich gefärbte Beziehung aufgebaut. Und mit den Leuten in ihrer eigenen Partei schon gar nicht. Gut möglich, dass sie das gar nicht weiter stört. (…) Mit dem öffentlichen Diskussionsklima verhält es sich wie mit einem Aquarium: Es lässt sich ganz leicht in eine Fischbrühe verwandeln, man muss nur einen Tauchsieder hineinhalten. Das schafft jeder Idiot, sofern er über einen Tauchsieder und Strom verfügt. Aus der Fischsuppe macht dann auch ein Genie kein Aquarium mehr. Die berühmteste Wahlkampfsentenz Merkels (von 2013) lautet: 'Sie kennen mich.‘ Für die allermeisten Deutschen gilt bis heute: Nein. Das tun sie nicht. Es wird noch lange dauern, bis sie ein Gefühl dafür entwickeln, wer sie eigentlich 16 Jahre lang regierte. Die Gewichte sind dabei ungleich verteilt. Merkel konnte jederzeit jeden Ballast abwerfen. Sie kam und kommt leicht über alles hinweg. Auch über die Bundesrepublik Deutschland. Die von ihr Regierten werden die Last der 16 Jahre auch in Zukunft nicht mehr los.“

Truthout: It’s Life and Death – Intellectuals Can’t Keep Serving the Status Quo (Interview mit Noam Chomsky) – Auszug: "The term 'intellectual‘ (…) is used, usually, to refer to a category of people with a degree of privilege who are somehow regarded to be the guardians of society’s intellectual and moral values. They are supposed to uphold and articulate those values and call upon others to adhere to them. Within this category there is a small minority who challenge power, authority and received doctrine. It is sometimes held that their responsibility is 'to speak truth to power’. I’ve always found that troubling. The powerful typically know the truth quite well. They generally know what they are doing, and don’t need our instructions. (…) It would make a lot more sense to speak truth not to power, but to its victims. If you speak truth to the powerless, it’s possible that it could benefit somebody. It might help people confront the problems in their lives more realistically. It might even help them to act and organize in such ways as to compel the powerful to modify institutions and practices; and, even more significantly, to challenge illegitimate structures of authority and the institutions on which they are realized and thereby expand the scope of freedom and justice. It won’t happen in any other way, and it’s often happened in that way in the past. But I don’t think that’s right either. The task of a responsible person – anyone who wants to uphold intellectual and moral values – is not to speak what they regard as truth to anybody – the powerful or the powerless – but rather to speak with the powerless and to try to learn the truth. That’s always a collective endeavor and wisdom and understanding need not come from any particular turf.”

7. Oktober 2021

#allesaufdentisch: Demokratie und Eigenverantwortung. Gespräch der Schauspielerin Nina Proll mit der Politikwissenschaftlerin Dr. Ulrike Guérot – Auszug: „Was passiert, wenn eine Gesellschaft Teile der Gesellschaft ausschließt? Das passiert ja jetzt: Die Nicht-Geimpften geraten sehr unter Druck. Sie werden stigmatisiert. Sie werden schon vorweg als Schuldige bezeichnet, wenn dann vielleicht eine Überlastung der Krankenhäuser zu erwarten wäre. Wir haben Stigmatisierung, Moralisierung und Druck. Und das sind alles Elemente, mit denen eine Demokratie nicht gut funktionieren kann. (…) Das ist der Übergang von einer offenen Gesellschaft in eine geschlossene Gemeinschaft. Und man muss festhalten, dass geschlossene Gemeinschaften nicht demokratisch sind. Sie machen keinen Minderheitenschutz. (…) Weder hat der Staat den Auftrag, noch die Pflicht, noch das Recht, jeden einzelnen Bürger zu schützen. Das kann er auch gar nicht. Wenn er das machen wollte, dann wären wir ja in einem totalitären Staat. (…) Impfen muss freiwillig bleiben und Impfen muss Privatsache bleiben. Aber jetzt machen wir aus dem Impfstatus eine öffentliche Angelegenheit. (…) Für ein Ziel im Gesundheitsschutz wird die Demokratie geschädigt. (…) Demokratie funktioniert nur mit mündigen Bürgern. Und in einer Demokratie muss das Recht plausibel sein. (…) Wenn dann geltendes aber bedeutungs- und sinnloses Recht um jeden Preis durchgesetzt wird, weil es einfach so ist, dann ist das natürlich para-autoritär. Und wir haben sehr viele völlig unplausible Regelungen.“

Peds Ansichten: Geschichten von PLandemikern – Melanie Brinkmann. Pseudowissenschaft im Dienste des Maskenzwangs – Auszug: „Die Virologin Melanie Brinkmann kann gut und gern in eine Reihe mit PLandemi-Kämpfern wie Christian Drosten und Karl Lauterbach gestellt werden. Als Expertin von den Massenmedien immer wieder herumgereicht, erfüllt sie dahingehend nichts, was die Rolle eines Wissenschaftlers ausmacht. (…) Richtig unangenehm stieß mir Brinkmann auf, als sie Vorstöße von Ärztefunktionären kommentierte, die für eine Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen plädierten. (…) Melanie Brinkmann ist [im Gegensatz zu den praktizierenden Kinderärzten], etwas salopp ausgedrückt, eine sicher in ihrem Metier der Virologie sattelfeste, so doch trotzdem „Fachidiotin“. (...) Man mag das meinerseitige Urteil darob für überzogen halten. Doch meine ich, dass hier eine „Fachidiotin“ aus ihrem Elfenbeinturm der Virologie herabschaut. Aus dieser, ihrer viralen Sicht, meint sie, anderen, medizinisch im Grunde viel besser ausgerüsteten Menschen, die Welt erklären zu müssen. (…) Übrigens hat auch ein Karl Lauterbach nie als Arzt praktiziert und seine überhebliche Art und Weise, mit Medizinern umzuspringen, ist der von Melanie Brinkmann absolut ebenbürtig. Diese Leute — man mag es nicht fassen — zählen als Experten und beraten die deutsche Regierung. (…) Sowohl Drosten als auch Brinkmann stellen regelmäßig politische Forderungen auf, die jedem Unrechtsstaat hervorragend zu Gesichte stehen.“

Rubikon: Der gemütliche Ungeimpfte (Roland Rottenfußer) – Auszug: „Man kann es drehen und wenden, wie man will — die große negative Überraschung dieser Wahl besteht darin, dass die Trägerparteien dieses beispiellosen Putsches gegen die Freiheit in der Summe in keiner Weise für ihre Taten büßen mussten. Die Unterworfenen haben die Taten der Unterwerfer an der Wahlurne abgesegnet. Kälber haben Metzger gewählt. Die Botschaft ist unüberhörbar: Weiter so! (…) Eine weitere Welle der Diktaturdepression ist, wenn sich nichts ändert, nicht nur wahrscheinlich, sie hat längst begonnen. Sie ist verbunden mit einer Welle „politischer Angst“, von der unter anderem Ulrich Teusch sprach. (…) Es mag Sie überraschen, aber ich halte gerade die Geimpftenquote für ein Hoffnungszeichen. Die etwa 60 Prozent, die im August ‚durchgeimpft‘ waren, markierten so ziemlich die Obergrenze derer, die wirklich impfwillig sind. (…) Wir können also im Grunde stolz darauf sein, dass so viele Mitbürgerinnen und Mitbürger bei der ganzen Angelegenheit ein ‚schlechtes Gefühl‘ hatten und haben, dass sich viele unabhängig informiert und lange durchgehalten haben. Ja, dass viele bis heute auch unter dem Eindruck von massivem Psychoterror durchhalten. (…) Scheren Sie sich nicht um Schlagzeilen der Art ‚Für Ungeimpfte wird es ungemütlich‘. Kreieren Sie einen neuen Typus: den gemütlichen Ungeimpften, der mit Freunden heitere Stunden verbringt, sich bei Spaziergängen und Radtouren in der Natur erholt, der abends bei einem Buch oder einer Serie auch mal die schnöde Welt draußen vergisst und der sich und die Familie mit selbst gekochtem Essen verwöhnt.“

4. Oktober 2021

Achgut: FDA-Impf-Hearing: Es wird ernst. Sehr ernst. – Auszug: "Das Hearing vom 17. September hatte es in sich. Über einen der dort vorgetragenen, besonders wichtigen Berichte möchte ich hier kurz berichten und dessen Ergebnisse dann mit dem neuesten Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts vergleichen. Der Informatiker und Unternehmer Steve Kirsch hat als externer Berater der FDA [U.S. Food and Drug Administration] ein Modell zur Abschätzung der Impfstofftoxizität vorgestellt. (…) In den USA gibt es ein sehr gutes System zur Meldung von Impfschäden, das vaccine adverse event reporting system (VAERS). Dort sind derzeit etwa 14.000 Impftote gemeldet, bei etwa 185 Mio. geimpften Amerikanern. Doch es ist bekannt, dass die Systeme zur spontanen Meldung von Arzneimittelnebenwirkungen die wahre Quote drastisch unterschätzen. (…) [Kirsch] nutzt dann drei Verfahren, um die Anzahl der Impftoten in den USA aus den VAERS-Daten zu schätzen. (…) Auf diese Weise errechnet er für die USA bis Ende August etwa 150.000 bis 200.000 Tote durch die Impfung. Er validiert diese Zahlen durch Vergleiche mit zahlreichen anderen Schätzungen (…), die alle ähnliche Zahlen ergeben, wenn man sie auf die Anzahl der Impflinge in den USA extrapoliert. Aus den zitierten Studien geht hervor, dass die Impfstoffe sich in allen humanen Populationen weltweit als gleich toxisch erwiesen haben. Man muss daher mit 400 bis 800 Toten auf 1 Million Impflinge rechnen, also mit einem Toten auf 1.250 bis 2.500 Geimpfte. Die Sicherheit dieser Schätzung halte ich für hoch. Wir brauchen Kohortenstudien, um die wahre Zahl zu erfahren. Jedenfalls ist die Toxizität viel höher, als bisher erwartet wurde. Bei klassischen Impfstoffen rechnet man mit einem Toten auf 5 Millionen Impflinge, die SARS-CoV-2 Impfstoffe sind also 2.000- bis 4.000-mal toxischer als klassische Impfstoffe. (…) Aus den Zahlen von Kirsch kann man folgern, dass sich für Deutschland mit 53 Millionen voll Geimpften bisher 20.000 bis 40.000 Impftote ergeben könnten.“

Der Bundespräsident: Ordensverleihung zum Tag der Deutschen Einheit – Auszug: "Wir brauchen (…) die Freiheit und die Vielfalt der Kunst, um als Gesellschaft im Gespräch zu bleiben (…) In diesen Tagen erleben wir, wie zerbrechlich der Zusammenhalt in unserem Land ist, wie schnell Risse entstehen, ja: wie dünn der Firnis der Zivilisation ist. Wir erleben, dass eine kleine Minderheit von Menschen, die die Existenz des Virus leugnen oder seine Gefährlichkeit bestreiten, an den Rand der Gesellschaft rückt, sich entfremdet und wie geblendet, ja gefangen wirkt in einem Kult des Irrationalen. Wir erleben, dass sektiererische Gruppen sich radikalisieren und das wichtigste Prinzip unserer Demokratie missachten: Das Prinzip, Konflikte gewaltfrei, in friedlicher, respektvoller Diskussion zu lösen und Entscheidungen mit Mehrheitsbeschluss zu finden. (…) Dann ist der Punkt erreicht, an dem wir, über Parteigrenzen hinweg, aufstehen und Farbe bekennen müssen, an dem wir gemeinsam das verteidigen müssen, was wir nie wieder verlieren wollen: ein in Recht und Freiheit geeintes Land, eine offene, vielfältige und friedliche Gesellschaft, eine liberale Demokratie!“ (Anmerkung Paul Schreyer: Die kleine aber entscheidende Lüge in Steinmeiers Rede kann man leicht überlesen: "Wir erleben, dass eine kleine Minderheit von Menschen, die die Existenz des Virus leugnen oder seine Gefährlichkeit bestreiten, an den Rand der Gesellschaft rückt.“ Richtig ist: Sie rückt nicht selbst an den Rand, sondern sie WIRD von anderen mit brutaler Gewalt dorthin gerückt – von Medien, von Politikern und auch vom Bundespräsidenten. Steinmeier sollte sich schämen für die maßlose Heuchelei, mit der er hier von "Freiheit“, "Vielfalt“ und "respektvoller Diskussion“ schwadroniert und im selben Atemzug die Andersdenkenden als Anhänger eines "irrationalen Kults“ pathologisiert.)

Anti-Spiegel: Wegen des selbst verschuldeten Gasmangels: Europa bittet um zusätzliche Kohle aus Russland – Auszug: „Europäische Energieunternehmen haben ihre russischen Kollegen gebeten, die Kohlelieferungen zu erhöhen, da die Gaspreise in der EU zu Beginn der Heizperiode weiterhin ungewöhnlich hoch sind, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Vertreter zweier russischer Energieunternehmen. (…) Die Gasspeicher in Europa sind mit etwa 70 Prozent so gering befüllt, wie praktisch noch nie zu Beginn der Heizsaison. (…) Die Europäer haben es schlicht versäumt, die Speicher zu füllen, obwohl Gazprom in diesem Jahr eine Rekordmenge an Gas nach Europa gepumpt hat. (…) Man wundert sich dabei, dass die europäischen Gasimporteure ihre Bestellungen bei Gazprom nicht erhöhen, denn es gibt freie Kapazitäten in den Pipelines. Gerade die ukrainische Pipeline, die man offiziell doch schützen möchte, hätte freie Kapazitäten (…). Und auch die Jamal-Pipeline, die russisches Gas über Weißrussland nach Europa bringt, ist nicht voll ausgelastet. Im Gegenteil: Am 29. September wurde gemeldet, dass die Durchleitung von Gas in der Pipeline auf ein Drittel gefallen ist. (…) Die EU behindert die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 und die europäischen Importeure nutzen die vorhandenen freien Kapazitäten der bestehenden Pipelines nicht für zusätzliche Bestellungen von Gas, weshalb man fast meinen könnte, die EU und die Gasimporteure seien an einer Energiekrise im Winter interessiert.“

Reitschuster: Orwell in Oberbayern – Fischerwirtin verurteilt – Auszug: „Im Sommer gingen alle paar Tage Anzeigen von Gästen bei Polizeioberkommissar Johann E. von der Polizeistation Kochel ein, berichtet der Beamte bei der Verhandlung am Amtsgericht Wolfratshausen. Die Gäste beobachten und zeigen an, aufmerksame Menschen. Gäste seien ohne Mund-Nasenbedeckung in der Gaststube, Kellner hätten ohne Maske Gäste bedient, Kellner hätten ihnen bekannte Stammgäste umarmt, Kugelschreiber seien nicht desinfiziert, Salzstreuer stehen auf dem Tisch. Und außerdem mache die Fischerwirtin aus ihrer „Gesinnung“ kein Geheimnis. Sie gehe auf Demos gegen die Coronamaßnahmen und hänge Plakate am Gartenzaun auf, im Lokal lägen Flyer aus, die coronakritisch seien. All dies hatten Gäste zur Anzeige gebracht. (…) Das Bußgeld wurde von der Richterin auf 3.500 Euro festgesetzt. (…) „Tatzeugen“, also betroffene Kellner oder beschuldigte Stammgäste, waren nicht geladen, bemängelt Verteidiger David Mühlberger. Beweise für mangelnde Abstände fehlten. Eine Verurteilung auf der Basis von „Beobachtungen“ also. Ein Verfahren nur mit „Belastungszeugen“. Der Anwalt schüttelt den Kopf. Der zweite Verteidiger, Dr. Josef Hingerl, hält die Richterin für „befangen“. Aber „ich werde Sie nicht ablehnen“, sagt er zur Vorsitzenden Sandra Hagenfeldt. „Das hat keinen Sinn.“ Der Anwalt strebt Verfassungsbeschwerde an. Denn die Grundlage für die Klage gegen die Fischerwirtin – von Abstandsregeln im Biergarten bis zum Maskentragen bei der Arbeit für die Kellner – sei verfassungswidrig, die Klage damit nichtig. (…) „Standing Ovations“ und Applaus, als die Fischerwirtin und ihre Anwälte nach über vier Stunden Verhandlung das Gericht verlassen. Kamerateams warten vor der Tür. Spendenaufrufe im Internet für die Finanzierung von Anwälten und Bußgeldern. „Aus aller Welt erreichen uns Gäste und Zuschriften. Von Niederbayern bis Florida“, erzählt Laura Adams. Die Ferienwohnungen sind weit über die Saison hinaus belegt. Wirtshaus und Biergarten sind mit alten und neuen Stammgästen ausgebucht. “