Empfehlungen Dezember 2020

Focus: Medizin-Professor: Lockdown-Politik ist endgültig gescheitert – das rächt sich bei Impfung. Deutschland ist im Lockdown – schon wieder. Während die Politik im Sommer noch bezweifelt hatte, dass es jemals wieder so weit kommen würde, hat Infektiologe Matthias Schrappe genau das vorhergesagt. Seit Monaten fordert er einen Strategiewechsel bei der Pandemiebekämpfung. – Auszug: "Die Zahlen sind (...) nicht verlässlich. Statt kontinuierlich eine repräsentative Stichprobenstudie durchzuführen, die breit das Geschehen in der Bevölkerung abbildet, arbeiten Politik und RKI seit Monaten mit Meldedaten. Das Problem dabei: Wenn wir wenig testen, finden wir auch wenig. Würden wir mehr testen, würden wir sicher auch mehr Fälle finden. Das gilt gerade bei einer Infektionskrankheit, die oft ohne Symptome verläuft. Wir wissen also nie, wie viele Menschen wirklich infiziert sind. Das ist kein befriedigender Zustand und vor allem deshalb so schlimm, weil ja alle getroffenen Entscheidungen mit diesen unzuverlässigen Zahlen legitimiert werden. Der zweite Kardinalfehler der Bundesregierung ist es, bei den Zahlen Ziele festzulegen, die nicht erreichbar sind. (…) So zu tun, als würden wir mit einem Lockdown mitten im Winter zahlenmäßig zurück auf Sommerniveau kommen, halte ich für einen Fehler. Vor allem dann, wenn jede Kritik daran abgewiesen wird. In der Gesellschaft entsteht so der Eindruck, es geht überhaupt nicht darum, was realistisch erreichbar ist, sondern nur um die Begründung beschlossener Maßnahmen. Für den Zusammenhalt und die Akzeptanz der Maßnahmen ist das ganz schlecht und zeigt eine gewisse Beratungsresistenz bei der Bundesregierung.“

Novo Argumente: Der Wissenschaft folgen – wohin? Die Vorstellung, dass man Erkenntnisse „der Wissenschaft“ unmittelbar in politische Maßnahmen umsetzen sollte, hat in der Geschichte viel Leid verursacht. Ein Beispiel dafür ist die Eugenik-Bewegung. – Auszug: „Zwischen dem Ende des 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts (…) hat die gesamte intellektuelle Welt hochentwickelter Länder die folgenden Ideen für selbstverständlich und wissenschaftlich streng bewiesen gehalten: 1. Verschiedene Menschen haben wertvollere oder weniger wertvolle Erbanlagen, und dies bestimmt den Wert einer menschlichen Person; d.h. es gibt von Natur aus höherwertige und minderwertige Menschen. 2. Durch natürliche Auslese werden minderwertige Menschen aussortiert, die höherwertigen profitieren, was zum allgemeinen Fortschritt der Menschheit führt. 3. Da Zivilisation und Kultur die Wirkung der natürlichen Auslese schwächen, tragen sie zur Verbreitung minderwertigen Erbfaktoren bei, die sonst eliminiert würden (...). 4. Um die Gefahr der Entartung des gesamten Menschengeschlechtes vorzubeugen, müssen hochwertige Personen mit wissenschaftlich begründeten politischen Maßnahmen ihr Erbgut bzw. ihren Genpool schützen. (…) In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts betrachtete man Eugenik als eine Art „Superwissenschaft“. (…) Sämtliche damalige Argumentation für eugenische Maßnahmen [Zwangssterilisationen, Heiratsverbote, Menschenversuche etc.] von Kalifornien bis nach Finnland gründete auf einem wichtigsten Punkt: Solche Maßnahmen seien wissenschaftlich notwendig.“

Tagesspiegel: Coronakrise schlägt der „Generation Mitte“ kräftig aufs Gemüt. Die Pandemie macht einer Studie zufolge aus den 30- bis 59-Jährigen eine verunsicherte Generation – Auszug: „Umso härter spürt die „Generation Mitte“ die Folgen der Corona-Pandemie – mit Blick auf die wirtschaftliche Lage, aber auch hinsichtlich des eigenen Lebensgefühls. Ein beispielloses Stimmungstief macht diese Altersgruppe momentan durch, wie eine aktuelle Untersuchung des Allensbach-Instituts zeigt. (…) 2019 blickten noch 46 Prozent optimistisch in die Zukunft, inzwischen sind es nur noch 22 Prozent. 48 Prozent sagen über das Jahr 2020: „Es geht mir schlechter.“ (…) Der Stimmungseinbruch hänge vor allem mit der Ungewissheit in Coronazeiten zusammen. Trotz der Hoffnung auf einen Impfstoff stellen sich rund 70 Prozent auf einen längeren Ausnahmezustand ein – und sehen diese Unsicherheit als die derzeit stärkste Belastung an. 50 Prozent halten Einschränkungen wie Besuchsverbote für das größte Problem. 43 Prozent haben Angst davor, dass Kitas und Schulen bald wieder schließen müssen. Dass derzeit Auslandsreisen kaum möglich sind, stört hingegen nur 16 Prozent der Befragten. Auch die Angst vor einer Infektion ist vergleichsweise gering.“ (Anmerkung Stefan Korinth: Die Zahlen bestätigen eindeutig: Es ist nicht ‚die Pandemie‘, die den Menschen der mittleren Generation zu Schaffen macht, sondern es sind die zerstörerischen Maßnahmen der Politik. Der Tagesspiegel ist bemüht, diese Einsicht mit seinen Formulierungen zu verschleiern.)

Cicero: Dieses Programm passt nicht mehr zum Auftrag – Ist die Erhöhung des Rundfunkbeitrags gerechtfertigt? Darüber sollte ehrlich gestritten werden können. Der Dramaturg Bernd Stegemann über einen Rundfunk, der die Meinungsvielfalt nicht mehr ausgewogen abbildet und dessen "Vollversorgung“ nicht mehr zeitgemäß ist. – Auszug: "Wer regelmäßig die Tagesthemen schaut, kann inzwischen vorhersagen, wie der allabendliche Kommentar lauten wird. Für diese Prognose braucht es keine magischen Fähigkeiten, sondern es reicht die Phantasie, um sich vorzustellen, wie ein Politiker der Grünen das Geschehen kommentieren würde. (…) Wenn sich der ÖRR aufgrund seiner politischen Monokultur zum Spartensender eines bestimmten Milieus erklärt, wird die Begründung, warum alle dafür bezahlen sollen, schwierig. (…) Inzwischen hat jeder Fernsehzuschauer verstanden, dass die Redaktionen von ARD und ZDF die AfD eklig und Fridays for Future toll finden, dass sie vor Friedrich Merz warnen und am liebsten Angela Merkel auf Lebenszeit im Kanzleramt sähen. (…) die Gesellschaft kann es sich nicht länger leisten, ihre Widersprüche nur vor den Bildschirmen auszutragen. Die grundlegenden Streitfragen unserer Zeit sollten auch im Fernsehen verhandelt werden. Dazu ist es notwendig, dass die Darstellung der Widersprüche nicht schon selbst tendenziös ist, so wie es das TV-Desaster 'Ökozid' gerade vorgeführt hat. Und die leidige Frage, ob diese oder jene Meinung überhaupt im Rundfunk auftreten darf, gehört zurück in den Zensurschrank totalitärer Gesellschaften.“

Norbert Häring: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und sein Umgang mit Kritikern. – Auszug: „Der Programmdirektor des WDR, Jörg Schönenborn, versteht die Welt nicht mehr. Enge Bekannte bekunden ihm ihren Unmut über den Umgang des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit den Kritikern der Corona-Politik. Schönenborn beginnt nachzudenken. Leider nicht weit genug. (…) Grundsätzlich stellt sich die Frage, warum Schönenborn nicht von allein mögliche Diskrepanzen zwischen der Berichterstattung und der Wahrnehmung vieler Zuschauer registriert? Als Programmdirektor müsste er eigentlich für eine laut Sendeauftrag umfassende Berichterstattung auch über einen umfassenden Überblick über die Bandbreite der öffentlichen Diskussion verfügen. (…) Schönenborn sieht die Aufgabe des WDR nicht im Moderieren einer breiten Diskussion, sondern im Überzeugen Andersdenkender. (…) Wo sind die Recherchemagazine des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, wie Monitor vom WDR, die ihren Zuschauern anschaulich die (fehlenden) Handlungsgrundlagen der Regierung aufzeigen? Haltungsjournalismus wird diese Arbeit nicht leisten können. Wenn der öffentliche Rundfunk angeblich vom Staat unabhängig ist, sollte das auch an einer wahrnehmbaren Kritik staatlicher Corona-Maßnahmen erkennbar werden. Nichts wäre jetzt aktueller, als eine umfassende Berichterstattung über die Kritik an der staatlich forcierten Bewerbung und Einführung von in Eiltempo entwickelten Corona-Impstoffen.“ (Henry Mattheß)