Hessisches Ärzteblatt:
Prof. Dr. med. René Gottschalk, Prof. Dr. med. Ursel Heudorf: Die Covid-19-Pandemie – bisherige Erkenntnisse und Empfehlungen für das weitere Vorgehen (PDF, S. 38) – Auszug: „Auch jetzt muss man feststellen, dass man von den (richtigen) Strategien ‚Containment‘ (Eindämmungsstrategie), ‚Protection‘ (Schutzstrategie für vulnerable Gruppen) und ‚Mitigation‘ (Folgenminderungsstrategie), die im nationalen Pandemieplan des Robert Koch-Institutes (RKI) beschrieben sind, komplett abweicht und derzeit ausschließlich ‚Containment‘ betreibt, was angesichts der Fallzahlen dringend überdacht werden sollte. (…) Ob dies [Isolierung und Quarantäne] bei einer Erkrankung, die zum weitaus größten Teil bei den Patienten leicht oder gar asymptomatisch verläuft, sinnvoll ist, muss bezweifelt werden, zumal der Preis – neben der massiven Gefährdung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Strukturen – eine völlige Auflösung der gängigen Arbeitsabläufe in den Gesundheitsämtern ist, die ihre vielfältigen präventiven Aufgaben nicht mehr wahrnehmen können.“ (Prof. René Gottschalk leitet seit 2011 das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main. Prof. Ursel Heudorf war bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2019 seine Stellvertreterin im Amt.)
GD-TV Schwäbisch Gmünd:
"Wie kommen wir aus dieser Nummer wieder raus?" – Rede von Ralf Ludwig am 27.9. in Ehningen – Auszug: "Ich glaube, dass wir uns in einem Wirtschaftskrieg befinden. Ich weiß nicht, wer diesen Wirtschaftskrieg gegen wen führt, aber ich glaube, dass wir mittendrin sind. Und ich glaube, dass diese ganzen Geschichten mit den Masken, möglicherweise auch mit der Impfung, mit den ganzen Maßnahmen, die uns gesagt werden, nur Ablenkungsmanöver sind. (...) Es wird der Mittelstand kaputt gemacht und es findet eine Verteilung von unten nach oben statt. (...) Und deswegen seht ihr mich heute hier auf der Bühne ziemlich hilflos, weil ich als Jurist gerade merke, dass wir immer mehr gegen Wände laufen. (...) Weil wir kommen nicht zu den Obergerichten. Es wird nichts geprüft. (...) Ein Rechtsstaat muss Dinge überprüfen. Und das funktioniert in unserem Rechtsstaat nicht mehr. (...) Wir haben keinen funktionierenden Rechtsstaat mehr." (Anmerkung Paul Schreyer: Ralf Ludwig argumentiert sachlich, analytisch und verständlich – eine der wichtigsten Reden der letzten Wochen.)
Spiegel:
Ignorierte Impfstoff-Risiken: Nebenwirkung Vertrauensschwund (2018) – Auszug: "Rückblickend war die Schweinegrippe-Pandemie in Wahrheit eher eine weltweite Massenhysterie. Heute kann man kaum noch glauben, dass alles wirklich so passiert ist, wie es passiert ist. Kann nicht fassen, dass niemand irgendwann auf den Tisch gehauen und gesagt hat: 'Leute, jetzt wacht doch mal auf!' (...) Die Schweinegrippe-Pandemie, die die Glaubwürdigkeit von Behörden wie WHO, Robert Koch- und Paul-Ehrlich-Institut nachhaltig erschüttert hat, ist ein Lehrstück dafür, was passieren kann, wenn Hektik und hochkochende Emotionen die Diskussion bestimmen - und nicht Nachdenklichkeit, Fakten, Ehrlichkeit und ein klarer Kopf. Sie ist ein Paradebeispiel dafür, was passieren kann, wenn Querdenker nicht gehört werden, etwa der Epidemiologe Tom Jefferson, der für die Cochrane Collaboration und die Universität Oxford arbeitet, und bereits im Juli 2009 im SPIEGEL vor einer Influenza-Hysterie warnte und den Sinn einer Impfung infrage stellte. Stattdessen hielten die Behörden wie in einem kollektiven Wahn an der Vorstellung eines tödlichen Pandemie-Virus fest - auch, als alle Zahlen längst klar darauf hindeuteten, dass man von der Schweinegrippe nicht allzu viel zu befürchten hatte - und empfahlen die Massenimpfung mit dem kaum erprobten Impfstoff Pandemrix. 30 Millionen Menschen in ganz Europa bekamen sie. Jetzt leiden rund 1300 der Geimpften lebenslang an Narkolepsie, einer schweren neurologischen Erkrankung, die sie immer wieder unerwartet einschlafen lässt. Der Zusammenhang mit der Impfung ist nach Aussage des Herstellers GlaxoSmithKline zwar noch nicht bewiesen, wahrscheinlich ist er trotzdem. (...) Vor allem aber sind Daten wie die, die Jefferson jetzt entdeckte, Informationen, wissenschaftliche Erkenntnisse einfach unglaublich wichtig in einer emotional aufgeheizten Situation wie einer Pandemie. Sie sind das Einzige, woran man sich halten kann zwischen lauter Mutmaßungen, Ängsten, Interessenkonflikten und Hektik. Nie, wirklich nie dürfen sie unterdrückt, unterschlagen oder abgetan werden." (Anmerkung Paul Schreyer: Die berechtigte Empörung der Spiegel-Journalistin Veronika Hackenbroch in diesem im September 2018 veröffentlichten Artikel wirkt wie aus einer längst vergangenen Epoche. Zwei Jahre später, im September 2020 ist auch Hackenbroch voll "auf Linie", führt brave Interviews mit Bill Gates und Anthony Fauci (mit Fragen wie: "How many deaths from COVID-19 will the world still have to endure before this pandemic comes to an end?" oder "Do you have any idea what plague will sweep across the planet next?") und beteiligt sich an der allgemeinen Panikmache – die sie selbst zuvor noch wortreich verurteilte.)
info3:
„Die Corona-Maßnahmen sind in dieser Pauschalität nicht mehr zu rechtfertigen“ – Interview mit Prof. Harald Matthes, Leiter des Krankenhauses Havelhöhe, Berlin – Auszug: Frage: "Die Regierung hat ja festgelegt – und viele Menschen aus Wissenschaft und Medien sind der gleichen Auffassung – dass die Pandemie erst zu Ende sein wird, wenn ein Impfstoff zur Verfügung steht. Wie beurteilen Sie das?" – Prof. Matthes: "Diese Strategie hat keinerlei wissenschaftlichen Hintergrund, sondern ist Ideologie. Auch die Influenza kann man ja nicht mit einer Impfung ausrotten. Wir wissen derzeit noch überhaupt nicht, ob es überhaupt eine effektive Impfung gegen Covid-19 geben wird, wie dauerhaft eine Impfung wäre und ob dann eine ausreichende Antikörperbildung vorliegt. Selbst wenn eine Impfung vorhanden ist, wissen wir noch nicht, was sie langfristig leistet. Davon abgesehen wird der Verlauf einer Pandemie an klinischen Parametern gemessen, von daher ist die Aussage, dass sie erst mit einem Impfstoff enden kann, rein ideologisch und verlässt sämtliche Argumentationen, die wir sonst bei Pandemien ansetzen."
arznei-telegramm:
SARS-CoV-2-Impfstoff von AstraZeneca – mangelnde Transparenz nach Studienunterbrechungen – Auszug: "Am 6. September 2020 hatte AstraZeneca die Erprobung des Vektorimpfstoffes AZD1222 wegen des Verdachts auf ein schweres unerwünschtes Ereignis, offenbar eine transverse Myelitis, unterbrochen, ohne den Stopp oder die näheren Umstände zu kommunizieren. AstraZeneca erklärt später lediglich, die Patientin habe sich von einer schweren Erkrankung des Rückenmarks erholt und sei nicht mehr hospitalisiert. Auf konkrete Nachfrage teilt uns die Firma – wie zuvor in einer Pressemitteilung – mit, 'keine weiteren medizinischen Informationen offenlegen' zu können. Bereits im Juli gab es eine nicht öffentlich kommunizierte Studienunterbrechung, nachdem ein Teilnehmer Symptome einer transversen Myelitis entwickelt hat, die jedoch keine Behandlung erforderte. (...) Impfstoffproduzenten tragen mit dazu bei, den Zeitdruck, unter dem sie stehen, zu verstärken: So kündigte AstraZeneca an, bereits im September bzw. Oktober 2020 30 Millionen Dosierungen an Großbritannien und 300 Millionen Dosierungen in die USA zu liefern."
Inside Paradeplatz:
NZZ kickt Covid-Kritiker mit den Giga-Klicks (9.9.) – Auszug: „Milosz Matuschek, Doktor, Redaktor für 'Politik, Wirtschaft & Kultur' sowie Stellvertretender Chefredaktor bei der liberalen Zeitschrift Schweizer Monat, darf nicht mehr in der NZZ schreiben. (…) Dies nach jahrelanger Zusammenarbeit. Die NZZ reagierte damit auf die jüngste Kolumne von Matuschek, die ein enormes Echo ausgelöst hat und der NZZ viele positive Feedbacks brachte. 'Was, wenn am Ende ‚die Covidioten‘ recht haben?', fragte Matuschek letzte Woche. Er verwies auf leere Spitäler und tiefe Sterblichkeit. (…) Die NZZ hatte kein Problem mit der Kolumne. Doch als diese auf der Webseite von Ken Jebsen aufgeschaltet wurde, den viele extrem finden, brannten an der Falkenstrasse die Sicherungen durch. (…) Der Sturm, den die Story ausgelöst hat, weil sie gegen die Meinung der grossen Zeitungen geht, wurde der NZZ also zu viel. Sie kriegte Angst, in der falschen Ecke zu landen. Damit verrät die Zeitung ihr Credo.“
Rubikon:
In Sippenhaft – Die in Österreich neu eingeführte „Corona-Ampel“ zeigt, wie rechte Politik eine Gesellschaft zerstört. (Hannes Hofbauer) – Auszug: "Was der Ampel-Wahn – neben all der Verwirrung über Farben und Zuordnungen – erreicht hat, ist eine Spaltung der Gesellschaft, die das ganze Land in gute und schlechte, gesunde und infektiöse, brave und schlimme Bezirke und darin lebende Menschen teilt. In regionaler Hinsicht ist dies am offensichtlichsten. Österreich hat 79 politische Bezirke, das sind Verwaltungseinheiten, die bislang im Alltag und im Mobilitätsverhalten so gut wie keine Rolle gespielt haben. Mit der Corona-Ampel werden nun Trennlinien gezogen und unterschiedliche repressive Maßnahmen dekretiert. Jeder Bezirkshauptmann als ausführendes Organ, der nebenbei bemerkt ohne Volkswahl vom Landeshauptmann bestimmt wird, wird zum Exekutor von Freiheit oder Quarantäne. Er ist zudem ermächtigt, nach eigenem Gutdünken eine Verschärfung der Maßnahmen zu verfügen, über Erleichterungen darf er hingegen nicht entscheiden. Der Kampf um den 'gesunden' Bezirk hat begonnen, entsprechende Aufrufe an die Zivilgesellschaft, 'ungesundes' Verhalten wie schlecht sitzende Masken oder große Menschenansammlungen zu melden, folgen demnächst. Dann kann sich die alte autoritäre Blockwartmentalität mit den neuen, biedermeierlich-grünen Verbotsideen paaren."
Focus:
Hamburger Ärzte-Chef geht auf Virus-Panikmacher los: "Machen die Gesellschaft krank" – Auszug: "'Wer die Gesellschaft mit immer neuen Hiobsbotschaften auf immer höhere Bäume treibt, der macht die Gesellschaft krank', sagt Plassmann und richtet diese Worte an Söder, Drosten, Lauterbach und Co. 'Es ist bezeichnend, dass die Debatte um das Sars-CoV-2-Virus von Medizinern bestimmt wird, die nicht mit dem ganzheitlichen Menschen arbeiten (…) Virologen sehen nur sehr kleine Teile des Menschen, Epidemiologen nur Zahlenreihen und Statistikmodelle (…)' Plassmans Schlussfolgerung ist so klar wie fatal: 'Das wirklich wahre Leben kommt im beruflichen Alltag der Drostens, Lauterbachs und Brauns nicht vor.' Den Ärzten und Ärztinnen sei 'schon im April aufgefallen, dass es eine Diskrepanz gibt zwischen der politisch-medialen Aufgeregtheit und dem, was sie erleben', sagt Plassmann weiter. 'Es ist ja bezeichnend, dass unter denjenigen, die zur Mäßigung aufrufen, überdurchschnittlich viele Ärzte sind.' (…) Deshalb appelliert der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg an die Vernunft der handelnden Personen. 'Gelassenheit ist angebracht und angezeigt. Auch wenn das eine Schockwelle für Söder sein sollte.'"
Achgut:
Die tägliche Täuschung: Das RKI zählt am Gesetz vorbei – Auszug: "Es beginnt mit einer Lüge. Seit Monaten, Woche für Woche, Tag für Tag. (…) Denn die Zählweise des RKI entspricht nicht der deutschen Gesetzeslage, dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). (…) Infektion ist gemäß § 2 IfSG 'die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus'. Der zentrale Begriff ist hier der des Krankheitserregers. Und ebenfalls gemäß § 2 IfSG ist 'Krankheitserreger ein vermehrungsfähiges Agens (Virus, Bakterium, Pilz, Parasit) …, das bei Menschen eine Infektion oder übertragbare Krankheit verursachen kann.' Das hier entscheidende Kriterium ist die Vermehrungsfähigkeit: Ein Virus ist nur dann ein Krankheitserreger im Sinne des Gesetzes, wenn es vermehrungsfähig ist. Und eine Infektion besteht nur, wenn ein vermehrungsfähiges Virus aufgenommen worden ist. (…) Labornachweise [von SARS-CoV-2] sind somit nur dann COVID-19-Infektionsfälle im Sinne des IfSG, wenn vermehrungsfähiges Virusmaterial vorhanden ist. (…) Es besteht ein kaum merklicher, aber um so wesentlicher und vor allem juristisch bedeutsamer Unterschied zwischen WHO und RKI: Die WHO fordert den Nachweis einer Infektion, das RKI lässt den Nachweis von SARS-CoV-2 (also des Virus) genügen. Das RKI hat das Wort 'Infektion' einfach weggelassen. (…) Anders gesagt: Wer Coronavirus-Material in sich hat, ist längst nicht infiziert im Sinne des Gesetzes. (…) Niemand weiß, wie viele der positiv Getesteten Infizierte im Sinne des IfSG sind. Angaben zu steigenden Infektionszahlen und Neuinfektionen sind zwangsläufig falsch. (…) Das kann man somit je nach Gusto als Lüge, Irreführung, Täuschung oder politischen Betrug bezeichnen. (…) Derartig begründete Gefahrenprognosen sind wegen unzureichender bzw. fehlender Tatsachengrundlage hinfällig, darauf gegründete Maßnahmen rechtswidrig."
NachDenkSeiten:
Die Parole „Weder links noch rechts“ begünstigt rechts, sie begünstigt die Neoliberalen und das Militär (Albrecht Müller) – Auszug: "Gerechtigkeit zu verlangen ist links, für wirklich demokratische Verhältnisse, nämlich dafür, dass die Macht vom Volke ausgeht, zu kämpfen, ist kein rechtes Vorhaben. Das sind linke Forderungen. Und deshalb muss man den Spruch 'Weder links noch rechts' als weltfremd und oberflächlich betrachten. (…) Denken Sie bei dieser Gelegenheit noch einmal an den britischen Oppositionsführer Corbyn. Ihn hat man mithilfe der Medien fertiggemacht. Man hat ihn fertiggemacht, weil er eine fortschrittliche, eine linke Politik zugunsten der Mehrheit der Menschen machen wollte. Nie im Leben wären diesem vorbildlichen Zeitgenossen die Worte 'Weder links noch rechts' über die Lippen gekommen. Weil er genau wusste, dass unsere Zeit fortschrittliche soziale und friedliche Lösungen braucht. (…) Fazit: Die aus meiner Sicht notwendigen Demonstrationen sollten bitte nicht mit der zitierten falschen Parole belastet werden. Denn wenn Rechts dominiert, wenn Rechts im Innern und nach außen das Sagen hat, dann zahlt die hier kritisierte Parole auf die bestehenden Verhältnissen ein – und diese sind weder gerecht noch friedlich."
Unz Review:
From 9/11 to the Great Reset (Pepe Escobar) – Auszug: "Even Schwab’s book admits that Covid-19 is 'one of the least deadly pandemics in the last 2000 years' and its consequences 'will be mild compared to previous pandemics'. It doesn’t matter. What matters above all is the 'window of opportunity' offered by Covid-19, boosting, among other issues, the expansion of what I previously described as Digital Neo-Feudalism – or Algorithm gobbling up Politics. No wonder politico-economic institutions from the WTO to the EU as well as the Trilateral Commission are already investing in 'rejuvenation' processes, code for even more concentration of power. (…) Very few thinkers, such as German philosopher Hartmut Rosa, see our current plight as a rare opportunity to 'decelerate' life under turbo-capitalism. As it stands, the point is not that we’re facing an 'attack of the civilization-state'. The point is assertive civilization-states – such as China, Russia, Iran – not submitted to the Hegemon, are bent on charting a quite different course. The Great Reset, for all its universalist ambitions, remains an insular, Western-centric model benefitting the proverbial 1%. (…) As it stands, there’s only one thing we do know: the establishment at the core of the Hegemon and the drooling orcs of Empire will only adopt a Great Reset if that helps to postpone a decline accelerated on a fateful morning 19 years ago."
Süddeutsche Zeitung:
Aktenzeichen XY unbekannt (10.9.) – Auszug: "Für Jessica Hamed ist es 'unfassbar, zweifelhaft und skandalös', dass es in Humls Haus keine Akten oder anderen Dokumente über die Erkenntnisse der Staatsregierung geben soll, die zu den massiven Ausgangsbeschränkungen führten. Bayern sei dem Rechtsstaatsprinzip verpflichtet, sagt sie. Das bedeute, dass Verordnungen auf einer sachlichen und nachvollziehbaren Grundlage erlassen werden müssen. (...) [Ein Beamter,] der Jahrzehnte in der Staatsverwaltung gearbeitet hat, erklärt: 'Vielleicht gibt es keine klassischen Akten mit Aktenzeichen, aber es gibt garantiert Mails und Vermerke.' (...) Die Chefin der Landtags-Grünen, Katharina Schulze, sagte, es sei 'der Wahnsinn', dass keine Akten über die Entscheidungsgrundlage vorhanden sein sollen. Die Regierung sei 'in der Verantwortung, deutlich zu machen, auf welche Grundlagen sie sich stützt, um ihre Maßnahmen zu treffen'. SPD-Fraktionschef Horst Arnold nennt die Nachricht 'höchst verstörend' und spricht von 'Verwaltungsversagen'. (…) 'Grundrechte über Monate hinweg einschränken, ohne die Entscheidungsgrundlagen zu dokumentieren - das wirft ein ganz schlechtes Licht auf die Regierung', erklärt Martin Hagen, Fraktionschef der FDP. Und die AfD sieht die Hauptverantwortung für 'dieses dramatische Versäumnis' nicht nur bei Huml, sondern auch bei Ministerpräsident Söder. Womöglich wird die Staatsregierung aber doch noch in ihren Akten wühlen müssen. Die Grünen haben eine umfassende Anfrage gestellt. Darin wollen auch sie unter anderem wissen, auf welcher Basis das Kabinett die massiven Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie beschlossen hat."
Marcus J. Ludwig:
Dem Tode keine Herrschaft – Auszug: "Von allem, was einmal Gemeinschaft war, ja selbst von der Gesellschaft, bleibt nichts zurück als ein Staat. (…) Eine Epoche ist versunken innerhalb von Monaten. Die Erinnerung an gedrängtes Leben, an unbeschwertes, unbedachtes, unhygienisches Miteinander, an schummerige Läden, in denen gelacht, gesoffen, gegrölt, geflirtet wurde, ist die Erinnerung an eine verlorene Zeit. Selbst die ungeselligsten Käuze, die die Bars und Clubs der Stadt immer als Bühne zur Vorführung ihrer Coolness nutzten, wollten es wohl nie so kalt, wie es heute ist. (…) Man spürt, dass es ums Ganze geht. Das Ganze, in dem Arbeit, Feiern, Literatur, Musik, Liebe zur Natur, Engagement für unsere Mitgeschöpfe, Urlaub, Geselligkeit noch Sinn ergeben. Der Rahmen für ein sinnvolles, zumindest potenziell sinnvolles Leben ist in Auflösung begriffen."
WHO:
COVID-19 could reverse decades of progress toward eliminating preventable child deaths, agencies warn – Auszug: "With the number of under-five deaths at an all-time recorded low of 5.2 million in 2019, disruptions in child and maternal health services due to the COVID-19 pandemic are putting millions of additional lives at stake (...) "When children are denied access to health services because the system is overrun, and when women are afraid to give birth at the hospital for fear of infection, they, too, may become casualties of COVID-19. Without urgent investments to re-start disrupted health systems and services, millions of children under five, especially newborns, could die" [said Henrietta Fore, UNICEF Executive Director].
Handelsblatt:
Botschafter warnen Simbabwe vor Freiheitseinschränkungen wegen Corona (28.8.) – Auszug: "Mehrere Botschafter, darunter Deutschlands, haben die Regierung von Simbabwe ermahnt, die Rechte der Bürger nicht im Namen der Corona-Krise einzuschränken. Man sei zutiefst besorgt über die derzeitige politische, wirtschaftliche, soziale und gesundheitliche Krise in dem Land im südlichen Afrika, teilten die Botschafter von Deutschland, Kanada, Norwegen, den USA, der Niederlande, Polen und Großbritannien am Freitag mit. 'Covid-19 darf nicht als Ausrede benutzt werden, um die fundamentalen Freiheiten der Bürger einzuschränken.'" (Anmerkung Paul Schreyer: Realsatire!)
Süddeutsche Zeitung:
Corona ist Entheimatung (Heribert Prantl) – Auszug: "Corona hat nicht nur eine andere Beziehung zu den Mitmenschen hergestellt. Corona stellt eine andere Weltbeziehung her. Corona macht nämlich Flächen zu Angriffsflächen, die Tiere zu Virenträgern, die Dinge zu Bedrohungen. Sie werden zu Gegenständen, die man zuvor behandeln, also desinfizieren muss. Heimat aber ist da, wo ich eine unmittelbare Beziehung zu den Dingen habe. Zwischen diese Unmittelbarkeit tritt die Desinfektion, tritt der Abstand. Die Dinge werden in der Corona-Perspektive zu Objekten des Virus. Das Virus ist das Subjekt, das sich ihrer bemächtigt. Die Welt wird fremd. (…) Die Fragen, die ich mir und die ich Ihnen stelle, lauten: Was richtet Corona in der Kindheit der Kinder an und damit in ihrem späteren Leben? Was bedeutet die Distanz zu Menschen, Tieren und Dingen, die ihnen das Virus auferlegt, für ihre Beheimatung in der Welt?"
Prof. Sucharit Bhakdi / Dr. Karina Reiss:
Zur Frage der Immunität gegen COVID-19 – Auszug: "1. Wann ist die Entwicklung eines Impfstoffs erforderlich? Wir denken: Wenn eine Infektion bei gesunden Personen regelhaft zu schweren Erkrankungen und deren Folgen führt. Dies ist bei SARS-CoV-2 nicht der Fall. 2. Wann wäre eine Massenimpfung nicht sinnvoll? Wir denken, dass eine Massenimpfung nicht sinnvoll ist, wenn ein Großteil der Bevölkerung bereits ausreichend vor einer schweren Erkrankung gefeit ist. Dies ist bei SARS-CoV-2 der Fall. 3. Wann wird eine Impfung erfolglos sein? Wir gehen davon aus, dass eine Impfung fehlschlagen wird, wenn ein Virus sich ständig verändert und wenn hohe Infektionsdosen erreicht werden. Die Autoren vertreten daher die Ansicht, dass ein globales Impfprogramm bei SARS-CoV-2 keinen Sinn macht und von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Die Risiken sind unüberschaubar, ein möglicher Nutzen nicht ersichtlich. (…) Gesetze und Sicherheitsbestimmungen [bei der Impstoffentwicklung] wurden auf eine Weise umgangen, die unter normalen Umständen niemals möglich gewesen wäre. Grundlage dafür bildet das geänderte Infektionsschutzgesetz. Ist dies vielleicht der Grund, warum die Regierung erklärt, dass eine epidemische Situation von nationaler Tragweite weiterhin besteht – obwohl es seit Wochen gar keine nennenswerte Anzahl von Neuerkrankungen gibt? Denn nur bei einem epidemischen Geschehen von nationaler Tragweite ist das Gesundheitsministerium überhaupt ermächtigt, Ausnahmen von den Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes und der Medizinproduktevorschriften zu machen."
Freitag:
Die Maske ist totalitär – Auszug: "Der gesellschaftliche Stress wird absehbar nicht weniger werden. Die Proteste dagegen vermutlich auch nicht. Das ist das Ergebnis der hysterischen, maßlos überzogenen Coronapolitik, die eine gesellschaftliche Spaltung gezielt angefacht hat. Die politisch links Denkenden haben es verpasst, diese Dynamik aufzuhalten. Den entscheidenden Kurswechsel in der Coronapolitik, weg von einer halbwegs begründbaren Gesundheitspolitik und hin zu angsterzeugenden, autoritären Maßnahmen haben sie versäumt. Sie haben all die manipulierten Zahlen, völlig überzogenen Prognosen, die kassierten Grundrechte, die einseitige Berichterstattung, die angefeindeten Wissenschaftler, die willkürlichen Regelungen, die Sprache der Regierung, die Traumatisierung der Kinder und die geforderten Unterwerfungsgesten geschehen lassen ohne jede Kritik. Durch ihr Schweigen haben sie ein Vakuum in der kritischen Debatte geschaffen, das die Rechten gefüllt haben. Dadurch haben die linken Parteien, Organisationen, Zeitungen und Prominenten massiv dazu beigetragen, dass die Gesellschaft jetzt so gespalten ist. Hätten sie sich für einen offenen Diskurs, für Kritik, für abweichende wissenschaftliche Meinungen (da muss man nicht auf „Verschwörungstheoretiker“ zurückgreifen, da kann auch Nobelpreisträger und diverse renommierte Professoren nehmen) stark gemacht, dann wäre es nie zu dieser aggressiven Stimmung gekommen. (…) Linke Werte wie Humanität, Pluralität, Toleranz und soziales Miteinander musste man in den letzten Monaten mit der Lupe suchen. Diese Leerstelle lässt sich nicht füllen, indem man der Maske irgendeinen solidarischen Charakter andichtet. Sie bleibt ein verkeimter Stofflappen, mit dem öffentlich sichtbar Gehorsam gezeigt werden soll." (Anmerkung Paul Schreyer: Nur wenige Stunden, nachdem Multipolar diesen Text verlinkte, hat die Redaktion des Freitag ihn gelöscht. Wir haben den Text gesichert und stellen nun einen alternativen Link zur Verfügung. Ergänzung 8.9.: Der Text ist nun wieder beim Freitag online. Die Autorin schreibt: "Ja, der Artikel war vorübergehend offline, weil Belege für die Zitate fehlten. Ich habe den Text überarbeitet und bei der Freitag Community gefragt, ob er nun den Anforderungen an die Netiquette entspricht. Ergebnis: Er darf jetzt stehen bleiben.")
Querdenken 711:
Rede von Rechtsanwalt Rainer Füllmich auf der Demonstration am 29.8. in Berlin – Auszug: „Strafrechtlich formuliert ist die Behauptung, der PCR-Test könne konkrete Auskunft über Infektionen geben, eine falsche Tatsachenbehauptung im Sinne des Straftatbestandes des Betruges. Zivilrechtlich formuliert heißt es, es liegt eine arglistige Täuschung betreffend eines deshalb fehlerhaften, weil nämlich mit falschen Zusicherungen vermarkteten Produktes vor. Das wiederum bedeutet sowohl nach deutschem als auch nach US-Recht, dass diejenigen Personen, die diesen Test so vermarktet haben, dafür allen denjenigen Personen, die deshalb Schäden erlitten, zum Beispiel im Sinne von Umsatzeinbußen wegen der Lockdowns, vollen Schadensersatz schulden.“
KenFM:
Schwarz Weiß Rot in den Köpfen (Dirk Pohlmann) – Auszug: "Die Polizei erklärte die Demonstration für beendet, weil die Abstandsregeln nicht eingehalten worden seien und die zusätzlich befohlenen Masken nicht aufgesetzt worden waren. Das war kein Unfall. Es wirkte wie die Retourkutsche für die Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts, wie die Antwort der Exekutive auf die Klatsche der Judikative für Innenminister Geisel. Egal wie es kommen würde, man würde eine Lösung parat haben, um die Demo zu verbieten. (...) Sebastian Haffner (…) hat darauf hingewiesen, dass der Untergang der Weimarer Republik mit den Notverordnungen der Präsidialkabinette begann, dass die Weimarer Demokratie scheiterte, nicht weil es zu viele Nazis und Kommunisten gab, sondern zu wenige echte Demokraten, also Menschen, die den Diskurs liebten, die Meinungsvielfalt nicht als Gnadenakt begriffen, als Ertragen der Anderen, sondern als die beste Methode zur Suche von Lösungen."
30. September 2020