Boris Reitschuster:
Mitten in der Nacht – Rabiate Polizeigewalt gegen Corona-Demonstranten (Anmerkung Ulrich Teusch: Ein hochinteressanter, mit Videos unterfütterter Bericht über die nächtliche Auflösung des Camps von „Querdenken 711“ durch die Polizei.) – Auszug: "Ich muss ganz offen gestehen, dass ich von dem Vorgehen der Behörden entsetzt war (…). Immer öfter erlebe ich in Berlin, was ich noch vor einigen Jahren für unmöglich gehalten habe: dass Recht und Gesetz von staatlicher Seite taktisch ignoriert werden und dies sehr zynisch verkleidet wird. Später nahm der Abend eine völlig ungewöhnliche Wendung – von einer Minute auf die nächste wurden die Polizisten zum Freund und Helfer, als nur noch rund 50 Demonstranten zurück blieben. Sie nahmen die Helme ab, viele lächelten, ein Beamter verteilte Wasser auch an Demonstranten. Manche von denen hatten feuchte Augen vor Rührung, und auch ich selbst muss sagen, dass ich aus der Emotionalität des Moments heraus sehr gerührt war – diese Szenen waren ausgesprochen bewegend. Die Frage ist – was führte zu der 180-Grad-Wende? Viele Demonstranten glaubten wohl, die Polizisten hätten sich vor Ort spontan entschlossen. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit gehe ich davon aus, dass die Entscheidung zwar auf gehobener, aber nicht höchster Ebene gefällt wurde – vielleicht auch unter dem Eindruck der Bilder, die vom Ort des Geschehens online gingen. Im direkten Gespräch und durch Mimik machten viele Beamten deutlich, dass sie Sympathien für die Demonstranten haben und nicht begeistert sind von den Anweisungen der Polizeiführung.“
KenFM:
Demonstrationsverbot für den 29.8. in Berlin – Auszug: "(…) diese Regierung hat über Jahre bewiesen, dass sie an demokratischer Mitsprache nicht nur nicht interessiert ist, sondern dass sie sie im Kern ablehnt. 30 Jahre nach Mauerfall haben wir eine Einheitspresse und eine Parteienlandschaft, die in wesentlichen Fragen keine Opposition kennt. Wer der Politik die Stirn bietet, wird solange unter Feuer genommen, bis er einlenkt, aufgibt oder wirtschaftlich vernichtet wurde. Alternativlos ist die neue Umverpackung für eine 'marktkonforme Demokratie', die in Wahrheit nichts anderes ist als eine 'smarte' Diktatur. Ob die Bürger sich an das Demonstrationsverbot in der Hauptstadt am 29.8. halten? Oder kommt es, im Gegenteil, jetzt erst recht zu einer Massenkundgebung, die international nicht mehr ignoriert werden kann?“
Tichys Einblick:
Berlins Rot-rot-grüne Regierung wählt den Weg der Eskalation – Auszug: "Merkel gibt den kleinen Lukaschenko mit Luft nach oben, indem sie es sich mit dem Benzinkanister inmitten der von ihr selbst provozierten Auflösungserscheinungen bequem gemacht hat – und nachgießen lässt. (…) Und der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) lässt dazu verbal wirklich alle Masken fallen – quasi das Ende der letzten Ausläufer der Kreidezeit. Ihm ist der Kanister als Brandbeschleuniger nicht genug, er kommt gleich mit dem Tankwagen ums Eck und dreht alle Hähne voll auf – mit dem brennenden Zündholz in der Hand (…). Geisel erwartet außerdem, dass sich jetzt alle 'Demokratinnen und Demokraten' zu bekennen und zu distanzieren haben. Wie widerlich ist das eigentlich auf dem Boden der Verwerfungen des 20. Jahrhunderts stehend, mitten in Berlin, mit faulem Atem den Vorabend des Faschismus hochleben zu lassen? Ist das eigentlich nur a-historisch oder schon willentlich vollkommen entgrenzt? (…) was für ein Bild gibt das ab ausgerechnet in einer Zeit, wo Lukaschenko mit dem Maschinengewehr im Fernsehen auftritt während die Demos gegen seine Politik verboten werden, aber trotzdem passieren? Kann man gegen das Volk regieren und glauben, man könnte dabei die Illusion einer demokratischen Gesellschaft aufrechterhalten? Natürlich nicht. Aber was soll das dann, was gerade in Berlin passiert und den Charakter eines beginnenden Putsches gegen das Volk bekommt, so der Irrsinn nicht von höheren unabhängigen Instanzen gestoppt wird. Wo sind diese verfassungsgemäß unabhängigen Instanzen in diesem Moment?“
Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin:
Risikokommunikation zu COVID-19 in den Medien – Auszug: "Selbst in renommierten Medien wie beispielsweise der Süddeutschen Zeitung, im öffentlichen Fernsehen, aber auch international, etwa beim Fernsehsender der BBC oder CNN, werden die Informationen über COVID 19 oft in einer irreführenden Art und Weise berichtet. (...) Selbst in den Leitmedien wurden zur Beschreibung des Infektionsrisikos über Monate lediglich Fallzahlen ohne Bezugsgrößen und unter Verwendung unpräziser Bezeichnungen benutzt, etwa „Bisher gibt es X Infizierte und Y Todesfälle“. Dabei wird nicht zwischen Testergebnissen, Diagnosen, Infektionen und Erkrankungen differenziert. Üblicherweise handelt es sich um „gemeldete positive Testergebnisse“. Dabei bleibt unklar, ob das Testergebnis richtig positiv ist, also eine Infektion mit SARS-CoV-2 tatsächlich anzeigt. Auch wäre jeweils relevant, ob und wie schwer die Personen erkrankt sind. Diagnosen sind noch keine Krankheiten. Gerade für COVID-19 wäre wichtig zu wissen, wie viele Personen tatsächlich so krank sind, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die immer noch genutzte Aussage „Heute gab es X Infektionen“ ist falsch, da die Gesamtzahl der Infizierten unbekannt bleibt. Dazu bräuchte es eine zeitgleiche vollständige Testung einer repräsentativen Stichprobe aus der Bevölkerung."
Tichys Einblick:
Bei Illner: "Hätten wir gewusst, was wir jetzt wissen, hätten wir keinen Lockdown gemacht.“ Das heißt im Klartext: Die Politik hat sich von einer hysterischen Presse und von Professoren, die schon die Schweinegrippe als Weltuntergang verkauft hatten, vor sich hertreiben lassen und womöglich das ganze Land in den Ruin getrieben. – Auszug: "Das planlose ZDF ist zwar immer vorne dabei, wenn es ums Alarm blasen geht, diesmal aber blendeten sie eine Karte mit Infektionen ein, und man glaubt es kaum, alles im grünen Bereich! (nicht politisch gemeint) Da sagte Laumann dann, ja, man habe den Kliniken gesagt, 'alle planbaren Eingriffe verschieben, bitte. Dass dann die Intensivstationen leer bleiben, das hat doch keiner gewusst.' Die Damen, Herren und Diversen der politischen Verantwortungsgemeinschaft hatten also außer reißerischen Berichten aus Italien und China und Rauchmeldern aus dem virologischen Bereich keinerlei Erkenntnis, ließen uns aber trotzdem Zeugen ihrer wunderbaren Tätigkeitsentfaltung werden, die sie pawlowartig zur Aufführung bringen, wenn es nur Aufmerksamkeit verspricht. (...) Malu Dreyer sagt, 'wir haben ganz viel gelernt' in der letzten Zeit. Was sie gelernt hat, sagte sie nicht. (...) Unfassbar! Alleine das reichte für eine Sondersendung, würde das ZDF noch Journalisten beschäftigen. Illner bemerkte die Brisanz des Offenbarungseides nicht mal, oder tat wenigstens so. (...) Auf Illners Frage 'Warum werden Szenarien an die Wand gemalt?' kam Malu dann zurück, nachdem sie den Faden verloren hatte. Damit wir 'gemeinsam und einheitlich', sagte sie. Soll heißen: Der Teufel wird an die Wand gemalt, damit die Leute brav folgsam bleiben und nicht aufbegehren. Selbst den Illner-Mitarbeitern war aufgefallen, dass gerade 213 Personen von 80 Millionen auf der Corona-Intensivstation liegen und sich das Narrativ von der neuen biblischen Plage, die nur Merkel, Spahn und Söder stoppen können, nicht lange halten lässt. (...) Derzeit baden (...) die Kinder den Aktionismus unseres Staatsleitungspersonals aus und sitzen mit Masken stundenlang im Unterricht. Im brandenburgischen Rathenow (...) wurde ein Schulleiter, der seinen Schützlingen die Masken ersparen wollte, entlassen. Den hat Illner natürlich nicht eingeladen."
Craig Murray:
Belarus – Auszug: “There is a misperception in western media that Lukashenko is Putin’s man. That is not true; Putin views him as an exasperating and rather dim legacy. There is also a misperception in the west that Lukashenko really lost the recent election. That is not true. He almost certainly won, though the margin is much exaggerated by the official result. (…) it was by no means a free and fair election. The media is heavily biased (…), and the weak opposition candidate was only there because, one way or the other, all the important opposition figures are prevented from standing. The West is trying to engineer popular opinion in Belarus towards a 'colour revolution', fairly obviously. But they are on a sticky wicket. Western Ukraine was genuinely enthusiastic to move towards the west and the EU, in the hope of attaining a consumer lifestyle. Outside of central Minsk, there is very little such sentiment in Belarus. Most important of all, Belarus means ‘White Russia’, and the White Russians very strongly identify themselves as culturally Russian. We will not see a colour revolution in Belarus. The West is trying, however.“
Marcus J. Ludwig:
Die Schuld der Schafe – Oder: Wie können wir jemals wieder Menschen sterben lassen? (Anmerkung Ulrich Teusch: Würden alle Mitbürger diesen herausragenden Text lesen, wäre die Rückkehr zur alten Normalität vermutlich nur eine Frage von wenigen Tagen.) – Auszug: "Was ich für mich persönlich möchte und was ich bezüglich des Gemeinwohls für vernünftig halte, spielt auf zwei verschiedenen Bühnen. Hier kommt unvermeidlich ein tragisches Element ins Spiel, weil der Konflikt zwischen Privatem und Politischem selten verlustfrei aufzulösen ist. Der Staat ist nicht der Hausarzt des Bürgers. Der Staat muss ertragen können, dass Menschen sterben. Der Staat kann nicht um jeden Preis jedes einzelne Leben jedes seiner Bürger retten. Er darf es nicht. Menschen, die das dennoch verlangen, sind unpolitische, moralistische Extremisten. Sie sind offenbar in der Mehrheit, und sie versuchen gerade, die sogenannte neue Normalität zu etablieren. Die Minderheit, die noch bei Verstand ist, hat gegenwärtig wohl eine der wichtigsten Aufgaben in der (sorry, man kann es nicht kleiner sagen) Menschheitsgeschichte: sich gegen allen Mehrheits- und Mediendruck zu weigern, den gegenwärtigen Zustand jemals als Normalität anzuerkennen. (…) Wie wird es weitergehen? Ich fürchte: katastrophal. Aus der Entscheidung, die Infektionskrankheit Covid-19 so zu handhaben, wie wir es tun, folgt das Eingeständnis, dass wir in früheren Zeiten offenbar immer falsch gehandelt haben, grausam, mindestens leichtfertig. (…) Alle Verantwortungsträger, die 2013, 2015, 2017, 2018 einfach nur zugesehen haben, wie die Influenzawellen durch Deutschland fluteten und jedes Mal 20-25000 Menschen dahinrafften, müssten – ginge es mit rechten Dingen (also mit den derzeit geltenden Maßstäben) zu – nachträglich zur Rechenschaft gezogen werden. Sie haben vermeidbare Opfer nicht vermieden, sondern unerhörter- und fahrlässigerweise der Natur ihren Lauf gelassen.“
Welt:
Vergesst die Corona-Opfer in den Pflegeheimen nicht – Auszug: "So nachvollziehbar es sein mag, dass die Gesundheitsämter angesichts der Angst vor einer zweiten Welle ihren Blick auf die Urlaubsrückkehrer richten: Die verletzlichsten Mitglieder der Gesellschaft zahlen den Preis dafür. Nach der kurzen Welle der öffentlichen Empörung sind ihre Sorgen und Nöte nun wieder fast komplett aus dem Blick von Medien und Politik gerückt. Familien können ihre Mütter, Väter oder Ehemänner vielerorts noch immer nur, wenn überhaupt, nach Voranmeldung und unter strengsten Abstandsregeln treffen. Und auch die Qualitätskontrolleure der Krankenkassen, die in den Heimen normalerweise nachschauen, ob die Bewohner ordentlich versorgt sind, werden frühestens im September wieder in die Einrichtungen kommen. Bei vielen, die all das betrifft, liegen die Nerven mittlerweile blank. Heimleiter berichten, dass die Auseinandersetzungen mit Angehörigen von Tag zu Tag größer werden: Sie diskutierten oft erhitzt mit den Pflegern darüber, wann sie denn endlich wieder ins Pflegezimmer gelassen würden – was die Pfleger wiederum Zeit und Nerven kostet.“
theblogcat:
Die Invasion der Neuen Normalos (CJ Hopkins) – Auszug: "Ich bete, dass dieser kurze Blick in die Zukunft der Neuen Normalität euch genug erschrocken und zornig gemacht hat, damit ihr aufsteht bevor es zu spät ist. Das ist kein Witz, Leute. Die Neuen Normalos meinen es ernst. Wenn ihr nicht erkennen könnt, wohin ihre Bewegung steuert, dann versteht ihr den Totalitarismus nicht. Hat es erst mal angefangen und dieses Stadium erreicht, dann hört es nicht auf, nicht ohne einen Kampf. Er geht bis zu seinem logischen Ende weiter. Für gewöhnlich spielt sich das so ab: Die Menschen reden sich ein, es würde gar nicht passieren, das kann uns nicht passieren, nicht uns. Das reden sie sich ein, während das totalitäre Programm umgesetzt wird, Schritt für Schritt, ein scheinbar harmloser Schritt nach dem anderen. Sie willigen ein, weil der Preis am Anfang nicht so hoch ist, und ihre Konformität führt zu weiterer Konformität, und als nächstes erzählen sie ihren Enkelkindern, sie hätten keine Ahnung gehabt, wohin im Osten die Züge fuhren."
Achgut:
Helden des Generalverschissmus – Auszug: "Dieser Beitrag dient der Erbauung und dem Aufbau der seelischen Abwehrkräfte. Die Lesedauer beträgt etwa drei Minuten, die Wirkung hält aber unter Umständen ein Leben lang an. (…) Es vergeht im Moment ja kaum ein Tag, ohne den in diesem Lande jemand in scheinbaren Generalverschiss gerät. Kabarettisten, Künstler, Sportler, Wissenschaftler und dergleichen. Aber auch ein nicht geringer Teil der Werktätigen, mittlerweile übrigens auch westlich der Elbe. Ich aber sage euch: Liebe Leute, das ist eine Sinnestäuschung. Niemand gerät in Generalverschiss. Ganz im Gegenteil. Generalverschiss würde ja heißen, man hat unisono verschissen. Das ist aber nicht der Fall. Man hat nur bei den Einen verschissen. Bei den Anderen aber gibt’s Pluspunkte. Mitunter tauschen sich beide Fanmeilen auch einfach aus, eigentlich erstaunlich, wie reibungslos das funktioniert. (…) Die Rettungsschwimmer in Politik und Medien haben vor einiger Zeit beschlossen, die Welt binär einzuteilen, nämlich in Arschlöcher und Nicht-Arschlöcher. Das ist ihnen gelungen, ich gratuliere aufrichtig. Doch die Sache hat einen Haken: Es ist keineswegs ausgemacht, wer die Arschlöcher sind und wer die Nicht-Arschlöcher. Die Sortierung erfolgt nämlich aufgrund persönlicher Dispositionen und Präferenzen, die sich der gemeinen Tagesschau-Pädagogik entziehen und eher tief in den Genen lauern.“
Tichys Einblick:
"Regierung und Medien beschädigen ihre Glaubwürdigkeit“. Zweierlei Maß bei Demonstrationen, Diffamierung von Bürgern – beides passt nicht zu einem demokratischen Land. (Anmerkung Ulrich Teusch: Warum findet man die couragierten Stimmen der Vernunft in diesen Tagen häufig dort, wo man sie nicht unbedingt vermutet hätte? Autor Arnold Vaatz ist stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion!) – Auszug: "Von Monat zu Monat lernt man mehr von der DDR. Die dreiste Kleinrechnung der Teilnehmerzahlen der Demo vom 1. August durch die Berliner Polizei entspricht in etwa dem Geschwätz von der 'Zusammenrottung einiger weniger Rowdys‘, mit der die DDR-Medien anfangs die Demonstrationen im Herbst 1989 kleinrechneten. Der gefährlichere Versuch, die Straßen leerzukriegen, war damals die Unterstellung, die Demonstranten handelten im Auftrag von CIA und BND. Der heutige Versuch, die Straßen leerzubekommen, besteht in der Warnung: Pass auf, mit wem du demonstrierst. Das ist die Drohung, als Nazi diffamiert und damit gesellschaftlich ruiniert zu werden, sobald man bei einer Demonstration angetroffen wird, in der eine Person, die man weder gekannt noch überhaupt im Gewühl gesehen haben muss, ein 'bei Rechten beliebtes‘ Kleidungsstück trägt. Bei Nazis war es Sippenhaft, im Deutschland von heute ist es Kollektivhaft.“
Berliner Zeitung:
Hört zu, statt zu verbieten! – Zehntausende demonstrieren ohne Mundschutz in Berlin – aber niemanden interessiert, warum eigentlich. Das muss sich ändern. – Auszug: "Die Versammlungsfreiheit ist eines der wichtigsten Grundrechte, niedergelegt in unserem Grundgesetz, geschützt von der Ewigkeitsklausel. Erschreckend sind da die Tweets von Journalisten und Politikern, die mal eben so in 200 Zeichen die Demonstranten verdammen und ihr Recht auf Protest infrage stellen – ohne zu diskutieren, ernsthaft abzuwägen, vor allem aber: ohne ihnen ein einziges Mal zugehört zu haben. Dabei muss doch jetzt die zentrale Frage sein: Warum? Warum laufen so viele Menschen aus ganz Deutschland auf, warum so viele unterschiedliche Gruppen? (...) Hätte man weniger Etiketten verteilt und zugehört, hätte man vielleicht verstanden, dass viele dieser Menschen (...) gar keine 'Corona-Leugner' sind. Ich habe mit rund 15 Demonstranten intensiver gesprochen. Keiner von ihnen leugnete das Virus. Ihre Kritik zielte im Kern oft auf die Maßnahmen der Politik und die Arbeit der Medien. Unverhältnismäßig, panikmachend, bei Warnungen vor der 'zweiten Welle' auf vager Grundlage agierend, einseitig berichtend, unfair, die staatlichen Maßnahmen kaum hinterfragend."
GlobKult:
Zweite Welle – Auszug: "Niemand kann wissen, ob die Berliner Demonstranten die Mehrheitsgesellschaft abbilden. (…) Festgehalten zu werden verdient jedoch die Wahrnehmung, dass die überwältigende Mehrheit der Demonstranten nach Alter, Geschlecht, bekundeter Meinung und – aggressionsfreiem – Verhalten zum Spektrum der 'ganz normalen Leute‘ gerechnet werden durfte: einer Spezies also, von der man demnach ohne großes Risiko behaupten darf, sie sei müde der Diskrepanz zwischen politisch-medialer Panikmache und den allmählich in die Köpfe einsickernden Informationen über das Virus samt Test- und Auswertungspraxen, entsprechend missvergnügt über die offensichtliche Irrationalität der getroffenen Maßnahmen und die damit einhergehenden Einbußen an Lebensqualität und ökonomischer Prosperität. Es sind dies Leute, die von Angstschürern für dumm verkauft werden und nicht länger für dumm verkauft werden wollen. Wer das neue Buch des Mikrobiologen Bhakdi in den Händen dieser Leute gesehen hat, der ahnt, dass hier eine neue Volksbibel umläuft, deren Leser darauf bestehen werden, in einer naturwissenschaftlich informierten und faktenbasiert entscheidenden Republik zu leben und nicht in einem angstflatternden Hühnerstall, in dem Vokabeln wie 'Covidioten‘ und 'Coronaleugner‘ den Ton vorgeben und, allen Aufklärungsseiten im Netz zum Trotz, aufgewirbelter Schmutz an die Stelle von Argumenten getreten ist. (…) Es fällt nicht schwer, der Republik einen unruhigen Herbst vorauszusagen.“
31. August 2020