Achgut:
Corona-Bann: Lasst uns Fremde umarmen! – Auszug: "Wer gezwungenermaßen eine Maske trägt, erfährt sich nicht nur ständig als potenziell Infizierter, sondern verinnerlicht unweigerlich auch den nun fast über allem stehenden Imperativ des Gesundheitsschutzes, der vor Corona noch hauptsächlich Sache des Staates, jedenfalls nicht omnipräsent und sichtbar im alltäglichen Leben eingebettet war. Mit der Zuweisung gesundheitspolitischer Aufgaben an den Einzelnen wird der Staat nicht nur körperlich übergriffig – es ist entwürdigend, Menschen dazu zu zwingen, verbrauchte Luft nicht ungefiltert aus- und frische ungefiltert einatmen zu können. Er nimmt ihnen auch die Möglichkeit, in der Öffentlichkeit dezidiert privat zu sein, indem er sie noch auf dem Heimweg nach der Lohnarbeit oder beim Einkauf am Wochenende in den kollektiven Gesundheitsschutz einspannt. Sollte es künftig irgendwo Probleme mit überlasteten Krankenhäusern geben, wird die agitierte Zivilgesellschaft die Schuld nicht etwa in der Unterfinanzierung des Gesundheitssystems suchen, sondern bei ansteckenden 'Asozialen', die sich nicht an die Regeln gehalten hätten.“
Achgut:
Bericht zur Coronalage 23.06.2020: Rinderwahn – Auszug: "Unsere Regierung hat zu keiner Zeit ein professionelles Risikomanagement betrieben. Der größte Fehler war, sich lediglich auf das Robert-Koch-Institut (RKI) und Professor Christian Drosten zu verlassen, beide vorbelastet durch groteske Fehleinschätzungen während der letzten als Bedrohung deklarierten Pandemie, der Schweinegrippe im Winter 2010. Zu keinem Zeitpunkt wurden führende Wissenschaftler interdisziplinär zusammengeführt, um daraus ein vernünftiges und verhältnisbewahrendes Vorgehen zu entwickeln. Es war ein inkompetenter Blindflug. Jedes kleine Unternehmen muss regelmäßige, höchst nervende ISO-Zertifizierungen über sich ergehen lassen, doch unsere Regierung entscheidet mal eben so aus der Hüfte aufgrund von Hörensagen. Jeder Wissenschaftler, den ich kenne, regt sich darüber auf – im Privaten. (…) Schenkt den Menschen endlich reinen Wein ein. Die Infektion ist vorüber, die Angst davor maßlos übertrieben. Wir müssen wieder unser normales Leben führen können. Nur so entwickeln wir Hoffnung, den angerichteten gigantischen Scherbenhaufen wieder aufräumen zu können.“
Welt:
Putins Abrechnung mit dem Westen – Russlands Präsident hat einen Geschichtsaufsatz verfasst. Nie wurde sein Weltbild klarer: Er will zurück in die Zeit vor dem Kalten Krieg, als die großen Mächte vereint gegen Hitler-Deutschland kämpften. Aber heute sind nicht mehr die Nazis der Feind – sondern der liberale Westen. (Anmerkung Ulrich Teusch: "Welt“-Autor Pavel Lokshin ist dem russischen Präsidenten intellektuell leider nicht gewachsen. Es empfiehlt sich daher dringend, zunächst Putins Text zu lesen – siehe die Links weiter unten –, bevor man sich Lokshin oder den Ergüssen anderer mediokrer Mainstream-Analysten zuwendet. Besonders skurril: Lokshin bezeichnet die US-Zeitschrift "The National Interest“, in der Putins Aufsatz erschien, als "kremlnah“ und "konservativ“ – in dieser Reihenfolge. Man fasst sich an den Kopf! "The National Interest“ wird von einem Think Tank getragen, dessen Gründung maßgeblich auf den Ex-Präsidenten Richard Nixon zurückgeht. In den Gremien des "Center for the National Interest“ wie auch der Zeitschrift findet man viele renommierte Wissenschaftler, Diplomaten und Politiker, die sich der "realistischen Denkschule“ in der internationalen Politik verbunden fühlen. Bis heute nimmt der einstige Nationale Sicherheitsberater und Außenminister Henry Kissinger als "Honorary Chairman“ eine Schlüsselstellung ein. Und das soll "kremlnah“ sein? Geht es noch dämlicher? Wie lange wird es dauern, bis die Verschwörungstheoretiker der Leit- und Qualitätsmedien behaupten, Kissinger sei ein "Verschwörungstheoretiker“?)
Rubikon:
Die Corona-Bilanz – Wenn die "aktuelle besondere Situation“ vorbei sein wird, werden Seuchenhistoriker, Epidemiologen, Virologen, Pathologen, Statistiker, Ökonomen und Juristen anhand der Daten aus der Vergangenheit die Ereignisse in der Rückschau wieder aufrollen. Es wird darum gehen, festzustellen, was seit Januar 2020 in Deutschland passiert ist. Auf welcher Grundlage wurden welche Entscheidungen getroffen? Wie verlässlich waren die Daten? Wie zuverlässig waren die Tests? Welche Prognosen haben sich bewahrheitet, welche nicht? Waren die Einschränkungen der Grundrechte und die Zerstörung weiter Teile der Wirtschaft, der Kultur, des Sozialen und der körperlichen wie seelischen Gesundheit der Bevölkerung angemessene Reaktionen auf die Ausbreitung von SARS-CoV-2? Der Autor hat seine Zweifel
Wolfgang Wodarg:
Gentechnik am Menschen unter falscher Flagge – Auszug: "Impfstoffentwicklung geschah anfangs in staatlicher Obhut und allein aus öffentlichen Mitteln. Es kam allerdings zu einem völligen Paradigmenwechsel, als das Impfen von einer Last im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge zu einer Geschäftsidee von Wirtschaftsunternehmen der Pharmabranche dereguliert wurde. Seit etwa zwei Generationen kann der Staat nur noch aufpassen, dass die Industrie uns nichts Schädliches mehr andreht. (…) Im RKI, im PEI, im BfArM oder bei der EMA arbeiten hochqualifizierte Wissenschaftler, die das alles mit ansehen und schweigen müssen, weil sie sonst existenziell bedroht werden, wie man am Whistleblower aus dem Innenministerium ja gut beobachten kann. (…) Wir erleben eine Zeit der institutionellen Korruption, einer anonymisierten Korruption, die Angst macht, die gefährlicher ist als jedes Virus und die schon in den letzten Monaten vielen Menschen die Existenzgrundlage genommen und viele Menschen auch das Leben gekostet hat."
NZZ:
Die Moskauer zieht es nach draußen – an Vorgaben hält sich kaum jemand. Plötzlich sind alle Regeln vergessen – Auszug: "(…) die seit dem 1. Juni für jeden Gang ins Freie geltende Maskenpflicht wird weitgehend ignoriert. Selbst Polizisten scheint das egal zu sein: Auf dem Arbat, einer Fußgängerzone in der Innenstadt, nehmen sie an all den Passanten, die sich nicht daran halten, keinen Anstoß. Selbst in der U-Bahn, wo, wie in Geschäften, nebst Masken- auch Handschuhpflicht gälte, gibt es keinerlei Kontrollen am Eingang. So sind jene, die sich an die Vorgaben halten, in der Minderheit.“ (Anmerkung Ulrich Teusch: Merkwürdig! Erzählen uns westliche Korrespondenten denn nicht seit Jahren, Putins Untertanen läge nicht viel an der individuellen Freiheit, sie bevorzugten stattdessen die von ihrem Herrn und Meister garantierte Sicherheit und Stabilität? Und nun das! Da fehlen einem doch glatt die Worte. Auch die NZZ zeigt sich deutlich irritiert ob der Moskauer Libertinage. Bei uns gibt’s so etwas nicht – Gottseidank!)
Tichys Einblick:
Correctiv – Deutschlands seltsamster Konzern. Correctiv gibt sich gern als Faktenchecker aus, gemeinnützig, edel, und gut. Doch unter dem Deckmantel verbirgt sich Deutschlands seltsamster Konzern, der es mit Transparenzvorschriften nicht so genau nimmt, ermittelt Stefan Homburg die Fakten. – Auszug: "(...) ist es unbegreiflich, dass ein sozialschädliches Konstrukt wie der Correctiv-Konzern, der die Meinungsfreiheit massiv beschränkt, unter falscher Flagge segelt, die Öffentlichkeit fortlaufend zum Narren hält und jahrelang gegen gesetzliche Vorschriften verstößt, von der Finanzverwaltung als 'gemeinnützig' eingestuft und privilegiert wird. Das wegweisende Attac-Urteil des Bundesfinanzhofs muss auch auf Correctiv angewendet werden: Wer politisch unterwegs ist, kann unabhängig von formalen Satzungszielen nicht zugleich gemeinnützig sein."
Achgut:
Impfungen und Illusionen – Auszug: "Wie immer bei der Entwicklung neuer Arzneimittel muss man dem Druck der Hersteller, und den Heilserwartungen der Öffentlichkeit, die oft einen naiven Machbarkeitsglauben hat, widerstehen, und sine ira et studio vorgehen. Dann bekommen wir bestenfalls in 5 bis 7 Jahren einen klassischen Impfstoff und frühestens in 7 Jahren einen aus Nukleinsäuren. Denn niemand kann bei der Impfstoffentwicklung Erfolg garantieren, es ist ein Trial-and-Error-Verfahren, das, wie man bei HIV sieht, auch erfolglos ausgehen kann – in dem Fall seit 40 Jahren. Und es ist aufgrund der biologischen Eigenschaft von Coroanviren, schnell zu mutieren, ausgeschlossen, dass der Impfstoff eine Wirksamkeit von mehr als 30 bis 70 Prozent haben wird, bei den Risikopatienten müssen wir sogar eine schlechtere Wirksamkeit erwarten. Deswegen und wegen der Dauer ist eine Verknüpfung des Lockdowns mit der Impfstoffzulassung blanker Unsinn.“
Norbert Häring:
Was die Neuwagenprämie über das Wesen des Finanzkapitalismus verrät – Auszug: "Wenn ich richtig zusammengezählt habe, haben die drei großen deutschen Autohersteller VW, BMW und Daimler 2020 insgesamt knapp sechs Milliarden Euro Dividende ausgeschüttet, im Wissen dass dieses Jahr ein furchtbares Jahr für sie werden wird. Das Wirtschaftsministerium will nun, übereinstimmenden Medienberichten zufolge, fünf Milliarden Euro Steuergeld einsetzen, um den Absatz ihrer Autos zu fördern. Das ist so vielsagend über das Wesen des Kapitalismus wie es nur geht. (...) Es ginge aber auch anders (...) Wären die Unternehmen zum Beispiel als Stiftungen oder Genossenschaften organisiert, die gar keine oder sehr begrenzt Gewinne ausschütten dürfen und müssen, dann würden erwirtschaftete Gewinne nicht als Dividenden abfließen, sondern könnten zur Finanzierung von Investitionen, niedrigeren Preisen und höheren Löhnen eingesetzt werden."
30. Juni 2020