Mail on Sunday:
We will never get out of this now. It will go on for ever. We will not be free people again. (Peter Hitchens) – Auszug: “I think I now understand why this period has come to be known by the repulsive word ‘lockdown’, an American term which describes the punishment of rioting convicts in a penitentiary, by confining them in their cells for long periods. I hate this word, because it does not seem to me to be fitting to describe free people in a free country. But we are no longer such people, or such a country. We have become muzzled, mouthless, voiceless, humiliated, regimented prisoners, shuffling about at the command of others, stopping when told to stop, moving when told to move, shouted at by jacks-in-office against whom we have no appeal. We are learning, during this induction period, to do what we are told and to become obedient, servile citizens of a new authoritarian State. We are unlearning the old rules of freedom.“
Rubikon:
Der Gesundheitsterror (Giorgio Agamben) – Auszug: "Es ist offensichtlich, dass es über diesen an ein bestimmtes Virus, das demnächst einem anderen weichen mag, geknüpften Notstand hinaus um das Design eines Regierungsparadigmas geht, dessen Effizienz die aller Regierungsformen, die die politische Geschichte des Westens bisher gesehen hat, bei Weitem übersteigt. (…) Es ist legitim, sich die Frage zu stellen, ob eine solche Gesellschaft noch als menschliche bezeichnet werden kann oder ob der Verlust sinnlicher Begegnungen, des Gesichts, der Freundschaft, der Liebe wirklich durch eine abstrakte und wohl auch völlig fiktive Gesundheitssicherheit kompensiert werden kann."
Querdenken 711:
Rede von Wolfgang Wodarg auf der Demonstration in Stuttgart am Samstag (16.5.) – Auszug: „Es hat sich nur eines verändert: Das ist die Angst (…), das sind die Leute, die verzweifelt sind, die alten Menschen, die allein sind, denen keiner hilft, weil es verboten ist, da hin zu gehen. Und diese Menschen leiden. Und diese Menschen sterben. Und auch gesunde Menschen werden geschädigt durch den Lockdown. (…) Es geschieht so viel Schaden durch diesen Lockdown. Er muss sofort beendet werden. Jeder, der diesen Lockdown aufrecht erhält, macht sich schuldig. (…) Es gibt ganz viele Wissenschaftler, die mir schreiben, aus allen Instituten, die sagen: Bitte benutzen Sie das, aber sagen sie nicht, von wem Sie es haben. Die haben ein schlechtes Gewissen, dass sie bei so einem Mist mitmachen müssen. Die Spitze des Robert Koch-Instituts tut nicht das, was ihr anvertraut ist, nämlich die Menschen zu schützen. (…) Da sind institutionelle Korruptionen, die darf es nicht geben. Wir sollen uns auf unsere Ämter, die wir bezahlen, verlassen können. Dafür müssen wir uns einsetzen. (…) Ich bin an Ihrer Seite. Es gibt sehr viel aufzuarbeiten, wenn dieser Wahnsinn zuende ist – und das ist er hoffentlich bald.“
t-online:
"Es gibt Protestgruppen, die glauben, die Erde sei eine Scheibe" – Interview mit Annegret Kramp-Karrenbauer über "Corona“ – Auszug: "Es gibt und gab viel gelebte Solidarität. Durch die Corona-Krise ist es in Deutschland an vielen Stellen menschlicher geworden. (…) Viele Menschen haben durch die Pandemie erst gespürt, wie viel ihnen Familie, Freunde, Nachbarn eigentlich wert sind. Ja, viele nutzen 'nur' den Videochat, doch die Menschen sprachen häufiger miteinander. Es ist ein neues soziales Miteinander entstanden, ein Blick und Gefühl auch für andere. Vielleicht können wir das auch künftig fördern, in einem Deutschlandjahr nach der Schule egal ob freiwillig oder verpflichtend.“ (Anmerkung Ulrich Teusch: Aber ja doch, das social distancing hat ein neues soziales Miteinander bewirkt. Orwell hätte an diesem Interview seine Freude gehabt.)
NZZ:
Wir Schönwetterdemokraten – Notrecht bedroht die Demokratie. Eingriffe in Grundrechte müssen offen diskutiert werden, auch wenn es unbequem ist. – Auszug: "Eine Regierung sei nur legitim, wenn sie die Zustimmung der Regierten besitze, deren Leben, Freiheit und Eigentum sie schütze, schrieb der englische Aufklärer John Locke. Er warnte aber auch vor (…) Schmeichlern und Speichelleckern, die dazu beitragen, dass aus einem wohlmeinenden Regenten ein Tyrann wird. Nur ein skeptischer Bürger war in seinen Augen auch ein guter Bürger. Das gilt heute noch. (…) Wir haben nicht nur Grund, sondern auch die Pflicht, kritisch zu sein. (…) in vielen Ländern, etwa in Osteuropa, hat die Corona-Krise autoritäre Tendenzen gefördert. Die Rezession, die nach der Pandemie droht, wird diese Entwicklung weiter beschleunigen. Das zeigt die Erfahrung. (…) Machen wir uns nichts vor: Notrecht bedroht die Demokratie. Es beschneidet unsere Freiheit im Namen von Sicherheit und Gesundheit. (…) wir müssen aufpassen, dass sich die Gewichte nicht zu stark in Richtung Sicherheit verschieben. Sonst nimmt uns der Staat eines Tages auch die Verantwortung ab, die wir ihm gar nie übertragen haben. Und das nicht nur vorübergehend, sondern für immer.“ (Anmerkung Ulrich Teusch: Beiträge dieser Art liest man jetzt immer öfter, nicht nur in der NZZ. Ein gutes Zeichen. Der Wind dreht sich. Können wir uns am Ende also doch auf die Selbstheilungskräfte des Menschen verlassen?)
Tagespost:
Appell gegen Panikmache in der Corona-Krise – Auszug: "Die Kardinäle Gerhard Müller, Joseph Zen Ze-kiun und Janis Pujats unterstützen einen Wahrheits-Aufruf von Ex-Nuntius Carlo Maria Viganò. (...) Der bereits am Donnerstagabend auf mehreren Internet-Seiten veröffentlichte Appell ‘Ein Aufruf für die Kirche und für die Welt an Katholiken und alle Menschen guten Willens‘ trägt das Datum vom 8. Mai und steht unter dem Motto ‘Veritas liberabit vos‘ (Die Wahrheit wird euch freimachen, Joh 8,32). Er warnt davor, dass gewisse ‘Kräfte‘ die Corona-Pandemie nutzen, um ‘in der Bevölkerung Panik zu erzeugen‘. Viganò spricht von Tatsachen, die belegen, ‘dass unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie in vielen Fällen unveräußerliche Rechte der Bürger verletzt und ihre Grundfreiheiten unverhältnismäßig und ungerechtfertigt eingeschränkt wurden, einschließlich des Rechts auf Religionsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Freizügigkeit‘." (Anmerkung Paul Schreyer: Carlo Maria Viganò, der Autor dieses Aufrufs (siehe unten) war von 2011 bis 2016 Botschafter des Vatikan in Washington.)
Veritas liberabit vos:
Ein Aufruf für die Kirche und die Welt an Katholiken und alle Menschen guten Willens – Auszug: "Wir haben Grund zu der Annahme (...), dass es Kräfte gibt, die daran interessiert sind, in der Bevölkerung Panik zu erzeugen. Auf diese Weise wollen sie dauerhaft Formen inakzeptabler Freiheitsbegrenzung und der damit verbundenen Kontrolle über Personen und der Verfolgung all ihrer Bewegungen durchsetzen. Diese illiberalen Steuerungsversuche sind der beunruhigende Auftakt zur Schaffung einer Weltregierung, die sich jeder Kontrolle entzieht. (...) Lassen wir uns nicht von denen einschüchtern oder gar erschrecken, die uns glauben machen wollen, wir seien nur eine Minderheit: Das Gute ist viel weiter verbreitet und mächtiger als das, was die Welt uns weis machen will. Wir kämpfen gegen einen unsichtbaren Feind, der die Bürger untereinander (…) trennt. Wir lassen nicht zu, dass Jahrhunderte christlicher Zivilisation unter dem Vorwand eines Virus ausgelöscht werden, um eine hasserfüllte technokratische Tyrannei zu begründen, in der Menschen, deren Namen und Gesichter man nicht kennt, über das Schicksal der Welt entscheiden können, um uns in einer nur virtuellen Wirklichkeit einzuschließen."
Der Freitag:
"Es gibt Hoffnung" – Griechenlands früherer Finanzminister Yanis Varoufakis und der irische Ökonom David McWilliams sprechen über Corona, Kapitalismus und einen globalen New Deal – Auszug (Varoufakis): "Wir müssen jetzt zusammenhalten und uns geschlossen hinter ein neues Bretton Woods stellen, um die Investitionen durchzusetzen, die die Menschheit und der Planet so dringend brauchen. Gelingt das nicht, fürchte ich, dass die grausame Logik des Systems sich nur noch verstärkt. Auf der Welle der Liquidität schwimmend, die durch Politik wie quantitative Lockerung entsteht, wird der Finanzsektor seinen Einfluss auf die Weltwirtschaft noch verstärken. Banker sind sehr gut darin, durch Schwankungen noch reicher zu werden. Daher ist es jetzt Zeit – für uns hier in Europa und auf der ganzen Welt –, eine gemeinsame Vision von einem globalen neuen Deal zu fordern. Denn ohne ihn werden die Mauern zwischen uns nur höher und dicker werden, durchlässig nur für das Geld, das durch sie hindurch fließt."
IPG Journal:
Der Weg zur Post-Apokalypse – Schon einmal entwickelte sich aus einer massiven Wirtschaftskrise eine gerechtere Gesellschaft. Wird auch das Virus zum Aufbruch führen? – Auszug: „Die Lieblingszeitung der Finanzelite, die Financial Times, veröffentlichte vor einigen Wochen einen historischen Text. 'Das Virus legt die Zerbrechlichkeit des Gesellschaftsvertrags offen', lautete der Titel des Artikels, der von der Chefredaktion der Zeitung verfasst wurde. Sie argumentierte, dass die vorherrschende politische Richtung der letzten Jahre umgekehrt werden müsse und dass Vorschläge wie ein universelles Grundeinkommen und höhere Vermögenssteuern erwogen werden müssten – Ideen, die bisher nur in viel radikaleren Kreisen diskutiert wurden. (…) Die Angst der Privilegierten, dass sie alles verlieren könnten, schwang zwischen den Zeilen mit. Ein ganzes System bebt. Gerade jetzt, so stand es in derselben Zeitung, steuern mehr Amerikaner auf die Arbeitslosigkeit zu als in den 1930er Jahren.“
30. Mai 2020