Landschaftsbrände: Weltweite Messdaten zeigen Rekordtiefstand für 2026
26. August 2026Eine Auswertung aktueller Satellitendaten zeigt für dieses Jahr einen Rekordtiefstand weltweiter Brände. Der dänische Politikwissenschaftler Bjørn Lomborg analysierte auf dem Kurznachrichtendienst „X“ öffentlich zugängliche Daten der Plattform Global Wildfire Information System (GWIS), einem Informationssystem zu Wald- und Vegetationsbränden der Europäischen Union. Lomborg verglich die Zahlen zur wöchentlich verbrannten Fläche in unterschiedlichen Weltregionen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres (bis 5. August) mit den Durchschnittswerten der Jahre 2012 bis 2025. Demnach liege die weltweit verbrannte Fläche dieses Jahr 42 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen 14 Jahre. Ein Rückgang sei zudem für alle Kontinente zu beobachten, auch für Europa, hier betrage der Rückgang 35 Prozent. Die GWIS-Daten umfassen nicht ausschließlich Waldbrände, sondern auch Savannen-, Grasland- und Agrarfeuer sowie absichtlich zur Landschaftspflege gelegte Brände.
Lomborg analysierte auch Daten des Copernicus Atmopshere Monitoring Service („Atmosphärenüberwachungsdienst“) des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW). Im Jahr 2025 sei demnach der niedrigste Wert an Brandemissionen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2003 zu verzeichnen gewesen. Dieser Abwärtstrend habe sich in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 fortgesetzt. Insgesamt sei der Gesamtumfang der weltweit verbrannten Fläche in den letzten 125 Jahren zurückgegangen. Dies hänge mit dem Bevölkerungswachstum und der Zunahme landwirtschaftlich genutzter Fläche zusammen. Menschen und Landwirte seien bestrebt, Feuer zu vermeiden oder einzudämmen.
Lomborg hält fest, seine Analysen widersprächen dem „Klimanarrativ“ der „Alarmisten“. Die Welt brenne insgesamt weniger, nicht mehr. „Katastrophen“ wie in Frankreich, Spanien oder Kanada nennt er „tragisch“, jedoch sei „Rosinenpickerei“ keine Wissenschaft. Das Klima müsse global betrachtet werden, es brauche eine bessere Politik im Umgang mit dem Feuer, zum Beispiel kontrollierte Brände.
Die „Berliner Zeitung“ berichtete über Lomborgs Thesen und verwies auf weitere Daten, die seine Analysen stützten. Eine im Jahr 2017 im Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlichte Studie konstatiere zudem den weltweiten Rückgang von verbrannter Fläche in den Jahren 1998 bis 2015 um rund 25 Prozent. Als wichtigste Ursachen nenne die Studie intensivere Landwirtschaft, Straßen, Siedlungen und die Fragmentierung vormals zusammenhängender Landschaften. Insbesondere in afrikanischen Savannen würden sich Feuer dadurch weniger ausbreiten.
Die „Berliner Zeitung“ verweist auch auf die auf der Plattform „Our World in Data“ aufbereiteten Satellitendaten. Diese zeigten, dass die weltweit verbrannte Fläche seit den frühen 2000er Jahren um ungefähr ein Viertel zurückgegangen sei. Die globale Brandfläche habe somit trotz steigender Temperaturen abgenommen – „entgegen dem Eindruck, den Bilder großer Feuer vermitteln können“. Die Zeitung macht zugleich darauf aufmerksam, dass bei Waldbränden – im Gegensatz zu Bränden auf Agrarflächen, Grasland und in Savannen – das „Bild weniger eindeutig“ sei. Global bleibe die betroffene Waldfläche eher stabil, regional zeigten sich hingegen „sehr unterschiedliche Entwicklungen“.
Die Zeitung betont zudem, das Klima stelle an sich keine Brandursache dar. Hitze, Trockenheit und Wind könnten lediglich die Ausbreitung und Kontrollierbarkeit von Bränden beeinflussen. Ursächlich für Brände seien jedoch konkrete Zündquellen wie Blitze, Fahrlässigkeit, technische Defekte oder Brandstiftungen. Medienberichten zufolge handelte es sich etwa bei den Waldbränden in Süditalien um Brandstiftung. Behördenangaben zufolge sollen die Täter die Schwänze von Katzen mit von Brandbeschleuniger durchtränkte Stofffetzen umwickelt und angezündet haben. Möglicherweise stecke die Mafia hinter den Bränden. Die Tageszeitung „Bild“ zitiert eine Studie, laut der die Mafia Waldbrände nutze, um Gebiete zu kontrollieren, Grundstücke günstig aufzukaufen und am Wiederaufbau zu verdienen.
Der deutschen Waldbrandstatistik des Landwirtschaftsministeriums ist zu entnehmen, dass die jährliche Waldbrandfläche hierzulande stark schwankt. Im Jahr 2025 brannte eine Waldfläche von rund 2.600 Hektar, im Jahr 2024 waren es rund 300 Hektar. Der Mittelwert der Jahre 1991 bis 2024 liegt bei rund 800 Hektar. Bei rund 46 Prozent der Waldbrände im Jahr 2025 ist die Ursache ungeklärt. Rund 27 Prozent gehen auf Fahrlässigkeit zurück, knapp 20 Prozent vermutlich auf Brandstiftung. Fahrlässigkeit und Brandstiftung haben insgesamt jedoch einen geringen Anteil an der verbrannten Fläche. Rund ein Prozent der Fläche brannte 2025 wegen Brandstiftung, 4,5 Prozent wegen fahrlässigem Verhalten. Nur 0,2 Prozent der Fläche brannte aufgrund natürlicher Ursachen. Den größten Anteil (rund 85 Prozent) machten „sonstige handlungsbedingte Einwirkungen“ aus. Dazu zählt das Ministerium „zum Beispiel eine Entzündung durch Munition auf einem Truppenübungsplatz”.
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