Geheimdienstdirektorin: US-Regierung finanziert mehr als 120 Biolabore in über 30 Ländern

Bericht: Biden-Regierung hielt Belege „bewusst“ zurück und diffamierte Kritiker / Mehr als 40 Labore mit potentiellen Biologischen Kampfstoffen in der Ukraine / Geheimdienstdirektorin Gabbard: Früherer Gesundheitsbehördenleiter Fauci hat Öffentlichkeit „belogen“

16. Juni 2026
Washington.
(multipolar)

Die Direktorin der US-Nachrichtendienste, Tulsi Gabbard, veröffentlichte am Freitag (12. Juni) in einer Pressemitteilung Beweise für die langjährige Finanzierung von mehr als 120 Biolaboren in über 30 Ländern durch die US-Regierung. Viele dieser Labore betrieben „Forschung mit gefährlichen und hochansteckenden Krankheitserregern“, in einigen Fällen einschließlich „gefährlicher Gain-of-Function-Forschung“ – und das bei „sehr geringer Transparenz oder Aufsicht“. Bislang seien der Öffentlichkeit Beweise für die Existenz und Finanzierung dieser Labore „bewusst“ vorenthalten worden. „Mächtige Personen“ hätten Informationen über die Existenz, Geschichte, Standorte und Finanzierung dieser von den USA unterstützten Biolabore „absichtlich verschleiert“. Sie hätten fälschlicherweise behauptet, diese Labore existierten nicht, und jeden, der etwas anderes sagte, als „ausländische Agenten und Verräter Amerikas“ beschuldigt, heißt es in der Pressemitteilung.

Aus den beigefügten Belegen geht hervor, dass sich über 40 dieser von den USA finanzierten und unterstützten Biolabore in der Ukraine befinden. Laut den freigegebenen Informationen der US-Nachrichtendienste verfügen die Labore in der Ukraine unter anderem über eine – zum Teil aus der Sowjet-Ära stammende – Sammlung der Erreger von Milzbrand, Pest, Tularämie, Lassafieber, Ebola, Marburgfieber, Brucellose, Fleckfieber und Tuberkulose – allesamt potentielle biologische Kampfstoffe größtenteils höchster Priorität. Des Weiteren befänden sich in den ukrainischen Laboren die Erreger von MERS, SARS, Schweinepest und der Newcastle-Krankheit.

In den freigegebenen Unterlagen sind zudem detaillierte Informationen zur Finanzierung der ukrainischen Biolabore durch die US-Regierung sowie deren Vernetzung zur US-amerikanischen Biowaffenabwehrindustrie aufgeführt. So sollen vier Laboratorien im Gesamtwert von über neun Millionen US-Dollar von den USA in der Ukraine „gebaut“ und ausgerüstet worden sein. Zentraler Auftragnehmer sei die US-Baufirma „Black & Veatch“ gewesen. Neben diversen Forschungseinrichtungen, Behörden und Unternehmen in den USA und der Ukraine werden im Netzwerk zwischen den Laboren und der US-Verteidigungsindustrie auch die WHO, das Schweizer Beratungsunternehmen für Tiergesundheit SAFOSO AG, die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) mit Hauptsitz in Paris und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig genannt.

Gabbard, die Ende Mai ihren Rücktritt als US-Geheimdienstchefin zum 30. Juni angekündigt hat, bezichtigt in der Pressemitteilung explizit den ehemaligen Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), Anthony Fauci, sowie „Personen innerhalb des nationalen Sicherheitsteams“ der US-Regierung unter Präsident Joe Biden, die US-Bevölkerung über die Existenz der durch die USA finanzierten und unterstützten Biolabore „belogen“ und diejenigen „bedroht“ zu haben, die versuchten, die Wahrheit aufzudecken. Fauci, der während der Corona-Krise medizinischer Chefberater Präsident Bidens war, wird vorgeworfen, die Gain-of-Function-Forschung an SARS-Viren in einem Labor im chinesischen Wuhan – dem wahrscheinlichen Ursprung von COVID-19 – indirekt finanziert zu haben. Vor einer Strafverfolgung in den USA schützt ihn eine vorsorgliche Begnadigung Bidens.

Die ukrainische Botschaft in den USA veröffentlichte einen Tag nach Gabbards Pressemitteilung eine Stellungnahme, in der das ukrainische Außenministerium betont, das Land erfülle lediglich konsequent seine „internationalen Verpflichtungen aus dem Übereinkommen über biologische Waffen und Toxinwaffen“ (Biowaffenkonvention). Die langjährige Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und den Vereinigten Staaten im Bereich der biologischen Sicherheit ziele ausschließlich darauf ab, „die Kapazitäten des öffentlichen Gesundheitswesens, der epidemiologischen Überwachung, der Labordiagnostik sowie der biologischen Sicherheit und der Biosicherheit zu stärken“. Diese „zivilen Aktivitäten“ ständen in keinerlei Zusammenhang mit militärischen Zielen, erklärte das ukrainische Außenministerium.

In einem Beitrag von 2013 klärt die Bundeszentrale für politische Bildung darüber auf, dass die Biowaffenkonvention zwar die Entwicklung, Herstellung und Lagerung von biologischen Substanzen und Toxinen zu militärischen Zwecken verbietet. Die Arbeit mit biologischen Mikroorganismen und Toxinen, die als Kampfmittel verwendet werden könnten, sei jedoch erlaubt, solange sie „durch Vorbeugungs-, Schutz- oder sonstige friedliche Zwecke gerechtfertigt sind“. Auf diese Weise könnte Abwehrmittelforschung jedoch auch „zur Entwicklung von neuen Biowaffen missbraucht werden“, erklärte die Behörde, die dem Bundesinnenministerium untersteht.