Jens Spahn bei einer Pressekonferenz am 22. Januar 2021 | Bild: Screenshot ZDF

Zweifel an Wirksamkeit des Impfstoffs: Ministerium weicht aus, Medien schweigen

Multipolar berichtete am Dienstag über ein Papier des Robert Koch-Institutes (RKI), wonach die Qualität des Nachweises für eine Wirksamkeit der Impfstoffe von Biontech und Moderna, eine schwere Covid-19-Erkrankung zu verhindern, „sehr gering“ sei. Bei einer telefonischen Nachfrage dazu legte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums mitten im Gespräch auf. Ein anderer Sprecher antwortete kurz darauf schriftlich, allerdings ausweichend.

PAUL SCHREYER, 22. Januar 2021, 6 Kommentare

Hinweis: Dieser Beitrag ist auch als Podcast verfügbar.

Wie von Multipolar bereits berichtet, ist laut dem am 8. Januar vom RKI veröffentlichten 74-seitigen Papier die Wirksamkeit des Impfstoffs in der Altersgruppe ab 75 Jahre „nicht mehr statistisch signifikant“ schätzbar und „mit hoher Unsicherheit behaftet“. Die Qualität der Daten ist demnach, bezogen auf einen Nachweis der Verhinderung einer schweren Erkrankung, „sehr gering“ – und das über alle Altersgruppen hinweg. (PDF, S. 33)

Der Journalist Boris Reitschuster griff die von Multipolar zusammengetragenen Erkenntnisse am Mittwoch auf und befragte dazu auf der Bundespressekonferenz auch den Sprecher des Gesundheitsministeriums Sebastian Gülde. Dieser erklärte dabei lediglich (hier als Video), eine Impfeffektivität sei im RKI-Papier „ausgewiesen“. Das ist formal unstrittig, erklärt aber in keiner Weise die Aussagen aus dem Papier zur mangelnden Beweisqualität der Daten – sowie die Position der Regierung dazu.

Multipolar sandte am Mittwoch eine schriftliche Anfrage dazu an das Ministerium:

  • Inwieweit hält es die Bundesregierung für vertretbar, einen Impfstoff an eine Bevölkerungsgruppe auszureichen, dessen Wirksamkeit für diese Gruppe in der Studie zwar rechnerisch ausgewiesen, laut RKI aber „nicht mehr statistisch signifikant“ schätzbar, „mit hoher Unsicherheit behaftet“ und von „geringer Evidenzqualität“ ist?

  • Warum werden diese (gravierenden) Einschätzungen des RKI nicht im Rahmen einer Pressekonferenz sowie in Medienauftritten des Ministers öffentlich gemacht?

  • Laut dem RKI-Papier liegt die Effektivität des Biontech-Impfstoffs, eine schwere Covid-19-Erkrankung zu verhindern, über alle Altersgruppen gerechnet, lediglich bei 75 %, wobei die Schwankungsbreite des Messfehlers („Konfidenzintervall“) aufgrund einer ungewöhnlich niedrigen Zahl der Infizierten in beiden Studienhälften (Impfstoff- / Placebo-Gruppe) von eins (!) und vier (!) mit -152,6 bis +99,5 % ausgewiesen wird – die Zahl also in keiner Weise belastbar ist. Warum werden auch diese Zahlen nicht in gebotenem Maße öffentlich kommuniziert und inwieweit rechtfertigen sie aus Sicht der Regierung eine flächendeckende Ausreichung dieses Impfstoffes an die Bevölkerung?

Nach mehrfachen telefonischen Versuchen erreichte Multipolar am Freitagnachmittag eine Sprecherin des Ministeriums. Diese erklärte, man habe die schriftliche Anfrage erhalten, eine Antwort könne sich aber verzögern. Ein konkreter Termin wurde nicht in Aussicht gestellt. Auf weitere inhaltliche Nachfragen hin legte die Sprecherin mitten im Telefonat auf. Die Pressestelle war unmittelbar darauf zunächst telefonisch nicht mehr erreichbar.

Im Laufe des Nachmittags meldete sich dann Ministeriumssprecher Sebastian Gülde schriftlich und teilte mit: „Aus der Tatsache, dass nicht alle Altersgruppen in gleich hoher Zahl in die klinischen Prüfungen eingeschlossen worden sind, kann nicht abgeleitet werden, dass der Impfstoff nicht wirken würde“ – was so allerdings auch nicht behauptet worden war. Die konkreten Fragen beantwortete der Sprecher von Jens Spahn nicht, sondern schrieb abschließend lediglich, die „konkrete Formulierung der Zulassung seitens der EMA sowie der STIKO-Empfehlung zu weiteren Impfstoffen“ bleibe „abzuwarten“.

Auf seiner Webseite teilt das Ministerium aktuell mit:

„Mit der Informationskampagne 'Deutschland krempelt die #Ärmelhoch' wird ab sofort noch umfassender über die Corona-Schutzimpfung informiert. Dazu gehören Videoclips, Plakate, Anzeigen und Radiospots. In der ersten Phase der Impfungen geht es zunächst um diejenigen Menschen, die am dringendsten geschützt werden müssen.“

In einem dieser Werbespots der Regierung heißt es:

„Jetzt haben wir auch einen wirksamen Impfstoff.“

Auf die „sehr geringe“ Qualität des Nachweises für eine Wirksamkeit des Impfstoffs, eine schwere Erkrankung zu verhindern, wird in den Informationsangeboten der Regierung für die breite Öffentlichkeit nicht hingewiesen. Die großen Medien schweigen bislang ebenfalls dazu. Auch angesichts der ebenfalls im RKI-Papier dokumentierten, teils schweren Nebenwirkungen (1) ist das skandalös.

Anmerkungen:

(1) In der geimpften Gruppe von Biontech (etwa 20.000 Personen) kam es demnach zu einer Reihe von schweren Nebenwirkungen (S. 31 des Dokuments), die in vier Fällen als „impfstoffbezogen“ bezeichnet werden, darunter eine Herzrhythmusstörung. In vier weiteren Fällen, die als „möglicherweise durch die Impfung verursacht“ gewertet werden, traten Gesichtslähmungen auf, die laut Studie „vorübergehend“ („transient“) waren und in einem Fall erst mehr als sechs Wochen nach der Verabreichung der zweiten Impfstoffdosis auftraten.

Leseempfehlung dazu:

Weitere Artikel zum Thema bei Multipolar:

NORBERT PIECHOTTA, 22. Januar 2021, 21:00 UHR

Noch nie hat sich eine deutsche Regierung als unfähiger erwiesen als die aktuelle in der "Corona-Pandemie". Das ist aber wohl zu oberflächlich. In der Tiefe – Helmut Schmidt: Man sollte nie die Dummheit von Regierungen unterschätzen – scheint es aber um die Zerstörung dieses Systems zu gehen. Hin zu einem Profit von 1 Billion Dollar in knapp einem Jahr von arm nach reich, die Zerstörung des Mittelstands, die Zerstörung von Familien und Gemeinschaften, die Zerstörung von Psyche und Traumatisierung von Kindern und Jugendlichen. Es zeigt sich der Weg hin zu einem Elitenfaschismus und Neofeudalismus und einer künftigen Rechtlosigkeit von ungeahntem Ausmaß. (Siehe auch: Naomi Klein – Schockstrategie oder die Mausfeld-Bücher).

GERHARD ALFRED, 22. Januar 2021, 21:55 UHR

Die kleinen und großen Medien schreiben durchaus zum Impfstoff und den bekannt gewordenen Nebenwirkungen. Erkennbar ist allerdings die Zurückhaltung bei der Berichterstattung, sowie eine einheitliche und abgestimmte Sprachregelung in den Presseberichten. Wikipedia schreibt dazu: Eine Sprachregelung ist eine Anweisung oder Übereinkunft, wie bestimmte Dinge zu bezeichnen sind, wenn die Sprache an sich verschiedene Möglichkeiten zuließe.

PAUL SCHREYER, 23. Januar 2021, 19:00 UHR

Zu den Zweifeln an der Qualität der Daten zur Wirksamkeit seitens des RKI ist meines Wissens bisher nirgends in den großen Medien berichtet worden. Diese Informationen sind bislang der Öffentlichkeit praktisch unbekannt.

GERHARD ALFRED, 24. Januar 2021, 13:10 UHR

Wenn die Systemmedien zum Thema etwas berichten, dann nie an präsenter Stelle, meist ziemlich weit hinten, bei Onlineausgaben meist am unteren Ende, damit der Bericht gleich im Archiv verschwindet. Die großen Medien stellen zum Thema Impfstoff nichts in Frage, die öffentliche Diskussion wird vermieden. Die Berichte der Systemmedien verstehe ich als Sprachrohr der Regierung, von Staat und Parteien, als willfähriges Marketinginstrument von Lobbyisten. Wer eine andere Sichtweise zulässt und bekommen möchte, für den gibt es zahlreiche Möglichkeiten, unter anderem auch dieses Portal.

GEORG, 24. Januar 2021, 16:10 UHR

Immerhin ist es so, dass zahlreiche Lokalzeitungen über Impfschäden wie verstorbene Pflegeheimbewohner kurz nach Impfung, Corona-Ausbrüche trotz Impfung etc. berichten. Auf der Seite corodok werden sie regelmäßig gesammelt. So erschreckend naiv, ahnungslos oder was auch immer die Einschätzungen der Heimleitungen oder örtlichen Gesundheitsämter sind, bin ich ziemlich optimistisch, dass durch derartige gehäufte Berichterstattung die Impfskepsis in weiten Teilen der Bevölkerung wachsen wird.

BERNHARD MÜNSTERMANN, 25. Januar 2021, 12:00 UHR

Nicht nur das Gesundheitsministerium legt schon mal den Telefonhörer auf, wenn unangenehme Fragen gestellt werden. Ähnlich intransparent wie die Gefahrenlage von nationaler Tragweite durch das Killervirus ist es auch im Netz. Ich habe derzeit eine Netzsperre, weil mein Provider auf Zuruf des Bundesamtes für Datenschutz die Leitung kappt. Ohne dass ich oder der Provider eine Chance hätten, den Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Ob Disziplinierung oder realer Virus lässt sich für mich nicht mehr trennscharf auseinanderhalten. Das Bundesamt für Verfassungsschutz ist dazu da, am gesetzlichen Rahmen vorbei tätig zu werden. Schon der Name der Behörde ist Täuschung. Was tut das Bundesamt für Datenschutz den lieben langen Tag, wenn selbst die Kanzlerin abgehört wird?

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